Steuern und finanzwirtschaftliche Grundlagen gehören zu den wichtigen Themen der Wirtschafts- und Sozialkunde. Im Berufsleben begegnen dir Kredite, Zinsen, Zahlungsarten und Finanzierungsentscheidungen ebenso wie Lohnsteuer und verschiedene Steuerarten. Für die IHK-Prüfung solltest du deshalb nicht nur wichtige Begriffe kennen, sondern auch einfache Berechnungen sicher durchführen und wirtschaftliche Entscheidungen beurteilen können. Dazu gehört beispielsweise die Frage, ob sich ein Lieferantenkredit oder die Nutzung von Skonto eher lohnt. Ebenso wichtig ist, verschiedene Kredit- und Finanzierungsarten voneinander zu unterscheiden und typische bargeldlose Zahlungsverfahren zu kennen. Auf dieser Startseite findest du die wichtigsten Lernbereiche und kannst die einzelnen Themen anschließend gezielt vertiefen.
Inhaltsübersicht
- Kreditarten und Kreditsicherung
- Zinsrechnung: einfache Zinsformel
- Kreditgeschäfte: Zins-Skonto-Vergleich
- Finanzierungsarten
- Kartenzahlung
- Kreditarten im Überblick
- Bargeldloser Zahlungsverkehr
- Zinsrechnen im Hundert und auf Hundert
- Zinsrechnung: Kreditbetrag beziehungsweise Kapital berechnen
- Zinsrechnung: Zinsen für Monate und Tage berechnen
- Zinssatz berechnen
- Lohn- und Kirchensteuer
- Steuerarten
Kredite und Kreditsicherung
Unternehmen und private Haushalte nutzen Kredite, wenn eigene finanzielle Mittel für eine Anschaffung oder einen bestimmten Zeitraum nicht ausreichen. Kredite unterscheiden sich unter anderem nach Laufzeit, Verwendungszweck und Art der Rückzahlung. Typische Beispiele sind Kontokorrentkredit, Darlehen und Lieferantenkredit. Kreditgeber prüfen vor einer Kreditvergabe, ob der Kreditnehmer voraussichtlich in der Lage sein wird, Zinsen und Tilgung zu leisten. Zusätzlich können Sicherheiten verlangt werden, um das Ausfallrisiko zu verringern. Zur Kreditsicherung gehören beispielsweise Bürgschaft, Sicherungsübereignung, Forderungsabtretung oder Grundpfandrechte.
Ein Kontokorrentkredit dient insbesondere dazu, kurzfristige Liquiditätsengpässe auf einem Geschäftskonto zu überbrücken. Ein Darlehen wird dagegen häufig für größere und längerfristige Finanzierungen eingesetzt. Beim Lieferantenkredit erhält der Käufer ein Zahlungsziel und muss die Rechnung nicht sofort begleichen. Diese Finanzierung kann jedoch indirekte Kosten verursachen, wenn dadurch ein möglicher Skontoabzug nicht genutzt wird. Für die Prüfung solltest du deshalb Kreditarten nicht nur benennen, sondern auch ihren typischen Einsatzzweck unterscheiden können.
Zinsrechnung und einfache Zinsformel
Zinsen sind der Preis dafür, dass Kapital für einen bestimmten Zeitraum überlassen wird. Für die einfache Zinsrechnung benötigst du grundsätzlich Kapital, Zinssatz und Zeit. Bei einer Verzinsung für ein Jahr kannst du die Zinsen mit der Formel Zinsen = Kapital × Zinssatz / 100 berechnen. Ist eine andere Größe gesucht, wird die Formel entsprechend umgestellt. So lässt sich beispielsweise aus Zinsbetrag und Zinssatz der ursprüngliche Kreditbetrag berechnen. Für die Prüfung ist deshalb wichtig, nicht nur eine Formel auswendig zu lernen, sondern den Zusammenhang zwischen den einzelnen Größen zu verstehen.
Beim Zinsrechnen im Hundert ist der Grundwert bekannt und der Zinsbetrag wird daraus berechnet. Beim Rechnen auf Hundert muss dagegen aus einem bereits veränderten Betrag auf den ursprünglichen Wert zurückgerechnet werden. Solche Aufgaben bauen auf den Grundlagen der Prozentrechnung auf. Deshalb solltest du Prozentwert, Grundwert und Prozentsatz sicher unterscheiden können. Prüfe deine Ergebnisse außerdem immer auf Plausibilität, denn grobe Rechenfehler lassen sich häufig schon durch eine überschlägige Kontrolle erkennen.
Zinsen für Monate und Tage berechnen
Kredite laufen nicht immer genau ein Jahr. Deshalb musst du Zinsen auch für Monate oder einzelne Tage berechnen können. Dabei wird die Jahresverzinsung auf den tatsächlich betrachteten Zeitraum heruntergerechnet. In kaufmännischen Aufgaben wird häufig mit einem Jahr von 360 Tagen und Monaten zu jeweils 30 Tagen gerechnet, sofern die Aufgabenstellung diese Methode voraussetzt. Wichtig ist daher, die Angaben der jeweiligen Aufgabe genau zu beachten. Aus Kapital, Zinssatz und Laufzeit kannst du anschließend den Zinsbetrag bestimmen.
Auch Umkehraufgaben kommen häufig vor. Ist beispielsweise der Zinsbetrag bekannt, kann nach dem ursprünglichen Kapital oder nach dem Zinssatz gefragt werden. Dabei bleibt der mathematische Grundzusammenhang immer derselbe. Schreibe dir deshalb zunächst alle gegebenen Größen übersichtlich auf und bestimme anschließend, welche Größe gesucht ist. Besonders bei unterschiedlichen Laufzeiten solltest du darauf achten, Zeitangaben korrekt umzurechnen.
Zins-Skonto-Vergleich bei Kreditgeschäften
Lieferanten bieten häufig ein Zahlungsziel und gleichzeitig einen Preisnachlass bei besonders schneller Zahlung an. Dieser Nachlass wird als Skonto bezeichnet. Unternehmen müssen dann entscheiden, ob sie die Rechnung später vollständig bezahlen oder zur Nutzung des Skontos gegebenenfalls einen kurzfristigen Kredit aufnehmen. Beim Zins-Skonto-Vergleich werden die Kreditkosten mit dem finanziellen Vorteil des Skontoabzugs verglichen. Sind die Zinsen für den Kredit geringer als der Skontovorteil, kann es wirtschaftlich sinnvoll sein, den Kredit zu nutzen und die Rechnung frühzeitig zu bezahlen.
Ein Lieferantenkredit erscheint zunächst häufig kostenlos, weil kein gesonderter Zinsbetrag berechnet wird. Wird jedoch ein angebotener Skonto nicht genutzt, verzichtet das Unternehmen auf einen möglichen Preisnachlass. Dieser entgangene Vorteil kann wirtschaftlich als Finanzierungskosten betrachtet werden. Deshalb kann ein Lieferantenkredit im Vergleich zu einem kurzfristigen Bankkredit relativ teuer sein. In Prüfungsaufgaben solltest du deshalb nicht nur rechnen, sondern auch beurteilen können, welche Alternative wirtschaftlich günstiger ist.
Finanzierungsarten
Unternehmen benötigen Kapital beispielsweise für Investitionen, Gründung, Wachstum oder zur Sicherung ihrer laufenden Zahlungsfähigkeit. Grundsätzlich können verschiedene Finanzierungsarten unterschieden werden. Eine wichtige Einteilung erfolgt nach der Herkunft des Kapitals in Innen- und Außenfinanzierung. Bei der Innenfinanzierung entstehen finanzielle Mittel aus dem Unternehmen selbst, beispielsweise durch einbehaltene Gewinne. Bei der Außenfinanzierung wird dem Unternehmen Kapital von außen zugeführt. Dazu gehören unter anderem Einlagen der Eigentümer oder Kredite.
Zusätzlich wird zwischen Eigenfinanzierung und Fremdfinanzierung unterschieden. Bei der Eigenfinanzierung wird dem Unternehmen Eigenkapital zur Verfügung gestellt oder im Unternehmen belassen. Fremdfinanzierung bedeutet dagegen, dass Kapital zeitweise überlassen wird und grundsätzlich zurückgezahlt werden muss. Kredite gehören deshalb typischerweise zur Fremdfinanzierung. Für die Prüfung solltest du Innen- und Außenfinanzierung nicht mit Eigen- und Fremdfinanzierung verwechseln, da beide Einteilungen unterschiedliche Merkmale betrachten.
Kreditarten im Überblick
Kreditarten unterscheiden sich vor allem nach Laufzeit, Verwendung, Rückzahlung und Kreditgeber. Der Kontokorrentkredit ermöglicht beispielsweise die kurzfristige Überziehung eines Geschäftskontos bis zu einer vereinbarten Grenze. Ein klassisches Darlehen wird meist für einen bestimmten Betrag und eine festgelegte Laufzeit vereinbart. Beim Lieferantenkredit entsteht die Finanzierung dadurch, dass der Verkäufer seinem Kunden ein Zahlungsziel einräumt. Darüber hinaus können je nach Zusammenhang weitere Kreditformen für Konsum, Investitionen oder Immobilien relevant sein.
Bei der Auswahl eines Kredits spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Dazu gehören Zinssatz, Laufzeit, Tilgung, mögliche Sicherheiten und zusätzliche Kosten. Unternehmen müssen außerdem berücksichtigen, ob sie kurzfristige Liquidität benötigen oder eine langfristige Investition finanzieren möchten. Nicht jede günstige Finanzierung passt deshalb zu jedem Bedarf. In Prüfungsaufgaben solltest du die Kreditart anhand der beschriebenen Situation erkennen und begründen können.
Kartenzahlung
Kartenzahlungen gehören zu den verbreiteten Formen des bargeldlosen Zahlungsverkehrs. Bei einer Debitkarte wird der Zahlungsbetrag grundsätzlich direkt oder zeitnah dem zugehörigen Konto belastet. Bei einer Kreditkarte erfolgt die Abrechnung je nach Vertragsmodell häufig gesammelt oder zu einem späteren Zeitpunkt. Karten können klassisch über ein Lesegerät, kontaktlos oder in Verbindung mit mobilen Bezahlsystemen eingesetzt werden. Für Händler entstehen dabei je nach System unterschiedliche Gebühren und technische Anforderungen.
Für die Prüfung ist vor allem die Unterscheidung zwischen verschiedenen Kartenarten wichtig. Eine Debitkarte stellt grundsätzlich keinen klassischen Kredit zur Verfügung, auch wenn ein Konto gegebenenfalls überzogen werden kann. Kreditkarten können dagegen je nach Modell mit einem eigenen Kredit- oder Zahlungsrahmen verbunden sein. Kontaktloses Bezahlen verändert vor allem die technische Durchführung, nicht jedoch grundsätzlich die Art des dahinterliegenden Zahlungsmittels. Entscheidend ist deshalb, wann und auf welche Weise das Konto des Zahlenden belastet wird.
Bargeldloser Zahlungsverkehr
Beim bargeldlosen Zahlungsverkehr wird Geld nicht in Form von Münzen oder Banknoten übergeben. Stattdessen werden Beträge über Bankkonten oder elektronische Zahlungssysteme übertragen. Zu den klassischen Formen gehören Überweisung, Lastschrift und Kartenzahlung. Daneben werden mobile und weitere elektronische Zahlungsmöglichkeiten eingesetzt. Die verschiedenen Verfahren unterscheiden sich unter anderem darin, wer den Zahlungsvorgang auslöst und wann die Kontobelastung erfolgt.
Bei einer Überweisung erteilt grundsätzlich der Zahlungspflichtige seiner Bank den Auftrag zur Zahlung. Bei einer Lastschrift wird der Zahlungsvorgang dagegen vom Zahlungsempfänger auf Grundlage eines entsprechenden Mandats angestoßen. Kartenzahlungen können je nach Karte und System unterschiedlich abgerechnet werden. Für Unternehmen spielen neben Schnelligkeit und Komfort auch Sicherheit, Gebühren und Verwaltungsaufwand eine Rolle. Für WiSo solltest du deshalb die wichtigsten bargeldlosen Zahlungsarten anhand ihrer grundlegenden Merkmale unterscheiden können.
Lohn- und Kirchensteuer
Die Lohnsteuer begegnet Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern unmittelbar auf ihrer Lohn- beziehungsweise Gehaltsabrechnung. Sie ist keine eigenständige Steuer neben der Einkommensteuer, sondern eine besondere Form der Erhebung der Einkommensteuer auf Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit. Der Arbeitgeber berechnet die Lohnsteuer anhand der maßgeblichen Merkmale, behält sie vom Arbeitsentgelt ein und führt sie an die Finanzverwaltung ab. Wie hoch der Abzug ausfällt, hängt unter anderem von Einkommen und persönlichen steuerlichen Merkmalen ab. Die endgültige Einkommensteuer kann im Rahmen der steuerlichen Veranlagung festgestellt werden.
Zusätzlich kann Kirchensteuer anfallen, wenn eine Person Mitglied einer steuererhebenden Religionsgemeinschaft ist und die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt. Sie wird grundsätzlich auf Grundlage der Einkommen- beziehungsweise Lohnsteuer berechnet. Die konkrete Höhe kann je nach Bundesland unterschiedlich sein. Für die WiSo-Prüfung ist meist wichtiger, den grundsätzlichen Zusammenhang zwischen Lohnsteuer, Einkommensteuer und Kirchensteuer zu verstehen, als einzelne aktuelle Prozentsätze auswendig zu lernen. Steuern sind außerdem klar von Sozialversicherungsbeiträgen zu unterscheiden.
Steuerarten
Steuern sind Geldleistungen, die der Staat beziehungsweise andere steuerberechtigte Körperschaften auf gesetzlicher Grundlage erheben. Sie dienen insbesondere der Finanzierung öffentlicher Aufgaben und sind grundsätzlich nicht mit einer unmittelbaren individuellen Gegenleistung verbunden. Zu wichtigen Steuerarten gehören beispielsweise Einkommensteuer, Umsatzsteuer, Gewerbesteuer und verschiedene Verbrauchsteuern. Steuern lassen sich nach unterschiedlichen Kriterien einteilen. Eine häufige Unterscheidung erfolgt zwischen direkten und indirekten Steuern.
Bei direkten Steuern sind Steuerschuldner und wirtschaftlich Belasteter grundsätzlich dieselbe Person. Die Einkommensteuer ist ein typisches Beispiel. Bei indirekten Steuern kann die wirtschaftliche Belastung dagegen auf eine andere Person übertragen werden, wie es beispielsweise bei der Umsatzsteuer geschieht. Eine weitere Einteilung unterscheidet unter anderem Besitz-, Verkehrs- und Verbrauchsteuern. Für die Prüfung solltest du wichtige Steuerarten nicht nur benennen, sondern auch einer entsprechenden Kategorie zuordnen können.
So bereitest du dich auf Steuern und finanzwirtschaftliche Grundlagen vor
Teile den Lernstoff zunächst in Rechenthemen und Wissensthemen auf. Zu den Rechenthemen gehören insbesondere Zinsrechnung, Kapitalberechnung, Zinssatz, Monats- und Tageszinsen sowie der Zins-Skonto-Vergleich. Bei Kreditarten, Finanzierung, Zahlungsverkehr und Steuern steht dagegen stärker das Verständnis der Begriffe und Zusammenhänge im Mittelpunkt. Schreibe bei Rechenaufgaben zunächst die gegebenen Werte und die gesuchte Größe auf, bevor du eine Formel einsetzt. Dadurch vermeidest du viele typische Fehler.
Erstelle für ähnliche Begriffe kurze Vergleiche, beispielsweise Eigen- und Fremdfinanzierung, Überweisung und Lastschrift oder Debit- und Kreditkarte. Bei Steuerarten helfen Beispiele, um direkte und indirekte Steuern sicher auseinanderzuhalten. Bearbeite anschließend prüfungsnahe Aufgaben und analysiere falsche Lösungen. Wichtig ist nicht nur, die richtige Antwort zu kennen, sondern auch zu verstehen, warum sie richtig ist. So kannst du wirtschaftliche Situationen auch dann beurteilen, wenn die Aufgabe anders formuliert ist.








