Erfahrungsbericht: Auswahlverfahren der HypoVereinsbank

Bewerbung

Als erstes ist es wichtig sich früh zu bewerben, denn man bekommt direkt am Tag des Assessment Centers (wenn man es soweit schafft) eine Zu- oder Absage für den Ausbildungsplatz. Wenn alle Stellen besetzt sind, hat man keine Chance mehr. Ich habe mich im Juli 2013 für eine Ausbildung im September 2014 beworben, und bereits da waren nicht mehr in jedem Bezirk Stellen frei.

Bei der HypoVereinsbank bewirbt man sich sehr einfach online: Ein Anschreiben (Warum ich, was zeichnet mich aus? Warum die HypoVereinsbank? Welcher Schulabschluss?), ein Lebenslauf, ein nettes Foto, die letzten Zeugnisnoten und ein wenig Zeit, mehr braucht man eigentlich nicht. In meinem Fall habe ich montags meine Online-Bewerbung abgeschickt und direkt ein paar Stunden später eine Eingangsbestätigung mit der Bitte um ein wenig Geduld (höchstens zehn Werktage) erhalten. Bereits drei Tage später fand ich in meinem Posteingang die Einladung zum Online-Einstellungstest. Juhu!:)

Online-Einstellungstest

Die Einladung zum Online-Einstellungstest enthielt gleichzeitig den Link zur Website und meine persönlichen Login-Daten. Ich sollte den Test innerhalb von zwei Wochen absolvieren, also alles ganz easy;) Da ich an dem Tag sowieso nichts mehr vorhatte, habe ich den Einstellungstest gleich in Angriff genommen. Er dauerte insgesamt ca. eine gute Stunde, also auch kein sehr großer Aufwand. Geprüft wurden unter anderem längere Matheaufgaben mit vielen Klammern und Potenzen, die erst für etwas Verwirrung gesorgt haben. Vor fast jeder Aufgabe dachte ich nur „ohje“. Vor allem, da das Ganze auf Zeit ging. Aber mit der ein oder anderen kleinen „Rechenbrücke“ war das nicht so schwer. Macht euch keinen Stress, wenn ihr in der vorgegebenen Zeit nicht alle Aufgaben schafft, das schaffen die Wenigsten! Ganz wichtig: Bitte benutzt keinen Taschenrechner oder sonstige Hilfsmittel während des Einstellungstests, wenn nicht in der Beschreibung stand, dass das erlaubt ist! Näheres dazu später …

Außerdem musste man im Einstellungstest Zusammenhänge erkennen und sich mit mehreren Tabellen und Diagrammen auseinandersetzen. Im Anschluss daran sollte man noch einige Persönlichkeitsfragen beantworten. Und auch noch Reihenfolgen festlegen, wie man in bestimmten Situationen handeln würde.

Nachdem ich den Einstellungstest abgeschlossen hatte, begann wieder das Warten und Hoffen – das immer größer wurde, schließlich hatte ich mir ja schon ziemlich Mühe gegeben. Doch schon am nächsten Morgen kam wieder eine Eingangsbestätigung und die Bitte um ein wenig Geduld … Auch jetzt sollte es wieder „höchstens zehn Werktage“ dauern. Am Montag darauf bekam ich dann eine Mail der HypoVereinsbank mit der Einladung zum AC, dem Assessment Center. Geschafft :)

AC – Assessment Center

… Tiiief durchatmen und nur nicht daran denken, dass man von morgens um 9:30 bis abends um 18:30 durchgehend beobachtet würde … und gaanz WICHTIG: schick anziehen! Männer einen Anzug, Frauen am besten einen Hosenanzug oder dergleichen. Um halb zehn erschien ich also in der Hauptstelle „meines“ HypoVereinsbank-Bezirks. Wir waren an diesem Tag 13 (hoffentlich) angehende Azubis bzw. BA-Studenten und alle etwas aufgeregt. Bei mir kribbelte es noch stärker, als ich gemerkt habe, dass ich fast die einzige Realschülerin bin! Aber das war nicht wirklich schlimm. Man verstand sich sofort mit den anderen, und zusammen haben wir den Tag super gemeistert.

Angefangen hat das AC damit, dass sich die zwei Azubis und die zwei BA-Studenten vorgestellt haben, die uns den Tag über als Ansprechpartner begleiten sollten. Dann wurde das Zeugnis, dessen Noten man bei der Online-Bewerbung angeben musste, zur Überprüfung eingesammelt. Das war bereits im Einladungsschreiben angekündigt worden. Als nächstes stellten sich die sechs „Beobachter“ vor, bei denen wir über den Tag verteilt verschiedene Prüfungen absolvieren mussten. Sie machen sich im gesamten Assessment Center Notizen, und ihr bekommt auf jede Aufgabe Punkte. Bei uns bestand das Beobachter-Gremium aus den Chefs der einzelnen Filialen, der Ausbildungsleiterin und einer Personalratsdame. Alle sehr nett!

Die Gruppendiskussion

Dann ging es auch schon los mit der ersten Aufgabe: einer Gruppendiskussion. Wir waren alle etwas verwundert, denn wir sollten nun nicht bei einer Bank, sondern bei einem Reiseunternehmen „arbeiten“. Die Aufgabenstellung variiert allerdings von Bezirk zu Bezirk. Wir durften uns 25 Minuten lang vorbereiten, wurden in Viererteams eingeteilt und los ging's … Wir kamen zusammen in ein Büro, in dem zwei der Beobachter saßen. Hier mussten wir unsere Vorschläge besprechen und am Ende eine gute Lösung finden. Dabei ist es wichtig, dass Ihr die anderen aussprechen lasst und auf sie eingeht, aber auch Eure eigene Meinung so gut wie möglich wiedergebt, am besten mit Beispielen und guten Argumenten. In 20 Minuten waren wir fertig, und es ging zurück in den Warteraum, wo bereits kleine Snacks und Getränke auf uns warteten.

Das Verkaufsgespräch

Als alle Gruppen zu Ende diskutiert hatten, ging es direkt mit dem Verkaufsgespräch weiter. Dafür wurde man zu dritt in den Vorbereitungsraum gerufen, wo man 20 Minuten Zeit hatte, sich mit vier Angeboten eines Reiseveranstalters auseinander zu setzen. Danach musste man alleine zu den Beobachtern: Diesmal waren es zwei andere als bei der Gruppendiskussion, denn am Ende des Tages musste jeder Kandidat mindestens einmal bei jedem Beobachter gewesen sein. Meine Aufgabe im Verkaufsgespräch: Ich musste einer Mutter (gespielt von einer Beobachterin) eine Reise für Ihre Tochter verkaufen. Im Verkaufsgespräch kommt es vor allem darauf an, verkäuferisches Talent zu beweisen und in schwierigen Situationen die Ruhe zu bewahren. Danach hieß es wieder einmal warten, bis alle mit der Aufgabe durch waren. Währenddessen konnte man sich gut mit den Azubis bzw. Studenten unterhalten und Fragen zur Ausbildung stellen.

Der Einstellungstest

Danach ging es weiter mit dem Einstellungstest. Ja, Ihr habt richtig gelesen: Einstellungstest. Wer geglaubt hatte, im Online-Einstellungstest mit einem Taschenrechner oder Muttis Hilfe etwas mehr herausholen zu können, der bekam jetzt ein Problem;) Die Aufgaben aus dem Online-Einstellungstest wurden in teilweise identischer Form noch einmal geprüft. Diesmal hatten wir zwar etwas mehr Zeit, mussten aber auch ungefähr zehn Fragen mehr beantworten.

Das Interview

Danach wartete mit dem Interview die dritte Station des Assessment Centers. Wieder durften wir uns in einem Extra-Raum vorbereiten. Wir sollten ein Plakat anfertigen und uns anhand einiger Stichpunkte vorstellen:

  • Warum gerade ich?
  • Warum zur HypoVereinsbank?
  • Warum die Ausbildung zur Bankkauffrau?
  • Welche Stärken und Schwächen hat man?

Zur Verfügung standen einem alle Hilfsmittel, die man für ein schönes Plakat braucht. Anschließend ging es dann zu den Beobachtern. Man hatte zuerst drei Minuten Zeit, um ihnen das Plakat zu präsentieren und etwas über sich zu erzählen. Danach verlief alles wie in einem normalen Vorstellungsgespräch: Man wurde ausgefragt! Bei mir dauerte das etwa eine halbe Stunde, bei anderen etwas länger; manche waren schon nach zehn Minuten fertig.

Nach dem Ende der Interviewphase hatten wir eine Stunde Freizeit. Da wir uns alle gut verstanden haben, sind wir gemeinsam eine Runde shoppen gegangen;) So muss man wenigstens nicht die ganze Zeit an das Ergebnis denken.

Das Einzelgespräch

Als wir zurückkamen, haben wir uns wieder in den Warteraum gesetzt. Nun wurde mit jedem nochmal ein Einzelgespräch geführt, und man hat den Tag Revue passieren lassen. Wer eine Absage erhielt, bekam Tipps, was er oder sie hätte besser machen können. Nach einer Stunde im Warteraum wurde endlich ich aufgerufen, als Letzte! Aber das Warten hatte sich gelohnt – ich bekam die Zusage. Von allen 13 Assessment Center-Teilnehmern wurden nur ich und eine BA-Studienbewerberin genommen. Also macht euch keine Sorgen so wie ich am Anfang, weil ihr „nur“ zur Realschule geht. Mit einem breiten Grinsen im Gesicht und großer Erleichterung gingen wir zur Feier des Tages mit unseren zukünftigen Chefs noch ein Glas Sekt trinken:)

Meinen Vertrag bekam ich sofort mit nach Hause, dazu erhielt ich gleich noch einen Gutschein für einen „Kennenlerntag“ in meiner Stammfiliale – den habe ich heute eingelöst. Dabei wurde mein positiver Eindruck noch einmal bestätigt: Es gibt viele nette Leute, die sich um einen bemühen und während der Ausbildung unterstützen. Ich habe den Vertrag unterschrieben und freue mich jetzt auf meine Ausbildung bei der HypoVereinsbank! :)


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