Als Maschinen- und Anlagenführer oder Maschinen- und Anlagenführerin sorgst du dafür, dass industrielle Produktionsanlagen eingerichtet sind und zuverlässig laufen. Du bereitest Materialien vor, stellst Maschinen ein, überwachst Produktionsprozesse und greifst ein, wenn Störungen oder Qualitätsprobleme auftreten. Die duale Ausbildung dauert zwei Jahre und kann in fünf unterschiedlichen Schwerpunkten absolviert werden. Besonders wichtig sind technisches Verständnis, handwerkliches Geschick, Aufmerksamkeit und eine sorgfältige Arbeitsweise. Größere Industrieunternehmen können bei der Bewerberauswahl zusätzlich Online- und Eignungstests einsetzen.
Inhalte:
- Was macht ein Maschinen- und Anlagenführer oder eine Maschinen- und Anlagenführerin?
- Wie läuft die Ausbildung ab?
- Welche Voraussetzungen solltest du mitbringen?
- Wie viel verdient man während der Ausbildung?
- Wo arbeiten Maschinen- und Anlagenführer?
- Einstellungstest und Auswahlverfahren für Maschinen- und Anlagenführer
- So bereitest du dich auf den Einstellungstest vor
Was macht ein Maschinen- und Anlagenführer oder eine Maschinen- und Anlagenführerin?
Maschinen- und Anlagenführer richten Produktionsmaschinen ein, nehmen sie in Betrieb und bedienen sie während der Fertigung. Vor Produktionsbeginn prüfen sie Auftragsunterlagen, stellen Materialien bereit und nehmen die erforderlichen Einstellungen an den Anlagen vor. Während der Produktion kontrollieren sie den Prozess und die Qualität der hergestellten Produkte. Treten Störungen oder Abweichungen auf, müssen sie diese erkennen und geeignete Maßnahmen einleiten. Außerdem warten und inspizieren sie Maschinen, wechseln Verschleißteile und kümmern sich um Betriebs- und Hilfsstoffe. Welche Anlagen und Materialien du verwendest, hängt stark vom gewählten Schwerpunkt und der Branche deines Ausbildungsbetriebs ab.
Wie läuft die Ausbildung ab?
Maschinen- und Anlagenführer/in ist ein staatlich anerkannter dualer Ausbildungsberuf in der Industrie. Die Ausbildung dauert zwei Jahre und findet im Ausbildungsbetrieb sowie in der Berufsschule statt. Neben gemeinsamen Grundlagen legt die Ausbildungsordnung fünf mögliche Schwerpunkte fest.
Du kannst die Ausbildung in folgenden Schwerpunkten absolvieren:
- Metall- und Kunststofftechnik
- Textiltechnik
- Textilveredelung
- Lebensmitteltechnik
- Druckweiter- und Papierverarbeitung
Zu den gemeinsamen Ausbildungsinhalten gehören unter anderem:
- Werk-, Betriebs- und Hilfsstoffe einsetzen
- Arbeitsabläufe planen und vorbereiten
- Produktionsanlagen einrichten und bedienen
- Steuerungs- und Regelungstechnik anwenden
- Materialfluss steuern
- Maschinen und Anlagen warten und inspizieren
- Prüfungen und Qualitätskontrollen durchführen
- technische Unterlagen verwenden
Zu Beginn des zweiten Ausbildungsjahres ist eine Zwischenprüfung vorgesehen. Dabei werden eine praktische Aufgabe und dazugehörige schriftliche Aufgaben bearbeitet. Die Abschlussprüfung umfasst einen praktischen Teil sowie die schriftlichen Bereiche Produktionstechnik, Produktionsplanung und Wirtschafts- und Sozialkunde.
Welche Voraussetzungen solltest du mitbringen?
Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Ausbildungsbetriebe können jedoch eigene Voraussetzungen festlegen und beispielsweise einen Hauptschulabschluss oder einen mittleren Bildungsabschluss erwarten. Besonders wichtig sind technisches Verständnis und handwerkliches Geschick, weil du Maschinen einrichtest, umrüstest und wartest. Auch Aufmerksamkeit und Beobachtungsgenauigkeit brauchst du, um Produktionsabläufe und die Qualität der Erzeugnisse zuverlässig zu überwachen. Wenn eine Störung auftritt, solltest du schnell reagieren und trotzdem überlegt handeln können. Hilfreiche Schulfächer sind vor allem Physik sowie Werken beziehungsweise Technik.
Wie viel verdient man während der Ausbildung?
Die Ausbildungsvergütung kann sich deutlich unterscheiden, weil Maschinen- und Anlagenführer in verschiedenen Industriezweigen ausgebildet werden. Neben dem Schwerpunkt spielen das Bundesland, der Ausbildungsbetrieb und der geltende Tarifvertrag eine Rolle.
BERUFENET nennt beispielsweise folgende Vergütungen:
Metall- und Kunststofftechnik:
1. Ausbildungsjahr: etwa 1.243 bis 1.373 Euro
2. Ausbildungsjahr: etwa 1.298 bis 1.408 Euro
Textiltechnik und Textilveredelung:
1. Ausbildungsjahr: etwa 1.050 bis 1.270 Euro
2. Ausbildungsjahr: etwa 1.105 bis 1.327 Euro
Druckweiter- und Papierverarbeitung:
1. Ausbildungsjahr: etwa 1.152 Euro
2. Ausbildungsjahr: etwa 1.209 Euro
Die Werte zeigen, dass sich die Ausbildungsvergütung je nach Branche erheblich unterscheiden kann. Für deine Bewerbung solltest du deshalb immer die Angaben des konkreten Unternehmens und gegebenenfalls den dort geltenden Tarifvertrag prüfen.
Wo arbeiten Maschinen- und Anlagenführer?
Maschinen- und Anlagenführer arbeiten überwiegend in industriellen Produktionsbetrieben und dort vor allem in Werk- und Produktionshallen. Im Schwerpunkt Metall- und Kunststofftechnik kommen beispielsweise Unternehmen der metall- und kunststoffverarbeitenden Industrie infrage. In der Lebensmitteltechnik arbeitest du an Anlagen zur Herstellung, Verarbeitung, Abfüllung oder Verpackung von Nahrungsmitteln und Getränken. Weitere Möglichkeiten bieten Textilbetriebe, Textilveredelungsunternehmen sowie Unternehmen der Druck- und Papierverarbeitung. Entsprechend unterschiedlich können auch die eingesetzten Produktionsanlagen und Materialien sein. In vielen Produktionsbetrieben musst du außerdem mit Schichtarbeit rechnen.
Einstellungstest und Auswahlverfahren für Maschinen- und Anlagenführer
Es gibt keinen bundesweit vorgeschriebenen Einstellungstest für die Ausbildung. Jeder Ausbildungsbetrieb entscheidet selbst, wie Bewerber ausgewählt werden. Größere Industrieunternehmen können dabei mehrere Test- und Gesprächsstufen miteinander kombinieren. BASF bildet beispielsweise Maschinen- und Anlagenführer aus und nutzt im Ausbildungsbereich ein mehrstufiges Verfahren mit Online-Test, Eignungstest vor Ort und Vorstellungsgespräch. Bei technischen und produktionsnahen Ausbildungen legt das Unternehmen nach eigenen Angaben besonderen Wert auf technisches und mechanisches Verständnis. Dieses Verfahren ist ein konkretes Arbeitgeberbeispiel und kein allgemeiner Standard für alle Industriebetriebe.
Ein Auswahlverfahren kann beispielsweise folgende Schritte enthalten:
- Online-Bewerbung und Prüfung der Unterlagen
- Online-Test
- Eignungstest vor Ort
- persönliches Vorstellungsgespräch
- gegebenenfalls werksärztliche Untersuchung
- Zusage und Ausbildungsvertrag
Welche Testbereiche tatsächlich vorkommen, hängt vom Arbeitgeber und der ausgeschriebenen Ausbildung ab. Bei BASF können in Eignungstests unter anderem sprachliche und rechnerische Aufgaben, Konzentrationsaufgaben, mechanisch-technisches Verständnis sowie Fragen zu Persönlichkeit und sozialen Kompetenzen vorkommen.
Technisches und mechanisches Verständnis
Technisches Verständnis gehört zu den wichtigsten Voraussetzungen für Maschinen- und Anlagenführer. In einem Einstellungstest können deshalb Aufgaben vorkommen, bei denen du Funktionsweisen von Maschinen, Werkzeugen oder einfachen mechanischen Systemen beurteilen musst. Denkbar sind beispielsweise Zahnräder, Hebel, Bewegungsrichtungen oder einfache technische Zeichnungen. Dabei wird normalerweise nicht erwartet, dass du bereits eine Produktionsanlage fachgerecht einrichten kannst. Entscheidend ist vielmehr, ob du technische Zusammenhänge nachvollziehen und Probleme logisch lösen kannst. BASF nennt mechanisch-technisches Verständnis ausdrücklich als möglichen Bestandteil des Eignungstests und betont dessen Bedeutung besonders für Bewerbungen im Produktionsbereich.
Mathematik
Rechnerische Aufgaben können ebenfalls Bestandteil eines Einstellungstests sein. Bei BASF gehören beispielsweise Bruchrechnung, Geometrie und Prozentrechnung zu den mathematischen Anforderungen für Ausbildungsbewerber. Für Maschinen- und Anlagenführer sind darüber hinaus Größen, Mengen, Maße und einfache produktionsbezogene Berechnungen relevant. Du solltest deshalb die Grundrechenarten sicher beherrschen und mit Brüchen, Prozenten und Maßeinheiten umgehen können. Wichtig ist außerdem, Textaufgaben sorgfältig zu lesen und die benötigten Werte richtig herauszufiltern. Komplizierte Mathematik auf Oberstufenniveau ist für eine normale Ausbildungsbewerbung dagegen nicht erforderlich.
Deutsch und Sprachverständnis
Auch sprachliche Fähigkeiten können im Eignungstest geprüft werden. Schließlich musst du im Berufsalltag Arbeitsaufträge, technische Unterlagen, Sicherheitsvorschriften und Produktionsanweisungen zuverlässig verstehen. Möglich sind beispielsweise Aufgaben zu Rechtschreibung, Wortbedeutungen oder dem Verständnis kurzer Texte. Dabei kann es darum gehen, wichtige Informationen aus einer Anweisung herauszufiltern oder Aussagen richtig zuzuordnen. Eine sichere Kommunikation ist außerdem wichtig, wenn du Störungen meldest oder Informationen an Kollegen weitergibst. BASF nennt Aufgaben aus dem sprachlichen Bereich ausdrücklich als möglichen Bestandteil seines Eignungstests für Ausbildungsbewerber.
Konzentration und Aufmerksamkeit
Bei laufenden Produktionsanlagen musst du Veränderungen, Störungen und Qualitätsabweichungen möglichst früh erkennen. Aufmerksamkeit und Beobachtungsgenauigkeit gehören deshalb laut Bundesagentur für Arbeit zu den wichtigen Anforderungen des Berufs. Im Einstellungstest können beispielsweise Zeichen, Zahlen oder Informationen miteinander verglichen werden, um kleine Abweichungen zu finden. Solche Aufgaben müssen häufig innerhalb einer begrenzten Zeit bearbeitet werden. Trotzdem solltest du nicht nur auf Geschwindigkeit achten, sondern möglichst fehlerfrei arbeiten. Konzentrationsaufgaben gehören bei BASF ausdrücklich zu den möglichen Bestandteilen des Eignungstests.
Persönlichkeit und soziale Kompetenzen
Neben fachlichen Fähigkeiten können Unternehmen auch wissen wollen, wie du arbeitest und dich in einem Team verhältst. BASF stellt im Eignungstest deshalb auch Fragen zu Persönlichkeit und sozialen Kompetenzen. Dabei geht es normalerweise nicht um auswendig gelerntes Wissen, sondern um Aussagen über dein Verhalten, deine Arbeitsweise und deinen Umgang mit anderen Menschen. Für Maschinen- und Anlagenführer sind beispielsweise Verantwortungsbewusstsein, planvolles Arbeiten und Zuverlässigkeit wichtig. In Persönlichkeitstests solltest du deshalb keine vermeintlich perfekte Rolle spielen, sondern die Fragen ehrlich und möglichst konsistent beantworten. Auch im späteren Vorstellungsgespräch können Teamfähigkeit und deine persönliche Arbeitsweise erneut eine Rolle spielen.
Reaktionsfähigkeit und technisches Problemlösen
Wenn eine Maschine ungewöhnliche Geräusche macht, ein Prozesswert abweicht oder die Produktqualität nicht stimmt, musst du die Veränderung schnell erkennen und angemessen handeln. Die Bundesagentur für Arbeit nennt Entscheidungsfähigkeit und Reaktionsgeschwindigkeit deshalb als wichtige Anforderungen an Maschinen- und Anlagenführer. In Auswahlverfahren können solche Fähigkeiten beispielsweise über technische Situationsaufgaben oder Aufgaben unter Zeitdruck erfasst werden. Dabei ist nicht nur schnelles Handeln gefragt, sondern vor allem die richtige Entscheidung. Du solltest Probleme systematisch analysieren und nicht unüberlegt reagieren. Diese Fähigkeit ist später besonders wichtig, wenn du Produktionsstörungen erkennen und den laufenden Prozess sichern musst.
Vorstellungsgespräch und Motivation
Nach einem erfolgreichen Einstellungstest folgt bei größeren Unternehmen häufig ein persönliches Vorstellungsgespräch. BASF interessiert sich dabei nach eigenen Angaben unter anderem für deine Person, deine Berufsmotivation sowie deine Hobbys und Aktivitäten. Du solltest deshalb erklären können, warum du gern mit Maschinen arbeitest und weshalb dich industrielle Produktion interessiert. Informiere dich außerdem darüber, welche Produkte das Unternehmen herstellt und welcher Schwerpunkt der Ausbildung angeboten wird. Praktische Erfahrungen aus einem Schülerpraktikum, Werkunterricht oder technischen Hobbys kannst du als konkrete Beispiele nennen. Zeige außerdem, dass dir bewusst ist, dass sorgfältiges Arbeiten, Sicherheitsvorschriften und je nach Unternehmen auch Schichtarbeit zum Berufsalltag gehören können.
So bereitest du dich auf den Einstellungstest vor
Wiederhole zunächst mathematische Grundlagen wie Bruchrechnung, Prozentrechnung, Geometrie und den sicheren Umgang mit Maßeinheiten. Trainiere außerdem mechanisch-technische Aufgaben, bei denen du beispielsweise Bewegungen, Kräfte oder einfache Funktionsprinzipien erkennen musst. Für Konzentrationsaufgaben lohnt es sich, regelmäßig unter Zeitvorgabe zu üben und dabei auf eine geringe Fehlerquote zu achten. Lies technische oder sachliche Texte aufmerksam und übe, wichtige Informationen schnell herauszufiltern. Informiere dich zusätzlich über das Unternehmen, seinen Produktionsbereich und den angebotenen Schwerpunkt der Ausbildung. Wenn der Arbeitgeber eigene Hinweise zum Einstellungstest veröffentlicht, solltest du diese bevorzugt nutzen, da Aufbau und Inhalte der Tests nicht bei allen Unternehmen gleich sind.














