Dein Schulzeugnis ist nicht gerade beeindruckend? Erfahre, welche Chancen du trotzdem hast, worauf Arbeitgeber achten und wie du mit deiner Bewerbung und im Einstellungstest überzeugst.
Kann ich trotz schlechter Noten eine Ausbildung bekommen?
Ja – ein schwaches Zeugnis bedeutet nicht automatisch, dass deine Ausbildungschancen schlecht sind. Viele Unternehmen achten nicht nur auf Schulnoten, sondern auch auf Motivation, Zuverlässigkeit, praktische Fähigkeiten und den persönlichen Eindruck. Besonders bei Ausbildungsberufen mit vielen offenen Stellen können Engagement und echtes Interesse deutlich wichtiger sein als eine einzelne Vier oder Fünf im Zeugnis.
Entscheidend ist allerdings, wie gut deine Noten zu den Anforderungen des jeweiligen Berufs passen. Eine schlechte Mathenote fällt bei einer kaufmännischen oder technischen Ausbildung möglicherweise stärker ins Gewicht als bei einem Beruf, in dem andere Fähigkeiten wichtiger sind. Deshalb solltest du deine Bewerbung gezielt auf Berufe und Unternehmen ausrichten, bei denen deine persönlichen Stärken wirklich zählen.
Wie wichtig sind Schulnoten bei der Bewerbung um eine Ausbildung?
Schulnoten helfen Unternehmen dabei, Bewerber miteinander zu vergleichen. Besonders häufig achten Ausbildungsbetriebe auf Deutsch, Mathematik und je nach Beruf auch auf Englisch, Naturwissenschaften oder technische Fächer. Gleichzeitig interessiert sie, ob du zuverlässig bist, pünktlich erscheinst und dich wirklich für den Ausbildungsberuf interessierst. Praktika, Nebenjobs, ehrenamtliches Engagement oder besondere Hobbys können deshalb ebenfalls einen positiven Eindruck hinterlassen.
Viele Arbeitgeber führen außerdem einen Einstellungstest oder ein Vorstellungsgespräch durch und erhalten dadurch zusätzliche Informationen über deine Fähigkeiten. Wenn du dort überzeugst, kannst du ein schwächeres Zeugnis zumindest teilweise ausgleichen.
Welche Chancen hast du trotz schlechter Noten?
Besonders wichtig ist, dass du dich nicht nur bei wenigen besonders beliebten Großunternehmen bewirbst. Kleine und mittelständische Betriebe entscheiden häufig stärker nach dem persönlichen Eindruck und suchen Bewerber, die wirklich zum Unternehmen passen.
Auch ein Praktikum kann dir helfen, weil der Betrieb dabei erlebt, wie du tatsächlich arbeitest und nicht nur dein Zeugnis sieht. Gute Chancen hast du außerdem, wenn du dich frühzeitig bewirbst und deine Suche regional etwas ausweitest
Interessant können beispielsweise folgende Punkte sein:
- Praktika oder Ferienjobs im gewünschten Beruf
- wenig Fehlzeiten und zuverlässiges Verhalten
- passende praktische Fähigkeiten oder Hobbys
- Engagement im Verein oder Ehrenamt
- ein überzeugender Einstellungstest
Je mehr du neben deinen Schulnoten zeigen kannst, desto vollständiger wird das Bild, das ein Arbeitgeber von dir bekommt.
Wie erklärst du schlechte Noten im Vorstellungsgespräch?
Wenn Personaler deine Noten ansprechen, solltest du ruhig und ehrlich reagieren. Ausreden oder die Schuld ausschließlich Lehrern, Mitschülern oder der Schule zu geben, wirkt selten überzeugend. Erkläre lieber kurz, warum es in einem bestimmten Fach nicht gut gelaufen ist und was du daraus gelernt hast.
Besonders positiv wirkt es, wenn du zeigen kannst, dass du inzwischen etwas verändert hast, etwa regelmäßiger lernst, Nachhilfe nutzt oder deine Leistungen bereits verbessert hast. Du musst dich dabei nicht für dein gesamtes Zeugnis rechtfertigen. Wichtig ist vielmehr, dass du Verantwortung übernimmst und deutlich machst, warum du den Anforderungen der Ausbildung trotzdem gewachsen bist.
Wie kannst du mit deiner Bewerbung überzeugen?
Deine Bewerbung sollte deutlich machen, warum gerade dieser Ausbildungsberuf zu dir passt. Vermeide allgemeine Aussagen wie „Ihr Unternehmen hat mein Interesse geweckt“ und beschreibe stattdessen, was dich konkret an den Tätigkeiten interessiert. Hast du bereits ein Praktikum gemacht, praktische Erfahrungen gesammelt oder beschäftigst dich privat mit einem passenden Thema, solltest du das unbedingt erwähnen.
Auch dein Lebenslauf kann zeigen, dass du mehr mitbringst als Schulnoten. Besonders wichtig sind außerdem eine fehlerfreie Bewerbung und vollständige Unterlagen. Flüchtigkeitsfehler können einen ohnehin schwächeren schulischen Eindruck verstärken. Wenn deine Leistungen zuletzt besser geworden sind, kannst du aktuelle Zeugnisse oder relevante Nachweise gezielt hervorheben.
Welche Rolle spielt der Einstellungstest?
Ein Einstellungstest kann für Bewerber mit schwächeren Schulnoten eine echte Chance sein. Dort zählt deine aktuelle Leistung und nicht nur, welche Note du vor einem oder zwei Jahren in der Schule hattest.
Typische Testbereiche sind:
Was genau getestet wird, hängt vom angestrebten Ausbildungsberuf ab. Mit einem guten Testergebnis zeigst du, dass du die notwendigen Grundlagen beherrschst und dich gezielt vorbereitet hast. Du solltest den Test also nicht unterschätzen: Bei vielen Unternehmen entscheidet er darüber, wer zum Vorstellungsgespräch eingeladen wird. Nutze deshalb die Möglichkeit, deine Fähigkeiten unabhängig vom Zeugnis unter Beweis zu stellen.
Was kannst du tun, wenn du zunächst nur Absagen bekommst?
Mehrere Absagen bedeuten nicht, dass du grundsätzlich ungeeignet für eine Ausbildung bist. Prüfe zuerst, ob deine Bewerbungsunterlagen überzeugend sind und ob du dich auf ausreichend viele Stellen bewirbst. Erweitere gegebenenfalls deine Suche auf ähnliche Ausbildungsberufe oder Unternehmen in Nachbarorten und nutze Praktika, um Kontakte zu Betrieben aufzubauen.
Auch Berufsberatung, Ausbildungsmessen und direkte Anfragen bei Unternehmen können zusätzliche Möglichkeiten eröffnen. Falls dir wichtige schulische Grundlagen fehlen, kannst du diese parallel auffrischen oder einen Schulabschluss verbessern. Wichtig ist, nach einzelnen Absagen nicht sofort aufzugeben, sondern deine Strategie Schritt für Schritt anzupassen.
Mit Ausbildungspark auf das Auswahlverfahren vorbereiten
Schlechte Schulnoten müssen nicht über deine berufliche Zukunft entscheiden – besonders dann nicht, wenn du im Einstellungstest und Vorstellungsgespräch zeigen kannst, was wirklich in dir steckt.
Der Ausbildungspark Verlag bietet Vorbereitungsmaterialien für zahlreiche Ausbildungsberufe, Unternehmen, Behörden und Auswahlverfahren. Damit kannst du unter anderem Deutsch, Mathematik, Logik, Konzentration und weitere typische Testbereiche trainieren und dich zusätzlich auf Vorstellungsgespräch und Assessment Center vorbereiten.
Ausbildungspark ist außerdem Bildungspartner von ver.di. Tipp: Nutze einen bevorstehenden Einstellungstest ganz bewusst als zweite Chance und beginne mehrere Wochen vorher mit regelmäßigem Training. Ein gutes Testergebnis und ein überzeugender persönlicher Auftritt können einem Arbeitgeber deutlich mehr über deine aktuelle Leistungsfähigkeit zeigen als eine einzelne schlechte Schulnote.













