Wie wird man Sozialversicherungsfachangestellter? Hier erfährst du, wie die Ausbildung aufgebaut ist, welche Voraussetzungen es gibt und was dich im Auswahlverfahren erwartet.
Ob Krankenkasse, Renten- oder Unfallversicherung: Wenn Versicherte Fragen zu ihren Beiträgen, Ansprüchen oder Leistungen haben, kommen Sozialversicherungsfachangestellte ins Spiel. Der Beruf des bzw. der Sozialversicherungsfachangestellten verbindet klassische Verwaltungsaufgaben und Kundenbetreuung.
Was machen Sozialversicherungsfachangestellte?
Als Sozialversicherungsfachangestellte oder Sozialversicherungsfachangestellter beschäftigst du dich mit Fragen rund um die soziale Absicherung. Du bearbeitest Anträge und Versicherungsfälle, ermittelst Beiträge oder Leistungen und berätst Versicherte. Dabei musst du gesetzliche Vorschriften sicher anwenden und teilweise komplizierte Regelungen so erklären können, dass deine Gesprächspartner sie verstehen.
Wie dein Arbeitsalltag aussieht, richtet sich nach dem Träger, bei dem du beschäftigt bist. Arbeitest du zum Beispiel bei einer gesetzlichen Krankenkasse, stehen Themen wie Krankengeld oder Familienversicherung auf dem Plan. Bei der Deutschen Rentenversicherung beschäftigst du dich unter anderem mit Rentenansprüchen und Rehabilitationsleistungen. In der gesetzlichen Unfallversicherung geht es unter anderem um die Absicherung nach Arbeitsunfällen.
Ausbildung Sozialversicherungsfachangestellte: Ablauf
Die Ausbildung dauert drei Jahre. Es handelt sich um eine duale Berufsausbildung, bei der sich praktische Ausbildungsphasen beim jeweiligen Sozialversicherungsträger und theoretischer Unterricht abwechseln.
Im praktischen Teil deiner Ausbildung durchläufst du alle Abteilungen und lernst die verschiedenen Aufgaben kennen. Du arbeitest mit spezialisierten digitalen Systemenn und lernst, Versicherte am Telefon, schriftlich oder im persönlichen Gespräch zu beraten. Weil du dabei regelmäßig mit persönlichen Angaben zu Gesundheit, Einkommen und Versicherungsverhältnissen arbeitest, spielen Datenschutz und Vertraulichkeit eine wichtige Rolle.
Der theoretische Teil vermittelt dir das nötige Fachwissen. Dazu zählen Sozialversicherungsrecht, Wirtschaftslehre und Rechnungswesen. Du lernst, unter wann Versicherungsschutz besteht und wie Beiträge berechnet werden. Während der Ausbildung stellst du dein Wissen in einer Zwischenprüfung unter Beweis. Nach drei Jahren folgt schließlich die Abschlussprüfung.
Bei der Ausbildung zur Sozialversicherungsfachangestellten kannst du dich für eine von fünf Fachrichtungen unterscheiden:
- Allgemeine Krankenversicherung
- Gesetzliche Rentenversicherung
- Gesetzliche Unfallversicherung
- Knappschaftliche Sozialversicherung
- Landwirtschaftliche Sozialversicherung
Welche Voraussetzungen solltest du erfüllen?
Für die Ausbildung zur Sozialversicherungsfachangestellten ist gesetzlich kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Viele Träger suchen aber Bewerberinnen und Bewerber mit mittlerem Schulabschluss oder Hochschulreife. Welche schulischen Anforderungen tatsächlich gelten, entnimmst du der jeweiligen Stellenausschreibung.
Besonders hilfreich sind gute Kenntnisse in Deutsch und Mathematik. Deutsch brauchst du beispielsweise, um Rechtsvorschriften zu erfassen, Schriftverkehr zu bearbeiten und Beratungsgespräche verständlich zu führen. Mathematische Fähigkeiten sind gefragt, wenn Beiträge oder Leistungen berechnet werden müssen. Interesse an wirtschaftlichen und rechtlichen Themen erleichtert dir den Einstieg zusätzlich.
Mindestens genauso wichtig: Du solltest offen auf andere Menschen zugehen, aufmerksam zuhören und Sachverhalte verständlich erklären können. Bei Fragen zu Krankheit, Rente oder Unfallversicherung können Versicherte auch mal verunsichert sein. Freundlichkeit, Geduld, Zuverlässigkeit und eine sorgfältige Arbeitsweise sind daher gute Voraussetzungen für diesen Beruf.
Bewerbung und Einstellungstest für Sozialversicherungsfachangestellte
Deine Bewerbung reichst du direkt beim jeweiligen Sozialversicherungsträger ein. Das funktioniert heute meist vollständig online über ein entsprechendes Portal. Informiere dich rechtzeitig über die Bewerbungsfristen und bereite die geforderten Unterlagen vor.
Nach einer erfolgreichen Bewerbung kann ein mehrstufiges Auswahlverfahren folgen. Dazu können ein Einstellungstest, ein Vorstellungsgespräch und manchmal auch ein Assessment-Center gehören. Die genauen Anforderungen unterscheiden sich von Träger zu Träger.
Die folgenden Themenbereiche werden typischerweise im Einstellungstest geprüft:
Karriere: Wie geht es nach der Ausbildung weiter?
Nach deiner Ausbildung kannst du in verschiedenen Bereichen eingesetzt werden. Typische Tätigkeitsfelder sind die Sachbearbeitung und die Beratung von Versicherten. Mit wachsender Berufserfahrung kannst du weitere Fachaufgaben übernehmen und dich auf bestimmte Themengebiete spezialisieren.
Auch Weiterbildungen eröffnen dir zusätzliche Entwicklungsmöglichkeiten. Abhängig vom Arbeitgeber und deinen persönlichen Voraussetzungen können interne Qualifizierungsprogramme, Studienangebote oder ein anschließendes Studium infrage kommen.
Weitere Infos
Ausbildung bei der DRV: Die Deutsche Rentenversicherung informiert über ihr bundesweites Ausbildungsprogramm.
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