Kaufmann/-frau für Spedition und Logistikdienstleistung: Ausbildung und Einstellungstest

Als Kaufmann beziehungsweise Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistung organisierst du den Transport von Waren innerhalb Deutschlands und über Ländergrenzen hinweg. Du planst Transporte per Lkw, Bahn, Flugzeug oder Schiff, kalkulierst Preise, kümmerst dich um Frachtpapiere und koordinierst die Zusammenarbeit zwischen Kunden, Transportunternehmen, Lagern und weiteren Beteiligten. Auch Zoll, Versicherungen und internationale Geschäftskontakte können zum Arbeitsalltag gehören. Die duale Ausbildung dauert drei Jahre.

Ausbildungsplätze gibt es bei Speditionen, Logistikunternehmen, Paket- und Expressdiensten sowie Unternehmen mit eigenen Transport- und Logistikbereichen. DHL und Unternehmen der Deutschen Bahn bieten den Beruf beispielsweise regelmäßig an. Einen bundesweit einheitlichen Einstellungstest gibt es nicht. Einzelne große Arbeitgeber setzen jedoch Online-Tests und weitere Auswahlstufen ein. Am DHL-Drehkreuz Leipzig folgt auf die Onlinebewerbung beispielsweise ein Online-Test und danach für Ausbildungsbewerber ein Vorstellungsgespräch.

Was macht ein Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung?

Deine wichtigste Aufgabe besteht darin, Gütertransporte zu planen und zu organisieren. Du entscheidest gemeinsam mit Kunden und Dienstleistern, welcher Verkehrsweg geeignet ist, koordinierst Abholung, Umschlag, Lagerung und Auslieferung und überwachst, ob vereinbarte Termine eingehalten werden. Dabei können Straßen-, Schienen-, Luft-, Binnen- und Seeverkehr eine Rolle spielen.

Außerdem kalkulierst du Transportpreise, vergleichst Angebote und bereitest Verträge vor. Du kümmerst dich um Versicherungsschutz, bearbeitest Reklamationen und Schadenmeldungen und wirkst bei Zahlungsvorgängen und Mahnwesen mit. Bei internationalen Transporten musst du zusätzlich Zoll- und außenwirtschaftliche Vorschriften berücksichtigen und englischsprachige Dokumente bearbeiten.

Der Beruf ist deshalb deutlich mehr als reine Tourenplanung. Kaufmännische Steuerung, Kundenberatung, Lagerlogistik, Marketing, Qualitätsmanagement und Controlling gehören ebenfalls zur Ausbildung. Moderne Informations- und Kommunikationssysteme helfen dir, Sendungen zu verfolgen, Frachtraten zu berechnen und komplexe Logistikketten zu koordinieren.

Wie läuft die Ausbildung ab?

Kaufmann/-frau für Spedition und Logistikdienstleistung ist ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf. Die reguläre Ausbildungsdauer beträgt drei Jahre beziehungsweise 36 Monate. Die Ausbildung findet dual im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule statt. Die derzeit geltende Ausbildungsordnung stammt aus dem Jahr 2004 und wurde 2009 geändert.

Zu den wichtigsten Ausbildungsinhalten gehören:

  • Güterversendung und Transport
  • Lagerlogistik
  • Sammelgut- und Systemverkehre
  • internationale Spedition
  • logistische Dienstleistungen
  • Verträge, Haftung und Versicherungen
  • Gefahrgut, Schutz und Sicherheit
  • Marketing
  • Zahlungsverkehr und Buchführung
  • Kosten- und Leistungsrechnung
  • Controlling und Qualitätsmanagement
  • Informations- und Kommunikationssysteme
  • Englisch bei beruflichen Fachaufgaben

Die Ausbildungsordnung legt ausdrücklich fest, dass du Englisch für Fachaufgaben einsetzen und mit ausländischen Geschäftspartnern kommunizieren können sollst. Auch internationale Spedition, Zollbestimmungen und unterschiedliche Verkehrsträger gehören zum Berufsprofil.

Während der Ausbildung findet eine Zwischenprüfung statt. In der Abschlussprüfung werden Leistungserstellung in Spedition und Logistik, kaufmännische Steuerung und Kontrolle sowie Wirtschafts- und Sozialkunde schriftlich geprüft. Hinzu kommt ein fallbezogenes Fachgespräch. Im größten schriftlichen Bereich bearbeitest du Aufgaben zu Transport, Umschlag, Lagerung, logistischen Dienstleistungen und Marketing und musst auch einen konkreten Verkehrsträger berücksichtigen.

Welche Voraussetzungen solltest du mitbringen?

Gesetzlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Welchen Abschluss ein Ausbildungsbetrieb verlangt, entscheidet er selbst. DHL nennt für diesen Ausbildungsberuf aktuell einen guten Schulabschluss, beispielsweise Realschule, Höhere Handelsschule, Wirtschaftsschule oder Gymnasium. Die TRANSA Spedition, ein Unternehmen im DB-Umfeld, verlangt bei einer aktuellen Ausbildung für 2027 einen mittleren Schulabschluss.

Besonders wichtig sind Sorgfalt, kaufmännisches Denken, Kundenorientierung, Kommunikationsfähigkeit und Verhandlungsgeschick. Diese Anforderungen nennt auch BERUFENET ausdrücklich. Du solltest außerdem gut organisieren können, denn Transportketten bestehen häufig aus vielen einzelnen Schritten, die zeitlich aufeinander abgestimmt werden müssen.

Hilfreiche Schulfächer sind Mathematik, Deutsch, Wirtschaft, Englisch beziehungsweise weitere Fremdsprachen und Geografie. Mathematik brauchst du etwa für Frachttarife und Kalkulationen. Englisch ist im internationalen Geschäft wichtig, während geografische Kenntnisse bei der Planung von Transportwegen helfen. DHL nennt für den Beruf aktuell ebenfalls Deutsch, Englisch, Geografie und einen sicheren Umgang mit dem PC als wichtige Grundlagen.

Wie viel verdient man während der Ausbildung?

Die Ausbildungsvergütung hängt von Bundesland, Arbeitgeber und Tarifvertrag ab. BERUFENET nennt mit Stand April 2026 folgende beispielhafte monatliche Bruttobeträge:

1. Ausbildungsjahr: 825 bis 1.270 Euro
2. Ausbildungsjahr: 885 bis 1.333 Euro
3. Ausbildungsjahr: 977 bis 1.401 Euro

Bei großen tarifgebundenen Unternehmen kann die Vergütung darüber liegen. Die Deutsche Bahn nennt für ihre Auszubildenden seit Juli 2026 abhängig vom Ausbildungsjahr 1.324 bis 1.531 Euro monatlich sowie Weihnachtsgeld. Für aktuelle Ausbildungsstellen als Kaufmann/-frau für Spedition und Logistikdienstleistung gelten innerhalb des DB-Konzerns je nach Unternehmen und Tarifregelung entsprechende beziehungsweise teilweise leicht abweichende Beträge.

Zusätzlich können beispielsweise Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld, Fahrtvergünstigungen oder andere betriebliche Leistungen hinzukommen. Entscheidend ist deshalb immer die konkrete Ausschreibung deines Ausbildungsbetriebs.

Wo arbeiten Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung?

Typische Arbeitgeber sind Speditionen und Logistikdienstleister, Paket- und Expressdienste, Frachtunternehmen sowie Betriebe mit umfangreichen Transport- oder Lagerprozessen. Je nach Arbeitgeber arbeitest du beispielsweise in Disposition, Kundenservice, Import und Export, Luft- oder Seefracht, Lagerlogistik, Vertrieb oder Abrechnung.

DHL bildet Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung beispielsweise für nationale und internationale Transporte mit Flugzeug, Bahn, Lkw und Schiff aus. Zu den Aufgaben gehören dort Routenplanung, Frachtraten, Zollgebühren, Ausschreibungen und Transportverträge. Am DHL-Drehkreuz Leipzig organisieren Auszubildende unter anderem den internationalen Versand von Paketen.

Bei TRANSA im DB-Konzern lernst du unter anderem Güterversand, Umschlag und Lagerung auf verschiedenen Verkehrswegen, berätst internationale Geschäftspartner und erstellst Preiskalkulationen und Angebote.

Nach der Ausbildung kannst du dich beispielsweise auf Disposition, internationale Transporte, Zoll, Vertrieb oder Logistikmanagement spezialisieren. Als berufliche Weiterbildung kommen unter anderem Fachwirt-Qualifikationen im Bereich Güterverkehr und Logistik oder kaufmännische Weiterbildungen infrage. Mit den entsprechenden Voraussetzungen kannst du außerdem beispielsweise Logistik, Verkehrsbetriebswirtschaft oder Supply Chain Management studieren.

Einstellungstest und Auswahlverfahren für Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung

Einen bundesweit vorgeschriebenen Einstellungstest gibt es nicht. Jeder Arbeitgeber entscheidet selbst, wie er seine Auszubildenden auswählt. Bei kleineren Speditionen können Bewerbung und Vorstellungsgespräch ausreichen. Große Logistikunternehmen verwenden teilweise zusätzliche Online-Tests.

Ein konkretes Beispiel liefert das DHL-Drehkreuz Leipzig, an dem auch Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung ausgebildet werden. Dort besteht der Bewerbungsprozess aktuell aus Onlinebewerbung, einem von zu Hause durchgeführten Online-Test und anschließendem Vorstellungsgespräch. Welche konkreten Aufgaben im Test gestellt werden, veröffentlicht DHL auf der Ausbildungsseite allerdings nicht.

Deshalb sollten Testthemen, die nicht ausdrücklich veröffentlicht werden, nicht als garantiert dargestellt werden. Aufgrund der offiziellen Berufsanforderungen und Arbeitgeberprofile eignen sich vor allem die folgenden Bereiche zur Vorbereitung.

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Mathematik und kaufmännisches Rechnen

Mathematik gehört laut BERUFENET zu den besonders wichtigen Schulfächern. Du brauchst sie beispielsweise, um Laufzeiten, Frachttarife und Preise zu berechnen.

Für einen Einstellungstest sind daher Grundrechenarten, Prozentrechnung, Dreisatz und kaufmännische Sachaufgaben besonders sinnvoll. Denkbar sind beispielsweise Aufgaben, bei denen du Transportkosten vergleichst, Mengen berechnest oder aus mehreren Angeboten die wirtschaftlichste Lösung bestimmst. Spezielle Speditionskalkulationen musst du vor Ausbildungsbeginn normalerweise noch nicht beherrschen.

Deutsch und Sprachverständnis

Auch Deutsch gehört zum offiziellen Anforderungsprofil. Du kommunizierst mit Kunden und Transportunternehmen, schreibst E-Mails und bearbeitest Verträge, Transportpapiere und Reklamationen.

In einem möglichen Einstellungstest können deshalb Rechtschreibung, Grammatik, Wortverständnis oder kurze Sachtexte vorkommen. Besonders wichtig ist, Informationen genau zu erfassen. Bei Transportaufträgen können bereits falsch verstandene Mengen, Termine oder Adressen zu erheblichen Problemen führen.

Englisch

Englisch ist für diesen Beruf besonders relevant. Die Ausbildungsordnung schreibt ausdrücklich die Anwendung der englischen Sprache bei Fachaufgaben vor. Kaufleute sollen mit ausländischen Geschäftspartnern und Kunden auf Englisch kommunizieren und englischsprachige Dokumente bearbeiten können.

Auch DHL nennt gute Englischkenntnisse als wichtige Voraussetzung. In einem betrieblichen Auswahltest sind deshalb einfache Grammatik-, Wortschatz- oder Textverständnisaufgaben denkbar. Besonders sinnvoll ist es, alltägliches Geschäftsenglisch und grundlegende Begriffe rund um Transport und Logistik zu wiederholen.

Logisches und organisatorisches Denken

Logistik besteht aus miteinander verbundenen Abläufen. Eine Ware muss abgeholt, transportiert, eventuell umgeschlagen oder zwischengelagert und anschließend rechtzeitig ausgeliefert werden. Dabei musst du Termine, Kapazitäten und Kosten gleichzeitig im Blick behalten.

Aufgaben zu logischem Denken, Reihenfolgen oder organisatorischen Zusammenhängen sind daher eine sinnvolle Vorbereitung, auch wenn sie nicht für jeden Arbeitgeber ausdrücklich als Testbestandteil dokumentiert sind. Übe beispielsweise, Abläufe sinnvoll zu ordnen oder aus mehreren Bedingungen eine passende Lösung abzuleiten.

Geografie und Transportwege

Geografie ist für diesen Ausbildungsberuf ungewöhnlich wichtig. BERUFENET nennt das Fach ausdrücklich, weil Kaufleute Frachtrouten planen. Auch DHL hebt gute Kenntnisse in Geografie bei seinen Anforderungen hervor.

Informiere dich deshalb über wichtige deutsche und europäische Städte, Länder, Häfen und Verkehrsachsen. Du solltest grundlegende geografische Zusammenhänge verstehen und beispielsweise einschätzen können, welche Verkehrswege für bestimmte Transporte grundsätzlich infrage kommen. Ein detailliertes Auswendiglernen weltweiter Routen ist vor Ausbildungsbeginn dagegen nicht notwendig.

Konzentration und Genauigkeit

Sorgfalt gehört laut BERUFENET ausdrücklich zu den zentralen Berufsanforderungen, beispielsweise beim Erstellen von Transportdokumenten und Zollerklärungen.

Konzentrationsaufgaben sind daher für einen betrieblichen Einstellungstest gut vorstellbar. Dabei könnten beispielsweise Zahlen, Frachtangaben, Tabellen oder Zeichen unter Zeitdruck miteinander verglichen werden. Gerade bei Adressen, Gewichten, Terminen und Dokumenten ist im späteren Beruf genaues Arbeiten unverzichtbar.

Wirtschaftliches Denken und Kundenorientierung

Kaufmännisches Denken, Kundenorientierung, Kommunikationsfähigkeit und Verhandlungsgeschick gehören offiziell zu den wichtigen Anforderungen. Im Vorstellungsgespräch oder bei situativen Aufgaben kann deshalb beispielsweise gefragt werden, wie du auf eine verspätete Lieferung, eine Reklamation oder steigende Transportkosten reagieren würdest.

Eine gute Antwort berücksichtigt sowohl die Interessen des Kunden als auch die wirtschaftlichen Möglichkeiten des Unternehmens. Gerade in der Spedition musst du häufig schnell Lösungen finden, ohne Kosten, Liefertermine oder vertragliche Vorgaben aus dem Blick zu verlieren.

So bereitest du dich auf den Einstellungstest vor

Prüfe zuerst, welches Auswahlverfahren dein Wunschunternehmen tatsächlich verwendet. Wird ein Online- oder Einstellungstest angekündigt, solltest du besonders Mathematik, Deutsch, Englisch und Konzentration trainieren. Aufgrund des Berufs sind außerdem logisches Denken, geografische Grundlagen und wirtschaftliche Zusammenhänge sinnvoll. Übe möglichst auch unter Zeitdruck und wiederhole Prozentrechnung, Dreisatz und einfache kaufmännische Sachaufgaben.

Informiere dich zusätzlich über das Unternehmen und seine Transportbereiche. Du solltest wissen, ob es beispielsweise hauptsächlich Straßen-, Luft-, See- oder Schienentransporte organisiert und welche internationalen Märkte eine Rolle spielen. Beim Ausbildungspark kannst du typische Aufgabenformate aus Einstellungstests kennenlernen und insbesondere Mathematik, Deutsch, Englisch, Logik und Konzentration trainieren.

Der Ausbildungspark Verlag ist Bildungspartner unter anderem der Gewerkschaft der Polizei, des Olympiastützpunktes Hessen, des Deutschen Bundeswehrverbandes und der Deutschen Feuerwehr-Gewerkschaft und engagiert sich gemeinsam mit seinen Partnern für einen erfolgreichen Berufseinstieg junger Menschen.

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