Erfahrungsbericht Bürokaufmann

1. Bewerbung

Die Bewerbungen bei mir sehen eigentlich immer gleich aus, bis auf das Anschreiben. Wichtig ist, dass die Bewerbungsmappe vollständig ist und sauber ausschaut. Lasst euch beim Lebenslauf und dem Anschreiben was einfallen, damit ihr euch von den anderen Bewerbungen abhebt. Also bloß keine Standardsätze, sondern ruhig mal nach dem Ausbildungsplatz greifen in dem Anschreiben. Versucht darin zu erklären, wieso ihr euch für diesen Beruf entschieden habt und wieso die Bewerbung ausgerechnet an das Unternehmen gerichtet ist. Und dann könnt ihr auch noch ein wenig über eure Fähigkeiten schreiben, um das ganze noch zu untermauern. Die Zeugnisse sollten natürlich auch vollständig und sauber kopiert sein. Dann lasse ich meine Unterlagen immer von einem Bekannten überprüfen. Es gab noch keinen Fall, in dem er mir meine Unterlagen unkorrigiert zurückgegeben hat. Irgendeinen Fehler findet er immer, als wolle er mich damit ärgern. Aber das ist ja auch gut so. Denn schließlich ist es wichtig, dass alle Unterlagen fehlerfrei abgegeben werden. Und vergesst nicht, ein ordentliches Foto beizulegen. Es sollte aber nicht in einem Automaten gemacht sein und nicht unbedingt mit Kapuzenpullover auf dem Foto, das sehen die dann schon. Und lieber etwas lächeln, als dass ihr zu ernst erscheint auf dem Foto. Wenn ihr Praktika oder Aushilfsjobs gemacht habt, dann erwähnt diese auch im Lebenslauf.

2. Einladung zum Eignungstest

Das war bereits meine dritte Einladung zu einem Eignungstest. Die Freude war zwar da, aber ich habe mehr gehofft, dass es dieses Mal dann auch wirklich klappt. Der Test fing morgens um 10.00 Uhr an. Ich habe gemäß Einladung einen Taschenrechner und Schreibmaterial eingepackt und mich auf dem Weg gemacht. Ach ja, nehmt euch noch was zum Trinken mit, das braucht ihr in den Verschnaufpausen. Es war ein Prüfer und wir waren ca. 15 Bewerber im Raum. Jeder musste sich alleine an einen Tisch setzen. Auf jedem Tisch lag eine Prüfung, Papier, Bleistift und Radiergummi. Ich habe mich links hinten an den Tisch gesetzt, da ich von dort aus jeden sehen konnte. Nachdem sich alle Bewerber gesetzt hatten, hat die Leiterin sich und das Unternehmen etwas vorgestellt und uns den Tagesablauf erklärt. Dann ging es auch schon zur Sache. Wir mussten unseren Namen, Alter, Schulabschluss und Telefonnummer in den Antwortbogen eintragen. Danach hat die Leiterin uns erklärt, wie wir die Fragen zu beantworten haben. Wichtig war, dass man seine Antwort nicht in die Prüfung reinschreibt, sondern in den Antwortbogen. Es kamen zwar nicht die gleichen Aufgaben wie bei den beiden anderen Tests, die ich schon geschrieben hatte, aber mehr oder weniger die gleichen Themen.

Als erstes musste ich einen Text zum Thema "Entwicklung der Rohstoffpreise" lesen und Fragen dazu beantworten. Bei den Fragen ging es darum, dass man erkennen musste, dass aufgrund der Rohstoffknappheit die Preise immer weiter ansteigen werden in Zukunft. Dann kamen Fragen zum Allgemeinwissen dran. Also Fragen zu Wirtschaft, Politik und Geographie (z.B. Wie heißt die Hauptstadt für das Bundesland NRW?). Die Fragen waren teilweise schon schwierig, ich habe da auch einfach geraten.

Der größte und schwierigste Teil waren die Matheaufgaben. Hier musste man jede Menge Aufgaben lösen. Ich weiß gar nicht mehr, was da alles dran kam. Aber jede Menge Textaufgaben mit Prozenten, Zinsen, Umrechnen, Brüchen usw. Auch mit Taschenrechner nicht einfach zu lösen, kann ich euch sagen. Da solltet ihr auf jeden Fall nichts dem Zufall überlassen. Bereitet euch sehr gut darauf vor, bei diesen Aufgaben könnt ihr nicht einfach raten.

Als nächstes musste ich die richtige Schreibweise für bestimmte Wörter ankreuzen. Du hast mehrere Antworten, von denen nur eine Antwort richtig ist. Und du musst die richtige Antwort im Antwortbogen ankreuzen. Das ging aber auch ganz gut, im Zweifel einfach dem Gefühl folgen und eine Antwort ankreuzen.

Und dann kam eine ganz unangenehme Aufgabe, wo man Kommas erkennen musste. Du musstest den Satz mit der richtigen Kommasetzung erkennen und ankreuzen. Keine Ahnung, da habe ich einfach den Satz gewählt, der mir richtig vorkam. Die Kommaregeln kenne ich gar nicht. In der Schule habe ich das immer nach meinem Gefühl gemacht.

In der letzten Aufgabe ging es darum, die richtige Schreibweise für englische Wörter zu erkennen. Aber das waren keine schweren Wörter, ging also auch gut. Insgesamt habe ich die Aufgaben gut lösen können, aber ihr habt nicht viel Zeit. 100 Minuten gehen so schnell um, also bleibt nicht an einer Aufgabe kleben, sondern geht besser über zur nächsten Aufgabe. Zum Schluss hat die Leiterin uns dann erzählt, wie die weitere Vorgehensweise aussieht. Man würde uns schriftlich darüber informieren, wie das Ergebnis ausgefallen sei. Und als nächstes würde dann ein Vorstellungsgespräch folgen bei entsprechendem Testergebnis.

3. Einladung zum Vorstellungsgespräch

Nach ca. 10 Tagen habe ich einen Anruf erhalten. Es war die Leiterin aus dem Eignungstest. Sie hat mir gesagt, dass ich einen guten Test geschrieben hätte und dass man in einem Gespräch gerne mehr über mich erfahren wolle. Aber mit Vergnügen, sagte ich und sie teilte mir den Termin mit. So schlecht kann das doch gar nicht gewesen sein, dachte ich mir. Also muss ich jetzt alles dafür tun, um auch im Gespräch zu überzeugen. Schnell ins Internet, alle möglichen Infos zur Firma sammeln und wichtige Zahlen auswendig lernen. Dann habe ich ganz gute Seiten zum Thema Vorstellungsgespräch gefunden. Es gibt viele Fragen im Netz, die man üben kann. Und genau so ähnlich waren dann die Fragen im Gespräch. Das Gespräch war mittags um 12.00 Uhr und dauerte ca. eine Stunde. Es war wieder die Leiterin und eine weitere Person aus der Personalabteilung. Erst wurde mir mein Testergebnis mitgeteilt. Ich hatte wohl eine ziemlich hohe Punktzahl erreicht. Dann sollte ich etwas von mir erzählen. Ich habe einfach angefangen über meine Schule und meine Familie zu reden. Dann habe ich auch noch einige etwas lustigere Geschichten über meinen kleinen Bruder erzählt, woraufhin alle lachen mussten und eine Frage dazu gestellt haben. Das Gespräch wurde dann irgendwie entspannter und ich habe denen richtige Geschichten erzählt. Kam wohl irgendwie auch gut an, dass ich von mir aus viel erzählt habe. Gegen Ende des Gespräches wurde es dann noch mal richtig anstrengend. Sie haben mich gefragt, wieso ich glaube, für die Stelle der geeignete Kandidat zu sein. Was mich besonders auszeichnen würde. Und dann wollten sie wissen, was ich denn machen würde, wenn es mit dem Ausbildungsplatz nicht klappen würde. Hier müsst ihr euch von eurer Sahneseite zeigen. Versucht überzeugt und aufgeschlossen zu wirken. Ich habe dann gesagt, dass ich mit der Schule weiter machen werde, wenn das mit dem Ausbildungsplatz nicht klappt. Dann haben wir uns die Hand gegeben und verabschiedet. Ich hatte ein richtig gutes Gefühl danach. In der Folgewoche habe ich dann einen Brief bekommen. Ich hatte den Ausbildungsplatz bekommen. Dann hat sich doch zu guter Letzt die ganze Mühe geloht. Heute bin ich froh, das durchgestanden zu haben. Aber ich hätte bestimmt keine Lust noch mal den Weg zu gehen. Ich bin nur froh, dass alles gut geklappt hat und ich mich jetzt voll auf meine Ausbildung konzentrieren kann. Und übrigens macht es Spaß, wenn auch oft die Tätigkeiten sich wiederholen. Aber die Kollegen sind immer sehr hilfsbereit in den Abteilungen. Man lernt nur schrittweise und mühsam die Dinge. Aber so ist es nun mal als Auszubildender, da kann man nicht gleich alles machen. Und jetzt wünsche ich euch noch viel Erfolg und viel Spaß.


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