Als Maler oder Malerin und Lackierer oder Lackiererin gestaltest, schützt und erneuerst du Oberflächen an Gebäuden und anderen Objekten. Du streichst und beschichtest beispielsweise Wände und Fassaden, bereitest Untergründe vor, verlegst Beläge oder führst Dämm- und Ausbauarbeiten aus. Die duale Ausbildung dauert drei Jahre und wird in fünf verschiedenen Fachrichtungen angeboten. Neben handwerklichem Geschick sind Sorgfalt, ein gutes Auge für Gestaltung, technisches Verständnis und körperliche Belastbarkeit wichtig. Je nach Ausbildungsbetrieb kann das Auswahlverfahren aus einem Vorstellungsgespräch, einem Praktikum, einer praktischen Aufgabe oder zusätzlichen Tests bestehen.
Inhalte:
- Was macht ein Maler und Lackierer oder eine Malerin und Lackiererin?
- Wie läuft die Ausbildung ab?
- Welche Voraussetzungen solltest du mitbringen?
- Wie viel verdient man während der Ausbildung?
- Wo arbeiten Maler und Lackierer?
- Einstellungstest und Auswahlverfahren für Maler und Lackierer
- So bereitest du dich auf den Einstellungstest vor
Was macht ein Maler und Lackierer oder eine Malerin und Lackiererin?
Maler und Lackierer bearbeiten, beschichten, gestalten und schützen Oberflächen im Innen- und Außenbereich. Typische Arbeiten sind das Streichen, Tapezieren, Verputzen und Lackieren sowie das Vorbereiten von Untergründen. Je nach Fachrichtung kommen Aufgaben im Trockenbau, bei der Wärmedämmung, im Korrosionsschutz oder bei der Restaurierung historischer Gebäude hinzu. Vor Beginn der eigentlichen Arbeiten müssen Untergründe geprüft, gereinigt, ausgeglichen oder grundiert werden. Außerdem berechnen Maler und Lackierer den Materialbedarf, mischen Farbtöne und beraten Kunden bei der Gestaltung. Die Tätigkeit verbindet damit handwerkliches Arbeiten mit technischem Wissen und gestalterischem Gefühl.
Wie läuft die Ausbildung ab?
Die Ausbildung zum Maler und Lackierer beziehungsweise zur Malerin und Lackiererin ist ein anerkannter dualer Ausbildungsberuf im Handwerk. Sie dauert drei Jahre und findet im Ausbildungsbetrieb, in der Berufsschule und teilweise in überbetrieblichen Ausbildungsstätten statt. Seit der Neuordnung von 2021 stehen fünf Fachrichtungen zur Auswahl.
Du kannst dich auf eine dieser Fachrichtungen spezialisieren:
- Gestaltung und Instandhaltung
- Ausbautechnik und Oberflächengestaltung
- Energieeffizienz- und Gestaltungstechnik
- Bauten- und Korrosionsschutz
- Kirchenmalerei und Denkmalpflege
In den ersten Ausbildungsjahren erwirbst du gemeinsame Grundlagen, etwa zum Vorbereiten von Untergründen, Beschichten von Oberflächen, Umgang mit Werkzeugen und Maschinen sowie zur Organisation von Arbeitsaufträgen. Danach werden die Inhalte deiner Fachrichtung stärker vertieft. In der Fachrichtung Gestaltung und Instandhaltung lernst du beispielsweise, Raum- und Fassadenkonzepte umzusetzen, Wand-, Decken- und Bodenbeläge zu verlegen und Maßnahmen zum Holz-, Bauten- und Brandschutz durchzuführen.
Die Gesellenprüfung besteht aus Teil 1 und Teil 2. Teil 1 findet am Ende des vierten Ausbildungshalbjahres statt und umfasst das Herstellen von Oberflächen und das Durchführen von Instandsetzungsmaßnahmen. Teil 2 folgt am Ende der Ausbildung und richtet sich inhaltlich nach der gewählten Fachrichtung.
Welche Voraussetzungen solltest du mitbringen?
Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Welche schulischen Voraussetzungen ein Ausbildungsbetrieb erwartet, entscheidet deshalb der Betrieb selbst. Besonders wichtig sind handwerkliches Geschick, eine gute Auge-Hand-Koordination, Sorgfalt und ein Sinn für Farben und Gestaltung. Da du unter anderem auf Leitern, Gerüsten und Arbeitsbühnen tätig sein kannst, solltest du außerdem umsichtig arbeiten und mit Höhen umgehen können. Eine gute körperliche Verfassung ist hilfreich, weil Materialien und Geräte getragen werden müssen und du teilweise längere Zeit im Stehen oder in ungünstigen Körperhaltungen arbeitest. Als wichtige Schulfächer nennt BERUFENET insbesondere Mathematik, Chemie sowie Werken beziehungsweise Technik.
Wie viel verdient man während der Ausbildung?
Die Ausbildungsvergütung richtet sich nach dem Ausbildungsbetrieb und einer möglichen Tarifbindung. Für das Maler- und Lackiererhandwerk nennen mehrere Handwerkskammern seit 1. August 2026 folgende tariflichen Orientierungswerte:
- 1. Ausbildungsjahr: 900 Euro brutto monatlich
- 2. Ausbildungsjahr: 985 Euro brutto monatlich
- 3. Ausbildungsjahr: 1.150 Euro brutto monatlich
Diese Beträge gelten nicht automatisch für jeden Ausbildungsbetrieb. Die Handwerkskammer Hannover weist beispielsweise darauf hin, dass der entsprechende Tarif nicht allgemeinverbindlich ist. Entscheidend ist deshalb, welche Vergütung in deinem Ausbildungsvertrag vereinbart wurde und welche tariflichen Regelungen für deinen Betrieb gelten.
Wo arbeiten Maler und Lackierer?
Die meisten Maler und Lackierer arbeiten in Betrieben des Maler- und Lackiererhandwerks. Je nach Fachrichtung kommen außerdem Fassadenbauunternehmen, Hochbaubetriebe, Korrosionsschutzunternehmen oder Betriebe mit Schwerpunkt Ausbau und energetische Sanierung infrage. Deine Arbeit findet häufig direkt beim Kunden oder auf Baustellen statt. Dabei bist du sowohl in Innenräumen als auch im Freien tätig und arbeitest beispielsweise an Wänden, Decken und Fassaden. In bestimmten Fachrichtungen gehören auch Werkstätten zu den möglichen Arbeitsorten. Welche Arbeiten besonders häufig vorkommen, hängt stark von der Spezialisierung des Ausbildungsbetriebs ab.
Einstellungstest und Auswahlverfahren für Maler und Lackierer
Für die Ausbildung gibt es keinen bundesweit vorgeschriebenen Einstellungstest. Jeder Malerbetrieb entscheidet selbst, wie er seine zukünftigen Auszubildenden auswählt. Gerade bei kleineren Handwerksbetrieben kann das persönliche Kennenlernen eine größere Rolle spielen als ein umfangreicher schriftlicher Test. Einige aktuelle Ausbildungsangebote weisen außerdem ausdrücklich auf die Möglichkeit eines Praktikums hin, sodass Bewerber und Betrieb sich bei praktischer Arbeit kennenlernen können.
Je nach Arbeitgeber kann das Auswahlverfahren beispielsweise folgende Schritte enthalten:
- Prüfung deiner Bewerbungsunterlagen
- persönliches Vorstellungsgespräch
- Praktikum oder Probearbeit
- praktische Arbeitsprobe
- einfacher Eignungs- oder Einstellungstest
- abschließendes Gespräch mit dem Ausbildungsbetrieb
Wenn ein Einstellungstest eingesetzt wird, sollten die Aufgaben zum Berufsbild passen. Denkbar sind deshalb insbesondere Mathematik, technisches Verständnis, räumliches Denken, Konzentration sowie Aufgaben zu Farben, Materialien oder praktischen Zusammenhängen. Welche Bereiche tatsächlich vorkommen, erfährst du am zuverlässigsten beim jeweiligen Ausbildungsbetrieb.
Mathematik
Mathematik brauchst du im Maler- und Lackiererhandwerk häufiger, als man auf den ersten Blick vermuten könnte. Du musst beispielsweise Flächen berechnen, Materialmengen bestimmen oder Mischungsverhältnisse richtig anwenden. In einem Einstellungstest können deshalb Grundrechenarten, Dreisatz, Prozentrechnung sowie einfache Flächen- und Umfangsberechnungen vorkommen. Auch Aufgaben mit Längen, Mengen oder Maßeinheiten sind für den Beruf plausibel. Wichtig ist, dass du aus einer praktischen Aufgabenstellung die benötigten Werte herauslesen und den passenden Rechenweg finden kannst. BERUFENET nennt Mathematik ausdrücklich als wichtiges Schulfach, unter anderem für die Berechnung von Mischungsverhältnissen und Farbbedarf.
Technisches Verständnis
Technisches Verständnis hilft dir beim Umgang mit Werkzeugen, Maschinen, Materialien und unterschiedlichen Untergründen. In einem möglichen Einstellungstest kann beispielsweise gefragt werden, wie einfache Werkzeuge funktionieren oder welche Arbeitsschritte in einer sinnvollen Reihenfolge durchgeführt werden. Auch Aufgaben zu mechanischen Zusammenhängen oder einfachen technischen Darstellungen sind denkbar. Dabei wird von einem Ausbildungsbewerber noch kein vollständiges Fachwissen eines Malergesellen erwartet. Entscheidend ist vielmehr, ob du praktische Zusammenhänge nachvollziehen und logisch auf eine Aufgabe übertragen kannst. Werken beziehungsweise Technik zählt laut BERUFENET zu den hilfreichen Schulfächern für die Ausbildung.
Räumliches Denken und Gestaltung
Maler und Lackierer müssen sich vorstellen können, wie Flächen, Farben, Muster und Materialien später zusammenwirken. Bei gestalterisch orientierten Aufgaben kann deshalb dein räumliches Vorstellungsvermögen eine Rolle spielen. Denkbar sind beispielsweise Aufgaben, bei denen du Formen zusammensetzen, Ansichten zuordnen oder Muster sinnvoll fortsetzen musst. Auch das Erkennen von Proportionen und gestalterischen Zusammenhängen kann für den Beruf hilfreich sein. Besonders in den gestaltungsorientierten Fachrichtungen brauchst du zudem ein Gefühl für Farben und die Wirkung unterschiedlicher Oberflächen. BERUFENET nennt Geschicklichkeit, Auge-Hand-Koordination und einen Sinn für Ästhetik ausdrücklich als wichtige Anforderungen.
Konzentration und Genauigkeit
Sauberes Arbeiten ist im Maler- und Lackiererhandwerk besonders wichtig. Ungenaue Kanten, schlecht vorbereitete Untergründe oder falsche Mischungsverhältnisse können später deutlich sichtbar sein und zusätzliche Arbeit verursachen. In einem Einstellungstest können deshalb Aufgaben eingesetzt werden, bei denen du Zahlen, Zeichen, Muster oder andere Informationen miteinander vergleichen musst. Dabei sollst du kleine Unterschiede erkennen und möglichst wenige Flüchtigkeitsfehler machen. Zeitdruck kann die Aufgabe zusätzlich erschweren, weshalb du Geschwindigkeit und Genauigkeit miteinander verbinden solltest. Die Bundesagentur für Arbeit nennt Sorgfalt und Beobachtungsgenauigkeit ausdrücklich als zentrale Anforderungen des Berufs.
Chemie und Materialverständnis
Farben, Lacke, Putze und andere Beschichtungsstoffe reagieren unterschiedlich auf verschiedene Untergründe und Umgebungsbedingungen. Grundlegendes Verständnis für Stoffeigenschaften kann deshalb im Beruf hilfreich sein. Bei einem Einstellungstest könnten einfache Fragen zu Materialien, deren Eigenschaften oder alltäglichen chemischen Zusammenhängen vorkommen, sofern der Betrieb diesen Bereich prüft. Umfangreiche Fachkenntnisse zu Lacken oder Beschichtungssystemen werden von dir vor Beginn der Ausbildung normalerweise noch nicht erwartet. Während der Ausbildung lernst du ausführlich, wie Werk-, Hilfs- und Beschichtungsstoffe vorbereitet, verarbeitet und aufgetragen werden. Chemie wird von BERUFENET als hilfreiches Schulfach genannt, weil du unter anderem das Verhalten von Untergrund und Beschichtung einschätzen musst.
Praktische Arbeitsprobe
Bei einem handwerklichen Beruf kann ein Betrieb deine praktische Arbeitsweise auch durch ein Praktikum oder eine kleine Arbeitsprobe kennenlernen. Dabei geht es normalerweise nicht darum, bereits alle Techniken eines ausgebildeten Malers zu beherrschen. Interessant ist vielmehr, ob du Anweisungen verstehst, sorgfältig arbeitest und geschickt mit Werkzeugen und Materialien umgehst. Du könntest beispielsweise etwas abkleben, messen, eine Fläche vorbereiten oder eine einfache handwerkliche Aufgabe ausführen. Achte dabei auf sauberes Arbeiten und frage nach, wenn eine Anweisung unklar ist. Aktuelle Lehrstellenangebote und Lehrstellenbörsen der Handwerkskammern zeigen, dass Praktika im Maler- und Lackiererhandwerk ausdrücklich angeboten werden und damit eine gute Möglichkeit zum gegenseitigen Kennenlernen darstellen können.
Vorstellungsgespräch und Motivation
Im Vorstellungsgespräch solltest du erklären können, warum du gerade einen handwerklichen und gestalterischen Beruf erlernen möchtest. Aussagen wie „Ich streiche gern“ sind dabei meist zu allgemein, deshalb solltest du deine Motivation konkreter beschreiben. Du kannst beispielsweise dein Interesse an praktischer Arbeit, Farben, Gestaltung, Renovierung oder dem sichtbaren Ergebnis deiner Arbeit nennen. Praktische Erfahrungen aus einem Schülerpraktikum, Ferienjob oder privaten Projekten sind besonders hilfreich, wenn du sie anhand konkreter Beispiele schildern kannst. Informiere dich außerdem darüber, auf welche Arbeiten und Fachrichtungen sich der Betrieb spezialisiert hat. Wichtig ist auch, dass du realistisch einschätzt, dass der Beruf körperliche Arbeit, wechselnde Baustellen und teilweise Arbeiten im Freien oder auf Gerüsten umfasst.
So bereitest du dich auf den Einstellungstest vor
Wiederhole zuerst wichtige mathematische Grundlagen wie Dreisatz, Prozentrechnung, Flächenberechnung und den Umgang mit Maßeinheiten. Beschäftige dich außerdem mit einfachen technischen Zusammenhängen und trainiere räumliche sowie logische Aufgaben. Konzentrationsübungen helfen dir dabei, auch unter Zeitdruck sorgfältig zu arbeiten und kleine Unterschiede zuverlässig zu erkennen. Sinnvoll ist außerdem ein grundlegender Überblick über Farben, Werkstoffe, Werkzeuge und typische Arbeitsschritte im Malerhandwerk. Wenn der Betrieb ein Praktikum anbietet, kannst du diese Gelegenheit nutzen, um den Beruf kennenzulernen und gleichzeitig einen guten persönlichen Eindruck zu hinterlassen. Prüfe vor einem angekündigten Test oder Auswahltag immer die Informationen des Ausbildungsbetriebs, weil es kein einheitliches Auswahlverfahren für diesen Beruf gibt.














