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Ausbildung und Arbeiten im Ausland

Ausbildung und Arbeiten im Ausland

Amerika & Co. ziehen viele Menschen in ihren Bann. Doch worauf ist zu achten, um im Ausland leben und arbeiten zu können?

Im Ausland zu leben und zu arbeiten, gehört zum Traum vieler junger Deutscher. Nie war es so leicht wie heute, den Lebensmittelpunkt zu ändern und ein Leben in einem anderen Land zu beginnen. Im Zuge der Globalisierung rückt die Welt immer enger zusammen und auch Unternehmen expandieren ins Ausland, so dass weltweit eine Vielzahl an Ausbildungs- und Jobmöglichkeiten vorhanden ist und immer wieder neue Arbeitsbereiche entstehen. Dennoch ist es nicht ganz so einfach im Ausland Fuß zu fassen, wie viele annehmen. Vor allem der bürokratische Aufwand und die Planung sind enorm. Im Folgenden werden die wichtigsten Aspekte aufgezeigt, die es hier zu beachten gilt.

Dauer des Auslandaufenthaltes

Wichtig ist im Vorfeld genau zu überlegen, um welche Art Auslandsaufenthalt es sich handelt. Wird ein kurzer Auslandsaufenthalt fokussiert? Geht es um eine mehrjährige Auslanderfahrung? Oder möchte man ganz auswandern?

  • Einige Wochen im Ausland: Bei jungen Menschen sind Job-and-Travel-Aufenthalte sehr beliebt. Vor allem für den Auslandsversicherungsschutz ist es hier entscheidend, ob der Aufenthalt in der EU oder im außereuropäischen Ausland stattfindet, so Dieter Sprott von ergodirekt.de. Am besten, so Sprott, sollte man sich bei der eigenen Krankenversicherung nach dem bestehenden Schutz erkundigen. Um die Jobangebote kümmert sich oft eine Agentur, so dass das Land in Ruhe erkundet werden kann.
  • Einige Monate im Ausland: Hier bieten sich Ausbildungsprogramme mit einem Auslandsaufenthalt an. Laut BBiG (Berufsbildungsgesetz) können Auszubildende bis zu einem Viertel der Ausbildungszeit im Ausland verbringen.
  • Auswandern: Neben der Berufswahl steht beim Auswandern der zukünftige Lebensstandort im Fokus, so dass hier am meisten Zeit für die Recherche und Vorbereitung zu investieren ist, um die Entscheidung nicht nach kurzer Zeit bereuen zu müssen.

Nötige Informationen einholen

Ist eine Entscheidung über Dauer und Ort des Auslandsaufenthaltes getroffen, sind im nächsten Schritt wichtige Informationen einzuholen. Sind die wichtigsten Verhaltensregeln des Landes bekannt? Jedes Land verfügt über verschiedene Sitten und moralische Vorstellungen, die insbesondere als Ausländer einzuhalten sind. Nur so ist eine schnelle Integration in das jeweilige Land möglich. Schon in Europa und Deutschlands Anrainerstaaten existieren unterschiedlichste Verhaltensweisen. So wird sich in Frankreich je nach Region mit drei oder vier Küsschen begrüßt und sollte, auch wenn für Deutsche unüblich, vor Ort so praktiziert werden. Ein weiterer Aspekt kann die unterschiedliche Stellung von Altersgruppen oder Geschlechtern sein. Zudem sind formelle Informationen einzuholen. Welche Voraussetzungen müssen für die Einreise erfüllt werden – Visum oder gar ein Arbeitsvertrag?

Arbeitsmarkt und seine Voraussetzungen

Hier gilt es genau hinzusehen und alle Eventualitäten zu recherchieren. Eventuell sollte ein Experte in dem Bereich herangezogen werden, da jedes Dokument oder jeder Nachweis, der fälschlicherweise nicht mitgeliefert wurde, zum Ausschluss aus dem Bewerbungsverfahren führen kann:

  • Welche Bedingungen herrschen auf dem Arbeitsmarkt in dem jeweiligen Land?
  • Werden überhaupt Auszubildende oder Fachkräfte im jeweiligen Bereich gesucht?
  • Sind bestimmte Qualifikationen hilfreich, eine Anstellung zu bekommen?
  • Werden Abschluss und Zeugnisse in dem jeweiligen Land anerkannt?
  • Sind alle geforderten zusätzlichen Nachweise vorhanden (Gesundheitsnachweis, polizeiliches Führungszeugnis)?

Arbeitssuche und die Bewerbung

Auch auf deutschsprachigen Internetportalen lassen sich passende Stellen oder Ausbildungsplätze, meist in englischer Sprache, finden. Um einen umfangreicheren Überblick zu erhalten, ist es aber ratsam, Jobportale des jeweiligen Landes zu suchen und dort zu recherchieren. Aber auch öffentliche Behörden, wie in Deutschland die Agentur für Arbeit, können eine gute Anlaufstelle sein. Die Agentur für Arbeit stellt zusammen mit der ZAV (Zentrale Auslands- und Fachvermittlung) Fachkompetenz und Hilfe aus dem eigenen Land zur Verfügung. Das Ministerium für Bildung und Forschung bietet zudem verschiedene Austauschprogramme für Azubis an. Auch können landeseigene Förderprogramme recherchiert werden. Wer eine Arbeitsstelle im Ausland sucht, sollte auf folgende Aspekte bei einer Bewerbung achten:

  • Welcher Schreibstil wird in einem Anschreiben erwartet?
  • Wie sollte der Lebenslauf aussehen?
  • Sind bestimmte Begrifflichkeiten zu nutzen? (Beispiel USA: Lebenslauf = CV)
  • Welche Unterlagen sind mitzuliefern?

Vorstellungsgespräch und Ausbildungsvertrag

Im Grunde sind beim Vorstellungsgespräch an die landestypischen Verhaltensregeln zu denken. Wichtig ist, sich im Vorfeld zu informieren, ob das Unternehmen international oder national ausgerichtet ist. Sollte es zu einem Ausbildungs- oder Arbeitsvertrag kommen, sollte dieser nicht sofort unterschrieben, sondern zunächst im Detail betrachtet werden. Entsprechen die im Arbeitsvertrag festgelegten Richtlinien den Gesetzmäßigkeiten des Landes? Hier kann das Internet, aber notfalls auch eine spezialisierte Rechtshilfe oder Behörde Hilfestellung leisten.

Arbeitserlaubnis und die nötigen Dokumente

Konnte ein Arbeitsplatz gefunden werden, gilt es die behördlichen und bürokratischen Voraussetzungen zu erfüllen. Dabei ist zu beachten, dass jedes Land über unterschiedliche Gesetzgebungen verfügt. So muss in vielen Ländern vorab der Arbeitsvertrag vorhanden sein, damit die landesspezifische Behörde überhaupt einen längeren Aufenthalt genehmigt. Des Weiteren ist ausreichend Zeit für die An- und Abmeldung von verschiedenen Versicherungen einzuplanen. Allein das Gesundheitssystem variiert weltweit und ist in den meisten Fällen nicht so sozial ausgerichtet wie in Deutschland. Da allerdings die deutschen Versicherungen über viel Erfahrung verfügen, lassen sich ofr Lösungen mit den bestehenden Krankenversicherungen finden. Verschiedene Versicherungen können sogar Voraussetzungen für eine Arbeitserlaubnis sein, was wiederum abhängig vom Land ist.

Weitere Infos

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 Datum: 04/14

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