Das Vorstellungsgespräch zur Ausbildung:
Stärken und Schwächen

Den makellosen Kandidaten ohne Fehl und Tadel gibt es nicht, jeder Mensch hat neben seinen Stärken auch einige Schwächen. Doch wie geht er damit um? Vor allem im Berufsleben? Ernste Defizite in jobrelevanten Kernbereichen (Muss-Kompetenzen) sehen die Personaler naturgemäß äußerst ungern. Bei geringen Mankos in Randgebieten (Kann-Kompetenzen) drücken sie aber normalerweise ein Auge zu. Lästige Angewohnheiten kann man sich abgewöhnen, fehlende Qualifikationen kann man sich aneignen. Den Willen, an sich zu arbeiten, gilt es im Vorstellungsgespräch zu vermitteln.

Fragen zu Stärken und Schwächen im Vorstellungsgespräch

„Wo sehen Sie Ihre Schwächen?“

Nobody is perfect, jeder Mensch hat seine Schwachstellen. Und eine davon sollte er im Vorstellungsgespräch schon nennen können. Denn nur wer über eine realistische Selbstwahrnehmung verfügt, kann sich persönlich weiterentwickeln. Es gilt der Grundsatz: Als Bewerber wird man wegen seiner Stärken eingestellt und nicht deswegen, weil man keine Schwächen hat. Vorausgesetzt, die Stärken lassen sich beruflich ausspielen und die Schwächen fallen im Job nicht besonders ins Gewicht. Ein Handwerks-Azubi mit zwei linken Händen dürfte es zum Beispiel schwer haben.

Worauf kommt es an?

Die Personalverantwortlichen erwarten im Vorstellungsgespräch keinen Seelenstriptease und auch keine Beichte. Beschränken Sie sich auf eine weniger bedeutende Schwäche und zeigen Sie, dass Sie diese im Griff haben. Defizite im Bereich der Zusatzqualifikationen können durch Weiterbildungskurse leicht wettgemacht werden, negativ besetzte Charakterzüge hängen meist eng mit lobenswerten Tugenden zusammen: zum Beispiel Ungeduld mit Zielstrebigkeit, Perfektionismus mit Gründlichkeit, Unordnung mit Kreativität. Durch eine geschickt präsentierte Schwäche lassen sich Stärken hervorheben!

Beispiel-Antwort

„Ich glaube, meine Ungeduld steht mir manchmal im Weg. Es kommt vor, dass ich zu viel auf einmal erledigen will, und das ist nicht immer gut. Denn es gibt ja meistens Aufgaben, die wichtiger sind als andere, und auf die sollte man sich dann auch besonders konzentrieren. Deswegen habe ich mir vorgenommen, in Zukunft mehr auf die Prioritäten zu achten.“


Buchtipp

Das Vorstellungsgespräch zur Ausbildung

Die häufigsten Fragen, die besten Antworten – sicher zum Ausbildungsplatz

Das Vorstellungsgespräch zur Ausbildung

ISBN 978-3-95624-000-3

380 Seiten19,95 €

Leseprobe (PDF)

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