Güter helfen uns dabei, Bedürfnisse zu befriedigen. Manche kannst du anfassen, etwa ein Fahrrad oder ein Buch. Andere sind nicht greifbar: Dazu gehören die Leistung eines Rechtsanwalts oder das Recht, ein bestimmtes Logo zu verwenden. In dieser Lektion erfährst du, was knappe Güter sind, woran du immaterielle Güter erkennst und wie sich Dienstleistungen und Rechte unterscheiden.
Was sind knappe Güter?
Als Güter bezeichnet man Mittel, mit denen Menschen ihre Bedürfnisse befriedigen. In der Wirtschaft unterscheidet man grundsätzlich zwischen freien und knappen Gütern. Freie Güter stehen unter den jeweiligen Bedingungen im Verhältnis zum Bedarf in ausreichender Menge zur Verfügung, etwa natürliches Tageslicht im Freien. Knappe Güter sind dagegen nicht beliebig verfügbar. Deshalb müssen Menschen und Unternehmen entscheiden, wie sie diese Güter beschaffen und verwenden.
Knappe Güter werden auch wirtschaftliche Güter genannt. Typische Beispiele sind Lebensmittel, Kleidung, technische Geräte, aber auch Beratungsleistungen und bestimmte Nutzungsrechte. Häufig haben knappe Güter einen Preis, weil für ihre Herstellung oder Bereitstellung begrenzte Mittel eingesetzt werden. Ein Preis ist aber kein zwingendes Merkmal: Auch ein kostenlos bereitgestelltes Schulbuch bleibt ein knappes Gut, da es produziert und finanziert werden muss.
Materielle und immaterielle Güter
Knappe Güter lassen sich unter anderem in materielle und immaterielle Güter einteilen. Materielle Güter sind körperliche Gegenstände, die du anfassen kannst. Dazu gehören beispielsweise ein Schreibtisch, ein Smartphone oder eine Maschine. Je nach Verwendung können solche Güter als Konsumgüter oder Produktionsgüter dienen.
Immaterielle Güter sind dagegen nicht körperlich greifbar. Sie erfüllen Bedürfnisse, ohne selbst als Gegenstand vorzuliegen. Zu ihnen zählen insbesondere Dienstleistungen und Rechte. Die Unterscheidung ist wichtig, weil für beide Güterarten unterschiedliche Formen der Nutzung, Bereitstellung und Übertragung gelten können.
Stell dir vor, du kaufst einen Laptop und lässt anschließend ein Programm darauf einrichten. Der Laptop ist ein materielles Gut. Die Einrichtung durch eine Fachkraft ist eine Dienstleistung und damit ein immaterielles Gut. Für die Nutzung der Software benötigst du möglicherweise zusätzlich eine Lizenz, also ein Nutzungsrecht.
Dienstleistungen: Leistungen für andere Menschen
Dienstleistungen sind Tätigkeiten oder Leistungen, die ein Anbieter für andere Personen oder Unternehmen erbringt, um deren Bedürfnisse zu erfüllen. Dabei steht nicht die Herstellung eines körperlichen Gegenstands im Mittelpunkt, sondern die erbrachte Leistung. Ein Beispiel ist die Beratung durch einen Rechtsanwalt. Er hilft dir bei einer rechtlichen Frage oder vertritt dich in einem Rechtsstreit. Die Beratung selbst kannst du nicht anfassen.
Weitere Beispiele sind ein Haarschnitt beim Friseur, eine Taxifahrt oder die Reparatur eines Fahrrads. Bei einer Reparatur wird zwar an einem materiellen Gegenstand gearbeitet, die eigentliche Dienstleistung besteht aber in der Tätigkeit des Reparierens. Dienstleistungen können von einzelnen Menschen, Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen erbracht werden.
Eine Dienstleistung wird oft während ihrer Erbringung genutzt. Beim Friseur erfolgt der Haarschnitt beispielsweise, während du die Leistung in Anspruch nimmst. Das gilt jedoch nicht ausnahmslos: Ein Gutachten kann zunächst erstellt und erst später gelesen werden. Dienstleistungen sind deshalb nicht generell dadurch definiert, dass Herstellung und Nutzung immer exakt gleichzeitig stattfinden.
Rechte: Ansprüche und Befugnisse
Neben Dienstleistungen gehören auch Rechte zu den immateriellen Gütern. Rechte sind rechtlich anerkannte Ansprüche oder Befugnisse. Sie können beispielsweise festlegen, wer etwas nutzen, verwerten oder darüber entscheiden darf. Für Unternehmen sind vor allem Nutzungsrechte an Marken, Bildern, Software oder geschützten Entwicklungen wichtig.
Angenommen, dein Ausbildungsbetrieb möchte das Logo eines anderen Unternehmens auf einer Werbeanzeige verwenden. Er darf es nicht einfach übernehmen, wenn dadurch geschützte Marken- oder andere Rechte verletzt werden. In der Regel muss zunächst geklärt werden, ob die Verwendung erlaubt ist und ob eine entsprechende Lizenz benötigt wird. Das Nutzungsrecht ist nicht körperlich greifbar und zählt deshalb zu den immateriellen Gütern.
Ein weiteres Beispiel ist eine Softwarelizenz. Du kannst ein Programm nutzen, obwohl dir nicht sämtliche Rechte an der Software gehören. Die Lizenz legt fest, in welchem Umfang die Nutzung erlaubt ist. Auch Eigentumsrechte sind rechtliche Befugnisse; das Eigentum an einem körperlichen Gegenstand ist allerdings von dem Gegenstand selbst zu unterscheiden.
Was unterscheidet Dienstleistungen und Rechte?
Dienstleistungen und Rechte sind beide immaterielle Güter, unterscheiden sich aber in ihrem Inhalt. Bei einer Dienstleistung steht eine Tätigkeit oder Leistung für einen Kunden im Vordergrund. Bei einem Recht geht es dagegen um eine rechtlich geregelte Befugnis oder einen Anspruch.
Beispielsweise erbringt ein Grafikdesigner eine Dienstleistung, wenn er ein Logo entwirft. Ob der Auftraggeber das Logo anschließend uneingeschränkt verwenden oder an andere weitergeben darf, hängt von den vereinbarten Nutzungsrechten und den geltenden Schutzrechten ab. Die gestalterische Leistung und das Recht zur Nutzung sind also zwei unterschiedliche Aspekte.
In der Praxis können beide Arten eng zusammenhängen. Ein Unternehmen kauft beispielsweise eine Beratungsleistung ein und erwirbt zusätzlich die Nutzungsrechte an einem erstellten Bericht. Für die wirtschaftliche Einordnung hilft die Frage: Wird eine Tätigkeit erbracht oder erhält jemand eine bestimmte rechtliche Befugnis?
Warum ist diese Unterscheidung für Unternehmen wichtig?
Unternehmen benötigen sowohl materielle als auch immaterielle Güter. Ein Einzelhändler braucht etwa Regale und Kassengeräte, aber möglicherweise auch einen Wartungsservice für seine IT und Lizenzen für ein Warenwirtschaftsprogramm. Für die Beschaffung und Nutzung fallen unterschiedliche Kosten und vertragliche Pflichten an.
Bei Dienstleistungen sollte ein Betrieb beispielsweise klären, welche Leistung erbracht wird, welchen Umfang sie hat und wie viel sie kostet. Bei Rechten kommt es besonders darauf an, was genau genutzt werden darf, wie lange die Erlaubnis gilt und ob sie weitergegeben werden kann. Gerade bei Marken oder Software können unerlaubte Nutzungen rechtliche Folgen haben.
Merke dir: Knappe Güter stehen nicht unbegrenzt zur Verfügung. Sie können materiell oder immateriell sein. Zu den immateriellen Gütern gehören Dienstleistungen als erbrachte Leistungen und Rechte als rechtlich geregelte Ansprüche oder Befugnisse.
Typische Prüfungsaufgaben:
1. Welches Merkmal kennzeichnet immaterielle Güter?
Bei dieser Frage ist eine Antwort richtig.
A. Immaterielle Güter stehen grundsätzlich unbegrenzt und kostenlos zur Verfügung.
B. Bei der Herstellung immaterieller Güter müssen immer besondere Sicherheitsmaßnahmen eingehalten werden.
C. Immaterielle Güter sind nicht körperlich greifbar.
D. Immaterielle Güter sind Gegenstände, die man anfassen und transportieren kann.
E. Immaterielle Güter können ausschließlich während einer bestimmten Jahreszeit angeboten werden.
2. Welche der folgenden Güterarten gehören zu den immateriellen Gütern?
Bei dieser Frage sind zwei Antworten richtig.
A. Körperliche Konsumgüter wie Lebensmittel und Kleidung
B. Materielle Güter wie Maschinen und Fahrzeuge
C. Freie Naturgüter wie natürliches Tageslicht
D. Dienstleistungen
E. Rechte
3. Welche Aussagen über Dienstleistungen sind richtig?
Bei dieser Frage sind zwei Antworten richtig.
A. Dienstleistungen bestehen ausschließlich aus der Herstellung körperlicher Gegenstände.
B. Dienstleistungen sind für die Wirtschaft und die Gesellschaft grundsätzlich bedeutungslos.
C. Dienstleistungen werden immer kostenlos erbracht.
D. Dienstleistungen sind Tätigkeiten oder Leistungen, die für andere erbracht werden und der Befriedigung menschlicher Bedürfnisse dienen.
E. Dienstleistungen zählen in der Wirtschaft zu den immateriellen Gütern und können knappe Güter sein.
4. Bei welchen der folgenden Beispiele handelt es sich um Dienstleistungen?
Bei dieser Frage sind zwei Antworten richtig.
A. Die ärztliche Untersuchung eines Patienten
B. Eine Maschine zur Herstellung von Autoteilen
C. Die rechtliche Beratung eines Mandanten durch einen Rechtsanwalt
D. Ein Arbeitsanzug für Beschäftigte eines Handwerksbetriebs
E. Ein Computer in der Verwaltung eines Unternehmens
5. Zu welchen Güterarten gehört ein Patentrecht?
Bei dieser Frage sind zwei Antworten richtig.
A. Dienstleistungen
B. Materielle Güter
C. Freie Güter
D. Rechte
E. Immaterielle Güter








