Das Berufsbild:
Physiotherapeut / Physiotherapeutin

Ein stabiles Rückgrat zeugt von einer aufrechten Haltung – charakterlich wie körperlich. Trotzdem zählen Rückenschmerzen zu den häufigsten Volkskrankheiten überhaupt. Einer der Hauptgründe: Die in modernen Gesellschaften verbreitete Büroarbeit findet fast ausschließlich im Sitzen statt, während der sportliche Ausgleich oft zu kurz kommt. Unausgewogene, einseitige Belastungen ziehen den Stütz- und Bewegungsapparat des Körpers allerdings ziemlich in Mitleidenschaft. Hier kommen Physiotherapeuten und Physiotherapeutinnen ins Spiel: Sie beugen möglichen Muskel-, Bänder- und Gelenkbeschwerden durch gezielte Therapien vor und fördern das Bewegungsvermögen von Alten, (chronisch) Kranken und Verletzten.

Physiotherapeuten ...

  • arbeiten meist in Krankenhäusern, Reha-Einrichtungen und Facharztpraxen.
  • behandeln Menschen mit eingeschränkter Bewegungsfähigkeit – Verletzte, Alte, Kranke, Behinderte.
  • führen therapeutische Maßnahmen durch: Atemübungen, Gymnastik, Massagen, Wärme-, Elektro- und Hydrotherapien ...
  • erstellen Behandlungspläne nach ärztlicher Diagnose.

Die Aufgaben als Physiotherapeut / Physiotherapeutin

Physiotherapeuten sind Experten für alle möglichen Belange rund um den menschlichen Bewegungsapparat. Zum einen verhindern sie durch präventive therapeutische Maßnahmen, dass kleinere Zipperlein größere gesundheitliche Schäden nach sich ziehen. Zum anderen beheben sie koordinative Einschränkungen, die etwa durch Krankheiten oder Verletzungen verursacht wurden.

Die meisten der über 90.000 Physiotherapeuten in Deutschland arbeiten in Krankenhäusern, Reha-Kliniken bzw. -häusern und Facharztpraxen. Doch Einstiegsmöglichkeiten bieten sich auch in vielen anderen Bereichen, in denen gesundheitsförderliche Bewegung auf der Tagesordnung steht: zum Beispiel in Wellness-Hotels, in Seniorenheimen und sogar in Fitness-Studios.

Ausbildung und Anforderungen

Als Physiotherapeut / Physiotherapeutin sollte man im Biologie-Unterricht gut aufgepasst haben: Die Funktionsweise von Bändern, Muskeln und Gelenken zu kennen, ist in dem Job enorm hilfreich. Aus demselben Grund zahlen sich auch Grundkenntnisse im Bereich Sport und Sportmedizin aus. Der enge Patientenkontakt erfordert darüber hinaus Aufgeschlossenheit, Kommunikationsvermögen und soziale Intelligenz. Und um die Therapierten „bei der Stange“ zu halten, ist oft noch etwas Motivationsgeschick gefragt.

Die Ausbildung zum Physiotherapeuten / zur Physiotherapeutin ist bundesweit einheitlich geregelt, findet an Berufsfachschulen für Physiotherapie statt und dauert drei Jahre. Kombinierte Ausbildungen, die zusätzlich zum Gymnastiklehrer-Abschluss führen, laufen über dreieinhalb bis viereinhalb Jahre. Die schulische Ausbildung wird in der Regel nicht vergütet, eventuell fällige Gebühren sind selbst aufzubringen. Zur Weiterqualifikation nach der fachschulischen Ausbildung bieten manche Hochschulen ein spezielles Bachelor- bzw. Masterstudium in Physiotherapie an.