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Erfahrungsbericht Assessment Center für Führungskräfte der Bundeswehr: Einstellungstests und Studienprüfgespräch

Anreisetag

Ich bewarb mich bei der Bundeswehr für die Offizierslaufbahn im Sanitätsdienst. Mein Verwendungswunsch war das Studium zum Zahnmediziner. Das Assessmentcenter für Führungskräfte der Bundeswehr findet in Köln in der Mudra-Kaserne statt und beginnt mit dem Anreisetag um 14:30 Uhr. Auf dem Gelände der Kaserne herrscht absolutes Handyverbot, sollte jemand also während eines Tests an seinem Handy oder mit der Smartwatch erwischt werden, bedeutet dies das sofortige Aus.

Am Anreisetag selbst werden überwiegend Formalien geklärt. Man legt jedoch auch bereits den ersten Baustein für das Interview: Jeder erhält eine halbe Stunde Zeit, um einen vierseitigen Zettel auszufüllen, in dem es um eigene Persönlichkeitscharakteristika und Stärken und Schwächen geht. Man sollte sich also zuvor mit diesen Themen auseinander gefasst haben. Die Antworten werden auch auf jeden Fall Gesprächsthema beim Interview sein. Es lohnt sich also ehrlich zu antworten.

Es wird außerdem der Laufzettel ausgeteilt, das wichtigste Papier für die nächsten Tage. Der Laufzettel wird bei jeder Station abgegeben und nachher wieder abgeholt und dient dem reibungslosen Ablauf des Testverfahrens. Auf ihm steht, wann welcher Test wo stattfindet. Das Abendessen gestaltet sich aus Lunchboxen und einer gemütlichen Fragerunde mit den Betreuungsoffizieren. Auch wenn viele interessante Leute anwesend sind, sollte man früh schlafen gehen, weil es am nächsten Tag sehr früh los geht.

1. Prüfungstag

Je nach Verwendungswunsch beginnt der erste Prüfungstag mit einem Persönlichkeitstest (PT), einem Verhaltensstabilitätstest (Vstab), dem Mechanik-Kompetenz-Test (MKT) oder der ärztlichen Untersuchung. Trotzdem beginnt der Tag für alle um 6:15 Uhr. Die Kantine macht jedoch schon um 5:45 Uhr auf, weshalb man davor noch gemütlich frühstücken kann.

Die ersten beiden Tests sind nicht wirklich als Tests anzusehen, sondern eher als Befragung zur eigenen Person. Man sollte die Fragen wiederum ehrlich und intuitiv beantworten, da die Antworten Gesprächsthema beim Interview sein werden. Beim MKT werden technisch-physikalische Aufgabentypen abgefragt wie „In welche Richtung dreht sich folgendes Zahnrad?“ oder „Welcher Staudamm hält am stabilsten?“.

Bei der ärztlichen Untersuchung folgen Seh-, Hör-, Urin- und körperliche Tests sowie ein Gespräch mit dem untersuchenden Arzt zur Abklärung von etwaigen Vorerkrankungen.

Danach folgt das Gruppensituationsverfahren (GSV) mit einem Rollenspiel. In einer Dreiergruppe muss hier eine Ressource, die nicht für alle reicht, die aber jeder möchte, aufgeteilt werden. Trotz der Konkurrenz ist hier der höfliche Umgang mit den Mitbewerbern entscheidend. Einer war der Leiter der Bauabteilung des Baumarkts, der andere der Leiter aus dem Gartencenter und der Letzte war Leiter des Kundenservices. Es ging darum, einen neuen Mitarbeiter zu bekommen, der nur in einem der drei Teilbereiche arbeiten könnte. Wenn man sich nicht einigen kann, bekommt niemand den neuen Mitarbeiter.

Das zweite Modul bestand daraus, gemeinsam einen Dienstplan für den Hausmeister zu erstellen. Dabei standen gewisse Punkte fest und man musste Programmpunkte der Dringlichkeit halber einordnen in der Gruppe. Hier zählt eher weniger, ob das Problem auch tatsächlich gelöst wird, sondern eher, wie das Problem gelöst wird: integrieren sich alle Gruppenmitglieder, gibt es Außenseiter, wie organisiert sich die Gruppe?

Votrag, Interview, San-Test

Als letztes steht ein siebenminütiger Vortrag vor der Gruppe an, für den man 25 Minuten Vorbereitungszeit hat. Das Thema ist dabei relativ allgemein, sodass jeder etwas dazu sagen kann. Zum Beispiel: „Sollten Fortbildungen intern oder extern des Unternehmens durchgeführt werden?“.

Anschließend folgte direkt das Interview. Hier lohnt es, sich über Standardfragen im Voraus Gedanken zu machen: Wieso will ich zur Bundeswehr, was sind Aufgaben und Probleme eines Offiziers, Stärken und Schwächen, Aufgaben der Bundeswehr, Problematik von Auslandseinsätzen….

Nach der Mittagspause stand bei mir der San-Test an. Dieser setzt sich aus zwei Teilen, 85 Aufgaben und 80 Minuten Zeit zusammen. Der erste Teil ist mathematisch geprägt und besteht aus medizinischen Dreisätzen. Der zweite Teil ist stark an den Aufgabenteil „quantitative und qualitative Probleme“ des TMS Medizinertests angelehnt. Nicht aus der Ruhe bringen lassen: der Test ist so konzipiert, dass man in der vorgegebenen Zeit nicht fertig werden kann. Den Rest des Tages folgen Präsentationen.

2. Prüfungstag

Der zweite Prüfungstag startet etwas später als der erste, um 6:30 Uhr, mit dem Mathekompetenztest (MathKomp), den jedoch jeder, der Mathe in der Oberstufe hatte, mühelos bestehen sollte. Es kamen unter anderem Integralrechnung, Stochastik und Dreisatz- Aufgaben dran, außerdem einige Aufgaben zum Thema Kurvendiskussion.

Für angehende Mediziner steht noch das Studienprüfgespräch an. Zuerst wird etwas Allgemeines abgefragt, wie z.B. der Weg des Blutkreislaufs im Körper. Anschließend kann eine Erkrankung, wie z.B. Herzinfarkt, abgefragt werden sowie Verhalten im Notfall. Danach wird biologisches und chemisches Wissen abgefragt. Ich durfte ich mir aus einer Liste von Themengebieten wie Genetik, Neurobiologie, Verhaltensbiologie oder Evolution eines aussuchen und musste dazu etwas erzählen. Zum chemischen Verständnis sollte ich etwas über die Periodentabelle und die Elektronegativität erzählen


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