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Tipps für Azubis und Bewerber
Ausbildung zum Elektroniker

Ausbildung zum Elektroniker - Tipps für Azubis und Bewerber

Moderne Elektroniker sind Spezialisten für smarte Vernetzung. Der Ausbildungsberuf im Profil.

Strippenzieher, Elektroinstallateur oder Elektriker – alle drei Begriffe meinen ein Berufsbild, ohne dass an einen modernen Alltag nicht zu denken wäre. Wobei: Die Bezeichnung Elektriker ist inzwischen veraltet. Inzwischen wird vom Elektroniker gesprochen. Dieser Oberbegriff ist in seiner heutigen Bedeutung in Jahren 2004 bzw. 2008 entstanden – durch die Verordnung über die Berufsausbildung zum Elektroniker und zur Elektronikerin. Die Veränderungen sind auch Ausdruck der sich ändernden Anforderungen des Berufs. Hintergrund: In den letzten Jahren hat eine erhebliche Spezialisierung in elektronischen Berufen stattgefunden.

Elektroniker sind schon lange keine „Strippenzieher“ mehr, die einfach Kabel auf der Baustelle verlegen. Im Gegenteil: Es handelt sich um Spezialisten, ohne die viele Alltagsbereiche schlicht undenkbar wären. Beispiel Online Banking: Laut Statistischem Bundesamt nutzte 2016 mehr als die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung diese Möglichkeit zum Erledigen der Bankgeschäfte. Wie würde Online Banking wohl ohne die für Datenverkehr und Datenverarbeitung wichtigen elektrischen Schaltungen funktionieren? Mit den sich ändernden Rahmenbedingungen sind nicht nur die Anforderungen an den Beruf des Elektronikers gewachsen.

Welches Spezialgebiet sollte man wählen?

Der Beruf des Elektronikers ist heute von einem wesentlich höheren Grad an Spezialisierung geprägt als noch vor einigen Jahren. Ursache hierfür ist sicher die immer stärkere Durchdringung des Alltags mit Elektronik. Vor 40 Jahren ging es hier im Wesentlich um die Frage, wie Strom zur Steckdose kommt. Heute müssen nicht nur Haushalts- und Unterhaltungselektronik versorgt werden. Es stehen Fragen im Raum, wie die Digitalisierung vorangetrieben werden kann oder wie die Gebäudetechnik intelligent miteinander vernetzt wird.

Aufgrund dieser Rahmenbedingungen findet in Industrie und Handwerk eine deutliche Differenzierung/Spezialisierung statt. Elektroniker werden in den einzelnen „Fachrichtungen“ auf die besonderen Anforderungen hin sehr gezielt ausgebildet. Zu diesen Fachgebieten gehören unter anderem:

1. Elektroniker für Automatisierungstechnik

Wird sowohl im Handwerk als auch in der Industrie ausgebildet. Im Bereich der Industrie besteht die Hauptaufgabe darin, komplexe rechnergestützte Anlagen aufzubauen, einzurichten, in Betrieb zu nehmen und diese zu warten. Im Handwerk bestehen die Aufgaben in:

  • Planung
  • Programmierung
  • Test
  • Installation

von Regelungssystemen, die in rechnergestützten Anlagen zum Einsatz kommen – zum Beispiel Verkehrsleitsysteme.

2. Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik

Dieser Fachbereich kommt dem klassischen Bild des Elektrikers sicher am nächsten. Elektroniker in der Gebäudetechnik planen, warten und installieren die für den Betrieb eines Gebäudes notwendige elektronische Infrastruktur. Zusätzlich übernehmen Elektroniker dieser Fachrichtung auch die Wartung und Instandhaltung der Netze. Zu den Aufgaben der Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik gehört auch die Installation von Blitzschutzsystemen oder die Gebäudeautomatisierung.

3. Elektroniker für Informations- und Systemtechnik

Dieser Fachbereich verschmilzt die Informatik mit der Elektronik. Wer sich für eine Ausbildung in den Bereichen Informations- und Sicherheitstechnik entscheidet, macht einen weiten Schritt weg vom klassischen Berufsbild des Elektrikers. Im Wesentlichen geht es hierbei um die Entwicklung und die Realisierung informationstechnischer Systeme. Bis 2013 war dieses Berufsbild übrigens unter der Bezeichnung Systeminformatiker bekannt.

Elektroniker der Informations- und Sicherheitstechnik kommen heute in vielen Bereichen zum Einsatz. Beispielsweise werden industrielle Prozesse inzwischen durch ein komplexes Zusammenspiel aus Sensoren, die Prozessparameter aufnehmen, elektronische Leitungssysteme und prozessorgesteuerte Datenverarbeitungssysteme gesteuert. Elektroniker müssen diese Systeme nicht nur einrichten, sondern auch warten und Fehler beseitigen können.

Wie lässt sich am besten lernen?

Zur Ausbildung des Elektronikers – egal, für welche Fachrichtung sich der Auszubildende entschieden hat – gehört auch der Besuch der Berufsschule. Letztere vermittelt die theoretischen Grundlagen. Hierzu gehören unter anderem:

  • Elektrotechnik allgemein
  • Elektrosicherheit
  • Kommunikationssysteme
  • Steuerungssysteme usw.

Die Lehrinhalte variieren je nach Fachrichtung – etwa in Bezug auf Steuerungs- und Kommunikationssysteme. Elektroniker müssen sich im Rahmen der Berufsschulausbildung grundsätzlich mit:

  • Mathematik
  • Physik
  • Informatik

auseinandersetzen. Und natürlich sind die theoretischen Lerninhalte Gegenstand der Prüfungen. Wie lässt sich mit dem Thema Lernen am besten umgehen?

Regelmäßig Lernen: Auch wenn es vielleicht schwerfällt, aber wer regelmäßig einen Blick auf den Lernstoff wirft, behält die Theorie eher im Kopf. Dieses Vorgehen zahlt sich für die Prüfungen aus, da deren Vorbereitung weniger zeitaufwendig ist.

Lerngruppen bilden: Gemeinsam lernt es sich einfach besser. Dieser Grundsatz beruht unter anderem auf der Tatsache, dass sich gegenseitig bei Schwächen helfen lässt. Und natürlich ist das gemeinsame Lernen auch eine Motivationshilfe.

Arbeitsbücher zu Hilfe nehmen: Inzwischen gibt es für die unterschiedlichen Ausbildungsinhalte Arbeitsbücher mit Fragen und Lösungen. Diese werden in jedem Fall hilfreich sein. Ergänzend hierzu können Azubis auf elektronische Wissensdatenbanken im Netz zurückgreifen. Auf diese Weise kann die Theorie sofort angewandt werden – und Fehler lassen sich umgehend korrigieren.

Ein weiterer Punkt betrifft die Praxis. Diese ist – etwa in Form des Aufbaus von Schaltungen – früher oder später Thema. Wer sich hier nicht nur auf die Berufsschule und den Lehrbetrieb verlassen will, kann zu Hause „basteln“. Tipp: Am besten wird auch hier mit Zeichnungen und Berechnungen als Vorbereitungen gearbeitet, um sich eine genaue und effiziente Arbeitsweise (auch als Prüfungsvorbereitung) anzueignen.

Thema Ausbildungsvergütung als Elektroniker

Eine Ausbildung wird kaum jemand einfach aus Spaß machen – das Geld spielt bereits für Azubis eine Rolle. Die Höhe der Ausbildungsvergütung ist im bundesweiten Durchschnitt sehr starken Schwankungen unterworfen – auch in Bezug auf die Branche. Wer sich für eine Ausbildung in der Industrie entscheidet, darf oft mit einer höheren Vergütung rechnen, die bereits im 1. Lehrjahr bereits bei mehr als 900 Euro liegen kann. Im Handwerk sind die Ausbildungsvergütungen meist niedriger – und liegen je nach Betrieb und Region schnell zwischen 600 Euro bis 750 Euro.

Nur auf die Vergütung zu schauen führt mitunter zu Fehlentscheidungen. In die Entscheidung einfließen sollte auch die Frage, wie stark der Ausbildungsbetrieb die Entwicklung der Azubis fördert und auf deren Bedürfnisse eingeht. Und natürlich steht die Frage im Raum, ob der Ausbildungsbetrieb am Ende auch den Start ins Berufsleben als vollwertiger Mitarbeiter und Kollege ermöglicht.

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Datum: 11/17


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