Erfolgsrechnung und Abschluss
Nachdem die laufenden Geschäftsvorfälle eines Unternehmens erfasst wurden, müssen die Konten am Ende des Geschäftsjahres ausgewertet und abgeschlossen werden. Dabei spielt die Erfolgsrechnung eine zentrale Rolle, denn sie zeigt, ob das Unternehmen einen Gewinn oder einen Verlust erzielt hat. Grundlage sind die während des Jahres gebuchten Aufwendungen und Erträge. Diese werden über die Gewinn- und Verlustrechnung, kurz GuV, zusammengeführt. Neben den Erfolgskonten müssen auch die Bestandskonten abgeschlossen und ihre Schlussbestände in die Bilanz übernommen werden. Erfolgsrechnung und Kontenabschluss bilden damit den Übergang von der laufenden Buchführung zum Jahresabschluss.
Erfolgsrechnung und Abschluss: wichtige Themen im Überblick
Bei der Erfolgsrechnung und beim Jahresabschluss spielen zahlreiche Themen aus Buchführung, Bilanzierung und Unternehmensanalyse zusammen. Dazu gehören die Erstellung und Auswertung von Bilanz und GuV, vorbereitende Abschlussarbeiten sowie wichtige Kennzahlen zur Beurteilung von Liquidität, Finanzierung und Rentabilität. Wenn du die einzelnen Bereiche gezielt lernen oder dein Wissen für Ausbildung und Prüfung vertiefen möchtest, findest du hier die wichtigsten Themen im Überblick:
Auswertung der Bilanz I
Bei der Auswertung der Bilanz untersuchst du die Vermögens- und Kapitalstruktur eines Unternehmens. Dabei werden die einzelnen Positionen der Aktiv- und Passivseite nicht nur betrachtet, sondern auch miteinander ins Verhältnis gesetzt. Mithilfe verschiedener Bilanzkennzahlen kannst du beispielsweise erkennen, wie das Vermögen finanziert ist und welchen Anteil Eigen- und Fremdkapital haben. Dadurch lassen sich wichtige Aussagen über die finanzielle Situation eines Unternehmens treffen. Für die Berechnung werden die benötigten Werte direkt aus der Bilanz entnommen. In Ausbildung und Prüfung solltest du deshalb sowohl den Aufbau der Bilanz als auch die wichtigsten Kennzahlen und Formeln beherrschen.
Auswertung der Bilanz I
Auswertung der Bilanz II
Die Auswertung der Bilanz II vertieft die Analyse der wirtschaftlichen und finanziellen Situation eines Unternehmens. Dabei werden verschiedene Bilanzpositionen miteinander verglichen und zu aussagekräftigen Kennzahlen zusammengefasst. Auf diese Weise kannst du beispielsweise die Finanzierung, Vermögensstruktur oder Verschuldung genauer beurteilen. Besonders wichtig ist, eine berechnete Kennzahl nicht nur mathematisch richtig zu bestimmen, sondern auch ihre Bedeutung erklären zu können. Häufig werden dazu Werte mehrerer Geschäftsjahre oder verschiedener Unternehmen miteinander verglichen. In Prüfungsaufgaben solltest du daher Formel, Berechnung und Interpretation sicher miteinander verbinden können.
Auswertung der Bilanz II
Bilanz und Jahresabschluss
Die Bilanz und der Jahresabschluss geben einen Überblick über die wirtschaftliche Lage eines Unternehmens am Ende eines Geschäftsjahres. In der Bilanz werden Vermögen und Kapital gegenübergestellt, wobei die Aktivseite die Vermögenswerte und die Passivseite deren Finanzierung zeigt. Vor der Erstellung der Bilanz müssen die Konten abgeschlossen und verschiedene vorbereitende Abschlussarbeiten durchgeführt werden. Dazu gehören beispielsweise die zeitliche Abgrenzung von Aufwendungen und Erträgen sowie erforderliche Wertkorrekturen. Die Ergebnisse der Gewinn- und Verlustrechnung wirken sich über den Jahresüberschuss oder Jahresfehlbetrag auf das Eigenkapital aus. Deshalb solltest du beim Jahresabschluss die Zusammenhänge zwischen Bilanz, GuV und den einzelnen Konten verstehen.
Bilanz und Jahresabschluss
Auswertung der GuV
Bei der Auswertung der GuV untersuchst du, wie sich der Erfolg eines Unternehmens zusammensetzt. Die Gewinn- und Verlustrechnung stellt Aufwendungen und Erträge eines bestimmten Zeitraums gegenüber. Übersteigen die Erträge die Aufwendungen, entsteht ein Gewinn, im umgekehrten Fall ein Verlust. Für eine genauere Analyse kannst du einzelne Aufwands- und Ertragspositionen miteinander oder mit den Umsatzerlösen vergleichen. Dadurch lassen sich beispielsweise Veränderungen der Kostenstruktur oder der Ertragskraft erkennen. Besonders aussagekräftig wird die Auswertung, wenn du mehrere Geschäftsjahre oder vergleichbare Unternehmen gegenüberstellst.
Auswertung der GuV
Bestandsveränderungen
Bestandsveränderungen entstehen, wenn sich der Bestand an fertigen und unfertigen Erzeugnissen zwischen zwei Bilanzstichtagen verändert. Ist der Endbestand höher als der Anfangsbestand, liegt eine Bestandsmehrung vor. Ein niedrigerer Endbestand führt dagegen zu einer Bestandsminderung. Diese Veränderungen müssen bei der Erfolgsermittlung berücksichtigt werden, weil Produktion und Absatz nicht zwangsläufig im selben Zeitraum stattfinden. Bestandsmehrungen und Bestandsminderungen beeinflussen daher das Ergebnis der Gewinn- und Verlustrechnung. In Prüfungsaufgaben ist besonders wichtig, die Veränderung richtig zu bestimmen und ihre Auswirkung auf den Unternehmenserfolg zu verstehen.
Bestandsveränderungen
Forderungsausfälle
Ein Forderungsausfall entsteht, wenn ein Kunde eine bestehende Forderung ganz oder teilweise nicht mehr bezahlen kann. Für das Unternehmen bedeutet dies, dass ein ursprünglich erwarteter Zahlungseingang ausbleibt. Forderungen müssen deshalb hinsichtlich ihrer Werthaltigkeit überprüft und gegebenenfalls berichtigt oder abgeschrieben werden. Dabei ist zu unterscheiden, ob eine Forderung lediglich zweifelhaft oder bereits endgültig uneinbringlich ist. Der Forderungsausfall kann sich auf den Gewinn des Unternehmens auswirken und erfordert entsprechende Buchungen. Für Prüfungsaufgaben solltest du deshalb sowohl die unterschiedlichen Arten gefährdeter Forderungen als auch ihre buchhalterische Behandlung kennen.
Forderungsausfälle
Sonstige Forderungen
Sonstige Forderungen entstehen, wenn einem Unternehmen am Bilanzstichtag noch Beträge zustehen, die wirtschaftlich bereits zum abgelaufenen Geschäftsjahr gehören. Die dazugehörige Zahlung erfolgt jedoch erst im folgenden Geschäftsjahr. Dadurch müssen Ertrag und Zahlung zeitlich richtig zugeordnet werden. Sonstige Forderungen werden auf der Aktivseite der Bilanz ausgewiesen, weil das Unternehmen noch einen Anspruch gegenüber einem Dritten besitzt. Gleichzeitig wird der entsprechende Ertrag dem Geschäftsjahr zugerechnet, in dem er wirtschaftlich entstanden ist. Das Thema ist deshalb besonders wichtig für die periodengerechte Erfolgsermittlung beim Jahresabschluss.
Sonstige Forderungen
Sonstige Verbindlichkeiten
Sonstige Verbindlichkeiten entstehen, wenn ein Aufwand wirtschaftlich bereits zum abgelaufenen Geschäftsjahr gehört, die entsprechende Zahlung aber erst später erfolgt. Das Unternehmen hat am Bilanzstichtag somit noch eine Verpflichtung gegenüber einem Dritten. Diese Verpflichtung wird auf der Passivseite der Bilanz ausgewiesen. Gleichzeitig muss der Aufwand dem Geschäftsjahr zugerechnet werden, in dem er wirtschaftlich entstanden ist. Dadurch wird verhindert, dass der Gewinn des abgelaufenen Geschäftsjahres zu hoch ausgewiesen wird. In Prüfungsaufgaben solltest du vor allem erkennen können, welchem Zeitraum Aufwand und Zahlung zuzuordnen sind.
Sonstige Verbindlichkeiten
Aktive und passive Rechnungsabgrenzung
Die aktive und passive Rechnungsabgrenzung sorgt dafür, dass Aufwendungen und Erträge dem richtigen Geschäftsjahr zugeordnet werden. Eine aktive Rechnungsabgrenzung kommt grundsätzlich infrage, wenn vor dem Bilanzstichtag gezahlt wird, der Aufwand aber wirtschaftlich in die Zeit danach gehört. Bei der passiven Rechnungsabgrenzung wird dagegen eine Einnahme vor dem Bilanzstichtag erfasst, obwohl der entsprechende Ertrag erst das folgende Geschäftsjahr betrifft. Entscheidend ist deshalb die zeitliche Zuordnung und nicht allein der Zeitpunkt der Zahlung. Rechnungsabgrenzungsposten tragen dazu bei, den Erfolg eines Geschäftsjahres periodengerecht zu ermitteln. In Prüfungsaufgaben solltest du aktive und passive Rechnungsabgrenzung anhand des Zahlungs- und Leistungszeitpunkts sicher unterscheiden können.
Aktive und passive Rechnungsabgrenzung
Drohende Verluste aus schwebenden Geschäften
Von drohenden Verlusten aus schwebenden Geschäften spricht man, wenn bei einem noch nicht vollständig erfüllten Vertrag voraussichtlich ein Verlust entstehen wird. Ein schwebendes Geschäft liegt beispielsweise vor, wenn ein Vertrag abgeschlossen wurde, aber die vereinbarten Leistungen noch nicht oder noch nicht vollständig erbracht wurden. Zeichnet sich bereits vor der Vertragserfüllung ab, dass die eigenen Verpflichtungen wirtschaftlich höher sind als der erwartete Gegenwert, muss dieser drohende Verlust beim Jahresabschluss berücksichtigt werden. Dafür kann eine entsprechende Rückstellung erforderlich sein. Dadurch wird ein vorhersehbarer Verlust nicht erst dann erfasst, wenn er tatsächlich eintritt. Für Prüfungsaufgaben ist insbesondere die Abgrenzung zwischen einem möglichen zukünftigen Risiko und einem bereits konkret drohenden Verlust wichtig.
Drohende Verluste aus schwebenden Geschäften
Vom Inventar zur Bilanz
Der Weg vom Inventar zur Bilanz zeigt, wie die Ergebnisse der Inventur in eine übersichtliche Gegenüberstellung von Vermögen und Kapital übertragen werden. Zunächst werden bei der Inventur alle Vermögensgegenstände und Schulden eines Unternehmens erfasst. Die ausführliche Aufstellung dieser Werte wird als Inventar bezeichnet. Für die Bilanz werden die einzelnen Positionen anschließend zusammengefasst und in Aktiv- und Passivseite gegliedert. Während das Inventar Mengen, Einzelwerte und Gesamtwerte enthalten kann, weist die Bilanz die Werte in verdichteter Form aus. Das Verständnis dieses Zusammenhangs gehört zu den grundlegenden Kenntnissen der Buchführung.
Vom Inventar zur Bilanz
Rückstellungen im Rechnungswesen
Rückstellungen werden für Verpflichtungen gebildet, deren Höhe oder genauer Eintrittszeitpunkt am Bilanzstichtag noch nicht sicher feststeht. Das Unternehmen rechnet also mit einer zukünftigen Belastung, kann deren endgültige Höhe jedoch noch nicht genau bestimmen. Typische Anwendungsfälle können beispielsweise bestimmte Prozessrisiken, ausstehende Verpflichtungen oder drohende Verluste aus schwebenden Geschäften sein. Durch die Bildung einer Rückstellung wird die erwartete Belastung bereits im betreffenden Geschäftsjahr berücksichtigt. Die Rückstellung steht auf der Passivseite der Bilanz und ihre Bildung wirkt sich grundsätzlich auf den Erfolg aus. In Prüfungsaufgaben solltest du Rückstellungen insbesondere von bereits feststehenden Verbindlichkeiten unterscheiden können.
Rückstellungen im Rechnungswesen
Jahresabschluss
Der Jahresabschluss fasst die wirtschaftlichen Ergebnisse eines Unternehmens für ein abgeschlossenes Geschäftsjahr zusammen. Vor seiner Erstellung müssen die laufenden Buchungen kontrolliert und verschiedene Abschlussarbeiten vorgenommen werden. Dazu können beispielsweise Bestandsbewertungen, Abschreibungen, Rückstellungen und Rechnungsabgrenzungen gehören. Anschließend werden die Erfolgskonten über die GuV und die Bestandskonten für die Bilanz abgeschlossen. Aus der Gewinn- und Verlustrechnung ergibt sich schließlich ein Jahresüberschuss oder Jahresfehlbetrag. Für das Verständnis des Jahresabschlusses ist deshalb wichtig, die Zusammenhänge zwischen laufender Buchführung, GuV, Eigenkapital und Bilanz zu kennen.
Jahresabschluss
Grundlagen der Inventur
Die Inventur ist die mengen- und wertmäßige Bestandsaufnahme des Vermögens und der Schulden eines Unternehmens. Dabei wird festgestellt, welche Vermögensgegenstände und Verpflichtungen tatsächlich vorhanden sind. Je nach Position kommen unterschiedliche Verfahren wie Zählen, Wiegen, Messen oder die Ermittlung anhand geeigneter Unterlagen infrage. Die Ergebnisse der Inventur bilden die Grundlage für die Erstellung des Inventars. Gleichzeitig können die ermittelten Istbestände mit den Buchbeständen verglichen werden. Für Ausbildung und Prüfung solltest du deshalb Zweck, Ablauf und grundlegende Verfahren der Inventur kennen.
Grundlagen der Inventur
Inventurdifferenzen
Inventurdifferenzen entstehen, wenn der bei der Inventur ermittelte tatsächliche Bestand vom Bestand in der Buchführung abweicht. Der Buchbestand wird dabei mit dem sogenannten Istbestand verglichen. Solche Abweichungen können beispielsweise durch Schwund, Verderb, Diebstahl, Buchungsfehler oder Fehler bei der Bestandsaufnahme entstehen. Ein tatsächlicher Minderbestand muss in der Buchführung berücksichtigt werden, damit die Konten wieder den realen Verhältnissen entsprechen. Auch Mehrbestände müssen geprüft und entsprechend korrigiert werden. In Prüfungsaufgaben solltest du deshalb erkennen können, wie Inventurdifferenzen festgestellt werden und welche Folgen sie für die Buchführung haben.
Inventurdifferenzen
Auswertung einer Inventur
Bei der Auswertung einer Inventur werden die ermittelten Istbestände mit den vorhandenen Buchbeständen verglichen. Stimmen beide Werte überein, besteht grundsätzlich kein Korrekturbedarf aufgrund einer Bestandsabweichung. Treten dagegen Differenzen auf, müssen zunächst deren mögliche Ursachen untersucht werden. Fehlbestände können beispielsweise auf Schwund, Beschädigungen, Diebstahl oder fehlerhafte Buchungen zurückzuführen sein. Die festgestellten Abweichungen müssen anschließend in der Buchführung berücksichtigt werden. Eine sorgfältige Auswertung der Inventur trägt damit dazu bei, dass die ausgewiesenen Bestände den tatsächlichen Verhältnissen entsprechen.
Auswertung einer Inventur
Inventurarten
Bei den Inventurarten wird danach unterschieden, wann und auf welche Weise die Bestände eines Unternehmens aufgenommen werden. Neben der Inventur zum Bilanzstichtag können unter bestimmten Voraussetzungen beispielsweise eine vor- oder nachverlegte Stichtagsinventur sowie eine permanente Inventur eingesetzt werden. Die Verfahren unterscheiden sich insbesondere hinsichtlich des Zeitpunkts der körperlichen Bestandsaufnahme. Bei geeigneten Beständen kann außerdem eine Stichprobeninventur infrage kommen, bei der der Gesamtbestand mithilfe anerkannter mathematisch-statistischer Verfahren ermittelt wird. Nicht jede Inventurart eignet sich für jeden Bestand und jedes Unternehmen. Für Prüfungsaufgaben solltest du deshalb die wesentlichen Inventurarten unterscheiden und ihre jeweiligen Merkmale zuordnen können.
Inventurarten
Liquidität 1., 2. und 3. Grades
Mit der Liquidität 1., 2. und 3. Grades wird untersucht, in welchem Umfang ein Unternehmen seine kurzfristigen Verbindlichkeiten mit unterschiedlich weit gefassten Vermögenswerten decken kann. Bei der Liquidität 1. Grades werden nur die unmittelbar verfügbaren liquiden Mittel berücksichtigt. Die Liquidität 2. Grades bezieht zusätzlich kurzfristige Forderungen ein. Bei der Liquidität 3. Grades wird das betrachtete Umlaufvermögen nochmals erweitert, insbesondere um die Vorräte. Dadurch entstehen drei Kennzahlen mit unterschiedlicher Aussagekraft über die kurzfristige Zahlungsfähigkeit. In Prüfungsaufgaben ist besonders wichtig, die richtigen Bilanzpositionen der jeweiligen Liquiditätskennzahl zuzuordnen.
Liquidität 1., 2. und 3. Grades
Rentabilität
Die Rentabilität zeigt, wie erfolgreich ein Unternehmen im Verhältnis zu einer bestimmten Bezugsgröße wirtschaftet. Dabei wird ein erzielter Erfolg, beispielsweise der Gewinn, mit einer anderen wirtschaftlichen Größe ins Verhältnis gesetzt. Je nach Fragestellung können unterschiedliche Rentabilitätskennzahlen berechnet werden. Dazu gehören beispielsweise Eigenkapital-, Gesamtkapital- und Umsatzrentabilität. Ein hoher Gewinn allein sagt deshalb noch nicht aus, wie rentabel ein Unternehmen tatsächlich arbeitet. Für die Beurteilung musst du immer darauf achten, welcher Erfolg mit welcher Bezugsgröße verglichen wird.
Rentabilität
Cashflow
Der Cashflow ist eine Kennzahl, mit der die Innenfinanzierungskraft eines Unternehmens beurteilt werden kann. Er zeigt vereinfacht, welche finanziellen Mittel innerhalb einer Periode aus der betrieblichen Tätigkeit erwirtschaftet wurden. Anders als der ausgewiesene Gewinn berücksichtigt die Cashflow-Betrachtung, dass bestimmte Aufwendungen und Erträge nicht unmittelbar mit Ein- oder Auszahlungen verbunden sind. Ein typisches Beispiel sind Abschreibungen, die den Gewinn mindern, im Zeitpunkt ihrer Verbuchung aber keine Auszahlung verursachen. Ein positiver Cashflow kann dem Unternehmen finanzielle Spielräume für Investitionen, Schuldentilgung oder andere Ausgaben verschaffen. Bei der Berechnung solltest du darauf achten, welches Cashflow-Verfahren und welche zugrunde liegende Definition verwendet werden.
Cashflow
Fremdkapitalrentabilität
Die Fremdkapitalrentabilität zeigt, wie hoch die Kosten des eingesetzten Fremdkapitals im Verhältnis zum durchschnittlich gebundenen Fremdkapital sind. Im Mittelpunkt stehen dabei insbesondere die Fremdkapitalzinsen. Die Kennzahl kann deshalb als durchschnittliche Verzinsung des von Fremdkapitalgebern bereitgestellten Kapitals verstanden werden. Für die Berechnung werden die Fremdkapitalzinsen zum Fremdkapital ins Verhältnis gesetzt und in Prozent ausgedrückt. Dadurch lässt sich beispielsweise beurteilen, zu welchen durchschnittlichen Kosten ein Unternehmen Fremdkapital nutzt. Für Prüfungsaufgaben solltest du die Fremdkapitalrentabilität klar von Eigenkapital- und Gesamtkapitalrentabilität unterscheiden.
Fremdkapitalrentabilität
Fremdkapitalquote
Die Fremdkapitalquote zeigt, welcher Anteil des Gesamtkapitals eines Unternehmens durch Fremdkapital finanziert wird. Dazu wird das Fremdkapital ins Verhältnis zum Gesamtkapital gesetzt und das Ergebnis in Prozent angegeben. Eine hohe Fremdkapitalquote bedeutet, dass ein vergleichsweise großer Teil der Unternehmensfinanzierung von externen Kapitalgebern stammt. Damit können unter anderem Zins- und Rückzahlungsverpflichtungen verbunden sein. Für eine sinnvolle Beurteilung sollte die Kennzahl jedoch nicht isoliert betrachtet werden, da beispielsweise Branche, Geschäftsmodell und Unternehmensstruktur eine Rolle spielen. Besonders aussagekräftig kann deshalb der Vergleich mit Vorjahren oder ähnlichen Unternehmen sein.
Fremdkapitalquote
Eigenkapitalvergleich
Beim Eigenkapitalvergleich wird untersucht, wie sich das Eigenkapital eines Unternehmens innerhalb eines bestimmten Zeitraums verändert hat. Dazu kann beispielsweise das Eigenkapital zu Beginn eines Geschäftsjahres mit dem Eigenkapital am Ende des Geschäftsjahres verglichen werden. Allerdings entstehen Veränderungen nicht ausschließlich durch Gewinne oder Verluste. Auch Privateinlagen und Privatentnahmen können bei entsprechenden Unternehmensformen das Eigenkapital beeinflussen. Deshalb müssen diese Veränderungen bei der Erfolgsermittlung über den Eigenkapitalvergleich berücksichtigt werden. Der Eigenkapitalvergleich ermöglicht damit eine weitere Form der Ermittlung des Unternehmenserfolgs.
Eigenkapitalvergleich
Umsatz pro Kunde berechnen
Der Umsatz pro Kunde zeigt, welchen Umsatz ein zahlender Kunde in einem bestimmten Zeitraum durchschnittlich erzielt. Im Einzelhandel wird diese Kennzahl häufig auch als durchschnittlicher Kassenbon bezeichnet. Berechnet wird sie, indem der Umsatz durch die Anzahl der kaufenden Kunden geteilt wird. Dadurch kannst du beispielsweise untersuchen, ob Kunden nach einer Werbeaktion oder einem Event durchschnittlich mehr Geld ausgeben. Einzelne Großkunden oder außergewöhnlich hohe Käufe können den Durchschnitt allerdings deutlich beeinflussen. Deshalb sollte die Kennzahl zusammen mit weiteren Informationen wie Kundenanzahl, Kundenstruktur und Betrachtungszeitraum ausgewertet werden.
Umsatz pro Kunde berechnen
Umsatzrentabilität berechnen
Die Umsatzrentabilität, auch Umsatzrendite genannt, zeigt, wie viel Gewinn ein Unternehmen im Verhältnis zu seinem Umsatz erwirtschaftet. Für die Berechnung wird der Gewinn durch den Umsatz geteilt und das Ergebnis mit 100 % multipliziert. Eine Umsatzrentabilität von 20 % bedeutet beispielsweise, dass mit 1 € Umsatz 20 Cent Gewinn erwirtschaftet werden. Je höher die Umsatzrentabilität ausfällt, desto größer ist grundsätzlich die Ertragskraft bezogen auf den Umsatz. Für Vergleiche sollten möglichst Unternehmen derselben Branche mit ähnlichen wirtschaftlichen Strukturen herangezogen werden. Auch ein Vergleich mehrerer Geschäftsjahre kann zeigen, wie sich die Ertragskraft des Unternehmens entwickelt hat.
Umsatzrentabilität berechnen
Aufwendungen, Erträge und Erfolgskonten
Aufwendungen und Erträge werden auf sogenannten Erfolgskonten erfasst. Aufwendungen entstehen durch den betrieblichen Werteverzehr und vermindern den Unternehmenserfolg. Erträge erhöhen dagegen den Unternehmenserfolg. Aufwandskonten werden grundsätzlich im Soll geführt, Ertragskonten nehmen ihre Zugänge im Haben auf.
Erfolgskonten besitzen im Gegensatz zu Bestandskonten keinen Anfangsbestand. Sie sammeln ausschließlich die Aufwendungen oder Erträge des jeweiligen Geschäftsjahres und beginnen im nächsten Geschäftsjahr wieder bei null. Am Jahresende werden ihre Salden deshalb nicht unmittelbar in die Bilanz übernommen, sondern über das GuV-Konto abgeschlossen.
Gewinn- und Verlustrechnung und Jahresergebnis
Die Gewinn- und Verlustrechnung stellt die Aufwendungen und Erträge eines Geschäftsjahres gegenüber. Nach § 242 HGB gehört die GuV neben der Bilanz grundsätzlich zum Jahresabschluss. Sind die Erträge höher als die Aufwendungen, entsteht ein Gewinn beziehungsweise Jahresüberschuss. Übersteigen die Aufwendungen die Erträge, ergibt sich ein Verlust beziehungsweise Jahresfehlbetrag.
Aufwandskonten werden grundsätzlich mit GuV an Aufwandskonto abgeschlossen, Ertragskonten mit Ertragskonto an GuV. Dadurch werden sämtliche Aufwendungen und Erträge auf einem gemeinsamen Konto zusammengeführt. Der dort entstehende Saldo zeigt das Ergebnis des Geschäftsjahres und wirkt sich anschließend auf das Eigenkapital aus.
Für bestimmte Unternehmen schreibt § 275 HGB außerdem eine gegliederte Gewinn- und Verlustrechnung vor. Sie kann nach dem Gesamtkostenverfahren oder dem Umsatzkostenverfahren aufgestellt werden.
Bestandskonten sowie EBK und SBK
Neben den Erfolgskonten müssen zum Jahresende auch die Bestandskonten abgeschlossen werden. Sie enthalten die Vermögenswerte, das Eigenkapital und die Schulden des Unternehmens. Aktivkonten und Passivkonten werden über das Schlussbilanzkonto, kurz SBK, abgeschlossen. Die dort zusammengeführten Schlussbestände bilden die Grundlage für die Schlussbilanz.
Zu Beginn des nächsten Geschäftsjahres werden die vorhandenen Bestände mithilfe des Eröffnungsbilanzkontos, kurz EBK, wieder auf die einzelnen Bestandskonten übertragen. Aktivkonten werden grundsätzlich mit Aktivkonto an EBK eröffnet, Passivkonten mit EBK an Passivkonto. Beim Abschluss gilt entsprechend SBK an Aktivkonto beziehungsweise Passivkonto an SBK.
Das EBK ist spiegelverkehrt zur Bilanz aufgebaut, während das SBK die Bestände entsprechend ihrer Bilanzseite zusammenführt. Die Schlussbestände eines Geschäftsjahres bilden damit die Anfangsbestände des folgenden Jahres. Dieser Zusammenhang entspricht auch dem handelsrechtlichen Grundsatz, dass die Wertansätze der Eröffnungsbilanz mit denen der vorhergehenden Schlussbilanz übereinstimmen müssen.
Vom Kontenabschluss zum Jahresabschluss
Der Kontenabschluss verbindet die laufende Buchführung mit dem Jahresabschluss. Zunächst werden die Erfolgskonten über die GuV abgeschlossen und das Jahresergebnis ermittelt. Anschließend werden die Bestandskonten über das SBK abgeschlossen und in die Bilanz übernommen. Nach § 242 HGB bilden Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung grundsätzlich den Jahresabschluss.
Wichtig ist dabei die Trennung zwischen Bestands- und Erfolgskonten. Bestandskonten enthalten Werte, die über den Bilanzstichtag hinaus fortbestehen und deshalb in das nächste Geschäftsjahr übernommen werden. Erfolgskonten beziehen sich dagegen nur auf eine bestimmte Abrechnungsperiode und beginnen danach wieder bei null. Wer diese Systematik verstanden hat, kann den Weg von der einzelnen Buchung bis zum Jahresergebnis und zur Bilanz leichter nachvollziehen.








