Erfahrungsbericht Online-Test, Einstellungstest, Sporttest, Tauglichkeitsuntersuchung und Vorstellungstespräch bei Schutzpolizei Berlin (gehobener Dienst)

Der erste Schritt der Bewerbung ist absolut einfach gehalten: Ich musste mich online auf der Homepage der Berliner Polizei bewerben, d.h. kein extra Anschreiben o.ä. verfassen. Ich wurde Schritt für Schritt durch die Seiten weitergeleitet und musste lediglich persönliche Daten, meine schulische Laufbahn und Arbeitserfahrungen eintragen. Es wurden auch keinerlei Unterlagen verlangt.

Der vorläufige Online-Test

Nachdem meine Daten überprüft wurden, wurde ich bereits am nächsten Tag per Mail zu einem ersten Online-Test eingeladen. Diesen muss man innerhalb der nächsten 14 Tage an einem beliebigen Endgerät und Ort absolvieren. Ich habe mich dafür mit einfachen Apps vorbereitet, die die einfachen Grundrechenarten, Logiktests und Allgemeinwissensfragen beinhalteten. Nach ein paar Tagen Übung und dem Gefühl, meine Fähigkeiten wieder etwas aufgefrischt zu haben, zog ich mich in Ruhe auf mein Zimmer zurück, klickte auf den mir zugeschickten Link und konnte nach kurzer Erklärung auch direkt loslegen.

Mathematik, Logik, Visuelles Denkvermögen, Fremdsprache, Allgemeinwissen

Wie erwartet, kamen einfache Kopfrechenaufgaben dran (die man auch mit dem Taschenrechner lösen konnte, da ja keiner kontrollierte), sowie Bruchrechnen, mathematische Textaufgaben und ein kleiner Vokabeltest in der Fremdsprache meiner Wahl. Des Weiteren musste ich Zahlenreihen vervollständigen, mein visuelles Denkvermögen unter Beweis stellen, indem ich Figurenreihen fortführte und Allgemeinwissensfragen beantworten.

Die Bearbeitungszeit betrug 20 Minuten und war sehr knapp bemessen. Die Aufgaben waren zwar allesamt nicht wirklich schwer, allerdings schafft man es nicht, alle in der vorgegeben Zeit zu bearbeiten. Darauf wurde in der vorherigen Mail aber auch hingewiesen. Also verzweifelt nicht, wenn ihr nicht alles schafft. Die Polizei möchte nämlich bereits zu diesem Zeitpunkt der Bewerbung sehen, wie Ihr mir Stresssituationen umgeht.

Der Einstellungstest

Obwohl ich mit einem wirklich schlechten Gefühl den Online-Test absolviert hatte (da ich halt auch nur ca. 80 % der Fragen bearbeitet hatte), wurde ich zwei Tage später per Mail zum Einstellungs- und Sporttest eingeladen. Dafür konnte ich wieder einen beliebigen Termin innerhalb der nächsten 2 Monate auswählen. Selbst nachdem ich mir einen ausgesucht hatte, konnte ich diesen jederzeit selbst auf dem beigefügten Link wieder ändern. Zur Wahl standen Termine am Vor- und Nachmittag.

Der Einstellungstest fand in einem Polizeigebäude nahe dem Alexanderplatz statt. Mit knapp 40 Bewerber/innen fand ich mich im Wartebereich zusammen, wo wir freundlich von einem älteren Herrn nach oben zu den Computern begleitet wurden. Alles wurde wirklich sehr gut erklärt. Der Test lief in mehreren Etappen ab. Nach jeder Etappe gab es eine kurze Pause, bevor das nächste Themengebiet getestet wurde.

Folgende Themengebiete wurden etwa dreieinhalb Stunden lang getestet (an die Reihenfolge erinnere ich mich nicht mehr):

  • Fremdsprache nach deiner Wahl: Vokabel- und Lückentext mit versch. Zeitformen
  • Logik: Zahlenreihen vervollständigen
  • Test des visuellen Denkvermögen: Figurenreihen fortführen
  • Persönlichkeitstest: keine Zeitvorgabe, diente lediglich der Selbsteinschätzung
  • Erinnerungsvermögen: Nummernschilder einprägen und gespiegelt wiedererkennen
  • Allgemeinwissen: u.a. Politik, Wirtschaft, Kunst, Literatur, Landeskunde, Interkulturelles Wissen

Nach etwa 15 minütiger Auswertung (diese verbrachten wir in einem Aufenthaltsraum nebenan) wurden wir wieder in den PC-Raum gerufen und alle, die den Test nicht bestanden hatten, wurden direkt nach Hause geschickt, was ich unangenehm fand. Dem Rest wurde eine Wegbeschreibung zum Sportgelände in die Hand gedrückt und jeder musste sich selbst auf den Weg dorthin machen. Da ich aber schon im Laufe des Tages ein paar Kontakte knüpfen konnte, war die etwa 20-minütige Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ganz lustig.

Der Sporttest

Am Gelände angekommen, ging es auch recht zügig. Wir mussten uns kurz ausweisen, zogen uns in den Umkleideräumen um und gingen in die Sporthalle (normalerweise wird der Test draußen auf dem Sportplatz abgehalten, allerdings wurde es zu dieser Jahreszeit schon sehr früh dunkel draußen, sodass wir alles in der Halle machten). Auch hier wurden wir ausführlich von zwei netten Polizisten eingewiesen, sodass keinerlei Fragen offen blieben. Wir durften uns aufwärmen und sogar an den einzelnen Stationen üben. Den kompletten Parcours könnt ihr euch online auf der Homepage der Berliner Polizei und bei youtube anschauen. Dieser war für keinen der Gruppe ein Problem.

Dann ging es zum 2000 m – Lauf. Wir wurden in 2 Gruppen aufgeteilt und bekamen jeder ein Leibchen mit Nummer drauf. Ich war in der zweiten Gruppe, sodass ich mir den ersten Lauf entspannt von der Bank aus angucken konnte. Sehr hilfreich waren die Rufe der beiden Polizisten, die jedem einzelnen Teilnehmer zuriefen, wie gut sie in der Zeit liegen und ob sie noch Tempo zulegen müssen. An dieser Stelle ein klarer Tipp von mir: Trainiert für diesen Lauf! Selbst ich als Fußballer war schon sehr angestrengt und mehr als die Hälfte schaffte den Lauf nicht in der vorgegebenen Zeit oder warf  schon vorzeitig das Handtuch.

Als der zweite Lauf auch vorbei war, wurden uns in der Gruppe unsere Zeiten mitgeteilt. Wer es nicht schaffte, erhielt die Info, dass man den Lauf zu gegebener Zeit wiederholen könne. Danach wurden wir auch schon wieder entlassen.

Die Tauglichkeitsuntersuchung

Meine Einladung zur Tauglichkeitsuntersuchung und zur persönlichen Vorstellung bekam ich etwa vier Monate nach dem Einstellungstest und zwei Wochen im Voraus. Diese begann um 7:30 Uhr morgens und besteht aus Blut- und Urinprobe, Seh- und Hörtest, einer kurzen, gängigen Untersuchung durch einen Arzt und einem durchaus anspruchsvollen EKG. Ich sage dies, weil ich von mehreren Bewerbern hörte, dass sie dieses vorzeitig abbrechen mussten. Man wird verkabelt und muss unter kontinuierlicher Steigerung des Wiederstandes 6 min Fahrrad fahren. Dabei darf man 65 Umdrehungen pro Minute nicht unterschreiten. Für mich war es zwar anstrengend, aber kein Problem. Jedoch solltet ihr schon ausgeschlafen sein und nicht unbedingt vorher schon geraucht oder am Vorabend besonders auf den Putz gehauen haben. Ein Arzt ist die ganze Zeit im Raum und kontrolliert den Puls und den Blutdruck. Zwischen den verschiedenen Tests und Untersuchungen haben wir immer zusammen in einem Warteraum gesessen und uns ausgetauscht. Nacheinander wurden wir dann jeweils aufgerufen.

Das Vorstellungsgespräch

Als ich dann alle Punkte auf meinem Laufzettel abgehakt hatte, wurde ich zur persönlichen Vorstellung ein paar Gebäude weiter geschickt. Auch dort musste ich nicht lange warten und zunächst meine mitgebrachten Unterlagen abgeben. Als diese alle kopiert waren, wurde ich sehr freundlich von einer jungen Dame begrüßt und in ein Besprechungszimmer gebeten. Dort wartete ein anderer, etwas älterer Polizist auf uns. Auch dieser war total freundlich, wir unterhielten uns kurz über meine Anreise (Smalltalk eben).

Beide machten mir sofort klar, dass dies kein Kreuzverhör o.ä. sei, sondern dass sie einfach daran interessiert sind, mich ein wenig kennenzulernen. Und dies war dann auch bis zum Ende des etwa 30 minütigen Gesprächs so. Neben nur ein paar typischen Fragen nach meinen Stärken und Schwächen oder warum ich mich für den Beruf entschieden habe, war es ein wirklich lockeres und angenehmes Gespräch. Ich erzählte einfach etwas über mich und meinen Werdegang und erhielt interessante Einblicke in den Berufsalltag eines Schutzpolizisten.

Nach wirklich ganz kurzer Besprechung (ich sollte kurz den Raum verlassen), bat mich die junge Dame wieder herein und beide erklärten mir, dass sie einen sehr positiven Eindruck von mir gewinnen konnten und dass meine persönliche Eignung vorliegt. Über alles andere (Tauglichkeit und Ranglistenplätze) konnten sie mir keine weiteren Infos geben. Wir verabschiedeten uns, nett und äußerst freundlich, so wie der gesamte Tag und das komplette Personal zuvor auch waren. Das Ergebnis der Tauglichkeitsuntersuchung erhält man zwei bis drei Wochen später.

Vergesst nicht, dass das Ergebnis eures Testes die Grundlage für eure ganze Bewerbung ist und euren Ranglistenplatz bestimmt. Läuft der Test schlecht, könnt ihr noch so sportlich oder persönlich geeignet sein, ihr habt keine guten Chancen in die Ränge zu gelangen, die eingestellt werden. Ich habe mich zum Glück mit einem speziellen Handbuch für die Polizeiprüfung vorbereitet.


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