Als Gärtner/in arbeitest du mit Pflanzen, Böden und natürlichen Lebensräumen. Je nach Fachrichtung ziehst du Pflanzen heran, baust Obst oder Gemüse an, gestaltest Außenanlagen, pflegst Friedhöfe oder produzierst Bäume, Stauden und Zierpflanzen. Dabei verbindest du praktische Arbeit mit biologischem Wissen, Technik und zunehmend auch digitalen Arbeitsmitteln. Die duale Ausbildung dauert drei Jahre und wird in sieben verschiedenen Fachrichtungen angeboten.
Der Arbeitsplatz kann entsprechend unterschiedlich aussehen: Gärtnerei, Gewächshaus, Baumschule, Obst- oder Gemüsebaubetrieb, Friedhof, Parkanlage oder Baustelle. Auch Kommunen und andere öffentliche Arbeitgeber bilden Gärtner aus. Einen bundesweit einheitlichen Einstellungstest gibt es nicht. Einige Städte nutzen jedoch schriftliche, digitale oder praktische Eignungstests, während andere stärker auf Bewerbung, Vorstellungsgespräch und Probearbeiten setzen.
Inhalte:
- Was macht ein Gärtner?
- Welche Fachrichtungen gibt es?
- Wie läuft die Ausbildung zum Gärtner ab?
- Welche Voraussetzungen solltest du mitbringen?
- Wie viel verdient man während der Ausbildung?
- Wo arbeiten Gärtner und welche Karrierewege gibt es?
- Einstellungstest und Auswahlverfahren für Gärtner
- So bereitest du dich auf den Einstellungstest vor
Was macht ein Gärtner?
Die Aufgaben hängen stark von der gewählten Fachrichtung ab. Gemeinsam ist allen Gärtnern, dass sie mit Pflanzen und pflanzlichen Produkten arbeiten, Böden beziehungsweise Substrate beurteilen und pflegen sowie Maschinen, Geräte und betriebliche Einrichtungen einsetzen. Auch Natur- und Umweltschutz, Arbeitssicherheit und wirtschaftliches Arbeiten gehören zum Berufsbild.
In der Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau gestaltest du beispielsweise Parks, Gärten, Spielplätze und andere Außenanlagen. Du pflanzt Bäume, Sträucher und Stauden, legst Rasenflächen an, pflasterst Wege, baust Mauern oder Treppen und führst Be- und Entwässerungsarbeiten durch.
Andere Fachrichtungen konzentrieren sich stärker auf die Pflanzenproduktion. Im Gemüsebau ziehst du Gemüsepflanzen heran, pflegst Kulturen, erntest und bereitest die Produkte für Verkauf oder Lagerung vor. In der Baumschule vermehrst und kultivierst du Gehölze. Die Fachrichtungen Obstbau, Staudengärtnerei und Zierpflanzenbau setzen wiederum eigene Schwerpunkte bei Produktion, Pflege und Vermarktung. Friedhofsgärtner gestalten und pflegen unter anderem Grabstätten und Friedhofsflächen.
Welche Fachrichtungen gibt es?
Die Ausbildungsordnung unterscheidet sieben Fachrichtungen:
- Baumschule
- Friedhofsgärtnerei
- Garten- und Landschaftsbau
- Gemüsebau
- Obstbau
- Staudengärtnerei
- Zierpflanzenbau
Die Ausbildung dauert in allen Fachrichtungen grundsätzlich 36 Monate. Ein Teil der Ausbildungsinhalte ist gemeinsam, anschließend werden die Kenntnisse und praktischen Fähigkeiten der jeweiligen Fachrichtung vertieft.
Welche Fachrichtung zu dir passt, hängt vor allem davon ab, was dich interessiert. Wenn du gerne Baustellen und Außenanlagen gestaltest, bietet sich Garten- und Landschaftsbau an. Wer sich besonders für Pflanzenproduktion interessiert, kann beispielsweise Zierpflanzen-, Gemüse-, Obst- oder Staudenbau wählen. Baumschulen konzentrieren sich auf Gehölze, während in der Friedhofsgärtnerei Pflanzenkenntnisse mit Gestaltung und sensibler Kundenbetreuung verbunden werden.
Wie läuft die Ausbildung zum Gärtner ab?
Gärtner/in ist ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf im Bereich Landwirtschaft. Die Ausbildung dauert regulär drei Jahre beziehungsweise 36 Monate und findet dual im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule statt. Zusätzlich können überbetriebliche Ausbildungsabschnitte hinzukommen. Die derzeit geltende Ausbildungsordnung stammt aus dem Jahr 1996.
Zu den gemeinsamen Ausbildungsinhalten gehören unter anderem das Planen und Vorbereiten von Arbeitsabläufen, das Bearbeiten und Pflegen von Böden, das Verwenden von Pflanzen, das Bedienen und Warten von Maschinen sowie Natur-, Umwelt- und Arbeitsschutz. Anschließend kommen die fachrichtungsspezifischen Inhalte hinzu. Im Garten- und Landschaftsbau lernst du beispielsweise zusätzlich Baustelleneinrichtung, Erdarbeiten, befestigte Flächen, Bauwerke in Außenanlagen sowie vegetationstechnische Arbeiten kennen.
Während der Ausbildung findet eine Zwischenprüfung statt. Die Abschlussprüfung ist anschließend auf deine Fachrichtung zugeschnitten und umfasst praktische sowie schriftliche Prüfungsbestandteile. Die Ausbildungsordnung enthält für jede der sieben Fachrichtungen eigene Prüfungsregelungen.
Welche Voraussetzungen solltest du mitbringen?
Gesetzlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Ausbildungsbetriebe können jedoch eigene Anforderungen festlegen. Die Stadt Frankfurt verlangt für ihre Ausbildung im Garten- und Landschaftsbau 2027 beispielsweise mindestens einen Hauptschulabschluss. Auch die Stadtwerke Löhne nennen Haupt- oder Realschulabschluss und wünschen mindestens befriedigende Leistungen in Mathematik und Biologie.
Wichtiger als ein möglichst hoher Abschluss sind häufig Interesse an Pflanzen und Natur, körperliche Fitness, handwerkliches Geschick und technisches Verständnis. Gerade im Garten- und Landschaftsbau arbeitest du viel im Freien, bewegst Materialien und nutzt Maschinen und Werkzeuge. Je nach Fachrichtung kann die Arbeit außerdem in Gewächshäusern, Produktionshallen oder auf Kulturflächen stattfinden.
Hilfreiche Schulfächer sind besonders Biologie, Mathematik und Werken beziehungsweise Technik. Biologisches Wissen hilft dir, Pflanzenansprüche, Wachstum und Krankheiten zu verstehen. Mathematik brauchst du unter anderem für Flächen-, Mengen- und Materialberechnungen. Im Garten- und Landschaftsbau kommen zusätzlich räumliches Denken und handwerkliche Fähigkeiten hinzu.
Auch Teamfähigkeit und Zuverlässigkeit sind wichtig. Viele Arbeiten werden gemeinsam ausgeführt, und bei Maschinen, Baustellen oder Pflanzenschutzmaßnahmen müssen Sicherheitsvorgaben genau eingehalten werden. Ein Praktikum kann dir helfen, die körperlichen und praktischen Anforderungen vor der Bewerbung realistisch kennenzulernen.
Wie viel verdient man während der Ausbildung?
Die Ausbildungsvergütung hängt stark von Fachrichtung, Region und Tarifvertrag ab. Im Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau gelten seit 1. Juli 2026 tariflich beispielsweise folgende monatliche Bruttobeträge:
1. Ausbildungsjahr: 1.140 Euro
2. Ausbildungsjahr: 1.270 Euro
3. Ausbildungsjahr: 1.390 Euro
Bei kommunalen Arbeitgebern kann die Vergütung höher ausfallen. Die Stadt Frankfurt zahlt für ihre Ausbildung im Garten- und Landschaftsbau 2027 nach TVAöD derzeit 1.368,26 Euro im ersten, 1.418,20 Euro im zweiten und 1.464,02 Euro im dritten Ausbildungsjahr. Dieselben Beträge werden aktuell auch bei mehreren anderen kommunalen Arbeitgebern genannt.
Andere Tarifbereiche können wiederum niedrigere oder andere Beträge vorsehen. Entscheidend ist deshalb immer die konkrete Stellenausschreibung beziehungsweise der für den Ausbildungsbetrieb geltende Tarifvertrag.
Wo arbeiten Gärtner und welche Karrierewege gibt es?
Die Beschäftigungsmöglichkeiten unterscheiden sich nach Fachrichtung. Landschaftsgärtner arbeiten beispielsweise in Fachbetrieben des Garten- und Landschaftsbaus oder bei kommunalen Grünflächenämtern. Baumschulgärtner finden Stellen in Baumschulen, Gartenbau- und Pflanzenschutzämtern oder Versuchseinrichtungen. Gemüse-, Obst-, Stauden- und Zierpflanzengärtner arbeiten vor allem in spezialisierten Produktionsbetrieben.
Auch die Bundeswehr bildet Gärtner in der Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau aus. Kommunale Arbeitgeber wie Frankfurt, Berlin, Aachen oder Ingolstadt unterhalten ebenfalls eigene Ausbildungsplätze in verschiedenen gärtnerischen Fachrichtungen.
Nach der Ausbildung kannst du dich fachlich spezialisieren oder eine Aufstiegsfortbildung absolvieren. Ein klassischer Weg ist die Weiterbildung zum Gärtnermeister beziehungsweise zur Gärtnermeisterin. Weitere anerkannte Möglichkeiten sind je nach beruflichem Schwerpunkt beispielsweise Geprüfte/r Natur- und Landschaftspfleger/in, Kundenberater/in Gartenbau oder Fachagrarwirt/in Baumpflege mit der Abschlussbezeichnung Bachelor Professional Baumpflege.
Einstellungstest und Auswahlverfahren für Gärtner
Einen bundesweit vorgeschriebenen Gärtner-Einstellungstest gibt es nicht. Ausbildungsbetriebe gestalten ihre Auswahl selbst. Manche Betriebe entscheiden nach Bewerbungsunterlagen, Praktikum und Vorstellungsgespräch. Andere öffentliche Arbeitgeber setzen einen strukturierten Eignungstest ein.
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt nutzt für die Ausbildung im Garten- und Landschaftsbau beispielsweise einen Online-Vortest und anschließend einen Berufseignungstest mit schriftlichen und praktischen Aufgaben sowie gegebenenfalls einem Vorstellungsgespräch. Ingolstadt nennt für seine Gärtner-Ausbildungen Bewerbungsunterlagen, schriftlichen Einstellungstest und Vorstellungsgespräch. Die Stadt Zwickau verzichtet dagegen beim Gärtnerberuf auf einen vorherigen Einstellungstest und kann nach dem Vorstellungsgespräch ein Probearbeiten durchführen.
Die konkreten Testinhalte werden von den Arbeitgebern meist nicht vollständig veröffentlicht. Sinnvoll ist deshalb eine Vorbereitung auf Fähigkeiten, die direkt zum Beruf passen.
Mathematik
Mathematik ist besonders im Garten- und Landschaftsbau wichtig. Du musst beispielsweise Flächen berechnen, Mengen bestimmen oder Materialbedarf einschätzen. Auch Maßeinheiten und Dreisatz können im Berufsalltag eine Rolle spielen. Die Stadtwerke Löhne wünschen für ihre Ausbildung ausdrücklich mindestens befriedigende Leistungen in Mathematik.
In einem Einstellungstest sind deshalb Grundrechenarten, Brüche, Prozentrechnung, Dreisatz und Geometrie naheliegend. Übe insbesondere Flächenberechnungen und das Umrechnen von Längen-, Flächen- und Volumeneinheiten.
Biologie und Pflanzenwissen
Gärtner arbeiten täglich mit Pflanzen. Ein Auswahltest kann deshalb einfache Fragen zu Pflanzen, Wachstum, Jahreszeiten oder biologischen Zusammenhängen enthalten. Vor Ausbildungsbeginn wird normalerweise noch kein umfangreiches botanisches Fachwissen erwartet.
Du solltest aber Interesse an Pflanzen zeigen und wichtige Grundlagen kennen. Bei der Stadtwerke-Ausbildung in Löhne werden neben Mathematik ausdrücklich auch befriedigende Leistungen in Biologie gewünscht.
Technisches und praktisches Verständnis
Je nach Fachrichtung arbeitest du mit Maschinen, Werkzeugen, Bewässerungssystemen oder anderen technischen Einrichtungen. Im Garten- und Landschaftsbau kommen außerdem Pflaster-, Erd- und Bauarbeiten hinzu. Ein Einstellungstest kann deshalb einfache technische oder handwerkliche Aufgaben enthalten.
Besonders wichtig ist dieser Bereich bei praktischen Berufseignungstests. Darmstadt kündigt für seine Auswahl ausdrücklich praktische Aufgaben an. Dabei kann beobachtet werden, ob du Anweisungen verstehst, Werkzeug sinnvoll einsetzt und sorgfältig arbeitest.
Räumliches Denken
Räumliches Vorstellungsvermögen ist vor allem im Garten- und Landschaftsbau hilfreich. Du musst Pläne verstehen, Flächen gestalten und dir vorstellen können, wie Wege, Mauern, Treppen, Pflanzungen oder andere Elemente später zusammenwirken.
In einem Test können deshalb Figuren, Ansichten, einfache Pläne oder räumliche Zuordnungen vorkommen. Solche Aufgaben passen besonders zu einer Fachrichtung, in der Baustellen vorbereitet, befestigte Flächen hergestellt und Bauwerke in Außenanlagen errichtet werden.
Konzentration und Genauigkeit
Gärtner müssen auch bei körperlicher Arbeit sorgfältig bleiben. Pflanzabstände, Mengen, Maße und Maschineneinstellungen müssen stimmen. Beim Einsatz technischer Geräte oder Pflanzenschutzmittel ist Genauigkeit zudem eine Sicherheitsfrage.
In einem Einstellungstest sind deshalb einfache Konzentrationsaufgaben denkbar, etwa Zeichen-, Zahlen- oder Tabellenvergleiche. Die Stadt Hamm nennt Konzentrationsfähigkeit ausdrücklich als eine wichtige persönliche Voraussetzung für ihre Gärtner-Ausbildung.
Deutsch und Sprachverständnis
Auch im Gärtnerberuf musst du Arbeitsanweisungen, Sicherheitsvorschriften, Pflanzeninformationen und technische Unterlagen verstehen. Im Kundenkontakt solltest du dich außerdem verständlich ausdrücken können.
Ein schriftlicher Einstellungstest kann deshalb Aufgaben zu Rechtschreibung, Wortverständnis oder kurzen Sachtexten enthalten. Umfangreiche sprachliche Prüfungen stehen bei einem praktisch orientierten Gärtnerberuf meist weniger im Mittelpunkt als bei Verwaltungsberufen, trotzdem solltest du Anweisungen sicher erfassen können.
Allgemeinwissen und Naturverständnis
Bei größeren Einstellungstests können auch allgemeine Fragen vorkommen. Für Gärtner sind vor allem Themen rund um Natur, Umwelt, Klima und nachhaltige Flächengestaltung naheliegend. Du solltest beispielsweise grundsätzlich verstehen, warum Pflanzen für Stadtklima, Biodiversität und Bodenschutz wichtig sind.
Dabei wird normalerweise kein Spezialwissen vorausgesetzt. Hilfreich ist aber, wenn du dich für Natur und aktuelle Umweltfragen interessierst und erklären kannst, warum du beruflich mit Pflanzen und Grünflächen arbeiten möchtest.
Motivation und praktische Eignung
Im Vorstellungsgespräch oder beim Probearbeiten zählt besonders, ob du eine realistische Vorstellung vom Beruf hast. Gärtnerarbeit bedeutet nicht nur Blumen pflanzen. Je nach Fachrichtung gehören schwere körperliche Arbeit, Maschinen, Baustellen, Witterung, Pflanzenproduktion oder Kundenkontakt dazu.
Du solltest erklären können, warum du gerade die gewählte Fachrichtung interessant findest. Ein Praktikum ist dafür besonders hilfreich. Mehrere öffentliche Arbeitgeber ermöglichen ausdrücklich Praktika, und Zwickau nutzt bei der Gärtner-Auswahl gegebenenfalls sogar Probearbeiten als Teil des Verfahrens.
So bereitest du dich auf den Einstellungstest vor
Wenn dein Ausbildungsbetrieb einen Einstellungstest einsetzt, solltest du vor allem Mathematik, Konzentration, technisches und räumliches Verständnis trainieren. Wiederhole außerdem grundlegende biologische Kenntnisse und beschäftige dich mit Pflanzen, Natur und den typischen Aufgaben deiner gewählten Fachrichtung. Wird eine praktische Prüfung angekündigt, ist ein vorheriges Praktikum besonders sinnvoll.
Beim Ausbildungspark kannst du typische Aufgabenformate aus Einstellungstests kennenlernen und Mathematik, Konzentration, Logik und technisches Verständnis unter Zeitdruck üben. Der Ausbildungspark Verlag ist Bildungspartner unter anderem der Gewerkschaft der Polizei, des Olympiastützpunktes Hessen, des Deutschen Bundeswehrverbandes und der Deutschen Feuerwehr-Gewerkschaft und engagiert sich gemeinsam mit seinen Partnern für einen erfolgreichen Berufseinstieg junger Menschen.














