Das ABC der Ausbildung:
Duale Ausbildung

Als duale Ausbildung, duale Berufsausbildung oder betriebliche Berufsausbildung bezeichnet man das in Deutschland vorherrschende berufliche Ausbildungssystem. Das Adjektiv „dual“ steht für die beiden Ausbildungsorte Betrieb und Berufsschule (bzw. Berufsakademie): Hier erwerben Azubis parallel praktische Fähigkeiten und theoretische Kenntnisse. Eine andere Form der beruflichen Qualifizierung ist die schulische Ausbildung.

Welche Berufe kann man in einer dualen Ausbildung erlernen?

Das Angebot im dualen Ausbildungssystem umfasst rund 330 anerkannte Ausbildungsberufe. Im Jahr 2016 begannen gut 520.000 Azubis eine betriebliche Berufsausbildung, 60 Prozent davon in Industrie und Handel und 27 Prozent im Handwerk. Die meisten Berufseinsteiger entschieden sich für einen kaufmännischen oder gewerblich-technischen Beruf.

Eine Übersicht der Ausbildungsbereiche mit populären dualen Ausbildungsberufen:

Wie funktioniert eine duale Ausbildung?

Die Rechtsgrundlagen einer dualen Ausbildung werden abgesteckt durch das Berufsbildungsgesetz (BBiG) bzw. die Handwerksordnung, durch die Ausbildungsordnung des betreffenden Berufs und durch den jeweiligen Ausbildungsvertrag. Die Ausbildungsdauer beträgt in Vollzeit 2–3,5 Jahre. Abhängig vom Schulabschluss und von den gezeigten Leistungen kann die Ausbildung verkürzt oder verlängert werden. Duale Azubis haben Anspruch auf eine monatliche Ausbildungsvergütung.

Ein bestimmter Schulabschluss wird für duale Ausbildungen gesetzlich nicht vorausgesetzt. In der Praxis definieren viele Unternehmen eigene Mindestanforderungen (z. B. Schulabschluss, Noten in wichtigen Fächern).

Welche Berufsschule man als Azubi besucht, hängt vom Standort des Betriebs ab. Der Berufsschulunterricht findet in der Regel an 1–2 Tagen pro Woche statt. Alternativ gibt es Blockmodelle, bei denen man abwechselnd bis zu acht Wochen am Stück die Berufsschule besucht und im Betrieb arbeitet.

Ungefähr nach der Hälfte der Ausbildungszeit ist eine Zwischenprüfung vorgesehen, am Ende steht die Abschlussprüfung (im Handwerk „Gesellenprüfung“ genannt). Durchgeführt werden die Prüfungen von der zuständigen Stelle, die die Ausbildung kontrolliert.

Duale Ausbildung oder schulische Ausbildung – welche Vorteile und Nachteile gibt es?

Das duale Ausbildungssystem hat für Azubis einige Vorteile: Sie beziehen ein festes Gehalt, lernen die Betriebspraxis von der Pike auf und kennen und beherrschen die Abläufe später aus dem Effeff. Einer ausgebildeten Fachkraft, die einen anerkannten Berufsabschluss vorweisen kann, stehen oft viele Karrierewege offen. Bei guten Leistungen winkt nach der Ausbildung die Übernahme durch den Lehrbetrieb – und somit ein nahtloser Berufseinstieg.

Natürlich kann die enge Betriebsbindung auch nachteilig sein; die Qualität der Ausbildung hängt dadurch stark vom Arbeitgeber ab. Was, wenn die Vorgesetzten sich wenig Zeit nehmen und die Ausbildung auf sehr spezielle Teilbereiche zugeschnitten ist? Außerdem gilt es für Azubis die Doppelbelastung aus Betrieb und Berufsschule zu meistern, und die schulischen Lehrpläne sind nicht immer optimal mit den betrieblichen Abläufen synchronisiert. Darüber hinaus dürfte die Stellensuche künftig schwieriger werden, da immer weniger Betriebe selbst ausbilden.

Weblinks

Praktisch unschlagbar: Wissenswertes rund um die duale Ausbildung bietet praktisch-unschlagbar.de, das Ausbildungsportal des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Liste der dualen Ausbildungsberufe: Alle über 330 dualen Ausbildungsberufe finden sich im Verzeichnis des  Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB).

Schulische Ausbildung oder duale Ausbildung? Hier geht's zu zwei lesenswerten Interviews, in denen Verfechter beider Ausbildungssysteme zu Wort kommen.

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