Du kennst das bestimmt: Dein Geld reicht nicht immer aus, um dir alle Wünsche zu erfüllen. Deshalb musst du überlegen, wofür du es ausgibst und wie du möglichst viel aus deinem Budget herausholst. Unternehmen stehen vor ähnlichen Entscheidungen. Sie müssen mit begrenzten Mitteln wirtschaften, um ihre Ziele zu erreichen. Dabei helfen ihnen verschiedene Grundsätze, die unter dem Begriff Wirtschaftlichkeitsprinzip zusammengefasst werden.
Was bedeutet Wirtschaftlichkeit?
Wirtschaftlichkeit beschreibt, wie sinnvoll und effizient die verfügbaren Mittel eingesetzt werden, um ein bestimmtes Ergebnis zu erreichen. Dabei wird der erzielte Ertrag beziehungsweise die erbrachte Leistung mit dem dafür benötigten Aufwand verglichen. Ziel ist es, mit den vorhandenen Mitteln möglichst wirtschaftlich umzugehen.
Die Wirtschaftlichkeit lässt sich beispielsweise als Verhältnis von Ertrag und Aufwand berechnen:
Wirtschaftlichkeit = Ertrag / Aufwand
Ist der Ertrag größer als der Aufwand, liegt der Wert über 1. Beträgt der Ertrag beispielsweise 12.000 € und der Aufwand 10.000 €, ergibt sich eine Wirtschaftlichkeit von 1,2. Das bedeutet, dass jedem eingesetzten Euro ein Ertrag von 1,20 € gegenübersteht. Bei einem Wert von 1 sind Ertrag und Aufwand gleich hoch. Liegt der Wert unter 1, übersteigt der Aufwand den Ertrag.
Wirtschaftliches Handeln ist notwendig, weil die verfügbaren Güter und Mittel begrenzt sind. Geld, Rohstoffe, Arbeitszeit und andere Ressourcen stehen nicht unbegrenzt zur Verfügung. Gleichzeitig haben Menschen und Unternehmen zahlreiche Bedürfnisse und Ziele. Deshalb müssen sie entscheiden, wie sie ihre knappen Mittel möglichst sinnvoll einsetzen.
Wirtschaftssubjekte und das ökonomische Prinzip
Das Wirtschaftlichkeitsprinzip wird auch als ökonomisches Prinzip bezeichnet. Es beschreibt den Grundsatz, mit knappen Mitteln ein möglichst günstiges Verhältnis zwischen Aufwand und Ergebnis zu erreichen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es um den privaten Einkauf, eine betriebliche Investition oder die Verwendung öffentlicher Gelder geht.
Wirtschaftliche Entscheidungen werden von sogenannten Wirtschaftssubjekten getroffen. Dazu zählen vor allem private Haushalte, Unternehmen und öffentliche Haushalte. Private Haushalte entscheiden beispielsweise, wofür sie ihr Einkommen ausgeben. Unternehmen planen den Einsatz von Personal, Material und Kapital. Öffentliche Haushalte, etwa von Bund, Ländern und Gemeinden, müssen ebenfalls entscheiden, wie sie ihre finanziellen Mittel verwenden.
Grundsätzlich unterscheidet man drei Formen des ökonomischen Prinzips: das Maximalprinzip, das Minimalprinzip und das Extremumprinzip. Sie verfolgen das gemeinsame Ziel, möglichst wirtschaftlich zu handeln. Der Unterschied liegt darin, ob der Mitteleinsatz, das angestrebte Ergebnis oder keiner der beiden Werte von vornherein festgelegt ist.
Maximalprinzip: Mit festen Mitteln möglichst viel erreichen
Beim Maximalprinzip steht der verfügbare Mitteleinsatz bereits fest. Mit diesem vorgegebenen Aufwand soll ein möglichst großer Erfolg erzielt werden. Deshalb wird das Maximalprinzip auch als Ergiebigkeitsprinzip bezeichnet.
Stell dir vor, du möchtest im nächsten Sommer eine Pauschalreise nach Spanien buchen. Für deinen Urlaub stehen dir genau 950 € zur Verfügung. Du vergleichst verschiedene Reiseanbieter und suchst nach dem Angebot, das dir innerhalb deines Budgets die meisten gewünschten Leistungen bietet. Vielleicht bekommst du für denselben Preis ein besseres Hotel, einen längeren Aufenthalt oder zusätzliche Verpflegung.
Auch Unternehmen wenden das Maximalprinzip an. Dein Ausbildungsbetrieb könnte beispielsweise ein festes Werbebudget von 5.000 € zur Verfügung haben. Mit diesem Betrag möchte er möglichst viele potenzielle Kunden erreichen. Der finanzielle Einsatz ist festgelegt, während der angestrebte Erfolg möglichst groß sein soll.
Maximalprinzip: Vorgegebener Mitteleinsatz → größtmöglicher Erfolg
Minimalprinzip: Ein festes Ziel mit möglichst wenig Aufwand erreichen
Das Minimalprinzip funktioniert umgekehrt. Hier steht das gewünschte Ergebnis bereits fest. Dieses Ziel soll mit einem möglichst geringen Aufwand erreicht werden. Deshalb bezeichnet man das Minimalprinzip auch als Sparprinzip.
Bleiben wir bei deiner Spanienreise. Diesmal hast du dich bereits für ein bestimmtes Hotel, eine feste Reisedauer und eine bestimmte Verpflegung entschieden. Du vergleichst verschiedene Anbieter, die genau diese Leistungen anbieten. Dein Ziel ist es, die gewünschte Reise zum möglichst günstigen Preis zu buchen.
Auch dein Ausbildungsunternehmen kann nach dem Minimalprinzip handeln. Angenommen, der Betrieb möchte mit einer Werbekampagne mindestens 10.000 Personen aus seiner Zielgruppe erreichen. Er vergleicht verschiedene Werbemöglichkeiten und entscheidet sich für die kostengünstigste Variante, die dieses Ziel unter den festgelegten Bedingungen erfüllt.
Beim Minimalprinzip geht es also nicht darum, grundsätzlich die billigste oder qualitativ schlechteste Leistung auszuwählen. Entscheidend ist, dass das vorgegebene Ziel beziehungsweise die gewünschte Qualität erreicht wird und der dafür benötigte Aufwand möglichst gering bleibt.
Minimalprinzip: Vorgegebener Erfolg → geringstmöglicher Mitteleinsatz
Extremumprinzip: Das beste Verhältnis zwischen Aufwand und Erfolg finden
Beim Extremumprinzip sind weder der Mitteleinsatz noch das Ergebnis von vornherein festgelegt. Stattdessen wird versucht, das bestmögliche Verhältnis zwischen Aufwand und Erfolg zu erreichen. Man spricht deshalb auch vom Optimumprinzip. Dabei kann es sinnvoll sein, etwas mehr einzusetzen, wenn der zusätzliche Nutzen entsprechend groß ist.
Bei deiner Spanienreise könnte das bedeuten, dass du nicht ausschließlich auf den günstigsten Preis oder die meisten Leistungen für ein festes Budget achtest. Stattdessen vergleichst du das gesamte Preis-Leistungs-Verhältnis. Ein etwas teureres Angebot könnte beispielsweise einen Direktflug enthalten, durch den du deutlich schneller an deinem Urlaubsort ankommst. Du entscheidest, ob dir dieser Vorteil den höheren Preis wert ist.
Ähnlich kann ein Unternehmen vorgehen, wenn es verschiedene Werbemaßnahmen vergleicht. Eine teurere Kampagne kann wirtschaftlich sinnvoller sein, wenn sie deutlich mehr geeignete Kunden erreicht und dadurch einen entsprechend höheren Erfolg erzielt. Entscheidend ist nicht allein die Höhe der Kosten oder des Ertrags, sondern deren Verhältnis zueinander.
Extremumprinzip: Veränderlicher Mitteleinsatz und Erfolg → bestmögliches Verhältnis
Welches Angebot tatsächlich am wirtschaftlichsten ist, hängt allerdings von den jeweiligen Zielen ab. Nicht jeder bewertet dieselben Leistungen gleich. Für jemanden, der gerne am Strand liegt, kann eine Mallorca-Reise besonders attraktiv sein. Wer dagegen lieber Langlaufski fährt, wird mit diesem Urlaub möglicherweise weniger anfangen können. Auch persönliche Vorlieben und Gefühle beeinflussen wirtschaftliche Entscheidungen.
Erwerbswirtschaftliches und gemeinwirtschaftliches Prinzip
Neben dem Wirtschaftlichkeitsprinzip lassen sich Unternehmen danach unterscheiden, welche übergeordneten Ziele sie verfolgen. Dabei spielen besonders das erwerbswirtschaftliche und das gemeinwirtschaftliche Prinzip eine Rolle. Diese beiden Grundsätze beschreiben vor allem, welchem Zweck das wirtschaftliche Handeln dient.
Beim erwerbswirtschaftlichen Prinzip steht die Gewinnerzielung im Mittelpunkt. Unternehmen möchten möglichst hohe Gewinne erwirtschaften und damit auch eine angemessene Verzinsung des eingesetzten Eigenkapitals erreichen. Der Gewinn ergibt sich aus der Differenz zwischen Erträgen und Aufwendungen. Viele privatwirtschaftliche Unternehmen verfolgen dieses Prinzip, um langfristig erfolgreich zu bleiben, Investitionen zu finanzieren und ihre wirtschaftliche Existenz zu sichern.
Beim gemeinwirtschaftlichen Prinzip steht dagegen die Versorgung der Bevölkerung im Vordergrund. Unternehmen und Einrichtungen sollen Leistungen erbringen, die dem Gemeinwohl dienen. Die Gewinnerzielung ist dabei nicht das vorrangige Ziel. Vielmehr geht es darum, wichtige Güter und Dienstleistungen zuverlässig, bedarfsgerecht und möglichst wirtschaftlich bereitzustellen.
Beispiele finden sich unter anderem bei kommunalen Versorgungsunternehmen, öffentlichen Verkehrsbetrieben und bestimmten sozialen Einrichtungen. Ein kommunaler Verkehrsbetrieb soll beispielsweise dafür sorgen, dass Menschen zuverlässig mit Bussen und Bahnen befördert werden. Dabei muss er auf seine Kosten achten, auch wenn die Versorgung der Bevölkerung wichtiger ist als die Erzielung möglichst hoher Gewinne.
Gemeinwirtschaftlich ausgerichtete Unternehmen müssen nicht zwangsläufig sämtliche Kosten allein durch ihre Einnahmen decken. Bestimmte Leistungen werden auch durch öffentliche Zuschüsse finanziert. Ebenso können gemeinwirtschaftliche Unternehmen Überschüsse erzielen. Entscheidend ist, dass diese nicht das vorrangige Unternehmensziel darstellen.
Das Wirtschaftlichkeitsprinzip und die beiden Unternehmensprinzipien schließen sich somit nicht gegenseitig aus. Auch eine gemeinwirtschaftliche Einrichtung sollte ihre Mittel sparsam und sinnvoll einsetzen. Während das Wirtschaftlichkeitsprinzip beschreibt, wie wirtschaftlich gehandelt wird, verdeutlichen das erwerbswirtschaftliche und das gemeinwirtschaftliche Prinzip, welche Ziele dabei im Vordergrund stehen.
Typische Prüfungsaufgaben:
1. Für wen gilt das ökonomische Prinzip?
Bei dieser Frage ist eine Antwort richtig.
A. Ausschließlich für Wirtschaftsunternehmen
B. Nur für Unternehmen und öffentliche Einrichtungen
C. Ausschließlich für private Haushalte
D. Für alle, die wirtschaftlich handeln
E. Nur für Groß- und Einzelhandelsbetriebe
2. Deine Berufsschule ist eine öffentliche Bildungseinrichtung und orientiert sich am gemeinwirtschaftlichen Prinzip. Welches Ziel steht dabei im Vordergrund?
Bei dieser Frage ist eine Antwort richtig.
A. Einen möglichst hohen Gewinn erzielen
B. Die Ausgaben unabhängig von der Bildungsqualität minimieren
C. Möglichst hohe Überschüsse für private Eigentümer erwirtschaften
D. Die Steuereinnahmen des Bundeslandes erhöhen
E. Eine bedarfsgerechte Bildungsversorgung der Bevölkerung sicherstellen
3. Welche der folgenden Personen oder Unternehmen handeln nach dem Maximalprinzip?
Bei dieser Frage sind zwei Antworten richtig.
A. Tina möchte eine bestimmte Jeans kaufen und dafür möglichst wenig Geld ausgeben.
B. Ein Bekleidungsgeschäft verfügt über ein Werbebudget von 10.000 € und möchte damit möglichst viele potenzielle Kunden erreichen.
C. Tom hat für neue Winterschuhe genau 50 € eingeplant und sucht das Paar, das ihm innerhalb dieses Budgets den besten Kälteschutz bietet.
D. Familie Müller sucht ein Hotel in Paris und möchte ein möglichst gutes Verhältnis zwischen Preis, Lage und Ausstattung erreichen.
E. Lisa möchte in ihrer Mathematikarbeit mindestens die Note 2 erreichen und dafür möglichst wenig Lernzeit aufwenden.
4. Welche Aussage beschreibt das Minimalprinzip richtig?
Bei dieser Frage ist eine Antwort richtig.
A. Mit möglichst geringem Aufwand soll gleichzeitig der höchstmögliche Gewinn erzielt werden.
B. Mit einem vorgegebenen Aufwand soll irgendein bestimmtes Ergebnis erreicht werden.
C. Mit einem festgelegten Aufwand soll ein möglichst hoher Ertrag erzielt werden.
D. Mit möglichst geringem Aufwand soll ein möglichst geringer Gewinn erzielt werden.
E. Ein festgelegtes Ziel soll mit möglichst geringem Aufwand erreicht werden.
5. Welche Aussagen gehören zu den grundlegenden Gedanken des ökonomischen Prinzips?
Bei dieser Frage sind zwei Antworten richtig.
A. Mit möglichst geringem Aufwand muss immer der höchstmögliche Gewinn erzielt werden.
B. Das Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag soll möglichst günstig gestaltet werden.
C. Wirtschaftliches Handeln bedeutet grundsätzlich, möglichst wenig Geld auszugeben.
D. Knappe Mittel sollen sinnvoll und effizient eingesetzt werden.
E. Durch wirtschaftliches Handeln lassen sich sämtliche Verluste sicher verhindern.








