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Auswahlverfahren mittlerer Zolldienst: Erfahrungsbericht Einstellungstest, Assessment Center, Vorstellungsgespräch

Das Auswahlverfahren für den mittleren Zolldienst besteht aus einem umfangreichen schriftlichen Einstellungstest, einem Assessment Center, einem Vorstellungsgespräch und einer ärztlichen Untersuchung. Eine sportliche Überprüfung gibt es in diesem Sinne nicht mehr, stattdessen legt man das Deutsche Sportabzeichen mindestens in Bronze vor.

Ich wurde sehr schnell benachrichtigt und zum schriftlichen Test eingeladen. Um Fehler oder Wissenslücken zu vermeiden, habe ich mich sehr gut darauf vorbereitet – hier empfehle ich die Werke von Ausbildungspark. Diese reichen völlig aus, um sich perfekt vorzubereiten. Insbesondere ist es wichtig, sich mit Gesetzestexten und mathematischen Formeln bezüglich Zins- und Prozentrechnung auseinanderzusetzen.

Der schriftliche Einstellungstest

Ich und viele weitere Bewerber wurden in einen großen Raum geschickt. Dort angekommen, mussten wir unsere Einladung vorlegen und den versiegelten Einstellungstest entgegennehmen. Nachdem sich alle einen Platz ausgesucht hatten, wurden wir belehrt, was nicht erlaubt sei, wo es die Toiletten gibt und schon ging es los …

Sprachbeherrschung

Dieser Teil des Einstellungstests fing erstaunlich leicht an. Aufgabe war es, gegenteilige Begriffe (z.B.: schwarz – weiß) zuzuordnen. Danach gab es Ankreuzaufgaben, wie ein Wort richtig geschrieben wird (z.B.: Gärtner, Gertner, Gehrtner oder Gätner). Danach kamen Fallbeispiele, dort musste angekreuzt werden, in welchen Fallbeispielen bestimmte Gesetzestexte Anwendung finden.

Mathematik und Allgemeinwissen

Im Mathe-Teil ging es schwerpunktmäßig um Prozent- und Zinsrechnung und Dreisatz. Jedoch kamen auch vereinzelt Rechenaufgaben bezüglich Multiplizieren und Dividieren dran. Zum Schluss musste man eine Zahlenreihe logisch vervollständigen (z.B.: 2 – 4 – 6 – 8 – ?). Im Bereich Allgemeinwissen wurde unter anderem abgefragt, wer der aktuelle Bundeskanzler ist, durch wen der Bundespräsident gewählt wird und wer im Verneinungsfall die Kommandogewalt über die Streitkräfte der Bundeswehr hat.

Postkorbübung

Der wohl schwierigste Teil war die Postkorbübung. Ich bekam mehrere Texte mit verschiedenen Sachverhalten vorgelegt. Mehrere Informationen waren über die einzelnen Texte verteilt, ich musste am Ende eine Zusammenfassung über den geschilderten Sachverhalt schreiben (ohne Copy/Paste!) und zum Schluss meine eigene Meinung miteinbringen. Lasst euch Zeit bei dieser Aufgabe und arbeitet gründlich!

Meine konkrete Aufgabe war es, einen Vorfall im Zollamt zu schildern, verschiedene Zeugenaussagen zusammenzufassen und einen Bericht zu schreiben. Ich sollte meine Meinung und meinen Entschluss einfließen zu lassen, ob zum Beispiel einen Kollegen die Schuld trifft, dass mehrere Pakete im Zollamt fehlen.

Nach gefühlten 100 Jahren (drei Wochen) wurde ich zum mündlichen Test eingeladen. Dabei ist es wichtig, dass ihr euch mit den Aufgaben des Zolls vertraut macht: Welches Bundesministerium ist dafür verantwortlich? Wie lautet der Name des Bundesministers?

Das Assessment Center

Gruppendiskussion

Nach einer kurzen Verspätung ging es mit der Gruppendiskussion los. Wir (eine Gruppe aus ca. 6 Leuten) wurden in einen Raum geschickt, vorne saß die Prüfungskommission (ca. 6-8 Personen aus der Bundeszollverwaltung). Wir mussten uns gegenübersetzen und wurden angewiesen, uns ins Thema einzulesen und dann bei der späteren Diskussion deutlich zu sprechen, damit die Kommission auch alles verstehen kann. Auf das Thema könnt ihr euch nicht vorbereiten, lest euch ein und setzt euch gedanklich damit auseinander. Meistens geht es um ganz alltägliche Fragen und wie man diese zum Beispiel lösen kann. Seid dabei nicht zu schüchtern und bringt euch gut mit ein, aber seid auch wiederum nicht zu hastig – gebt euren Mitstreitern auch die Gelegenheit etwas zu sagen. Die Zeit vergeht im Gespräch sehr schnell, ihr werdet dann von der Kommission gebeten zum Ende zu kommen.

Unsere gemeinsame Aufgabe war es, wir über das Thema „Digitalisierung“ zu reden. Dabei war es Vorgabe, Pro- und Kontraargumente zu nennen und mit der eigenen Meinung zu untermauern.

Rollenspiel

Das Rollenspiel ist (laut Meinung vieler…) immer fast gleich. Die Situation ist meist, dass man mit einer unangenehmen Situation konfrontiert wird und man diese lösen muss. Dabei geht es etwa darum, mit einem Kollegen darüber zu diskutieren, dass dieser doch mehr arbeiten solle oder sich mehr ins Team einbringen möge. Der Kollege wird seitens eines Mitarbeiters der Zollverwaltung gemimt und nimmt seine Rolle sehr ernst. Die Person verschließt sich und wird euch ebenso Vorwürfe machen. Man musst also ruhig bleiben und versuchen, eine Lösung herbeizuführen. Bleibt wie ihr seid – ihr kommt nicht voran, wenn ihr euch verstellt.

Meine Aufgabe war es, eine Kollegin darauf aufmerksam zu machen, dass diese ihre Arbeit vernachlässige und wie man dieses Defizit wieder in den Griff bekommen könnte. Dabei reagierte die Kollegin genervt, aggressiv und machte mir Vorwürfe, dass ich der Grund. Ich musste das Beste aus der Situation rausholen und dabei freundlich bleiben.

Das Vorstellungsgespräch

Das Vorstellungsgespräch ließ sehr lange auf sich warten, aber als ich dann reingerufen wurde, ging es relativ schnell. Ich wurde aufgefordert mich vorzustellen (Lebenslauf, Hobbys, Motivation für die Bewerbung) und kurz darauf kamen von allen anwesenden Kommissionsmitgliedern Fragen auf. Diese können lauten: „Wären Sie bereit, Dienstkleidung und Waffe zu tragen?“, „Welche Aufgaben hat der Zoll?“ oder „Was verstehen Sie unter Schwarzarbeit und Schmuggel?“. Gegen Ende hat man die Zeit, Fragen zu stellen – seid euch nicht zu fein und stellt ruhig zwei Fragen, um euer Interesse an der Ausbildung auch zu untermauern.

Ärztliche Untersuchung

Nach 1-2 Wochen wurde ich von der Bundeszollverwaltung zum ärztlichen Test eingeladen. Dieser ist keine Bestätigung dafür, dass ihr bestanden habt – da diese gesondert verschickt wird. Bei der ärztlichen Untersuchung muss man mehrere Seh- und Hörtests machen, eine Urinprobe abgeben und einen Fragebogen ausfüllen. Zum Schluss kann es sein, dass ein EKG gemacht und Blut abgenommen wird. Auch hierbei kann man sich nicht vorbereiten – versucht gesund dort zu erscheinen und alles wird gut.


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