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Bankkaufmann / Bankkauffrau
Bewerbung • Bankkaufmann / Bankkauffrau

Die Bewerbung um eine Ausbildung zum Bankkaufmann / zur Bankkauffrau

308 Seiten • gebundenes Buch • Artikel-Nr.: BAK 2 • ISBN 978-3-941356-17-7 • 39,90 €

Die häufig auftretenden Fragen

1. Allgemeines

In jedem Einstellungsgespräch müssen die Einzustellenden, in unserem Fall also die angehenden Auszubildenden, eine ganze Menge Fragen über sich ergehen lassen. In anderen Kapiteln des Buches haben wir schon darauf hingewiesen, dass man mit diesen Fragen lernen muss umzugehen. Im folgenden Kapitel wollen wir uns nun intensiv mit möglichen Fragen beschäftigen. Wir wollen versuchen häufig gestellte Fragen (a) genau zu beleuchten; also herausarbeiten welchen Hintergrund (b) die Fragen haben; auf was es bei der Antwort (c) ankommt. Zudem wollen wir Musterantworten (d) und abschließende Empfehlungen (e) formulieren.

2. Warming-up / Eröffnungsfragen

Jedes Gespräch muss auf eine Art und Weise beginnen. Da Sie sich im Vorstellungsgespräch in einer Situation wiederfinden werden, in der Sie einen Gesprächspartner treffen, den Sie in Ihrem Leben vorher nie gesehen haben, müssen Sie also quasi ein Gespräch mit einem Fremden führen. In dieser besonderen Situation ist es wichtig, dass Sie unbefangen in die Unterhaltung einsteigen. Es werden daher zu Beginn einige aufwärmende Fragen gestellt werden, um angemessen in das Gespräch einsteigen zu können.

Frage: (a) „Haben Sie den Weg gut gefunden?“

(b) Hintergrund dieser Frage

Häufig wird ein Vorstellungsgespräch mit einer eher unbefangenen Frage – wie man den Weg gefunden hat, oder wie das Wetter ist – eingeleitet. Die in dieser Aufwärmphase (engl. Warming-up) gestellten, unverfänglichen Fragen sollen zu einer angenehmen Gesprächsatmosphäre beitragen. Man darf sich von der Situation jedoch nicht trügen lassen, darf nicht in kollegiale oder freundschaftliche Verhaltensmuster verfallen oder sich gehen lassen. Das Gespräch wird zwar zu Beginn in eine entspannte Atmosphäre gebettet, jedoch geschieht dies, um Ihnen den Einstieg zu erleichtern. Das bedeutet im Umkehrschluss nicht, dass Sie sich in dieser Situation alles erlauben dürfen. Sie müssen trotzdem die Situation als Einstellungsgespräch anerkennen, die PrüferInnen werden sich auch in diesen ersten Sekunden des Gesprächs ein Bild von Ihnen machen und zu einem gewissen Grad auch schon zu diesem frühen Zeitpunkt über Sympathie oder Antipathie entscheiden. 

(c) Worauf kommt es bei der Antwort an

Wenn Sie derartige, eher leichte Fragen beantworten müssen, so achten Sie darauf, nicht in endlosen Ausführungen hängenzubleiben. Hier geht es erst einmal nur darum, eine Beziehung zwischen Ihnen und dem Gesprächspartner aufzubauen. Es ist ja praktisch der Moment, in dem Sie die Prüfungsperson „kennenlernen“. Und da Sie denjenigen davon überzeugen wollen die richtige Person für eine vakante Stelle zu sein, sollten Sie versuchen möglichst so aufzutreten, wie Sie sind. Also geben Sie sich natürlich und versuchen Sie offen und sympathisch zu wirken. Das ist leichter gesagt als getan und man könnte sich die Frage stellen: „Wie gebe ich mich denn sympathisch?“ Hier sollten Sie versuchen mit Freunden, die vor einer ehrlichen Meinung nicht zurückschrecken, Rücksprache zu halten. Versuchen Sie mit Ihren Freunden zu erörtern, was Sie als Person sympathisch macht.

Achten Sie auch auf Ihre Körpersprache (zur Körpersprache nachlesen in Kapitel 3). Wie schon anfänglich erwähnt, sollten Sie sich nicht in ausufernden Antworten verfangen: antworten Sie stattdessen kurz und präzise.

Antwort: (d) Musterantworten

  • „Ja, ich habe mir gestern im Internet die Wegbeschreibung angeschaut. Damit habe ich den Weg sehr gut gefunden“.
  • „Ja, heute ist wirklich ein schöner Tag.“

(e) Merke

In dieser Aufwärmphase des Gesprächs sollten Sie versuchen positiv zu bleiben. Vermeiden Sie z.B. Anreiseprobleme zu schildern, das würde in eine negative Richtung tendieren. Sie sollen ein freundlich sympathisches Bild zu vermitteln versuchen.

3. Fragen zur Person und Interessen des Bewerbers

Für die Unternehmer, die Sie als Auszubildenden einstellen sollen, ist häufig insbesondere Ihre Persönlichkeit von Interesse. Viele Arbeitgeber meinen, dass Sie Relevantes über Ihre Person erfahren, wenn sie Sie nach Interessen im Privatleben fragen. Es geht darum Sie als Mensch besser einschätzen zu können und die Frage zu beantworten, ob Sie und das Unternehmen zusammenpassen. Fragen zur Freizeitgestaltung und zum Privatleben müssen zwar nicht beantwortet werden¸ jedoch entscheiden Sie schon mit Ihrer Bewerbung, ob Sie etwas von Ihrem Privatleben preisgeben oder nicht.

4. Fragen zu Schulverlauf und Zeugnissen

Da Sie sich auf einen Ausbildungsplatz bewerben, und in der Regel noch kein Studium absolviert haben werden, ist für die Unternehmen natürlich insbesondere Ihrer Schulkarriere von Interesse. Die mit der Bewerbungsmappe eingereichten Zeugnisse geben zwar Aufschluss über Ihre Leistungen, jedoch ist es ein sehr formaler Ausdruck Ihrer Leistungen. Das Zeugnis kann nicht erläutern, warum Sie in einem Fach eine bestimmte Note bekommen haben. Wichtig ist den PrüferInnen zudem aus Ihrem Mund eine Erklärung für die Schulleistungen zu bekommen. Nachfolgend werden also typische Fragen diskutiert, die sich explizit auf die Schulzeit beziehen.

5. Fragen zur Berufswahl

Sie bewerben sich für einen bestimmten Ausbildungsberuf, sind eingeladen von einem bestimmten Unternehmen. Für das Unternehmen, somit auch für den Personalverantwortlichen, ist Ihr Kenntnisstand zum Ausbildungsberuf wichtig. Es steht zur Debatte ob jemand eingestellt wird, der sich auch mit der Materie auskennt und nicht nur Interesse daran hat Bankkaufmann oder Verkäuferin zu werden. Ihr individueller Kenntnisstand zum Beruf ist also insofern von Relevanz, als das er Aufschluss über Ihr Interesse und Ihre Motivation gibt. Als Beispiel werden wir uns in diesem Zusammenhang auf den Beruf Bankkaufmann/Bankkauffrau beziehen.

6. Fragen zum Unternehmen

Sie bewerben sich nicht nur auf einen bestimmten Ausbildungsplatz sondern auch bei einem bestimmten Unternehmen. Über dieses Unternehmen sollten Sie sich im Vorfeld informiert haben, denn man sollte davon ausgehen können, dass bei einer derartig wichtigen Entscheidung vom Bewerber vorher Informationen eingeholt werden. Und Sie können sich sicher sein, Fragen zum Unternehmen werden auf jeden Fall gestellt werden.

7. Fragen zu Tätigkeiten und Berufsfeld

Jeder Arbeitgeber ist interessiert von seinen zukünftigen Auszubildenden zu erfahren, inwiefern Kenntnis zum Berufsfeld und den anfallenden Tätigkeiten vorhanden ist. Haben Sie schon berufliche Erfahrungen gesammelt, evtl. in einem Praktikum, dann bringen Sie diese Informationen ein. Vielleicht haben Sie auch einen Neben- oder Ferienjob gemacht, der zwar nicht direkt mit den Abläufen und Tätigkeiten des Berufs auf den Sie sich bewerben übereinstimmt, jedoch vermittelt, dass Sie schon erste Erfahrungen in der Arbeitswelt gesammelt haben. Im Folgenden sollen nun Fragen erörtert werden, die sich mit dem Berufsfeld und den typischen Tätigkeiten befassen.

8. Fragen zu Persönlichkeit, Verhalten und sozialer Kompetenz

Jeder Bewerber stellt sich die Frage, welche Eigenschaften dazu qualifizieren eine bestimmte Stelle zu erhalten bzw. welche Fähigkeiten einen Arbeitgeber überzeugen können. In den meisten Fällen würden die Arbeitgeber formulieren, dass sie besonders auf die zwischenmenschlichen Fähigkeiten eines Bewerbers achten. Welche sozialen Kompetenzen bringt der Bewerber mit? Wie kann aus dem Verhalten gelesen werden, wie sich der Bewerber gegenüber Mitarbeitern oder Kunden verhalten würde? Wie ist die persönliche Motivation des Bewerbers einzuschätzen? Das sind Fragen, die einen Personalverantwortlichen im Vorstellungsgespräch ebenso beschäftigen, wie Fragen nach den Kenntnissen und Fähigkeiten.

Die Stellenanzeige deutet in den meisten Fällen an, welche positiven Eigenschaften ein Bewerber mitbringen soll. Jedoch ist es unwahrscheinlich, dass alle Bewerber ausschließlich über positive Charaktereigenschaften und eine durchweg angenehmen Persönlichkeit verfügen. Jeder Mensch hat seine Schwächen und Fehler. Und diese Fehler will der Personaler im Gespräch von Ihnen erfahren. Sie dürfen sich aber natürlich keine Blöße geben und keine Schwächen zeigen.

9. Sonstige und Fachliche Qualifikationen

Der Hauptteil des Gespräches, und damit auch der Kern unseres Fragenkatalogs, ist nun abgeschlossen. Einige Punkte fehlen allerdings noch. Wie steht es denn mit Ihren Zusatzqualifikationen? Damit Sie im Vorstellungsgespräch nicht dasitzen und sich plötzlich fragen, warum denn nicht das Gespräch endlich zu Ende ist und warum der jetzt zu Qualifikation fragen muss die Ihn eigentlich gar nicht interessieren, wollen Wir Ihnen hier einige Aspekte zu diesem Themenkomplex kurz vorstellen. Allgemein ist zu sagen, dass Sie wenn es hart auf hart kommt, an dieser Stelle des Gesprächs noch einmal auftrumpfen müssen. Es könnte z.B. der Fall sein, dass Sie mit einem anderen Bewerber gleichauf liegen und nur Ihre Zusatzqualifikationen entscheiden müssen, ob Sie den Ausbildungsplatz bekommen oder nicht. Also, Sie müssen noch etwas durchhalten. Ein Vorstellungsgespräch ist rund, und dauert bis zum Ende.

10. Fragen zur Zukunftsplanung und zur Selbsteinschätzung

Wie die eigenen Arbeitnehmer die Zukunft sehen und sich selbst einschätzen, ist für das Unternehmen enorm wichtig. Wenn jemand für eine Ausbildung eingestellt wird, so soll die Option bestehen diesen Azubi später als Angestellten zu übernehmen, wenn er sich als geeignet herausstellt. Solche Kandidaten, die keine Idee haben wo Sie in Zukunft arbeiten möchten, wo Sie sich selbst sehen und wo Sie einmal hinwollen, sind für kein Unternehmen interessant.

11. Abschließende Fragen

Das Vorstellungsgespräch neigt sich langsam dem Ende zu. Der Personaler hat die meisten Fragen gestellt, nun haben Sie noch einmal die Möglichkeit sich im besten Licht zu präsentieren. Hier ist weniger von Interesse, dass Sie Ihre skills und Fertigkeiten noch einmal betonen; vielmehr will der Vertreter des Unternehmens herausfinden, wie Sie als Bewerber die Situation, das gesamte Bewerbungsverfahren und die Stimmung während des Gesprächs empfunden haben. Wenn Sie das Gefühl haben, dass die folgenden Fragen zusammenhangslos erscheinen, mag das berechtigt sein. Es gibt hier, anders als in den vorangehenden Abschnitten, keinen thematisch zu gliedernden Fragenkatalog. Wir haben versucht verschiedene Bereiche hervorzuheben, die in abschließenden Fragen thematisiert werden könnten!