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Das ABC der Ausbildung:
Ausbildungsvergütung

Unter der Ausbildungsvergütung versteht man die monatliche finanzielle Vergütung, die ein Auszubildender von seinem Ausbildungsbetrieb erhält. Für eine duale Ausbildung ist dieses Entgelt nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) verpflichtend. Für schulische Ausbildungen wird in der Regel keine Ausbildungsvergütung gezahlt. Ausnahmen bilden unter anderem Ausbildungen im öffentlichen Gesundheitsbereich, zum Beispiel zum Altenpfleger oder Gesundheits- und Krankenpfleger.

Wann und wie wird die Ausbildungsvergütung gezahlt?

Die Ausbildungsvergütung für den laufenden Monat ist spätestens am letzten Arbeitstag dieses Monats auszuzahlen. Von der im Ausbildungsvertrag fixierten Ausbildungsvergütung – dem Bruttolohn – führt der Arbeitgeber jeden Monat Steuern und Sozialabgaben an den Staat ab. Den verbleibenden Betrag, der anschließend auf dem Konto des Auszubildenden landet, nennt man Nettolohn. Er entspricht ungefähr 50 bis 75 Prozent des Bruttolohns, je nach Verdienst und Lohnsteuerklasse. Bei einer Ausbildungsvergütung von bis zu 325 Euro werden keine Abzüge vorgenommen – dann ist brutto gleich netto.

Wie hoch ist die Ausbildungsvergütung?

Laut dem Berufsbildungsgesetz muss die Ausbildungsvergütung „angemessen“ sein. Ist der Ausbildungsbetrieb an einen Tarifvertrag gebunden, gilt gemeinhin die darin ausgehandelte Ausbildungsvergütung als angemessen. Ansonsten liegt die Untergrenze bei 80 Prozent der branchenüblichen Vergütung. Wenn für die betreffende Branche kein Tarifvertrag existiert, geben in der Regel die zuständigen Stellen Richtwerte vor. Seit 2020 gilt außerdem eine Mindest-Ausbildungsvergütung („Azubi-Mindestlohn“) für Ausbildungen, die im Berufsbildungsgesetz oder in der Handwerksordnung (HWO) geregelt sind.

Auszubildende in einer Beamten- oder Soldatenlaufbahn erhalten Anwärterbezüge nach der einschlägigen Besoldungsordnung des Bundes bzw. des jeweiligen Bundeslands.

Das BBiG schreibt vor, dass die Ausbildungsvergütung mit fortschreitender Ausbildungsdauer (mindestens jährlich) ansteigen muss. Bezogen auf das erste Ausbildungsjahr erhält man im zweiten mindestens 18 Prozent mehr, im dritten 35 Prozent mehr und im vierten 40 Prozent Prozent mehr.

Sachleistungen wie Unterkunft, Verpflegung, Dienstwagen oder Benzingutscheine können zu maximal 75 Prozent auf die Bruttovergütung angerechnet werden. Azubis, die Überstunden leisten, bekommen diese entgeltlich ausgezahlt oder durch Freizeitausgleich erstattet.

Ausbildungsvergütungen in populären Berufen

Folgende Tabelle gibt die durchschnittlichen tariflichen Ausbildungsvergütungen der 30 Berufe mit den meisten neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen wieder.

Berufe

West

Ost

Zimmerer / Zimmerin

1.257 Euro

1.002 Euro

Bankkaufmann / Bankkauffrau

1.138 Euro

1.134 Euro

Kaufmann / Kauffrau für Versicherungen und Finanzen

1.135 Euro

1.128 Euro

Industriemechaniker / Industriemechanikerin

1.081 Euro

1.025 Euro

Mechatroniker / Mechatronikerin

1.082 Euro

1.022 Euro

Verwaltungsfachangestellter / Verwaltungsfachangestellte

1.092 Euro

1.091 Euro

Elektroniker / Elektronikerin für Betriebstechnik

1.076 Euro

1.021 Euro

Kaufmann / Kauffrau im Groß- und Außenhandel

1.066 Euro

971 Euro

Industriekaufmann / Industriekauffrau

1.052 Euro

978 Euro

Fachinformatiker / Fachinformatikerin

1.046 Euro

1.020 Euro

Kaufmann / Kauffrau im Einzelhandel

1.049 Euro

976 Euro

Fachkraft für Lagerlogistik

1.038 Euro

945 Euro

Kaufmann / Kauffrau für Büromanagement (Industrie u. Handel)

1.027 Euro

989 Euro

Fachlagerist / Fachlageristin

991 Euro

864 Euro

Gärtner / Gärtnerin

992 Euro

997 Euro

Steuerfachangestellter / Steuerfachangestellte

≈977 Euro

≈977 Euro

Verkäufer / Verkäuferin

975 Euro

902 Euro

Kaufmann / Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistung

975 Euro

850 Euro

Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r

930 Euro

k. A.

Medizinischer Fachangestellter / Medizinische Fachangestellte

943 Euro

947 Euro

Kfz-Mechatroniker / Kfz-Mechatronikerin (Handwerk)

925 Euro

833 Euro

Koch / Köchin

899 Euro

901 Euro

Hotelfachmann / Hotelfachfrau

901 Euro

 886 Euro

Elektroniker / Elektronikerin (alle Fachrichtungen)

868 Euro

887 Euro

Metallbauer / Metallbauerin

848 Euro

710 Euro

Anlagenmechaniker/-in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik

823 Euro

k. A.

Tischler / Tischlerin

794 Euro

715 Euro

Maler und Lackierer / Malerin und Lackiererin

811 Euro

799 Euro

Fachverkäufer / Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk

777 Euro

733 Euro

Friseur / Friseurin

660 Euro

415 Euro

Quelle: Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) / Agentur für Arbeit, Stand 2022

Weblinks

Ausbildungsvergütungen 2021: Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) mit dem ausführlichen Gehaltsvergleich 2021.

Gehälter im öffentlichen Dienst: Die Besoldungstabellen und Tarifvereinbarungen im öffentlichen Dienst auf einen Blick – zusammengestellt von der Gewerkschaft „dbb Beamtenbund und Tarifunion“.

Brutto-Netto-Rechner: Der Brutto-Netto-Rechner des Onlinemagazins „Focus Money“ zeigt, was von der Ausbildungsvergütung nach Abzug von Steuern und Abgaben übrig bleibt.


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