Wenn du hauptberuflich bei einer Feuerwehr arbeiten möchtest, gibt es verschiedene Einstiegswege. Besonders verbreitet ist die Laufbahnausbildung im mittleren feuerwehrtechnischen Dienst, für die je nach Bundesland und Feuerwehr häufig bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung benötigt wird. Daneben bieten einige Berufsfeuerwehren direkte Ausbildungswege für Schulabgänger an. Ein Beispiel ist die dreijährige Ausbildung zum Werkfeuerwehrmann beziehungsweise zur Werkfeuerwehrfrau, die auch von kommunalen Berufsfeuerwehren als Einstieg genutzt werden kann.
Die Anforderungen unterscheiden sich zwischen Bundesländern und Feuerwehren. Fast immer spielen körperliche Fitness, gesundheitliche Eignung, technisches Verständnis, Konzentration und Teamfähigkeit eine wichtige Rolle. Im Auswahlverfahren können deshalb schriftliche oder digitale Tests, ein Sporttest, praktische Aufgaben, Vorstellungsgespräche und eine ärztliche Untersuchung vorkommen.
Inhalte:
- Welche Ausbildungswege gibt es bei der Feuerwehr?
- Was macht man bei einer Berufsfeuerwehr?
- Welche Voraussetzungen musst du erfüllen?
- Wie lange dauert die Ausbildung und was verdienst du?
- Wo kannst du dich bewerben und welche Karrierewege gibt es?
- Einstellungstest und Auswahlverfahren bei der Feuerwehr
- So bereitest du dich auf den Feuerwehr-Einstellungstest vor
Welche Ausbildungswege gibt es bei der Feuerwehr?
Der klassische Weg in den mittleren feuerwehrtechnischen Dienst führt bei vielen Berufsfeuerwehren über eine bereits abgeschlossene Berufsausbildung. Die Feuerwehr Frankfurt verlangt für ihre 18-monatige Laufbahnausbildung beispielsweise mindestens einen Hauptschulabschluss und eine anerkannte Berufsausbildung. Unter bestimmten Voraussetzungen werden dort auch andere technische oder schulische Vorbildungen anerkannt. Während des Vorbereitungsdienstes lernst du Brandbekämpfung, technische Hilfeleistung und Rettungsdienst kennen.
Daneben gibt es Einstiegswege ohne vorherige Berufsausbildung. In Frankfurt kannst du beispielsweise eine dreijährige Ausbildung zum Werkfeuerwehrmann beziehungsweise zur Werkfeuerwehrfrau beginnen. Die ersten eineinhalb Jahre vermitteln handwerkliche Kenntnisse unter anderem in Metall-, Elektro-, Holz-, Sanitär- und Heizungstechnik. Anschließend folgen feuerwehrtechnische und rettungsdienstliche Inhalte.
Andere Feuerwehren haben eigene Modelle. Die Berliner Feuerwehr bietet beispielsweise verschiedene Einstiegswege wie 112 Classic, 112 Direkt, 112 Direkt Plus oder Kombinationen mit der Notfallsanitäterausbildung an. Für Bewerber mit abgeschlossenem Bachelorstudium existieren zusätzlich Wege in den gehobenen feuerwehrtechnischen Dienst.
Was macht man bei einer Berufsfeuerwehr?
Im Einsatzdienst geht es längst nicht nur um das Löschen von Bränden. Feuerwehrleute retten Menschen und Tiere, leisten technische Hilfe bei Verkehrsunfällen, sichern Einsatzstellen und helfen bei Unwettern, Gefahrstoffunfällen oder anderen Notlagen. Bei vielen Berufsfeuerwehren gehört außerdem der Rettungsdienst zu den zentralen Aufgaben. Entsprechend enthalten Ausbildungswege häufig mindestens eine rettungsdienstliche Qualifikation. Die Frankfurter Brandmeisterausbildung beinhaltet beispielsweise die Ausbildung zum Rettungssanitäter.
Neben Einsätzen gehört viel Ausbildung und Übung zum Berufsalltag. Du trainierst den Umgang mit Atemschutzgeräten, Leitern, Pumpen, hydraulischen Rettungsgeräten und anderen Einsatzmitteln. Außerdem müssen Fahrzeuge und Geräte kontrolliert und gepflegt werden. Je nach Feuerwehr arbeitest du häufig in längeren Schichten, beispielsweise in einem 24-Stunden-Modell.
Auch Werkfeuerwehrleute lernen Brandbekämpfung, Menschenrettung, technische Hilfeleistung und Einsätze mit radioaktiven, biologischen oder chemischen Gefahrstoffen. Hinzu kommen vorbeugender Brandschutz und handwerklich-technische Kenntnisse.
Welche Voraussetzungen musst du erfüllen?
Die Voraussetzungen hängen vom Einstiegsweg und vom jeweiligen Bundesland ab. Für den mittleren feuerwehrtechnischen Dienst wird häufig mindestens ein Hauptschulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung verlangt. Frankfurt setzt für diesen Weg zusätzlich unter anderem ein Mindestalter von 18 Jahren, den Führerschein Klasse B und ein aktuelles Deutsches Schwimmabzeichen in Silber voraus. Außerdem musst du die theoretische und praktisch-sportliche Eignungsprüfung bestehen und gesundheitlich geeignet sein.
Für direkte Ausbildungswege gelten teilweise andere Voraussetzungen. Bei der Frankfurter Werkfeuerwehr-Ausbildung reichen beispielsweise mindestens ein Hauptschulabschluss und ein Mindestalter von 17 Jahren. Auch hier werden gesundheitliche Eignung, Schwimmfähigkeit, Teamfähigkeit, technisches Interesse und handwerkliches Geschick verlangt.
Wichtig sind außerdem psychische Belastbarkeit und Verantwortungsbewusstsein. Im Einsatz musst du auch unter Zeitdruck ruhig arbeiten und dich auf deine Kollegen verlassen können. Gute Grundlagen in Mathematik, Deutsch, Physik und Technik helfen dir beim Einstellungstest und später in der Ausbildung. Welche Altersgrenzen, Führerscheine oder Schulabschlüsse gelten, solltest du immer bei der Feuerwehr prüfen, bei der du dich konkret bewerben möchtest.
Wie lange dauert die Ausbildung und was verdienst du?
Die Ausbildungsdauer hängt vom Einstiegsweg ab. Die Laufbahnausbildung zum Brandmeister im mittleren feuerwehrtechnischen Dienst dauert in Frankfurt 18 Monate. Sie besteht aus einem Feuerwehrgrundlehrgang und zwei längeren Praxisabschnitten. Währenddessen absolvierst du unter anderem die Rettungssanitäterausbildung und erwirbst die Fahrerlaubnis Klasse CE.
Die staatlich anerkannte Ausbildung zum Werkfeuerwehrmann beziehungsweise zur Werkfeuerwehrfrau dauert dagegen drei Jahre. Sie verbindet handwerkliche Ausbildung mit Feuerwehrtechnik und Rettungsdienst und endet mit einer IHK-Prüfung.
Auch die Bezahlung ist nicht bundesweit einheitlich. Sie richtet sich unter anderem nach Bundesland, Ausbildungsweg und Beamten- oder Tarifstatus. Die Berliner Feuerwehr nennt für den Einstieg 112 Classic aktuell beispielsweise rund 2.408 Euro brutto Anwärterbezüge. Beim dreijährigen beziehungsweise erweiterten Direkteinstieg können die Bezüge niedriger beginnen. Für 112 Direkt werden derzeit etwa 1.527 Euro brutto genannt.
Die Beträge sind deshalb nur Beispiele. Bei kommunalen Feuerwehren können andere Landesbesoldungsgesetze oder Tarifverträge gelten.
Wo kannst du dich bewerben und welche Karrierewege gibt es?
Ausbildungsplätze findest du vor allem bei Berufsfeuerwehren größerer Städte sowie bei Werkfeuerwehren von Industrieunternehmen, Flughäfen oder anderen großen Betrieben. Die konkreten Einstiegswege unterscheiden sich deutlich. Manche Feuerwehren verlangen bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung, andere bieten Stufen- oder Direktausbildungen für Schulabgänger an. Köln, Berlin und Frankfurt nutzen beispielsweise jeweils unterschiedliche Modelle.
Mit Berufserfahrung kannst du dich auf bestimmte Bereiche spezialisieren, beispielsweise Höhenrettung, Tauchen, Leitstelle, Atemschutz oder technische Sonderaufgaben. Die Berliner Feuerwehr nennt unter anderem Höhenrettung, Tauchgruppe und Leitstelle als Entwicklungsmöglichkeiten.
Auch ein späterer Aufstieg in den gehobenen feuerwehrtechnischen Dienst ist möglich, wenn du die laufbahnrechtlichen Voraussetzungen erfüllst. Direkte Einstiege in den gehobenen Dienst setzen häufig bereits ein geeignetes Hochschulstudium voraus. In Frankfurt dauert der entsprechende Vorbereitungsdienst beispielsweise zwei Jahre.
Einstellungstest und Auswahlverfahren bei der Feuerwehr
Einen bundesweit einheitlichen Feuerwehr-Einstellungstest gibt es nicht. Jede Berufsfeuerwehr legt ihr eigenes Auswahlverfahren fest. Typisch ist jedoch eine Kombination aus theoretischem oder digitalem Eignungstest, Sportprüfung, praktischem beziehungsweise sozialem Auswahlteil und medizinischer Untersuchung. Frankfurt führt für den mittleren Dienst zunächst einen schriftlichen und danach einen praktisch-sportlichen Eignungstest durch. Anschließend folgen Vorstellungsgespräch sowie arbeitsmedizinische und amtsärztliche Untersuchung.
Köln verwendet einen psychologischen Onlinetest, Sporttest und anschließend ein Assessment-Center. Der Onlinetest prüft dort ausdrücklich anschauliches Denken, Sorgfalt, Arbeitstempo, sprachliches Verständnis, Rechtschreibung und Mathematik. Berlin kombiniert je nach Einstieg Sportprüfung, Onlinetest, strukturiertes Interview, Rollen- oder Fallaufgaben, Praxis- und Teamtest sowie ärztliche Eignungsuntersuchung.
Mathematik
Mathematik gehört bei einigen Feuerwehren ausdrücklich zum Einstellungstest. Die Stadt Köln nennt diesen Bereich beispielsweise direkt als Bestandteil ihres psychologischen Onlinetests. Typisch sind Grundrechenarten, Brüche, Prozentrechnung, Dreisatz und einfache Sachaufgaben. Denkbar sind außerdem Berechnungen mit Zeit, Strecke, Mengen oder Einheiten. Im späteren Feuerwehrdienst hilft dir ein solides Zahlenverständnis beispielsweise bei technischen Zusammenhängen, Geräteleistungen oder einfachen Einsatzberechnungen.
Deutsch und Sprachverständnis
Feuerwehrleute müssen Arbeitsaufträge, Vorschriften und Einsatzinformationen schnell und eindeutig verstehen. Deshalb können Rechtschreibung und Sprachverständnis geprüft werden. Köln nennt beide Bereiche ausdrücklich im Onlinetest. Möglich sind beispielsweise Fehlertexte, Wortbedeutungen, Grammatik oder kurze Sachtexte mit Verständnisfragen. Gute Sprachkenntnisse sind auch im Einsatz wichtig, weil Informationen klar an Kollegen, Leitstelle oder andere Einsatzkräfte weitergegeben und Vorgänge später dokumentiert werden müssen.
Logisches und anschauliches Denken
Technische und räumliche Aufgaben spielen bei vielen Feuerwehrtests eine wichtige Rolle. Köln bezeichnet diesen Bereich als anschauliches Denken. Dabei können beispielsweise Figurenfolgen, Würfel, räumliche Zuordnungen oder technische Darstellungen vorkommen. Solche Fähigkeiten helfen dir später, Einsatzlagen schnell zu überblicken und technische Zusammenhänge zu verstehen. Besonders bei Geräten, Fahrzeugen oder Rettungsmaßnahmen musst du Informationen unter Zeitdruck erfassen und praktisch umsetzen können.
Konzentration, Sorgfalt und Arbeitstempo
Im Einsatz darfst du wichtige Details auch unter Stress nicht übersehen. Deshalb prüfen Feuerwehrtests häufig Konzentration, Genauigkeit und Arbeitstempo. Köln nennt Sorgfalt und Arbeitstempo ausdrücklich als Testbereiche. Denkbar sind Aufgaben, bei denen du Zeichen, Zahlen oder Informationen schnell vergleichst und Abweichungen erkennen musst. Wichtig ist dabei die Balance zwischen Geschwindigkeit und Fehlerfreiheit. Diese Fähigkeit brauchst du später beispielsweise beim Prüfen von Geräten, beim Erfassen einer Einsatzlage oder beim Arbeiten mit Atemschutz.
Technisches und handwerkliches Verständnis
Feuerwehrleute arbeiten täglich mit Pumpen, Leitern, Fahrzeugen, Atemschutzgeräten und hydraulischen Werkzeugen. Technisches und handwerkliches Verständnis ist deshalb besonders wichtig. Direkte Ausbildungswege wie die Werkfeuerwehr-Ausbildung vermitteln sogar umfangreiche Kenntnisse aus Metall-, Elektro-, Holz-, Sanitär- und Heizungstechnik. Im Auswahlverfahren können einfache technische Aufgaben oder praktische Übungen vorkommen. Berlin nutzt beispielsweise einen Praxis- und Teamtest mit einfachen einsatzbezogenen und handwerklich-technischen Aufgaben.
Sporttest
Der Sporttest ist einer der wichtigsten Bestandteile des Feuerwehr-Auswahlverfahrens. Die Anforderungen unterscheiden sich allerdings deutlich. Frankfurt prüft beispielsweise Höhen- und Engetauglichkeit, Kraft, Koordination und Ausdauer. Zum Verfahren gehören unter anderem Leitersteigen bis rund 30 Meter, eine Atemschutzübungsstrecke, ein Hindernisparcours und ein Treppenlauf mit Schlauchpaket und Atemschutzgerät.
Köln verwendet neun Übungen, darunter Wechselsprünge, Liegestütze, Gleichgewicht, Beugehang, Medizinballwurf, Kasten-Bumerang-Test, Personenrettung und einen 3.000-Meter-Lauf. Du solltest deshalb immer gezielt nach den Anforderungen deiner Wunschfeuerwehr trainieren.
Persönlichkeit, Teamarbeit und Vorstellungsgespräch
Feuerwehreinsätze funktionieren nur als Team. Deshalb prüfen viele Berufsfeuerwehren nicht nur Wissen und Fitness, sondern auch Kommunikation und Verhalten. Berlin setzt beispielsweise ein strukturiertes Interview mit Selbstpräsentation sowie Fallbeispiel oder Rollenspiel ein. Hinzu kommt ein Praxis- und Teamtest. Im gehobenen Dienst nutzt Frankfurt unter anderem Gruppendiskussion, Präsentation und Konfliktgespräch.
Dabei solltest du zeigen, dass du ruhig kommunizieren, Verantwortung übernehmen und mit anderen zusammenarbeiten kannst. Im Vorstellungsgespräch solltest du außerdem die Aufgaben deiner Feuerwehr und deine Motivation für den Einsatzdienst erklären können.
So bereitest du dich auf den Feuerwehr-Einstellungstest vor
Bereite dich sowohl auf den theoretischen als auch auf den sportlichen Teil vor. Trainiere Mathematik, Deutsch, Logik, Konzentration, räumliches und technisches Denken und informiere dich genau über deine Wunschfeuerwehr. Für den Sporttest solltest du frühzeitig Ausdauer, Kraft, Koordination und Beweglichkeit aufbauen, denn die Anforderungen lassen sich nicht innerhalb weniger Tage erreichen.
Beim Ausbildungspark kannst du typische Aufgabenformate aus Feuerwehr-Einstellungstests kennenlernen und das Arbeiten unter Zeitdruck üben. Der Ausbildungspark Verlag ist Bildungspartner unter anderem der Deutschen Feuerwehr-Gewerkschaft, der Gewerkschaft der Polizei, des Olympiastützpunktes Hessen und des Deutschen Bundeswehrverbandes und engagiert sich gemeinsam mit seinen Partnern für einen erfolgreichen Berufseinstieg junger Menschen.














