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Erfahrungsbericht Polizei Mecklenburg-Vorpommern: Bewerbung, Einstellungstest, Sporttest, Vorstellungsgespräch

Die Bewerbung

Ich habe mich für den gehobenen Dienst des Polizeivollzugsbeamten bei der Landespolizei in Mecklenburg-Vorpommern beworben und mich sehr über die Einladung zum Einstellungstest gefreut. Der vorgegebene Termin war ca. 2 Wochen entfernt und ich fing an, mich den Vorgaben entsprechend vorzubereiten. Der Einstellungstest beinhaltet den kognitiven Leistungstest, den Sporttest und das Diktat. Auf den Leistungstest und das Diktat habe ich mich relativ intensiv vorbereitet, da ich mir gedacht habe, dass dies nicht sonderlich in meinen Stärken liegen würde. Da ich ziemlich sportlich bin, habe ich wegen des Sporttestes wenig Vorbereitung gebraucht.

Da ich als einer der wenigen in Güstrow bei der Polizeiakademie einen Schlafplatz angefordert hatte, reiste ich schon einen Tag früher an. Die Nachtwache der Anlage hat mir dann den Schlüssel gegeben und mir den Weg zu meiner Unterkunft gezeigt. Das Zimmer habe ich mir mit zwei Mitbewerbern teilen müssen, was aber nicht weiter schlimm war. So hat man schon einmal Leute gefunden, die das gleiche Interesse teilen und mit denen man zusammen die Tests absolvieren kann.

Der Einstellungstest

Nach dem Vorzeigen meiner ärztlichen Bescheinigung und einem Ausweis durfte ich den PC Raum betreten. Hier fanden der kognitive Leistungstest und das Diktat statt. Aufgeregt, wie vermutlich auch jeder andere im Raum, nahm ich Platz und wartete, bis der Prüfer hineinkam. Pünktlich um 7.30 Uhr traf ein Mitarbeiter des zentralen Einstellungsdienstes ein und informierte uns eine halbe Stunde lang über organisatorische Dinge und den allgemeinen Tagesablauf.

Kognitiver Leistungstest: Mathematik, Sprachbeherrschung, Logik, Visuelles Denken

Im kognitiven Leistungstest wurden verschiedene Themenkomplexe unter Zeitdruck geprüft. Im Feld Mathematik waren Zahlenreihen und Kopfrechenaufgaben zu lösen, im Feld Sprachbeherrschung sollte die Rechtschreibung deutscher Wörter überprüft werden.

Das logische Denken wurde unter anderem getestet, indem verschiedene Formen zu ihrem gespiegelten Ebenbild zusammenzusetzen waren. Danach galt es, Bilder und Formen nach Zusammenhängen oder Ähnlichkeiten zu ordnen. Zum Beispiel: zwei Vierecke mit einem Kreis und einem Punkt in der Mitte. Die Aufgabe bestand darin, ein weiteres Bild zu finden, auf welchem ebenfalls zwei Vierecke mit einem Kreis und dem Punkt in derselben Konstellation vorzufinden waren.

Ein weiterer Aufgabenkomplex beinhaltete das Visuelle Denken. Hier war ein Würfel gegeben, welcher auf jeder Seite verschiedene Zahlen hatte. Nun galt es rauszufinden, von welcher Seite der Würfel zusehen war, wenn er sich zum Beispiel nach links drehte. Da die Aufgaben so geordnet sind, dass sie zunehmend schwieriger werden, aber mehrere Antwortmöglichkeiten geben, wurde dies zum Ende hin zu einem Ratespiel. Uns wurde jedoch auch gesagt, dass Raten besser sei als das Feld leer zu lassen.

Der letzte Aufgabenkomplex des kognitiven Eignungstestes forderte, Zahlenreihen logisch zusammenzusetzen oder Buchstabenreihen logisch fortzuführen.

Nach dem kognitiven Leistungstest erfolgte eine kurze Pause zum Erholen. Ich und meine Mitbewerber haben uns in dieser Zeit unterhalten und über Ergebnisse ausgetauscht. Da jeder aber einen individuellen Test zu Lösen hatte, konnte man nur wenig vergleichen. Die Tests beinalten zwar dieselben Aufgabentypen und Reihenfolgen, aber andere Aufgaben.

Diktat: ca. 250 Wörter

Im Anschluss erfolgte das Diktat (normalerweise findet es vor dem kognitiven Leistungstest statt). Eine Lehrerin wies uns dann in das Diktat ein und erklärte die Vorgehensweisen. Wenn wir ein Wort nicht verstanden hatten oder nicht hinterherkamen, sollten wir dies kennzeichnen oder an den Rand schreiben. Falls wir uns nicht sicher waren, wie man ein Wort schreibt, durfte man dies am Rand des Zettels ausprobieren. Für jeden Fehler gab es einen ganzen Punkt Abzug. Zum Schreiben brachten wir eigene Stifte mit, Papier erhielten wir vor Ort. Das Diktat dauerte etwa 45 Minuten und enthielt etwa 250 Wörter, es durften nur maximal 10 Fehler gemacht werden, weshalb höchste Konzentration gefragt war.

Das Diktat hat stets ein aktuelles, gesellschaftliches oder politisches Thema und liegt im Niveau des 10. Jahrgangs der Schule. Es ist also nicht ungewöhnlich anspruchsvoll, besitzt aber eindeutig seine fiesen Stellen. Am Ende erhielten wir fünf Minuten Bearbeitungszeit, um eventuelle Unklarheiten zu berichtigen. Danach wurden die Diktate eingesammelt.

Anschließend mussten wir vor dem Büro des zentralen Einstellungsdienstes der Fachhochschule warten. Wer hineingerufen wurde, hatte den Einstellungstest nicht bestanden und musste das Auswahlverfahren beenden. Von 20 bis 30 Bewerbern blieben inklusive mir noch sechs Kandidaten übrig.

Der Sporttest: Sprint, Dreierhopp, Schräghangklimmzüge, Parcours

Nach einer Pause begaben wir uns dann in die Sporthalle. Nachdem sich alle umgezogen vor dem Sportlehrer eingefunden hatten, wurde uns der Parkour und die weiteren Stationen erklärt. Als erste Disziplin war der Sprint an der Reihe. Dieser erfolgte zwischen zwei Hockern, welche 10 Meter Abstand voneinander hatten. Die Strecke sollte vier Mal hin und her gelaufen werden mit jeweiligem Berühren der Hocker. Die Zeit wurde hier mit einer Stoppuhr gemessen und mit einer Bewertungstabelle abgeglichen.

Anschließend kam der Dreierhopp. In diesem sollte man sich auf einem Bein an die Grundlinie stellen und dann auf diesem Bein soweit springen wie nur möglich. Der Schlusssprung erfolgt dann auf beiden Beinen. Die Sportlehrer vermessen die Distanz und gleichen dies erneut mit ihrer Bewertungstabelle ab.

Als letzte Disziplin vor dem Parcours erfolgten die Schräghangklimmzüge. Dafür wurde ungefähr auf Augenhöhe eine Stange an der Wand der Turnhalle befestigt. Um diese Klimmzüge zu absolvieren, setzt man sich auf den Boden und greift Schulterbreit die Stange. Den Po hebt man an und dann geht es auch schon los. Bei jedem Klimmzug muss man mit dem Kinn die Stange berühren. Das geht ganz schön auf die Arme, also übt vorher am besten mit richtigen Klimmzügen oder mit sonstigem Armtraining.

Der Parcours war das anstrengendste am Sportteil. Dieser bestand aus einer Bahn, welche viereinhalb Mal zu umrunden war. Nach dem Start folgte ein Slalomlauf und anschließend ein Hocker, über welchen man rüber musste. Danach ist man kurz gelaufen bis zum nächsten Teil, welcher aus einer Rolle vorwärts und rückwärts bestand. Nach dem Durchkriechen und Überspringen eines Kastens folgen weitere Kästen zum Überspringen. Zum Schluss stand da ein Barren, welcher auch überwunden werden musste. Um den gesamten Parcours herum ging es zurück an den Start und der Ablauf wiederholte sich. Auch wenn der Parcours nicht schwierig erscheint, ist er jedoch eine hohe körperliche Belastung in kurzem Zeitraum.

Nach einer kurzen Auswertung im Büro des Einstellungsleiters war der erste Tag des Auswahlverfahrens geschafft.

Vorstellungsgespräch, Gruppengespräch und Referat

Der zweite Tag begann mit einem Vorstellungsgespräch. In diesem werden allgemeine Fragen gestellt, z.B.: Wieso interessieren Sie sich für den Beruf? Wieso sollten wir grade Sie für den Polizeivollzugsdienst einstellen? Anhand solcher Fragen prüfen die Prüfer eure Kompetenz zur Selbstbeurteilung und euer Interesse am Beruf.

Darauf folgte ein Gruppengespräch, welches ebenfalls wie der Sprach- und Bildungsteil nur für den gehobenen Dienst stattfindet. In dem müsst ihr eine gemeinsame Aufgabe lösen und Teamfähigkeit beweisen. Hier gilt es, entspannt zu bleiben, trotzdem aber eure eigene Meinung zur Geltung zu bringen und selbstbewusst rüber zu kommen.

Zum Schluss folgt dann ein Kurzreferat über ein vorgegebenes Thema, welches man sich aus dreien aussuchen darf. Dieses hat eine kurze Vorbereitungszeit und euch werden dann ca. 5 Minuten zum Vortragen gegeben.


Geprüfte Qualität

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