Das Berufsbild: Zoll

Der Zoll ist im Bundes-Finanzministerium angesiedelt und beschreibt sich selbst als „Wirtschafts- und Einnahmeverwaltung des Bundes“. Sein Aufgabenspektrum ist gewaltig – der Zoll kann überall da zum Zuge kommen, wo staatliche Abgaben- und Steuerbestimmungen umzusetzen sind. Seit der Verwirklichung des europäischen Binnenmarktes 1993 sind die Zollschranken im europäischen Binnenhandel zwar gefallen. Die deutsche Bundeszollverwaltung allerdings bleibt enorm wichtig: Jahr für Jahr verschaffen die Zollbeamten und -beamtinnen der Staatskasse über 100 Milliarden Euro Einnahmen.

Der Zoll ...

  • kontrolliert die Ein- und Ausfuhr von Waren, erhebt Zollabgaben und setzt internationale Abkommen um.
  • treibt Verbrauchsteuern für den Bund ein (z. B. Energie- und Tabaksteuer).
  • bekämpft Schwarzarbeit und Lohndumping.
  • besitzt bei der Bekämpfung von Zoll- und Steuerkriminalität auch polizeiliche Befugnisse.
  • ist Teil der deutschen Küstenwache.

Die Ausbildung beim Zoll

Die duale Ausbildung im mittleren Zolldienst dauert zwei Jahre und setzt einen Realschul- oder gleichwertigen Abschluss voraus, in Ausnahmefällen genügt auch ein Hauptschulabschluss mit verwendungsrelevanter Berufsausbildung. Für den gehobenen Dienst beim Zoll braucht man das Abitur oder die Fachhochschulreife, studiert drei Jahre und schließt mit der Prüfung zum Diplom-Finanzwirt (FH) ab.

In der Ausbildung beim Zoll wird besonders auf die rechtliche Kompetenz in Steuerfragen (zum Beispiel Zolltarifrecht, Steuerrecht, Verbrauchsteuerrecht) Wert gelegt. Nach der bestandenen Abschlussprüfung steht eine Vielzahl beruflicher Möglichkeiten offen: Der Zoll verfügt unter anderem über Hundestaffeln, ein Spezialeinsatzkommando und ein eigenes Kriminalamt. Die Regel ist freilich eher eine Tätigkeit im Innendienst.

Das Auswahlverfahren beim Zoll

Schon im Personalauswahlverfahren wird darauf geachtet, ob ein Bewerber den Ansprüchen des Zolldiensts gewachsen sein wird. Natürlich erwartet auch der Zoll, dass Neulinge die einschlägigen Mindestanforderungen erfüllen und obligatorische „soft skills“ wie Leistungswillen, Flexibilität, Belastbarkeit, Teamfähigkeit und Zuverlässigkeit mitbringen.

Im Speziellen legen die Prüfer jedoch vor allem Wert darauf, wie sicher Sie mit der Sprache, mit Zahlen und Gesetzen umgehen und wie überlegt sie zu strittigen Sachverhalten Stellung beziehen. Typische Aufgabenstellungen sind zum Beispiel komplexe Matheaufgaben, Erörterungen, Postkorbübungen, die Anwendung von Rechtsvorschriften und natürlich ein Wissenstest. Bewerber für den mittleren Dienst müssen außerdem das Deutsche Sportabzeichen (mindestens in Bronze) vorlegen.

Das Gehalt

Beamtenanwärter des Zolls erhalten Anwärterbezüge und ggf. Zulagen entsprechend der gültigen Besoldungsordnung. Das monatliche Grundgehalt beträgt im mittleren Dienst 1.169 Euro, im gehobenen Dienst 1.223 Euro (Stand 2017).

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