Das Vorstellungsgespräch zur Ausbildung:
Lücken im Lebenslauf

Die Bewerbungsunterlagen, allen voran Anschreiben und Lebenslauf, studieren die Interviewer vor dem Vorstellungsgespräch in der Regel ziemlich gründlich. Einer ihrer ersten Ansatzpunkte: Lücken im Lebenslauf – solche und andere Auffälligkeiten gilt es schlüssig zu erklären.

Fragen zu Lücken im Lebenslauf im Vorstellungsgespräch

„Was haben Sie denn eigentlich im Zeitraum zwischen (…) und (…) gemacht? In Ihrem Lebenslauf haben wir dazu gar nichts gefunden.“

Lücken im Lebenslauf sind ärgerlich, aber manchmal nicht zu vermeiden. Wenn der Personaler damit ein größeres Problem hätte, wären Sie mit Sicherheit gar nicht erst zum Vorstellungsgespräch eingeladen worden. Neugierig ist er nun natürlich trotzdem: Was hat der Bewerber in der ganzen Zeit gemacht? War er mit etwas beschäftigt, was er für nicht erwähnenswert hielt, oder will er etwas verheimlichen? Hat er etwa nur auf der faulen Haut gelegen?

Worauf kommt es an?

Fahnden Sie schon vor der Unterhaltung nach auffälligen Zeitsprüngen im Lebenslauf. Oft lassen sich biographische Bruchstellen sinnvoll erklären: eine längere Reise, ein Sprachkurs, ein anderes Bewerbungsverfahren oder ein zeitintensiver Nebenjob belegen, dass Sie nicht träge gefaulenzt haben, sondern in irgendeiner Form aktiv waren. Konzentrieren Sie sich auf das Positive – was haben Sie gemacht, was gelernt?

Auch wenn es hart klingt: Auf persönliche Krisen und Tiefs im Privatleben können die Interviewer im Auswahlgespräch nicht eingehen. Wie sollten sie auch nur annähernd objektiv einschätzen können, was der Kandidat durchgemacht hat?

Beispiel-Antwort

„Nach der Schule habe ich mich nicht direkt um eine Ausbildung beworben, weil ich die Zeit zwischen Schule und Beruf nutzen wollte, um endlich meinen Traum von der Südamerika-Rundreise wahr werden zu lassen. Die Kultur, die Menschen, die Landschaft – das hat mich schon immer fasziniert. Also habe ich die Koffer gepackt und bin drei Monate lang durch Argentinien, Brasilien, Peru und Bolivien getourt. Mit dem Nebeneffekt, dass ich jetzt fließend Spanisch spreche. Nach meiner Rückkehr war ich drei Monate lang Kellner in einem kleinen Café, um Geld zu verdienen. Gleichzeitig habe ich mich auf die Bewerbung vorbereitet. Alles in allem also ein halbes Jahr ‚Pause‘, in der ich aber eine Menge gelernt habe. In den Lebenslauf wollte ich aber nur die wichtigsten Schul- und Berufsstationen schreiben.“

Buchtipp

Das Vorstellungsgespräch zur Ausbildung

Die häufigsten Fragen, die besten Antworten – sicher zum Ausbildungsplatz

Das Vorstellungsgespräch zur Ausbildung

ISBN 978-3-95624-000-3

380 Seiten19,95 €

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