Als Forstwirt/in arbeitest du direkt im und für den Wald. Du pflanzt und pflegst Bäume, schützt Waldbestände, erntest Holz und übernimmst Aufgaben im Natur- und Landschaftsschutz. Dabei nutzt du Motorsägen, Forstmaschinen und andere technische Geräte und arbeitest bei fast jedem Wetter im Freien. Die staatlich anerkannte duale Ausbildung dauert drei Jahre.
Ausbildungsplätze gibt es bei Landesforstbetrieben, kommunalen Forstämtern, Bundesforst, privaten Forstbetrieben und forstwirtschaftlichen Dienstleistungsunternehmen. Ein bundesweit einheitlicher Einstellungstest ist nicht vorgeschrieben. Manche öffentliche Arbeitgeber nutzen jedoch Online- oder schriftliche Tests, Vorstellungsgespräche und praktische Übungen. Die Stadt Kiel setzt für ihre Forstwirt-Ausbildung 2027 beispielsweise einen Online-Einstellungstest ein.
Inhalte:
- Was macht ein Forstwirt?
- Wie läuft die Ausbildung zum Forstwirt ab?
- Welche Voraussetzungen solltest du mitbringen?
- Wie viel verdient man während der Ausbildung?
- Wo arbeiten Forstwirte und welche Karrierewege gibt es?
- Einstellungstest und Auswahlverfahren für Forstwirte
- So bereitest du dich auf den Einstellungstest vor
Was macht ein Forstwirt?
Eine wichtige Aufgabe ist die Pflege und Entwicklung von Waldbeständen. Du bereitest Flächen für neue Bäume vor, pflanzt geeignete Baumarten und kümmerst dich um junge Bestände. Dazu gehören beispielsweise Kultur- und Jungbestandspflege sowie Maßnahmen zum Schutz vor Wildschäden. In Zeiten des Klimawandels spielt auch der Aufbau stabiler und vielfältiger Wälder eine wichtige Rolle. Die Ausbildungsordnung nennt das Begründen, Verjüngen, Schützen und Pflegen von Waldbeständen ausdrücklich als zentrale Ausbildungsbereiche.
Ein zweiter Schwerpunkt ist die Holzernte. Du beurteilst Bäume, bereitest Fällarbeiten vor, arbeitest mit der Motorsäge und unterstützt beim Transport des Holzes. Gefällte Stämme werden vermessen, sortiert und für die weitere Verwendung bereitgestellt. Dabei gelten strenge Arbeitsschutzregeln, denn Motorsägen, fallende Bäume und schwere Maschinen erfordern viel Aufmerksamkeit und Erfahrung.
Auch Naturschutz und Landschaftspflege gehören zum Beruf. Du pflegst Waldränder, Gewässer, Biotope oder Erholungseinrichtungen und hilfst dabei, besondere Lebensräume zu erhalten. HessenForst nennt bei aktuellen Ausbildungsstellen neben Holzernte und Maschinenarbeit ausdrücklich Pflanz-, Pflege- und Naturschutzarbeiten als wesentliche Bestandteile des Berufs.
Wie läuft die Ausbildung zum Forstwirt ab?
Forstwirt/in ist ein anerkannter Ausbildungsberuf. Die Ausbildung dauert regulär drei Jahre beziehungsweise 36 Monate und findet im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule statt. Der Beruf ist nicht in Fachrichtungen aufgeteilt.
Zu den wichtigsten Ausbildungsinhalten gehören:
- Waldbestände begründen und verjüngen
- junge Bestände pflegen
- Wald vor Schäden schützen
- Holz ernten, vermessen und sortieren
- Forstmaschinen, Motorsägen und Geräte einsetzen
- Maschinen und Geräte warten und instand halten
- besondere Lebensräume erhalten und pflegen
- Erholungs- und Schutzeinrichtungen anlegen
- Aufgaben des Jagdbetriebs kennenlernen
- Arbeitsabläufe planen und kontrollieren
- Arbeits- und Gesundheitsschutz beachten
Vor Ende des zweiten Ausbildungsjahres ist eine Zwischenprüfung vorgesehen. Sie besteht aus einem praktischen und einem schriftlichen Teil. In der praktischen Prüfung können beispielsweise Kulturpflege, Jungbestandspflege, Holzernte, Maschinenwartung oder Landschaftspflege vorkommen.
Die Abschlussprüfung ist ebenfalls praktisch und schriftlich. Praktisch bearbeitest du Aufgaben aus Waldwirtschaft und Landschaftspflege sowie Holzernte und Forsttechnik. Schriftlich werden diese beiden Bereiche sowie Wirtschafts- und Sozialkunde geprüft. Waldwirtschaft und Landschaftspflege sowie Holzernte und Forsttechnik zählen jeweils 45 Prozent zum Gesamtergebnis, Wirtschafts- und Sozialkunde 10 Prozent.
Welche Voraussetzungen solltest du mitbringen?
Gesetzlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Die Ausbildungsbetriebe entscheiden selbst, welche schulischen Voraussetzungen sie verlangen. HessenForst setzt für seine Ausbildungsplätze 2027 einen guten Hauptschulabschluss oder Realschulabschluss voraus. ForstBW verlangt aktuell mindestens einen Hauptschulabschluss.
Besonders wichtig sind körperliche Fitness, Ausdauer, handwerkliches Geschick und technisches Verständnis. Du arbeitest fast ausschließlich draußen und musst mit unebenem Gelände, Kälte, Hitze oder Regen zurechtkommen. ForstBW nennt körperliche Fitness und Ausdauer sowie Interesse an Maschinen und Technik ausdrücklich als Voraussetzungen. Auch Teamfähigkeit ist wichtig, denn viele forstliche Arbeiten werden in kleinen Arbeitsgruppen durchgeführt.
Hilfreiche Schulfächer sind besonders Mathematik, Biologie und Technik. Mathematik brauchst du beispielsweise zum Vermessen von Holz oder für einfache Berechnungen. Biologische Kenntnisse helfen dir, Baumarten, Waldökosysteme und Schäden besser zu verstehen. Ein aktueller kommunaler Ausbildungsbetrieb nennt gute Leistungen in Mathematik und Biologie sowie handwerkliches Geschick ausdrücklich als wünschenswert.
Ein Praktikum im Forst kann deine Bewerbung zusätzlich verbessern. Die Stadt Karlsruhe bezeichnet praktische Erfahrungen in einem grünen Beruf bei ihrer Ausbildung 2027 beispielsweise als wünschenswert.
Wie viel verdient man während der Ausbildung?
Die Ausbildungsvergütung hängt vom Arbeitgeber und dem geltenden Tarifvertrag ab. Bei kommunalen Arbeitgebern und ForstBW werden für Ausbildungsbeginne 2027 derzeit beispielsweise folgende monatliche Bruttobeträge genannt:
1. Ausbildungsjahr: 1.368,26 Euro
2. Ausbildungsjahr: 1.418,20 Euro
3. Ausbildungsjahr: 1.464,02 Euro
Diese Beträge werden aktuell unter anderem von ForstBW, der Stadt Karlsruhe und mehreren weiteren kommunalen Ausbildungsbetrieben genannt.
Andere öffentliche Forstbetriebe können aufgrund anderer Tarifregelungen abweichende Beträge zahlen. HessenForst nennt für einen Ausbildungsplatz mit Beginn 2027 beispielsweise 1.276,85 Euro im ersten, 1.331,43 Euro im zweiten und 1.381,51 Euro im dritten Ausbildungsjahr. Die Vergütung ist deshalb immer anhand der konkreten Ausschreibung zu prüfen.
Wo arbeiten Forstwirte und welche Karrierewege gibt es?
Forstwirte arbeiten bei Landes- und Kommunalforstbetrieben, privaten Waldbesitzern, forstwirtschaftlichen Dienstleistungsunternehmen und beim Bundesforst. Die Ausbildungsstätten können nach der Ausbildungsstättenverordnung unter anderem selbstständige Forstbetriebe, öffentliche Einrichtungen oder forstwirtschaftliche Dienstleister sein.
Beim Bundesforst arbeitest du beispielsweise an der Pflege und Nutzung von Bundeswäldern. Aktuelle Ausbildungsstellen der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben beschreiben den Arbeitsplatz überwiegend im Wald, häufig fern von Ortschaften und in kleinen Arbeitsgruppen. Die Motorsäge gehört neben weiteren Maschinen und Werkzeugen zu den wichtigsten Arbeitsmitteln.
Nach der Ausbildung kannst du dich fachlich spezialisieren oder eine Aufstiegsfortbildung absolvieren. Zu den anerkannten Möglichkeiten gehören Forstwirtschaftsmeister/in, Geprüfte/r Forstmaschinenführer/in sowie Geprüfte/r Natur- und Landschaftspfleger/in. Eine Meisterqualifikation kann beispielsweise den Weg in Ausbildung, Mitarbeiterführung und anspruchsvollere betriebliche Aufgaben eröffnen.
Einstellungstest und Auswahlverfahren für Forstwirte
Einen bundesweit vorgeschriebenen Einstellungstest für Forstwirte gibt es nicht. Die Betriebe gestalten ihre Auswahl selbst. Manche entscheiden anhand von Bewerbung und persönlichem Gespräch, andere setzen zusätzliche Tests ein. Bei der Stadt Kiel absolvieren Bewerber für den Ausbildungsstart 2027 beispielsweise zunächst einen Online-Einstellungstest. Anschließend werden Testergebnis, Auswahlgespräch und Bewerbungsunterlagen zu einer Gesamtbewertung zusammengeführt.
HessenForst hat sein strukturiertes Auswahlverfahren für Forstwirt-Auszubildende ebenfalls öffentlich beschrieben. Dort gehörten zu einem schriftlichen Test unter anderem Allgemeinwissen, technisches Verständnis, Rechenaufgaben und grundlegendes Forstwissen. Zusätzlich wurde eine praktische Übung eingesetzt. Die genauen Inhalte eines konkreten aktuellen Auswahlverfahrens können davon abweichen, das Beispiel zeigt aber gut, welche Fähigkeiten bei einem Forstbetrieb relevant sein können.
Mathematik
Mathematische Aufgaben passen unmittelbar zu den Anforderungen der Ausbildung. HessenForst hat Rechenaufgaben ausdrücklich als Bestandteil seines Auswahltests genannt. Außerdem gehören anwendungsbezogene Berechnungen sogar zur Zwischenprüfung der regulären Ausbildung.
Bereite dich deshalb auf Grundrechenarten, Brüche, Prozentrechnung, Dreisatz und einfache Flächen- oder Mengenberechnungen vor. Auch das Umrechnen von Längen- und Volumeneinheiten ist sinnvoll. Im Berufsalltag brauchst du Mathematik beispielsweise beim Vermessen, Sortieren und Berechnen von Holz.
Technisches Verständnis
Motorsägen, Seilwinden, Forstmaschinen und andere technische Geräte gehören zum Arbeitsalltag. HessenForst prüft beziehungsweise prüfte bei seinem strukturierten Auswahlverfahren deshalb auch grundlegendes technisches Verständnis.
Denkbar sind Aufgaben zu Werkzeugen, Zahnrädern, Kräften oder einfachen mechanischen Zusammenhängen. Umfangreiches forsttechnisches Fachwissen wird vor Ausbildungsbeginn normalerweise nicht vorausgesetzt. Du solltest aber verstehen können, wie einfache technische Systeme funktionieren und welches Werkzeug für eine Aufgabe geeignet ist.
Natur- und Forstwissen
Bei HessenForst gehörten auch einige einfache Fragen zum Wald beziehungsweise Forst zum Auswahltest. Dabei wurde ausdrücklich betont, dass noch kein umfangreiches Fachwissen erwartet wird.
Trotzdem solltest du wichtige heimische Baumarten kennen und eine grundlegende Vorstellung davon haben, welche Aufgaben Forstwirte übernehmen. Informiere dich außerdem über Waldpflege, Holzernte und Naturschutz. Wer sich bereits vor der Bewerbung praktisch mit dem Beruf beschäftigt hat, kann seine Motivation im Auswahlverfahren meist überzeugender erklären.
Allgemeinwissen
HessenForst nennt Allgemeinwissen ebenfalls als Bestandteil des schriftlichen Tests. Dabei können grundlegende Fragen aus Gesellschaft, Umwelt, Wirtschaft oder aktuellen Themen vorkommen.
Besonders naheliegend sind Themen mit Bezug zu Natur, Wald und Umwelt. Du musst dafür kein Spezialist für Forstpolitik sein. Es lohnt sich aber, aktuelle Entwicklungen wie Waldschäden, Trockenheit, Klimaanpassung und nachhaltige Waldbewirtschaftung grundsätzlich einordnen zu können.
Konzentration und Genauigkeit
Bei Waldarbeiten ist sorgfältiges Handeln besonders wichtig. Beim Fällen eines Baumes oder beim Arbeiten mit Maschinen können Fehler erhebliche Folgen haben. Ein Einstellungstest kann deshalb auch Aufgaben enthalten, bei denen du Informationen schnell vergleichen, Regeln beachten oder Unterschiede erkennen musst.
Konzentration solltest du nicht nur für schriftliche Tests trainieren. Auch bei einer praktischen Auswahlaufgabe wird häufig sichtbar, ob du Anweisungen aufmerksam liest beziehungsweise anhörst, systematisch vorgehst und Sicherheitsregeln beachtest.
Praktisches und handwerkliches Geschick
Gerade bei diesem Beruf kann eine praktische Übung besonders aussagekräftig sein. HessenForst hat eine solche Praxisübung ausdrücklich als Bestandteil seines Auswahlverfahrens beschrieben.
Dabei muss es nicht darum gehen, bereits eine Motorsäge professionell bedienen zu können. Denkbar sind einfachere handwerkliche oder praktische Aufgaben. Wichtig ist, dass du Anweisungen beachtest, Werkzeug vernünftig handhabst, sicher arbeitest und bei Problemen überlegt vorgehst. ForstBW nennt handwerkliches Interesse beziehungsweise Begeisterung für den praktischen Forstberuf ausdrücklich als Anforderung.
Persönlichkeit und Motivation
Im Vorstellungsgespräch solltest du zeigen, dass du den Beruf realistisch einschätzt. Forstwirt/in bedeutet viel Arbeit im Freien, körperliche Belastung und den Umgang mit Maschinen und Motorsägen. Gleichzeitig gehören Naturschutz, Waldpflege und Teamarbeit zum Berufsbild.
Du solltest erklären können, warum du gerade im Forst arbeiten möchtest und weshalb dir praktische Arbeit in der Natur liegt. Ein Praktikum ist dafür besonders hilfreich. Auch Zuverlässigkeit, Verantwortungsbewusstsein und Teamfähigkeit sind wichtig, weil Forstwirte häufig in kleinen Arbeitsgruppen und teilweise weit entfernt von Ortschaften arbeiten.
So bereitest du dich auf den Einstellungstest vor
Wenn dein Ausbildungsbetrieb einen Einstellungstest einsetzt, solltest du besonders Mathematik, technisches Verständnis, Konzentration und Allgemeinwissen trainieren. Informiere dich außerdem über heimische Baumarten, Waldpflege, Holzernte und die Aufgaben des konkreten Forstbetriebs. Wenn praktische Übungen angekündigt sind, hilft dir ein vorheriges Praktikum, typische Arbeitsabläufe kennenzulernen.
Beim Ausbildungspark kannst du typische Aufgabenformate aus Einstellungstests kennenlernen und Mathematik, technisches Verständnis, Konzentration und Allgemeinwissen unter Zeitdruck trainieren. Der Ausbildungspark Verlag ist Bildungspartner unter anderem der Gewerkschaft der Polizei, des Olympiastützpunktes Hessen, des Deutschen Bundeswehrverbandes und der Deutschen Feuerwehr-Gewerkschaft und engagiert sich gemeinsam mit seinen Partnern für einen erfolgreichen Berufseinstieg junger Menschen.














