In diesem Abschnitt erfährst du, wie sich der Erfolg eines Unternehmens mithilfe des Eigenkapitalvergleichs ermitteln lässt. Dabei wird das Eigenkapital am Anfang und am Ende eines Geschäftsjahres miteinander verglichen.
Das Eigenkapital kann sich während eines Geschäftsjahres durch verschiedene Vorgänge verändern. Ein Gewinn erhöht das Eigenkapital, während ein Verlust zu einer Verringerung führt. Allerdings können auch Privatentnahmen und Privateinlagen das Eigenkapital verändern. Da diese Vorgänge keinen Einfluss auf den Unternehmenserfolg haben, müssen sie beim Eigenkapitalvergleich berücksichtigt werden.
Der Eigenkapitalvergleich ist eine einfache Möglichkeit, um festzustellen, ob ein Unternehmen innerhalb eines Geschäftsjahres einen Gewinn oder einen Verlust erzielt hat.
Was ist der Eigenkapitalvergleich?
Der Eigenkapitalvergleich dient dazu, den Unternehmenserfolg eines Geschäftsjahres zu ermitteln. Hierfür wird das Eigenkapital am Geschäftsjahresende mit dem Eigenkapital am Geschäftsjahresanfang verglichen.
Das Eigenkapital ergibt sich aus der Differenz zwischen dem Vermögen und den Schulden eines Unternehmens. Es steht auf der Passivseite der Bilanz und zeigt, welcher Teil des Unternehmensvermögens durch eigene Mittel finanziert wird.
Hat sich das Eigenkapital im Laufe des Geschäftsjahres erhöht, liegt grundsätzlich ein Gewinn vor. Hat es sich verringert, liegt grundsätzlich ein Verlust vor.
Allerdings kann das Eigenkapital auch durch private Vorgänge verändert werden. Dazu gehören Privatentnahmen und Privateinlagen. Diese müssen beim Eigenkapitalvergleich herausgerechnet werden, da sie keine Gewinne oder Verluste des Unternehmens darstellen.
Einfluss von Gewinnen und Verlusten auf das Eigenkapital
Ein Gewinn führt dazu, dass das Eigenkapital eines Unternehmens steigt. Das Unternehmen hat mehr erwirtschaftet, als es an Aufwendungen hatte.
Ein Verlust führt dagegen dazu, dass das Eigenkapital sinkt. In diesem Fall waren die Aufwendungen höher als die erzielten Erträge.
Durch den Vergleich des Eigenkapitals kann daher schnell erkannt werden, ob sich das Unternehmen wirtschaftlich erfolgreich entwickelt hat.
Beispiel:
Das Eigenkapital am Geschäftsjahresanfang beträgt 500.000 €.
Das Eigenkapital am Geschäftsjahresende beträgt 600.000 €.
Die Differenz beträgt:
600.000 € - 500.000 € = 100.000 €
Da sich das Eigenkapital erhöht hat, liegt ein Gewinn von 100.000 € vor. Würde das Eigenkapital dagegen von 500.000 € auf 400.000 € sinken, würde ein Verlust von 100.000 € vorliegen.
Berücksichtigung von Privatentnahmen
Privatentnahmen verändern zwar das Eigenkapital, haben aber keinen Einfluss auf den Gewinn eines Unternehmens.
Eine Privatentnahme liegt vor, wenn der Unternehmer Geld oder andere Vermögenswerte aus dem Unternehmen für private Zwecke entnimmt. Dadurch sinkt das Eigenkapital, obwohl das Unternehmen keinen Verlust gemacht hat.
Damit das Ergebnis des Eigenkapitalvergleichs nicht verfälscht wird, müssen Privatentnahmen wieder zum Eigenkapitalvergleich hinzugerechnet werden.
Beispiel:
Das Eigenkapital am Geschäftsjahresanfang beträgt 400.000 €.
Das Eigenkapital am Geschäftsjahresende beträgt 480.000 €.
Die Privatentnahme beträgt 20.000 €.
Zunächst ergibt sich eine Erhöhung des Eigenkapitals von:
480.000 € - 400.000 € = 80.000 €
Da eine Privatentnahme von 20.000 € erfolgt ist, wird diese hinzugerechnet:
80.000 € + 20.000 € = 100.000 €
Der tatsächliche Gewinn beträgt somit 100.000 €.
Berücksichtigung von Privateinlagen
Auch Privateinlagen verändern das Eigenkapital, ohne dass dadurch ein Gewinn entsteht.
Eine Privateinlage liegt vor, wenn der Unternehmer eigenes Geld oder andere Vermögenswerte aus seinem Privatvermögen in das Unternehmen einbringt. Dadurch steigt das Eigenkapital, obwohl kein zusätzlicher Unternehmenserfolg erzielt wurde.
Deshalb müssen Privateinlagen beim Eigenkapitalvergleich wieder abgezogen werden.
Beispiel:
Das Eigenkapital am Geschäftsjahresanfang beträgt 400.000 €.
Das Eigenkapital am Geschäftsjahresende beträgt 550.000 €.
Die Privateinlage beträgt 50.000 €.
Die Erhöhung des Eigenkapitals beträgt:
550.000 € - 400.000 € = 150.000 €
Nun wird die Privateinlage abgezogen:
150.000 € - 50.000 € = 100.000 €
Der tatsächliche Gewinn beträgt somit 100.000 €.
Formel für den Eigenkapitalvergleich
Mit folgender Formel lässt sich der Unternehmenserfolg berechnen:
Eigenkapital am Geschäftsjahresende
- Eigenkapital am Geschäftsjahresanfang
+ Privatentnahmen
- Privateinlagen
= Gewinn oder Verlust
Ist das Ergebnis positiv, liegt ein Gewinn vor.
Ist das Ergebnis negativ, liegt ein Verlust vor.
Eigenkapitalrentabilität
Neben dem Eigenkapitalvergleich kann auch die Eigenkapitalrentabilität berechnet werden. Sie zeigt, wie stark sich das eingesetzte Eigenkapital verzinst hat.
Hierfür wird der Jahresgewinn ins Verhältnis zum Eigenkapital am Geschäftsjahresanfang gesetzt.
Die Formel lautet:
Eigenkapitalrentabilität = Jahresgewinn : Anfangsbestand Eigenkapital x 100 %
Beispiel:
Das Eigenkapital am Geschäftsjahresanfang beträgt 400.000 €.
Der Jahresgewinn beträgt 100.000 €.
Berechnung:
100.000 € : 400.000 € x 100 %
= 25 %
Die Eigenkapitalrentabilität beträgt 25 %. Das bedeutet, dass das eingesetzte Eigenkapital mit 25 % verzinst wurde.
Zusammenfassung
Der Eigenkapitalvergleich dient zur Ermittlung des Unternehmenserfolges.
Hierfür werden das Eigenkapital am Anfang und Ende eines Geschäftsjahres miteinander verglichen.
Ein steigendes Eigenkapital deutet grundsätzlich auf einen Gewinn hin.
Ein sinkendes Eigenkapital deutet grundsätzlich auf einen Verlust hin.
Privatentnahmen müssen beim Eigenkapitalvergleich hinzugerechnet werden.
Privateinlagen müssen beim Eigenkapitalvergleich abgezogen werden.
Gewinne und Verluste können mithilfe des Eigenkapitalvergleichs einfach ermittelt werden.
Die Eigenkapitalrentabilität zeigt, wie stark das eingesetzte Eigenkapital verzinst wurde.
Beispielaufgaben
Welche Aussagen zum Eigenkapitalvergleich sind richtig?
A. Mithilfe des Eigenkapitalvergleichs kann der Erfolg eines Unternehmens einfach und effizient ermittelt werden.
B. Privateinlagen und Privatentnahmen werden beim Eigenkapitalvergleich einbezogen.
C. Privateinlagen und Privatentnahmen dürfen beim Eigenkapitalvergleich nicht einbezogen werden.
D. Beim Eigenkapitalvergleich wird der Anfangsbestand am Geschäftsjahresanfang und der Endbestand am Geschäftsjahresende miteinander verglichen.
E. Der Eigenkapitalvergleich ist ein einfaches Mittel, um den Erfolg eines Unternehmens innerhalb eines Wirtschaftsjahres zu analysieren.
Wie hoch ist der Unternehmenserfolg, wenn folgende Zahlen aus dem Rechnungswesen vorliegen?
Das Eigenkapital am Anfang des Geschäftsjahres beträgt 400.000€.
Das Eigenkapital zum Ende des Geschäftsjahres beträgt 480.000€.
An Privatentnahmen sind insgesamt 20.000€ angefallen.
A. Der Unternehmenserfolg beträgt 60.000€.
B. Der Unternehmenserfolg beträgt 80.000€.
C. Der Unternehmenserfolg beträgt 100.000€.
D. Der Unternehmenserfolg beträgt 120.000€.
E. Der Unternehmenserfolg beträgt 140.000€.
Wie hoch ist der Unternehmenserfolg, wenn folgende Zahlen aus dem Rechnungswesen vorliegen?
Das Eigenkapital am Anfang des Geschäftsjahres beträgt 400.000€.
Am Geschäftsjahresende betragen die Schulden 100.000€ und das Vermögen 300.000€.
Die Privatentnahmen des Unternehmers betragen 20.000€.
A. Der Unternehmenserfolg beträgt -240.000€.
B. Der Unternehmenserfolg beträgt -200.000€.
C. Der Unternehmenserfolg beträgt -180.000€.
D. Der Unternehmenserfolg beträgt 180.000€.
E. Der Unternehmenserfolg beträgt 300.000€.
Wie hoch ist der Unternehmenserfolg, wenn folgende Zahlen aus dem Rechnungswesen vorliegen?
Am Anfang des Geschäftsjahres beträgt das Vermögen 500.000€.
Die Schulden betragen am Anfang des Geschäftsjahres 100.000€.
Am Ende des Geschäftsjahres beträgt das Vermögen 700.000€.
Die Schulden betragen am Ende des Geschäftsjahres 200.000€.
Die Privateinlagen des Unternehmers betragen 20.000€.
A. Der Unternehmenserfolg beträgt -100.000€.
B. Der Unternehmenserfolg beträgt -80.000€.
C. Der Unternehmenserfolg beträgt 60.000€.
D. Der Unternehmenserfolg beträgt 80.000€.
E. Der Unternehmenserfolg beträgt 100.000€.
Welche Aussagen zur Eigenkapitalrentabilität sind richtig?
A. Die Eigenkapitalrentabilität wird auch als Eigenkapitalrendite bezeichnet.
B. Eigenkapitalrentabilität = Jahresgewinn : Endbestand Eigenkapital x 100%
C. Die Eigenkapitalrentabilität zeigt an, wie gut das Eigenkapital verzinst wurde.
D. Eigenkapitalrentabilität = Jahresgewinn : Anfangsbestand Eigenkapital x 100%
E. Eigenkapitalrentabilität = Fremdkapital : Anfangsbestand Eigenkapital x 100%








