Erfahrungsbericht Verwaltungswirt Stadtverwaltung

Einstellungstest

Ich habe mich um eine Ausbildung als Verwaltungswirt bei der Stadtverwaltung beworben. Im Auswahlverfahren wird man zunächst schriftlich getestet, wofür eine externe Stelle verantwortlich ist, nämlich das hiesige Studieninstitut. Für den Einstellungstest musste ich um 15 Uhr in den Räumlichkeiten des Instituts erscheinen. Das war ganz praktisch, denn so konnte ich vorher noch arbeiten gehen.

Außer mir waren noch rund 50 andere Bewerber da. Zuerst wurden wir alle in einen großen Raum geführt, wo an jedem Arbeitsplatz bereits die durchnummerierten Prüfungsbögen lagen. Für jeden Themenbereich gab es einen Bogen – manche waren 2 oder 3 Seiten dick, andere bestanden aus nur einer Seite. Man musste die Bögen nacheinander bearbeiten. Den nächsten durfte man immer erst dann öffnen, wenn die Prüferin das angesagt hat.

Der Test dauerte insgesamt 3 Stunden mit einer Viertelstunde Pause. Man hatte fast nie genug Zeit, um alle Aufgaben zu bearbeiten, und stand permanent unter Zeitdruck. Da der Test schon im Februar war, kann ich mich nicht mehr an alle Fragen erinnern.

Erinnerungsvermögen

Auf einem Zettel standen 30 Wörter, die man sich einprägen musste. Danach hatten wir 90 Sekunden Zeit, um so viele Wörter wie möglich aufzuschreiben.

Eine andere Erinnerungsaufgabe sah so aus: Uns wurde 5 Minuten lang eine Tondatei mit der Nacherzählung einer Geschichte vorgespielt. Anschließend mussten wir den zugehörigen Prüfungsbogen öffnen, auf dem verschiedene Aussagen zur Geschichte standen. Wir sollten ankreuzen, ob eine Aussage stimmt oder nicht.

Sprachbeherrschung

In einem Lückentext mussten wir fehlende Kommas einsetzen. Außerdem gab es zwei unterschiedliche Aufgabentypen zu falsch geschriebenen Wörtern: Bei der einen Variante mussten wir den Fehler im Wort markieren, bei der anderen mussten wir das vollständige Wort korrekt aufschreiben.

Mathe

Mathe hat insgesamt nur einen kleinen Teil des Tests eingenommen, was mich schon gewundert hat. Ein Taschenrechner war nicht erlaubt. Abgefragt wurde das Übliche: Kopfrechnen, Bruchrechnen, Prozentrechen, Zinsrechnen und Überschlagen. Beim Überschlagen musste man nicht rechnen, sondern schätzen. Ein Beispiel: Wie viel ist 2,6457 × 5,5673 ungefähr?

Logik

Im Logikteil mussten wir unter anderem Zahlen- und Symbolreihen ergänzen. Bei einer ähnlichen Aufgabe mussten wir aus einer Symbolreihe das Symbol herausstreichen, das sich nicht logisch einfügt.

Gegen 18 Uhr war ich mit dem Test fertig. Rund einen Monat später bekam ich eine E-Mail der Stadtverwaltung, in der ich zum Vorstellungsgespräch eingeladen wurde. Komischerweise spielte das Thema Allgemeinwissen im Einstellungstest gar keine Rolle. Auch das Fachwissen wurde noch nicht abgefragt – das kam erst im Vorstellungsgespräch dran.

Vorstellungsgespräch

Das Vorstellungsgespräch fand nicht im Studieninstitut, sondern im Gebäude der Stadtverwaltung statt. Los ging es pünktlich um 15:15 Uhr. Das „Gremium“, dem ich mich vorzustellen hatte, bestand aus 3 Leuten. Am Anfang wollten sie viel Persönliches wissen: Wie ist Ihr bisheriger Werdegang verlaufen? Was machen Sie in Ihrer Freizeit? Warum wollen Sie bei der Stadt arbeiten? Danach wurde ich zur Stadtverwaltung ausgefragt: Welche Abteilungen gibt es bei der Stadt? Wie heißt der Oberbürgermeister, und welcher Partei gehört er an? Was macht der Stadtrat? Welche Parteien sind im Stadtrat vertreten? Wie sieht die Verteilung der Parteien im Stadtrat aus?

Anschließend wurden mir verschiedene typische Situationen aus dem Berufsalltag vorgestellt und ich musste erklären, wie ich mich im entsprechenden Fall verhalten würde. Ein Beispiel: Sie arbeiten bei der Kfz-Zulassungsstelle der Stadt. Ein Bürger kommt zu Ihnen und möchte sein Auto anmelden, hat aber den dafür benötigten Führerschein vergessen. Als Sie ihm sagen, dass er sein Auto nicht ohne Führerschein anmelden kann, wird er sauer. Wie verhalten Sie sich?

Das Vorstellungsgespräch dauerte insgesamt 45 Minuten. Eine Woche später kam dann leider die Absage.

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