Mit Hilfe der Bilanz kann die wirtschaftliche Situation eines Unternehmens untersucht werden. Dabei werden die Vermögensstruktur und die Kapitalstruktur betrachtet. Die Aktivseite zeigt die Mittelverwendung und gibt Auskunft darüber, wie sich das Vermögen aus Anlage- und Umlaufvermögen zusammensetzt. Die Passivseite zeigt die Mittelherkunft und stellt das Verhältnis von Eigenkapital und Fremdkapital dar. Durch verschiedene Kennzahlen lässt sich beurteilen, wie ein Unternehmen finanziell aufgebaut ist.
Grundlagen der Bilanzauswertung
Die Bilanz besteht aus zwei Seiten mit unterschiedlichen Informationen:
• Aktiva: zeigt die Mittelverwendung und enthält das Vermögen des Unternehmens.
• Passiva: zeigt die Mittelherkunft und enthält das Kapital des Unternehmens.
Auf der Aktivseite stehen:
• Anlagevermögen
• Umlaufvermögen
Auf der Passivseite stehen:
• Eigenkapital
• Fremdkapital
Um die Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens zu untersuchen, wird betrachtet, wie das Vermögen aufgebaut ist und in welchem Verhältnis Eigenkapital und Fremdkapital zueinander stehen.
Untersuchung der Vermögensstruktur
Um die Zusammensetzung des Vermögens zu analysieren, werden zunächst das Anlagevermögen und das Umlaufvermögen betrachtet.
Beispiel:
Das Anlagevermögen eines Unternehmens setzt sich zusammen aus:
• Maschinen: 120.000 €
• Betriebs- und Geschäftsausstattung: 40.000 €
• Fuhrpark: 60.000 €
Das gesamte Anlagevermögen beträgt:
120.000 € + 40.000 € + 60.000 € = 220.000 €
Das Umlaufvermögen besteht aus:
• Waren: 100.000 €
• Bankguthaben: 40.000 €
• Kassenbestand: 10.000 €
Das gesamte Umlaufvermögen beträgt:
100.000 € + 40.000 € + 10.000 € = 150.000 €
Das gesamte Vermögen des Unternehmens beträgt:
220.000 € + 150.000 € = 370.000 €
Nachdem die einzelnen Vermögenswerte berechnet wurden, können ihre Anteile am Gesamtvermögen untersucht werden.
Umlaufintensität berechnen
Die Umlaufintensität zeigt, wie groß der Anteil des Umlaufvermögens am Gesamtvermögen eines Unternehmens ist.
Die Formel lautet:
Umlaufintensität = (Umlaufvermögen / Gesamtvermögen) × 100
Beispiel:
(150.000 € / 370.000 €) × 100 = 40,5 %
Die Umlaufintensität beträgt somit etwa 40,5 %.
Das bedeutet, dass rund 40,5 % des Gesamtvermögens aus Umlaufvermögen bestehen. In diesem Beispiel ist der Anteil des Anlagevermögens größer als der Anteil des Umlaufvermögens.
Da Unternehmen ihren Gewinn hauptsächlich durch Umsätze erzielen, sollte der Anteil des Umlaufvermögens häufig ausreichend hoch sein. Ein niedriger Anteil kann ein Hinweis darauf sein, dass geprüft werden sollte, warum das Unternehmen vergleichsweise viel langfristig gebundenes Vermögen besitzt.
Untersuchung der Kapitalstruktur
Neben der Vermögensstruktur kann auch die Kapitalstruktur eines Unternehmens untersucht werden. Dabei wird das Verhältnis von Eigenkapital und Fremdkapital betrachtet.
Beispiel:
Das Eigenkapital beträgt: 200.000 €
Das Fremdkapital setzt sich zusammen aus:
• kurzfristigen Schulden: 50.000 €
• langfristigen Schulden: 120.000 €
Das gesamte Fremdkapital beträgt:
50.000 € + 120.000 € = 170.000 €
Das Gesamtkapital ergibt sich aus Eigenkapital und Fremdkapital:
200.000 € + 170.000 € = 370.000 €
Eigenkapitalquote berechnen
Die Eigenkapitalquote zeigt, wie hoch der Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapital eines Unternehmens ist.
Die Formel lautet:
Eigenkapitalquote = (Eigenkapital / Gesamtkapital) × 100
Beispiel:
(200.000 € / 370.000 €) × 100 = 54,1 %
Die Eigenkapitalquote beträgt somit etwa 54 %.
Das bedeutet, dass etwas mehr als die Hälfte des Gesamtkapitals aus Eigenkapital besteht. Der restliche Anteil wird durch Fremdkapital finanziert.
Ein hoher Eigenkapitalanteil kann für Unternehmen vorteilhaft sein, da Eigenkapital dauerhaft zur Verfügung steht und keine Zinsen wie beim Fremdkapital verursacht.
Wichtige Kennzahlen der Bilanzauswertung
Bei der Analyse einer Bilanz werden häufig folgende Kennzahlen verwendet:
Umlaufintensität
Die Umlaufintensität zeigt den Anteil des Umlaufvermögens am Gesamtvermögen.
Formel:
Umlaufvermögen / Gesamtvermögen × 100
Eigenkapitalquote:
Die Eigenkapitalquote zeigt den Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapital.
Formel:
Eigenkapital / Gesamtkapital × 100
Beide Kennzahlen helfen dabei, die Vermögens- und Kapitalstruktur eines Unternehmens besser einzuschätzen.
Zusammenfassung
• Mit Hilfe der Bilanz lässt sich die Vermögens- und Kapitalstruktur eines Unternehmens untersuchen.
• Die Aktivseite zeigt die Vermögenswerte, die Passivseite zeigt die Finanzierung durch Eigen- und Fremdkapital.
• Die Umlaufintensität gibt den Anteil des Umlaufvermögens am Gesamtvermögen an.
• Die Eigenkapitalquote zeigt den Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapital.
• Grundlage für die Bilanz sind Inventur und Inventar.
• Ein ausreichender Anteil an Umlaufvermögen kann für Unternehmen wichtig sein, da darüber Umsätze erzielt werden.
• Ein hoher Eigenkapitalanteil kann die finanzielle Stabilität eines Unternehmens unterstützen.
Beispielaufgaben
Wie wird die Umlaufintensität berechnet?
A. Die Umlaufintensität wird berechnet, indem das Umlaufvermögen ins Verhältnis zum Gesamtvermögen gesetzt und das Ergebnis mit 100 % multipliziert wird.
B. Die Umlaufintensität wird berechnet, indem das Anlagevermögen ins Verhältnis zum Gesamtvermögen gesetzt und das Ergebnis mit 100 % multipliziert wird.
C. Umlaufintensität = Anlagevermögen : Gesamtvermögen × 100 %
D. Umlaufintensität = Anlagevermögen : Umlaufvermögen × 100 %
E. Umlaufintensität = Umlaufvermögen : Gesamtvermögen × 100 %
Folgende Zahlen aus dem Rechnungswesen liegen vor:
Eigenkapital: 200.000 €
Kurzfristiges Fremdkapital: 50.000 €
Langfristiges Fremdkapital: 120.000 €
Wie hoch ist die Eigenkapitalquote?
A. Die Eigenkapitalquote beträgt 68 %.
B. Die Eigenkapitalquote beträgt 62 %.
C. Die Eigenkapitalquote beträgt 54 %.
D. Die Eigenkapitalquote beträgt 13 %.
E. Die Eigenkapitalquote beträgt 32 %.
Welche Aussagen zur Eigenkapitalquote können getroffen werden? In unserem Beispiel beträgt sie 70 %.
A. Das Eigenkapital ist für das Unternehmen sehr wichtig, da nur dieser Anteil am Gesamtkapital tatsächlich dem Unternehmen gehört.
B. Wir wissen, dass weniger als die Hälfte des Gesamtkapitals dem Unternehmen gehört und der Rest Schulden sind.
C. Wir wissen, dass mehr als die Hälfte des Gesamtkapitals dem Unternehmen gehört und der Rest Schulden sind.
D. Die Eigenkapitalquote wird berechnet, indem das Eigenkapital ins Verhältnis zum Fremdkapital gesetzt und das Ergebnis mit 100 % multipliziert wird.
E. Die Eigenkapitalquote wird berechnet, indem das Eigenkapital ins Verhältnis zum Gesamtkapital gesetzt und das Ergebnis mit 100 % multipliziert wird.
Welche Aussagen zur Umlaufintensität sind richtig?
A. Das Verhältnis aus Gesamtvermögen zu Umlaufvermögen wird als Umlaufintensität bezeichnet.
B. Das Verhältnis aus Umlaufvermögen zu Gesamtvermögen wird als Umlaufintensität bezeichnet.
C. Das Verhältnis aus Umlaufvermögen zu Anlagevermögen wird als Umlaufintensität bezeichnet.
D. Beträgt die Umlaufintensität mehr als 50 %, ist das Umlaufvermögen größer als das Anlagevermögen.
E. Der Anteil des Umlaufvermögens sollte größer sein als der Anteil des Anlagevermögens, da über das Umlaufvermögen Umsätze erzielt werden.
Folgende Zahlen aus dem Rechnungswesen liegen vor:
Anlagen und Maschinen: 100.000 €
Betriebs- und Geschäftsausstattung: 50.000 €
Warenbestand: 150.000 €
Bankguthaben: 60.000 €
Kassenbestand: 10.000 €
Wie hoch ist die Umlaufintensität?
A. Die Umlaufintensität beträgt 99,5 %.
B. Die Umlaufintensität beträgt 59,5 %.
C. Die Umlaufintensität beträgt 40,5 %.
D. Die Umlaufintensität beträgt 68,1 %.
E. Die Umlaufintensität beträgt 72,5 %.








