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Erfahrungsbericht Einstellungstest Zoll: Gehobener nichttechnischer Verwaltungsdienst

Einen Monat vor Bewerbungsende habe ich meine Bewerbung für den Zoll abgeschickt. Zu der Bewerbung gehören ein Anschreiben, dein Schulabschlusszeugnis oder wie in meinem Fall, da ich mein Abitur noch nicht habe, die letzten beiden Schulhalbjahreszeugnisse, dein Lebenslauf und der vollständig ausgefüllte Bewerbungsbogen. Mitte Oktober kam per Post die Einladung zum schriftlichen Auswahlverfahren, welches Anfang November stattfand.

Einstellungstest beim Zoll

In der Einladung stand, dass der Test von 8:00-12:00 Uhr gehe und man sich eine halbe Stunde vorher am Treffpunkt einfinden solle. Ausgeschlafen und mit vollem Magen machte ich mich an dem Morgen auf den Weg zum Hauptzollamt. Aufgrund von Corona mussten alle Teilnehmer eine Maske tragen, es wurde gelüftet und die Tische standen 1,5 m auseinander. Fragen speziell zum Zoll wurden nicht gestellt, es gab auch kein Diktat und keine Erörterung.

Sprachbeherrschung

Der Test begann mit Aufgaben zur deutschen Grammatik, z.B. Fragen zur Groß- und Kleinschreibung, der korrekten Angleichung, der Kommasetzung und der Bedeutung von Sprichwörtern. Die Aufgabentypen kennt man in dieser Form aus der Schule und waren für mich einfach zu beantworten.

Mathematik

Dieser Teil war glücklicherweise sehr gering, da ich davor am meisten Respekt hatte. Es wurden jeweils zwei, drei Fragen zur Prozent- und Zinsrechnung gestellt, die jedoch mit ein bisschen Nachdenken beantwortet werden konnten. Außerdem musste man bei einer Aufgabe eine Zahlenreihe, die nach einer bestimmten Bildungsregel aufgebaut ist, weiterführen, z.B. 38 32 27 23 20 ?.

Rechtsvorschriften anwenden

Etwas, das für Zollbeamten zum Alltag gehört, nämlich rechtliche Vorschriften auf konkrete Fälle anwenden, war die nächste Aufgabe. Hierbei musste man sich Vorschriften durchlesen und dazu Fragen beantworten. Eine Vorschrift hat die Alkoholsteuer und den Fall eines Wirts beschrieben und man musste entscheiden, ob korrekt Steuern bezahlt wurden. Hierbei bestand die Schwierigkeit darin, sich in die verschiedenen Situationen hineinzuversetzen und die Vorschriften korrekt anzuwenden.

Allgemeinwissen

Dieser Teil war sehr kurz und relativ schnell und leicht zu beantworten. Beispielsweise wurde gefragt, wie man den Gewinnanteil nennt, der an die Aktionäre ausgeschüttet wird oder was Subventionen sind.

Arbeitsprobe

Die Arbeitsprobe war definitiv der Teil, der am meisten Zeit in Anspruch genommen hat und deswegen habe ich ihn auch ganz zum Schluss bearbeitet. Es ging um eine Initiative und dazu mehrere Briefe von Zollbeamten, sowie Ärzten, die ihre Meinung zu diesem Thema kundgetan haben. Die erste Aufgabe bestand darin, die verschiedenen Standpunkte zusammenzufassen mit den jeweiligen Problemen und Lösungen. Im zweiten Schritt musste man einen eigenen Lösungsvorschlag entwerfen und begründen. Als ich diese Aufgabe hinter mir hatte, waren die vier Stunden auch schon rum und ich machte mich guten Gefühls auf den Nachhauseweg.

Mündliches Auswahlverfahren

Kurz vor Weihnachten kam die Einladung zum mündlichen Test, der zwei Monate später stattfand. In der Einladung war angegeben, dass er von 9:00-12:00 Uhr gehe und man eine halbe Stunde vorher da sein solle. Auch hier musste die ganze Zeit über eine Maske getragen werden und es wurde sehr auf Hygiene und Abstand geachtet. Der Prüfungskommission, die aus drei Leuten bestand, musste sich jeder kurz vorstellen. Danach wurden wir in drei separate Räume geführt, in denen wir unsere Vorbereitung für die folgenden Aufgaben in Ruhe durchführen konnten. Die Reihenfolge, in der wir die Aufgaben bearbeiteten, wurde vorher bereits vereinbart. Die Gruppendiskussion fiel dieses Jahr aufgrund von Corona aus.

Rollenspiel

Der Test begann mit einem Rollenspiel, für das man fünf Minuten Zeit hatte, um sich vorzubereiten. Es wurde eine Situation geschildert und man sollte sich in die Rolle der Chefin eines Hauptzollamts hineinversetzen. In dem folgenden Gespräch, in dem eine Kollegin vom Hauptzollamt die Position der Frau vertreten hat, sollte man sie mit Argumenten von einer Idee überzeugen. Die Aufgabe war für mich ziemlich schwierig, da mein Gegenüber durchgängig auf ihrer Position behaart und alles abgeblockt hat und es somit nicht leicht war, sie zu überzeugen. Die Zeitvorgabe lag bei acht Minuten und die Prüfer wollten dabei sehen, wie man sich in angespannten Konfliktsituationen verhält und welche Wortwahl verwendet wird.

Aktenvortrag

Bei der nächsten Aufgabe hatte man eine halbe Stunde Zeit, um sich vorzubereiten. Hierzu bekam man mehrere Unterlagen, auf denen eine Untersuchung von Zollbeamten beschrieben wurde, einerseits durch Berichte von Beamten, andererseits durch Fotos. Dies sollte man zusammenfassen und anschließend der Prüfungskommission in viereinhalb Minuten vortragen. Hier ein Tipp, nehmt euch am Schluss noch zwei, drei Minuten Zeit, um euch zu überlegen, wie ihr euren Vortrag strukturieren wollt.

Gespräch

Nachdem diese beiden Aufgaben geschafft waren, lag noch das Gespräch mit der Prüfungskommission vor mir. Dies dauerte ungefähr eine halbe Stunde und beinhaltete Fragen nicht nur zu den Aufgaben und der Struktur des Zolls, sondern auch zu meiner Persönlichkeit und meinem Lebenslauf. Außerdem wurden Fragen gestellt, warum ich zum Zoll möchte und wie ich überhaupt auf die Arbeit zum Zoll aufmerksam wurde. Auch wurde gefragt, welche Fähigkeiten ein guter Chef für mich haben muss und ob ich Unterschiede zwischen Beamten und Angestellten kenne. Wenn man sich im Vorhinein über den Zoll richtig gut informiert, sowie auf mögliche Fragen, ist man gut für das Gespräch vorbereitet. Auch die halbe Stunde geht schneller vorbei als man denkt. Überlegt euch zuvor Fragen, die ihr stellen könnt, damit ihr interessiert wirkt und die Prüfer merken, dass ihr euch Gedanken über den Beruf gemacht habt. Als auch dies geschafft war, fuhr ich erleichtert nach Hause.


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