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Interview: technisches Studium bei der Bundeswehr

Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung

Die Ingenieure des Rüstungsbereichs der Bundeswehr statten die Streitkräfte mit modernem Gerät aus. Christoph Schlimm vom Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung erklärt, was die Bundeswehr technikinteressierten Berufseinsteigern zu bieten hat.

Herr Schlimm, woraus besteht denn der technische Bereich der Bundeswehr überhaupt?

Der zivile technische Bereich der Bundeswehrverwaltung, Rüstungsbereich genannt, umfasst mehrere Einrichtungen: das Bundesamt für Informationsmanagement und Informationstechnologie der Bundeswehr (IT-AmtBw), das Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB) sowie nachgeordnete wehrtechnische und wehrwissenschaftliche Dienststellen. Insgesamt arbeiten hier zurzeit rund 10.000 Menschen, darunter ca. 3.000 Ingenieure.

Welche technischen Studiengänge bietet die Bundeswehr in ihrem zivilen Teil an?

Angeboten werden fünf duale Bachelorstudiengänge. An der dualen Hochschule Baden-Württemberg in Mannheim kann man seinen Abschluss in Maschinenbau machen, an der Hochschule Mannheim lässt sich Informationstechnik studieren. Die Hochschule der Bundeswehr in München-Neubiberg bietet die Studiengänge Informationstechnik/Elektronik, Marinetechnik sowie Luft- und Raumfahrttechnik an. Jeder Student kann mit kleinen Lerngruppen, motiviertem Lehrpersonal und einer erstklassigen Betreuung rechnen.

Immer mehr Hochschulen veranstalten Auswahlverfahren zur Vergabe ihrer Studienplätze. Was erwartet die Bewerber bei Ihnen?

Zunächst einmal erwarten wir die technische oder die allgemeine Fachhochschulreife bzw. die allgemeine Hochschulreife. Das Auswahlverfahren besteht dann aus einem computerbasierten CAT-Test (Computer Assisted Testing), der zentral im BWB in Koblenz stattfindet. Inhalte dieses Einstellungstests sind unter anderem Mathematik, Physik, Chemie, Mechanik und Elektrotechnik. Nach dem bestandenen CAT-Test folgt an einem weiteren Termin die Vorstellung vor einer Auswahlkommission. Auf dem Programm stehen ein Aufsatz, ein Kurzvortrag und ein Rundgespräch.

Studienbeginn heißt oft auch Nebenjob- und Wohnungssuche. Wie ist das bei der Bundeswehr?

Wir machen es den Studierenden etwas leichter. Bereits während des Studiums ist man Beamter auf Widerruf und erhält den Anwärter-Grundbetrag für den gehobenen Dienst plus 50 Prozent Zuschlag. Bei einem ledigen Studenten sind das monatlich ca. 1.340 Euro netto. Auch für die Unterkunft ist gesorgt: In München wohnt man direkt auf dem Campus, in Mannheim im Unterkunftsbereich der Bundesakademie für Wehrverwaltung und Technik.

Wie sind die Job-Aussichten nach dem Studium?

Nach dem Studium ist die Übernahme in die Laufbahn des gehobenen technischen Verwaltungsdienstes in der Bundeswehrverwaltung vorgesehen. Man arbeitet als Ingenieur in der technischen Erprobung oder im technischen Projektmanagement von Rüstungsprojekten: Die Palette reicht von der persönlichen Ausrüstung der Soldaten bis hin zu großen Waffen-, Informations- und Führungssystemen. Der Beamtenstatus ist auf Lebenszeit angelegt, das Gehalt richtet sich nach den Gehaltsstufen A10 bis A13 des Bundesbesoldungsgesetzes.

Nehmen die zivilen Ingenieure der Bundeswehr auch an Auslandseinsätzen teil?

Im Rahmen der dienstlichen Obliegenheiten kann es vorkommen, an Auslandseinsätzen teilnehmen zu müssen. Daher sollte die grundsätzliche Bereitschaft zu einer vorübergehenden Teilnahme an Auslandseinsätzen der Bundeswehr in berufsbezogener Verwendung gegeben sein.

Wann beginnt das Studium?

Studienbeginn für den Studiengang Informationstechnik an der Hochschule Mannheim ist April. Alle anderen Studiengänge beginnen zum Wintersemester im Oktober.

Weitere Infos

ziv.bundeswehr-karriere.de: Das Karriereportal der Bundeswehr informiert über alle Studiengänge im Bereich Wehrtechnik, liefert Ansprechpartner und Kontaktadressen.

Einstellungstest für technische Berufe: Den Einstellungstest für technische Berufe bei der Bundeswehr kostenlos üben – mit dem Online-Test des Ausbildungspark Verlags.

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