Das ABC der Ausbildung:
Schulische Ausbildung

Die schulische Ausbildung ist eine berufliche Ausbildung, deren Lernmittelpunkt im Unterricht an einer Berufsfachschule besteht. Sie unterscheidet sich somit vom dualen Ausbildungssystem, jedoch gelten beide als gleichwertig. Jährlich beginnen gut 200.000 Berufseinsteiger eine schulische Ausbildung in Vollzeit; rund jeder fünfte Haupt- oder Realschulabgänger entscheidet sich für diese Form der Berufsqualifizierung.

Welche Berufe kann man in einer schulischen Ausbildung erlernen?

Das schulische Ausbildungsangebot umfasst viele Berufe, die auch im dualen System erlernt werden können. Andere Berufsabschlüsse, vor allem im Gesundheits-, Sozial- oder Medienbereich, sind wiederum ausschließlich auf schulischem Wege zu erreichen. Typische Beispiele dafür sind der Altenpfleger, der Physiotherapeut, der Erzieher, der Logopäde, der Fremdsprachenassistent oder der Pharmazeutisch-technische Assistent.

Wie verläuft eine schulische Ausbildung?

Schulische Ausbildungen richten sich überwiegend nach der Gesetzgebung der Bundesländer. Das Bewerbungsverfahren läuft meist über die betreffende Berufsfachschule. Oft wird von Bewerbern eine bestimmte Schulqualifikation erwartet – üblicherweise mindestens die mittlere Reife, seltener der Hauptschulabschluss. Um den Praxisbezug zu stärken, werden die schulischen Lernzeiten häufig durch Projektphasen und Praktika flankiert: entweder blockweise oder in Kombination mit dem normalen Unterricht. Viele Berufsfachschulen arbeiten dabei eng mit Unternehmen zusammen. Pflegeschulen sind in der Regel sogar direkt an Krankenhäuser angegliedert.

Schulische Azubis erhalten nur selten eine Ausbildungsvergütung, oft müssen sie Schulgeld oder Prüfungs- und Aufnahmegebühren zahlen. Zur finanziellen Unterstützung während der Ausbildung kommen BAföG-Leistungen oder Stipendien infrage.

Eine schulische Vollzeitausbildung dauert 1–3,5 Jahre und wird mit einer Prüfung abgeschlossen. Ist die Ausbildung staatlich anerkannt, erhält man einen vollwertigen Berufsabschluss. Ansonsten stellt das Ausbildungszeugnis eher eine Art Bildungszertifikat dar: Wie hoch dessen Wert in der Branche eingeschätzt wird, hängt maßgeblich vom Prestige der Schule ab.

Welche Vorteile und Nachteile hat eine schulische Ausbildung?

In der öffentlichen Wahrnehmung steht die schulische Ausbildung gemeinhin im Schatten des dualen Systems. Bei Berufseinsteigern hat sie sich allerdings behauptet, und das nicht nur als Alternative für den Fall einer gescheiterten Lehrstellensuche. Das Ausbildungsangebot umfasst viele moderne Berufsfelder, und ihre generalistische Ausrichtung macht schulische Azubis tendenziell unabhängiger und flexibler als ihre dualen Mitstreiter. Auf der anderen Seite tauchen sie im Allgemeinen weniger tief in die Arbeitspraxis ein und können ihren Werdegang schlechter planen, da die Möglichkeit einer Übernahme durch den Lehrbetrieb entfällt. Abgesehen davon erfordern viele schulische Ausbildungen finanziellen Spielraum.

Weblinks

Schulische Ausbildungen finden: Die bundesweite Suche nach schulischen Ausbildungen ermöglicht KURSNET, das Portal für berufliche Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit.

Schulische Ausbildung oder duale Ausbildung? Hier geht's zu zwei lesenswerten Interviews, in denen Verfechter beider Ausbildungssysteme zu Wort kommen.

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