Wie wirtschaftlich arbeitet ein Unternehmen? Diese Frage lässt sich beantworten, indem du den erzielten Erfolg mit den dafür eingesetzten Mitteln vergleichst. Ob beim Verkauf selbst gezogener Blumen, beim Einsatz von Mitarbeitern oder in der Produktion: Die Wirtschaftlichkeit zeigt, wie günstig das Verhältnis zwischen Ergebnis und Aufwand ist. Mit einer einfachen Formel kannst du sie berechnen und beurteilen.
Was bedeutet Wirtschaftlichkeit?
Stell dir vor, du kaufst Blumensamen, pflanzt sie ein und kümmerst dich mehrere Wochen um die Pflanzen. Du benötigst Samen, Erde, Wasser und Zeit, bevor du die fertigen Blumen verkaufen kannst. Aus kaufmännischer Sicht interessiert dich nun nicht nur, wie viel Geld du beim Verkauf einnimmst, sondern auch, welcher Aufwand dafür entstanden ist. Schließlich lohnt sich der Verkauf wirtschaftlich nur dann, wenn der erzielte Ertrag zum eingesetzten Aufwand passt.
Wirtschaftlichkeit ist eine ökonomische Kennzahl, die das Verhältnis zwischen dem erzielten Ertrag und dem dafür angefallenen Aufwand beschreibt. Bei der betrieblichen Leistungserstellung lässt sich entsprechend das Verhältnis von Leistungen zu Kosten betrachten. Die Kennzahl hilft dir, den Mitteleinsatz zu beurteilen und wirtschaftliche Entscheidungen zu treffen.
Warum ist Wirtschaftlichkeit für Unternehmen wichtig?
Unternehmen verfügen nur über begrenzte Mittel. Sie müssen entscheiden, wie sie Personal, Material, Arbeitszeit und Geld möglichst sinnvoll einsetzen. Möchte ein Betrieb beispielsweise seine Mitarbeiter anders auf verschiedene Abteilungen verteilen, kann er prüfen, welche Aufteilung zu einem günstigen Verhältnis zwischen erbrachter Leistung und den entstehenden Kosten führt.
Wirtschaftlichkeit ist dabei ein wichtiges Entscheidungskriterium, aber nicht das einzige. Arbeitsrechtliche Vorgaben, Qualität, Sicherheit und die Bedürfnisse der Beschäftigten müssen ebenfalls berücksichtigt werden. Eine Maßnahme ist nicht automatisch sinnvoll, nur weil sie kurzfristig Kosten senkt. Entscheidend ist, ob Aufwand und Ergebnis in einem angemessenen Verhältnis stehen.
Wie berechnet man die Wirtschaftlichkeit?
Die Berechnung ist einfach: Du teilst den Ertrag durch den Aufwand. Beide Werte müssen sich auf denselben Zeitraum beziehen und in derselben Geldeinheit angegeben werden. Das Ergebnis ist eine Verhältniszahl ohne Einheit.
Wirtschaftlichkeit = Ertrag ÷ Aufwand
Wenn du gezielt die Wirtschaftlichkeit der betrieblichen Leistungserstellung untersuchst, kannst du statt Ertrag und Aufwand die entsprechenden Leistungen und Kosten verwenden. Diese Größen sind jedoch nicht in jedem Fall identisch: Erträge und Aufwendungen stammen aus der Finanzbuchhaltung, während Leistungen und Kosten in der Kosten- und Leistungsrechnung abgegrenzt werden. Deshalb solltest du stets passende Größen miteinander vergleichen.
Betriebliche Wirtschaftlichkeit = Leistungen ÷ Kosten
Beispiel: Wirtschaftlichkeit berechnen
Dein Ausbildungsbetrieb weist für einen bestimmten Zeitraum Erträge aus Verkäufen in Höhe von 4,52 Millionen Euro und Aufwendungen von 4,38 Millionen Euro aus. Um die Wirtschaftlichkeit zu bestimmen, setzt du diese Beträge in die Formel ein.
Wirtschaftlichkeit = 4,52 Mio. € ÷ 4,38 Mio. € = 1,03196… ≈ 1,03
Die Wirtschaftlichkeit beträgt gerundet 1,03. Das bedeutet: Jedem Euro Aufwand stehen rund 1,03 € Ertrag gegenüber. Der Betrieb erzielt in diesem vereinfachten Beispiel also etwa drei Cent mehr Ertrag je Euro Aufwand. Die Differenz zwischen den gesamten Erträgen und Aufwendungen beträgt 140.000 € und ist der Gewinn für den betrachteten Zeitraum. Die Verhältniszahl 1,03 ist dagegen nicht der Gewinn selbst.
Wie beurteilt man das Ergebnis?
Anhand der Wirtschaftlichkeitskennzahl kannst du erkennen, ob die Erträge die Aufwendungen decken oder übersteigen. Dafür vergleichst du das Ergebnis mit dem Wert 1.
Wirtschaftlichkeit > 1: Die Erträge sind höher als die Aufwendungen. Es entsteht ein positiver Erfolg beziehungsweise ein Gewinn.
Wirtschaftlichkeit = 1: Erträge und Aufwendungen sind gleich hoch. Es wird kostendeckend gewirtschaftet, und das Ergebnis beträgt null.
Wirtschaftlichkeit < 1: Die Aufwendungen sind höher als die Erträge. Es entsteht ein Verlust.
Im allgemeinen betriebswirtschaftlichen Sinn spricht man bei einem Wert ab 1 von einer wirtschaftlich ausreichenden Deckung der Aufwendungen; Werte über 1 zeigen einen Überschuss. Für einen dauerhaft tragfähigen Betrieb können aber zusätzlich Rücklagen, Investitionen und weitere Ziele wichtig sein. Das Beispiel mit dem Wert 1,03 liegt knapp über 1: Es entsteht ein Gewinn, der Überschuss fällt im Verhältnis zum Aufwand jedoch vergleichsweise gering aus.
Wirtschaftlichkeit und Gewinn unterscheiden
Wirtschaftlichkeit und Gewinn hängen zusammen, beantworten aber unterschiedliche Fragen. Der Gewinn ist ein absoluter Geldbetrag: Er zeigt, um wie viele Euro die Erträge die Aufwendungen übersteigen. Die Wirtschaftlichkeit setzt dagegen Ertrag und Aufwand ins Verhältnis und zeigt, wie viel Ertrag auf einen Euro Aufwand entfällt.
Gewinn = Ertrag − Aufwand
Bei den Blumen kannst du deshalb sowohl den Gewinn als auch die Wirtschaftlichkeit betrachten. Wenn du 60 € Ertrag und 50 € Aufwand hast, beträgt dein Gewinn 10 €. Die Wirtschaftlichkeit liegt bei 60 € ÷ 50 € = 1,20. Jedem Euro Aufwand stehen damit 1,20 € Ertrag gegenüber. So kannst du Ergebnisse verschiedener Tätigkeiten besser miteinander vergleichen, sofern die verwendeten Größen vergleichbar sind.
Typische Prüfungsaufgaben:
1. Dein Ausbildungsbetrieb hat in einem Geschäftsjahr Erträge in Höhe von 68.700.000 € erwirtschaftet. Die Aufwendungen betragen 65.500.000 €. Der Gewinn liegt somit bei 3.200.000 €. Im Unternehmen arbeiten 250 Mitarbeiter, und das Eigenkapital beträgt 100.000.000 €.
Wie hoch ist die Wirtschaftlichkeit deines Ausbildungsbetriebs? Runde das Ergebnis auf zwei Nachkommastellen.
Bei dieser Frage ist eine Antwort richtig.
A. 1,00
B. 1,50
C. −1,04
D. 1,04
E. 1,05
2. Was versteht man unter dem Begriff „Wirtschaftlichkeit“?
Bei dieser Frage ist eine Antwort richtig.
A. Das Verhältnis zwischen Gewinn und Kosten
B. Die Differenz zwischen Ertrag und Aufwand
C. Das Verhältnis von Leistungen zu Kosten
D. Die Summe aller Umsatzerlöse eines Unternehmens
E. Die Summe aller erwirtschafteten Gewinne
3. Wie wird die betriebliche Wirtschaftlichkeit in der Kosten- und Leistungsrechnung berechnet?
Bei dieser Frage ist eine Antwort richtig.
A. Indem man die Kosten vom Gewinn abzieht
B. Indem man die Aufwendungen von den Erträgen abzieht
C. Indem man die Aufwendungen durch den Gewinn teilt
D. Indem man die Leistungen durch die Kosten teilt
E. Indem man die Kosten durch die Leistungen teilt
4. Ab welchem Wert gilt ein Unternehmen bei der Betrachtung des Verhältnisses von Ertrag zu Aufwand als mindestens kostendeckend?
Bei dieser Frage ist eine Antwort richtig.
A. Wenn die Aufwendungen höher sind als die Erträge
B. Wenn die Erträge mindestens doppelt so hoch sind wie die Aufwendungen
C. Wenn die Erträge mindestens genauso hoch sind wie die Aufwendungen
D. Wenn der Gewinn höher ist als die gesamten Aufwendungen
E. Wenn der Gewinn genauso hoch ist wie die gesamten Aufwendungen
5. Welche Aussagen über die Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens sind falsch?
Bei dieser Frage sind zwei Antworten richtig.
A. Ein Unternehmen arbeitet bei der Betrachtung von Ertrag und Aufwand mindestens kostendeckend, wenn die Wirtschaftlichkeit größer oder gleich 1 ist.
B. Bei Veränderungen des Personaleinsatzes kann die Wirtschaftlichkeit ein wichtiges Entscheidungskriterium sein.
C. Ist die Wirtschaftlichkeit kleiner als 1, liegt ein Gewinn vor.
D. Ist die Wirtschaftlichkeit kleiner als 1, sind die Aufwendungen höher als die Erträge.
E. Ein Unternehmen arbeitet nur dann mindestens kostendeckend, wenn die Wirtschaftlichkeit größer als 1 ist.








