Als Kfz-Mechatroniker oder Kfz-Mechatronikerin arbeitest du an Fahrzeugen, deren Technik heute Mechanik, Elektronik und digitale Systeme miteinander verbindet. Du wartest Fahrzeuge, suchst Fehler mit modernen Diagnosegeräten und reparierst oder ersetzt defekte Bauteile. Die duale Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre und kann in fünf unterschiedlichen Schwerpunkten absolviert werden. Neben handwerklichem Geschick brauchst du vor allem technisches Verständnis, Sorgfalt und gute Grundlagen in Mathematik und Physik. Bei größeren Ausbildungsbetrieben kann zur Bewerbung außerdem ein mehrstufiges Auswahlverfahren mit Online-Test, Arbeitsprobe und Vorstellungsgespräch gehören.
Inhalte:
- Was macht ein Kfz-Mechatroniker oder eine Kfz-Mechatronikerin?
- Wie läuft die Ausbildung ab?
- Welche Voraussetzungen solltest du mitbringen?
- Wie viel verdient man in der Ausbildung zum Augenoptiker?
- Wo arbeiten Kfz-Mechatroniker?
- Einstellungstest und Auswahlverfahren für Kfz-Mechatroniker
- So bereitest du dich auf den Einstellungstest vor
Was macht ein Kfz-Mechatroniker oder eine Kfz-Mechatronikerin?
Kfz-Mechatroniker warten, prüfen und reparieren Kraftfahrzeuge und deren technische Systeme. Dabei arbeiten sie längst nicht mehr nur an Motor, Getriebe oder Bremsen, sondern auch an elektronischen Steuerungen, Fahrerassistenzsystemen und vernetzten Fahrzeugkomponenten. Mithilfe elektronischer und computergestützter Mess- und Diagnosegeräte suchen sie nach Fehlern und vergleichen Messwerte mit den vorgegebenen Sollwerten. Defekte oder verschlissene Bauteile werden instand gesetzt oder ausgetauscht, außerdem gehören Servicearbeiten und der Wechsel von Betriebsflüssigkeiten zum Berufsalltag. Je nach Schwerpunkt arbeitest du beispielsweise an Pkw, Nutzfahrzeugen, Motorrädern, Hochvoltsystemen oder Karosserietechnik. Auch Elektro- und Hybridfahrzeuge spielen inzwischen eine wichtige Rolle im Berufsbild.
Wie läuft die Ausbildung ab?
Kfz-Mechatroniker/in ist ein anerkannter dualer Ausbildungsberuf in Industrie und Handwerk. Die Ausbildung dauert 42 Monate beziehungsweise 3,5 Jahre und findet im Ausbildungsbetrieb sowie in der Berufsschule statt. Im Laufe der Ausbildung lernst du unter anderem, Fahrzeuge und Systeme zu prüfen, Fehler zu diagnostizieren, Bauteile zu montieren und Reparaturen fachgerecht durchzuführen.
Die Ausbildung ist in fünf Schwerpunkten möglich:
- Personenkraftwagentechnik
- Nutzfahrzeugtechnik
- Motorradtechnik
- System- und Hochvolttechnik
- Karosserietechnik
Welcher Schwerpunkt angeboten wird, hängt vom Ausbildungsbetrieb ab. Besonders bei der System- und Hochvolttechnik beschäftigst du dich intensiv mit Elektro- und Hybridantrieben sowie elektrischen und elektronischen Fahrzeugsystemen.
Die Abschluss- beziehungsweise Gesellenprüfung besteht aus zwei zeitlich getrennten Teilen. Teil 1 soll vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres stattfinden und umfasst den Prüfungsbereich Serviceauftrag. In Teil 2 werden die Bereiche Kundenauftrag, Kraftfahrzeug- und Instandhaltungstechnik, Diagnosetechnik sowie Wirtschafts- und Sozialkunde geprüft. Damit werden sowohl praktische Fertigkeiten als auch technisches und wirtschaftliches Wissen berücksichtigt.
Welche Voraussetzungen solltest du mitbringen?
Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Welche schulischen Voraussetzungen ein Ausbildungsbetrieb erwartet, legt er deshalb selbst fest. Besonders wichtig sind technisches Verständnis, handwerkliches Geschick, eine gute Auge-Hand-Koordination sowie sorgfältiges und verantwortungsbewusstes Arbeiten. Gerade bei Bremsen, Fahrwerk oder elektrischen Systemen können Fehler sicherheitsrelevant sein. Gute Kenntnisse in Werken beziehungsweise Technik, Mathematik und Physik erleichtern dir den Einstieg in die Ausbildung. Interesse an moderner Fahrzeugtechnik und die Bereitschaft, dich auch mit Elektronik und digitalen Diagnosesystemen auseinanderzusetzen, sind ebenfalls wichtig.
Wie viel verdient man in der Ausbildung zum Augenoptiker?
Die Ausbildungsvergütung hängt unter anderem davon ab, ob du deine Ausbildung im Handwerk oder in der Industrie absolvierst und in welchem Bundesland dein Betrieb liegt. BERUFENET nennt für die Personenkraftwagentechnik mit Stand Juli 2026 folgende beispielhafte monatliche Vergütungen:
- 1. Ausbildungsjahr:
Handwerk: etwa 944 bis 1.179 Euro
Industrie: etwa 1.243 bis 1.373 Euro - 2. Ausbildungsjahr:
Handwerk: etwa 984 bis 1.241 Euro
Industrie: etwa 1.298 bis 1.408 Euro - 3. Ausbildungsjahr:
Handwerk: etwa 1.033 bis 1.344 Euro
Industrie: etwa 1.379 bis 1.489 Euro - 4. Ausbildungsjahr:
Handwerk: etwa 1.089 bis 1.402 Euro
Industrie: etwa 1.461 bis 1.563 Euro
Die genannten Beträge sind Orientierungswerte und können je nach Tarifvertrag, Region und Ausbildungsbetrieb abweichen. Auch zwischen den einzelnen Kfz-Bereichen können sich Unterschiede ergeben. Entscheidend ist deshalb immer die Vergütung, die in deinem Ausbildungsvertrag beziehungsweise im geltenden Tarifvertrag festgelegt ist.
Wo arbeiten Kfz-Mechatroniker?
Typische Arbeitgeber sind Kfz-Werkstätten und Fahrzeughersteller. Je nach Schwerpunkt kannst du beispielsweise in einer Pkw-Werkstatt, einem Nutzfahrzeugbetrieb, einer Motorradwerkstatt oder bei einem Hersteller von Kraftfahrzeugen tätig sein. Gearbeitet wird vor allem in Werkstätten und Produktionshallen. Im Schwerpunkt Motorradtechnik können auch Betriebe des Motorrad- und Ersatzteilhandels mit angeschlossener Werkstatt infrage kommen. Im Bereich System- und Hochvolttechnik findest du außerdem Beschäftigung bei Herstellern von Elektro- und Hybridfahrzeugen. Durch die zunehmende Elektrifizierung und Digitalisierung der Fahrzeuge gehören neben mechanischen Arbeiten immer häufiger elektronische Diagnose- und Prüftätigkeiten zum Arbeitsalltag.
Einstellungstest und Auswahlverfahren für Kfz-Mechatroniker
Ein einheitliches Auswahlverfahren für die Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker gibt es nicht. Vor allem größere Fahrzeughersteller können neben der Prüfung deiner Bewerbungsunterlagen weitere Auswahlstufen einsetzen. BMW beschreibt für Ausbildungsbewerber beispielsweise einen Online-Test und anschließend einen Auswahltag, während Volkswagen ebenfalls einen Online-Eignungstest und bei erfolgreichem Ergebnis einen Auswahltag vorsieht.
Ein Auswahlverfahren kann beispielsweise folgende Bestandteile enthalten:
- Prüfung der Online-Bewerbung und Schulzeugnisse
- Online-Test
- Persönlichkeitstest oder Selbsteinschätzung
- weiterer Leistungstest
- praktische Arbeitsprobe
- persönliches Interview
- gegebenenfalls zusätzliche berufsspezifische Tests
Bei BMW besteht der Auswahltag für Ausbildungsbewerber aus einer Arbeitsprobe, einem weiteren Online-Test und einem Interview. Volkswagen nennt nach dem Online-Test einen halbtägigen Auswahltag mit Vor-Ort-Test und Interview. Diese Beispiele zeigen zugleich, dass sich die Verfahren von Arbeitgeber zu Arbeitgeber unterscheiden. Nicht jeder Kfz-Betrieb führt überhaupt einen klassischen Einstellungstest durch.
Technisches Verständnis
Technisches Verständnis gehört zu den wichtigsten Anforderungen für Kfz-Mechatroniker und kann deshalb auch bei der Bewerberauswahl eine Rolle spielen. In möglichen Aufgaben geht es beispielsweise darum, technische Zusammenhänge, Bewegungsabläufe oder die Funktion einfacher mechanischer Systeme zu erkennen. Du könntest beurteilen müssen, wie Zahnräder zusammenwirken, welche Wirkung Kräfte haben oder warum ein bestimmtes Bauteil eine bestimmte Funktion erfüllt. Auch schematische Darstellungen und einfache technische Zeichnungen können als Grundlage dienen. Entscheidend ist weniger auswendig gelerntes Fachwissen als die Fähigkeit, technische Vorgänge logisch nachzuvollziehen. Im späteren Beruf brauchst du genau diese Fähigkeit, um Ursachen von Fehlern, Störungen und Schäden systematisch zu ermitteln.
Mathematik
Mathematische Grundlagen brauchst du unter anderem, um Messwerte zu beurteilen, Einstellwerte zu berechnen und technische Größen richtig einzuordnen. Im Einstellungstest können deshalb die Grundrechenarten, Bruchrechnung, Prozentrechnung, Dreisatz oder einfache Formelumstellungen vorkommen. Auch Aufgaben mit Maßeinheiten, Größenverhältnissen oder technischen Werten sind denkbar. Häufig wird geprüft, ob du eine Aufgabenstellung richtig verstehst und anschließend den passenden Rechenweg findest. Komplizierte höhere Mathematik wird für eine Ausbildungsbewerbung normalerweise nicht vorausgesetzt. Wichtig ist vielmehr, dass du die mathematischen Grundlagen aus der Schule sicher anwenden kannst.
Physik und Elektrotechnik
Physikalische Grundlagen spielen in der Fahrzeugtechnik eine wichtige Rolle. Besonders Themen wie Kraft, Druck, Spannung, Strom und Widerstand helfen dir dabei, technische Systeme zu verstehen. Im Einstellungstest können deshalb einfache Aufgaben zu physikalischen Zusammenhängen oder zur Elektrizitätslehre vorkommen. Du könntest beispielsweise Messwerte vergleichen, einfache Stromkreise beurteilen oder Ursache und Wirkung eines technischen Vorgangs bestimmen müssen. Speziell bei modernen Fahrzeugen gewinnen elektrische und elektronische Systeme stark an Bedeutung. BERUFENET nennt Physik ausdrücklich als wichtiges Schulfach, beispielsweise für die Fehlersuche in der Fahrzeugelektronik und die Prüfung von Hochvoltsystemen.
Logisches Denken
Bei logischen Aufgaben geht es darum, Regeln und Zusammenhänge möglichst schnell zu erkennen. Möglich sind beispielsweise Zahlenreihen, Figurenfolgen, Analogien oder Aufgaben, bei denen aus mehreren Angaben eine richtige Schlussfolgerung gezogen werden muss. Solche Aufgaben prüfen nicht dein Wissen über Autos, sondern deine Fähigkeit, strukturiert und nachvollziehbar zu denken. Das ist für Kfz-Mechatroniker besonders nützlich, weil eine Fehlersuche häufig nach einem schrittweisen Ausschlussverfahren erfolgt. BMW nennt bei seinem Auswahltag für Ausbildungsbewerber ausdrücklich einen weiteren Online-Test, bei dem das logische Denkvermögen eine Rolle spielt. Regelmäßiges Üben hilft dir, typische Aufgabenprinzipien schneller zu erkennen und unter Zeitdruck sicherer zu bearbeiten.
Konzentration und Genauigkeit
Beim Arbeiten an Fahrzeugen musst du Messwerte, Bauteile und technische Angaben sehr genau kontrollieren. Auch bei einem Einstellungstest können deshalb Aufgaben vorkommen, bei denen du deine Konzentrationsfähigkeit unter Beweis stellen musst. Dabei vergleichst du beispielsweise Zahlen, Zeichen, Tabellenwerte oder technische Angaben und suchst nach Abweichungen. Manche Aufgaben sind bewusst umfangreich und müssen innerhalb einer begrenzten Zeit bearbeitet werden. Trotzdem solltest du nicht nur auf Geschwindigkeit achten, denn unnötige Flüchtigkeitsfehler können das Ergebnis verschlechtern. Die geforderte Genauigkeit passt unmittelbar zu den beruflichen Anforderungen, da BERUFENET Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein ausdrücklich als wichtige Eigenschaften nennt.
Persönlichkeit und Selbsteinschätzung
Bei manchen Arbeitgebern gehört auch ein Persönlichkeitstest zum Auswahlverfahren. BMW gibt beispielsweise an, dass Bewerber für eine klassische Berufsausbildung im ersten Online-Test einen Persönlichkeitstest bearbeiten. Dabei gibt es normalerweise keine klassischen Wissensfragen mit eindeutig richtigen oder falschen Antworten. Stattdessen beurteilst du Aussagen über dein Verhalten, deine Arbeitsweise oder deine persönlichen Vorlieben. Wichtig ist, ehrlich und möglichst konsistent zu antworten, anstatt vermeintlich ideale Antworten zu erraten. Eigenschaften wie Zuverlässigkeit, Verantwortungsbewusstsein und sorgfältiges Arbeiten sind im Kfz-Bereich besonders relevant, sollten in einem solchen Test aber nur angegeben werden, wenn sie tatsächlich zu dir passen.
Praktische Arbeitsprobe
Eine Arbeitsprobe kann besonders bei einem handwerklich-technischen Ausbildungsberuf eine wichtige Ergänzung zum schriftlichen Test sein. BMW nennt eine solche Arbeitsprobe ausdrücklich als Bestandteil seines Auswahltags für Ausbildungsbewerber. Dabei sollst du zeigen, wie du an eine praktische Problemstellung herangehst und wie geschickt du mit einer Aufgabe umgehst. Es muss dabei nicht darum gehen, bereits Reparaturen wie ein ausgebildeter Kfz-Mechatroniker durchführen zu können. Vielmehr können Arbeitsweise, technisches Verständnis, Sorgfalt und der Umgang mit Werkzeugen oder Materialien beobachtet werden. Arbeite deshalb aufmerksam, beachte Anweisungen und erkläre deine Vorgehensweise nachvollziehbar, wenn du danach gefragt wirst.
Vorstellungsgespräch und Motivation
Nach einem erfolgreichen Test oder einer Vorauswahl kann ein persönliches Interview folgen. Dabei solltest du erklären können, warum du Kfz-Mechatroniker werden möchtest und weshalb du dich gerade bei diesem Ausbildungsbetrieb beworben hast. Nur zu sagen, dass du Autos magst, reicht als Motivation meist nicht aus. Besser ist es, konkrete Interessen zu nennen, beispielsweise Freude an Technik, praktischem Arbeiten, Elektronik oder systematischer Fehlersuche. Informiere dich außerdem darüber, welche Fahrzeuge, Marken und Ausbildungsschwerpunkte der Betrieb anbietet. BMW empfiehlt Ausbildungsbewerbern für das Interview ausdrücklich, sich mit dem gewünschten Beruf zu beschäftigen und erklären zu können, warum sie gerade diese Ausbildung machen möchten.
So bereitest du dich auf den Einstellungstest vor
Wiederhole zuerst wichtige Grundlagen aus Mathematik und Physik und trainiere besonders das Rechnen mit Einheiten, Prozenten, Dreisatz und einfachen technischen Größen. Ergänzend solltest du Aufgaben zum technischen und logischen Denken bearbeiten, damit du typische Lösungswege schneller erkennst. Für Konzentrationsaufgaben hilft regelmäßiges Training unter Zeitvorgabe, wobei Genauigkeit wichtiger ist als hektisches Arbeiten. Beschäftige dich außerdem mit grundlegenden Fahrzeugkomponenten sowie einfachen mechanischen und elektrischen Zusammenhängen, ohne bereits Ausbildungswissen auswendig lernen zu wollen. Wenn dein Arbeitgeber eine praktische Arbeitsprobe ankündigt, solltest du darauf achten, Anweisungen sorgfältig umzusetzen und strukturiert vorzugehen. Prüfe vor dem Test immer die Einladung des Unternehmens, denn Umfang und Inhalte des Auswahlverfahrens unterscheiden sich deutlich zwischen den Betrieben.














