Das ABC der Ausbildung:
Berufsvorbereitungsjahr (BVJ)

Das Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) ist eine einjährige schulische Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme (BvB) der Bundesagentur für Arbeit. Das BVJ gibt es in Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und im Saarland. In den anderen Bundesländern existieren ähnliche Angebote, zum Beispiel das Berufsorientierungsjahr (BOJ) in Nordrhein-Westfalen oder der Berufsqualifizierende Lehrgang (BQL) in Berlin.

Wer eignet sich für ein Berufsvorbereitungsjahr?

Das Berufsvorbereitungsjahr ist für Schulabgänger gedacht, die die Vollzeitschulpflicht erfüllt, aber keinen oder einen schlechten Hauptschulabschluss haben. Es richtet sich insbesondere an Lernbeeinträchtigte, sozial Benachteiligte und Verhaltensauffällige, auch Förderschüler kommen infrage. Ein BVJ verbessert die Chancen der Teilnehmer auf einen erfolgreichen Berufseinstieg: Zum einen können sie ihre Berufsschulpflicht erfüllen und den Hauptschulabschluss bzw. einen vergleichbaren Abschluss erwerben. Zum anderen lernen sie bis zu drei Berufsfelder in Theorie und Praxis kennen.

Wie verläuft ein BVJ?

BVJ-Teilnehmer besuchen üblicherweise von montags bis freitags eine berufsbildende Schule (Berufsschule oder Berufsfachschule). Dort erhalten sie Unterricht in den von ihnen gewählten Berufsfeldern und in allgemeinbildenden Fächern wie Deutsch, Religion, Sport, Sozialkunde oder Wirtschaftslehre. Daneben vermitteln Betriebspraktika Eindrücke von der praktischen Seite des Arbeitslebens.

Das Berufsvorbereitungsjahr endet mit einer Abschlussprüfung in allgemeinbildenden und berufsbezogenen Fächern. Um den Hauptschulabschluss (bzw. einen gleichgestellten Abschluss) zu erwerben, sind in der Regel zusätzliche Prüfungen in Deutsch, Mathematik und eventuell Englisch zu bestehen.

Eine Ausbildungsvergütung wird für ein Berufsvorbereitungsjahr nicht gezahlt. Unter bestimmten Voraussetzungen kann aber Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) beantragt werden.

Wie bewirbt man sich für ein Berufsvorbereitungsjahr?

Wer sich für ein BVJ interessiert, sollte zunächst klären, welche Schulen Unterricht in den gewünschten Berufsfeldern anbieten. Mögliche Bereiche sind zum Beispiel „Agrarwirtschaft“, „Büro“, „Bautechnik“, „Chemie, Physik und Biologie“, „Drucktechnik“, „Elektrotechnik“, „Ernährung und Hauswirtschaft“, „Fahrzeugtechnik“, „Farbtechnik und Raumgestaltung“, „Gartenbau“, „Gastronomie“, „Gesundheit und Pflege“, „Holztechnik“, „Körperpflege“, „Metalltechnik“, „Textiltechnik“ oder „Wirtschaft und Verwaltung“.

Das Anmeldeverfahren läuft meist direkt über den BVJ-Anbieter, selten über die bislang besuchte Haupt- oder Förderschule. Üblicherweise müssen Bewerber ihre letzten Schulzeugnisse, einen Lebenslauf und ein Anschreiben einreichen. Viele Schulen stellen auf ihrer Homepage Informationen und Anmeldeformulare zur Verfügung.

Weblink

BVJ-Angebote online finden: Mit dem KURSNET-Portal der Bundesagentur für Arbeit lassen sich schnell alle BVJ-Angebote in der Nähe auflisten.

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