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Handwerk
Traditionsreiche Berufe im Trend

Handwerk: Traditionsreiche Berufe im Trend

Die Handwerksberufe sind insgesamt sehr beliebt, denn die meisten Leistungen des Handwerks erfreuen sich unabhängig von konjunkturellen Schwankungen einer hohen Nachfrage. Doch momentan ist ein Revival mehrerer Berufsrichtungen zu beobachten.

Zu den derzeit am stärksten gefragten Berufsrichtungen gehören alle Handwerksberufe, die mit medizinischen Leistungen in Zusammenhang stehen. Das macht auch eine Ausbildung in diesen Fachrichtungen attraktiv. Hinzu kommt der aktuelle Bauboom in Deutschland. Die verstärkte Anwendung umweltverträglicher und nachhaltiger Materialien trägt ebenfalls zu einem Comeback des traditionellen Handwerks bei. Dadurch sind vor allem die Berufe des Holzhandwerks gefragt.

Im medizinischen Bereich ist der Beruf Augenoptiker eine gute Wahl

Wer im beruflichen Alltag die Lebensbedingungen anderer Menschen verbessern möchte, ist mit einer der Wahl eines Berufes, welcher die im Alter abnehmenden Sinne unterstützt, gut beraten. Die Basisausbildung dauert drei Jahre und erfolgt im dualen System mit einem Wechsel zwischen Berufsschule und Praktikum in einem Ausbildungsbetrieb. Für die Eröffnung eines eigenen Geschäfts ist eine Weiterbildung mit dem Abschluss „Staatlich geprüfter Augenoptiker“ erforderlich. Augenoptiker, die selbst Fachkräftenachwuchs ausbilden wollen, benötigen in Deutschland einen Meisterbrief. Das sind die wichtigsten Fähigkeiten eines künftigen Augenoptikers:

Der Beruf des Augenoptikers hat bereits eine lange Tradition, denn die Brille als Sehhilfe wurde im 13. Jahrhundert erfunden. Wem diese Erfindung zu verdanken ist, konnte bis heute nicht genau geklärt werden. Fakt ist jedoch, dass Roger Bacon mit seiner Schrift „Opus maius“ und der Vorstellung von Glaskugeln als Hilfsmittel für Defizite beim Sehen dazu einen wichtigen Beitrag leistete.

Der Beruf des Schuhmachers ist längst nicht aus der Mode

Die meisten Menschen kaufen ihre Schuhe „von der Stange“, also aus der industriellen Massenproduktion. Doch das ist nicht jedermann möglich. Eine ganze Reihe medizinischer Probleme sorgen dafür, dass Schuhe individuell angepasst oder als Unikate angefertigt werden müssen. Deshalb hat sich aus dem ursprünglichen Beruf des Schumachers der heutige Orthopädieschuhmacher entwickelt. Dieser Beruf erfreut sich ebenfalls einer von der Konjunktur unabhängigen Nachfrage und bietet damit langfristige Arbeitsplatzsicherheit. Die Ausbildung erfolgt in Deutschland im dualen System und dauert 3,5 Jahre. Als Weiterbildung kommt die Absolvierung der Meisterprüfung infrage. Ein Orthopädieschuhmacher benötigt zuweilen ähnliche Fähigkeiten wie ein Augenoptiker.

Hinzu kommt ein hohes Maß an Geduld, weil Patienten mit chronischen Schmerzen verständlicherweise hier und da ein wenig schwierig sein können. Das Schuhmacherhandwerk allgemein ist schon sehr alt. Die ersten Schuhe nach heutigem Verständnis wurden auf das 9. Jahrtausend vor Beginn der christlichen Zeitrechnung datiert. Dieser Beruf basiert also auf einer sehr langen Tradition und ist heute so vielfältig und facettenreich, wie selten zuvor. Schließlich erfordern unterschiedliche „Leiden“ auch unterschiedliche Schuhe.

Das Holzhandwerk darf sich über ein Revival freuen: Bautischler sind gefragt

Wer sich in einem Beruf betätigen möchte, der ein kraftvolles Zupacken erfordert, ist aktuell mit einer Ausbildung im Holzhandwerk auf dem richtigen Weg. Ein Beispiel ist der Bautischler. In den letzten Jahrzehnten waren im Bauhandwerk von den Holzspezialisten vor allem die Zimmerer gefragt, da auch bei modernen Bauwerken die Dachstühle aus Massivholz bestanden. Der Beruf des Bautischlers feiert ein Comeback, weil seit einiger Zeit komplette Häuser aus Massivholz in Mode kommen. Sie sind auch in der Sparte der Fertigteilhäuser sehr beliebt. Generell ist anzumerken, dass die Ausbildungsvergütung im Handwerk stark von der Tätigkeit abhängt.

Dadurch haben Bautischler inzwischen die Wahl, ob sie vor Ort auf den Baustellen oder in der industriellen Vorproduktion arbeiten wollen. Wer sich für die Vorproduktion entscheidet, benötigt im Gegensatz zum traditionellen Verständnis des Tischlerberufs Computerkenntnisse. Die meisten Bauteile für Holzfertighäuser entstehen nicht mehr in reiner Handarbeit, sondern es kommen moderne CNC-Maschinen zum Einsatz. Dafür sind die möglichen Arbeitsgebiete der Bautischler umfangreicher geworden. Dazu gehören neben den bereits genannten Varianten:

  • Innenausbau (Stellung von Wänden, Bau von Holztreppen etc.)
  • Fassadenbau (Restauration von Fachwerkhäusern, Verblendfassaden)
  • Um- und Ausbau

Bau von Gartenhäusern und Wintergärten aus Massivholz

Die Fachrichtung Bautischler entstand im 14. Jahrhundert im Rahmen der Arbeitsteilung und der Spezialisierung auf bestimmte Bereiche der Bauwerkserstellung. Die Grundausbildung erfolgt in Deutschland über einen Zeitraum von drei Jahren im dualen System und endet bei erfolgreicher Prüfung mit dem Gesellenbrief.

Möbeltischler profitieren aktuell von mehreren Faktoren

Natürliche Materialien sind auch bei der Innenraumgestaltung ganz groß im Kommen. Einerseits verbessern sie das Raumgefühl und andererseits sind Natursteine und Echtholz ökologisch bestens verträgliche Materialien. Hinzu kommen die rasant gestiegenen Kauf- und Mietpreise für Immobilien sowie die inzwischen vielerorts fehlenden Baugrundstücke. Daraus resultiert ein Trend zu kompakten Wohnräumen, die einen hohen Nutzerkomfort auf kleinem Raum bieten. Viele Hausbesitzer wollen von diesem Trend profitieren und bauen ihre Dachgeschosse aus. Das führt dazu, dass eine Ausstattung mit Möbeln aus der Serienproduktion nicht die optimale Lösung ist.

In der Folge verzeichnen die Möbeltischler eine verstärkte Nachfrage nach Maßanfertigungen. An dieser Nachfrage wird sich auch in naher Zukunft (zumindest in Deutschland) nichts ändern. Der Grund dafür ist die verstärkte Abwanderung aus ländlichen Regionen in die großen Städte.

Eine Ausbildung zum Schmied ist ebenfalls eine lohnenswerte Sache

Der Beruf des Schmieds gehört zu den ältesten Handwerksberufen, denn er entstand bereits in der Bronzezeit. In der Geschichte widmete er sich der Herstellung von Waffen und Alltagsgegenständen wie Messern, Scheren oder Beschlägen für Räder, Türen und Truhen sowie der Produktion von landwirtschaftlichen Geräten. Heute spielt der Wunsch nach Sicherheit bei der Tätigkeit der Schmiede eine wichtige Rolle.

Ein Großteil der Aufträge der in Deutschland beheimateten Fachbetriebe entfällt auf die Maßanfertigung von sicherheitsrelevanten Elementen. Dazu gehören beispielsweise Fenstergitter mit Verzierungen sowie die Herstellung von metallenen Zaunelementen.

Pflasterer sind aus der Mode? – Ganz sicher nicht!

Der Handwerksberuf Pflasterer (alternativ auch Steinsetzer genannt) erlebt momentan ebenfalls eine Renaissance. Dabei geht es nicht nur um die Erhaltung des Kopfsteinpflasters in historischen Innenstädten, die unter dem Schutz der UNESCO stehen. Das traditionelle Pflaster wurde als Gestaltungsmittel für die Außenbereiche rund um Gebäude wiederentdeckt und setzt vielerorts der Praxis des Betonierens oder Asphaltierens ein Ende.

Klassisches Pflaster hat entscheidende Vorteile, denn dafür kommen ökologisch bestens verträgliche Natursteine zum Einsatz. Pflastersteine mit Fugen ermöglichen, dass zumindest ein Teil des Regenwassers versickern kann. Auch bei der Gartengestaltung kann der Pflasterer eine Menge Aufträge abräumen. Das liegt daran, dass sich Trockenmauern bei der Gliederung von Grundstücken einer steigenden Beliebtheit erfreuen.

Wie lautet das Fazit zur Renaissance der klassischen Handwerksberufe?

Einige Handwerksberufe erleben derzeit einen Boom, der aus dem Umdenken bei der Verwendung verschiedenster Baumaterialien resultiert. Naturmaterialien sind aufgrund ihrer guten Umweltverträglichkeit ein Trend, der so schnell nicht abreißen wird. Das macht die Holzberufe zu einer interessanten Sache. Vom Sicherheitsbewusstsein der Menschen profitieren die Metallberufe. Alle handwerklichen Berufe, die sich mit der Verbesserung der Lebensqualität von Menschen mit medizinischen Problemen beschäftigen, waren schon immer eine gute Wahl und werden es auch in Zukunft bleiben.

Der Trend zur Individualität ist ebenfalls ein Faktor, der das Erlernen eines zum traditionellen Handwerk zählenden Berufs dauerhaft interessant macht. In jedem Fall empfiehlt es sich, beim Gespräch mit dem potentiellen Ausbildungsbetrieb gut vorbereitet zu sein, um die Wahrscheinlichkeit einer Zusage zur Ausbildung im Wunschberuf entscheidend zu steigern.

Datum 01/19