Erfolgsrechnung und Abschluss IHK Prüfung:
Jahresabschluss

Der Jahresabschluss bildet den Abschluss eines Geschäftsjahres und zeigt die wirtschaftliche Situation eines Unternehmens. Er fasst die Ergebnisse der Buchführung zusammen und stellt Vermögen, Schulden, Aufwendungen und Erträge übersichtlich dar.

Die Erstellung des Jahresabschlusses erfolgt nicht direkt, sondern in mehreren Schritten. Zunächst werden die einzelnen Konten abgeschlossen. Anschließend werden die Werte in die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung übertragen. Zu den wichtigsten Bestandteilen gehören das Inventar, die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung.

Vom Geschäftsjahr zum Jahresabschluss

Während eines Geschäftsjahres werden alle Geschäftsvorfälle in der Buchführung erfasst. Dazu gehören beispielsweise Einnahmen, Ausgaben, Forderungen, Verbindlichkeiten und Veränderungen des Vermögens.

Am Ende des Geschäftsjahres müssen die Konten abgeschlossen werden. Ziel ist es, den Erfolg des Unternehmens zu ermitteln und den Bestand an Vermögen und Schulden darzustellen.

Der Jahresabschluss besteht aus mehreren Teilen:

• Inventar
• Bilanz
• Gewinn- und Verlustrechnung

Die Bilanz zeigt die Vermögens- und Kapitalstruktur des Unternehmens, während die Gewinn- und Verlustrechnung den Erfolg des Geschäftsjahres ermittelt.

Abschluss der Bestandskonten über das Schlussbilanzkonto

Um eine Bilanz erstellen zu können, werden zunächst die Bestandskonten abgeschlossen. Dazu gehören aktive und passive Bestandskonten.

Das Schlussbilanzkonto, kurz SBK, ist ein Hilfskonto, das für den Abschluss der Bestandskonten verwendet wird. Es ermöglicht die Einhaltung der goldenen Buchungsregel „Soll an Haben“.

Bei einem aktiven Bestandskonto, beispielsweise dem Bankkonto, steht der Anfangsbestand auf der Sollseite. Zugänge werden ebenfalls im Soll gebucht, während Abgänge im Haben stehen. Der Endbestand wird am Jahresende auf das Schlussbilanzkonto übertragen.

Der Buchungssatz lautet:

8010 Schlussbilanzkonto
an
Aktives Bestandskonto

Bei einem passiven Bestandskonto funktioniert der Abschluss genau umgekehrt. Der Anfangsbestand und Zugänge stehen auf der Habenseite.

Der Endbestand wird über folgenden Buchungssatz übertragen:

Passives Bestandskonto
an
8010 Schlussbilanzkonto

Abschluss der Waren- und Materialkonten

Auch Waren- und Materialkonten müssen am Jahresende abgeschlossen werden. Dazu gehören beispielsweise Handelswaren sowie Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe.

Der tatsächliche Endbestand wird durch die Inventur ermittelt. Dieser Wert wird in das Schlussbilanzkonto übertragen.

Bei einem Minderbestand ergibt sich eine Differenz zwischen Anfangsbestand und Endbestand. Diese Differenz stellt den Verbrauch dar und wird als Aufwand gebucht.

Beispiel:
Der Anfangsbestand an Handelswaren beträgt 5.000 €. Durch die Inventur wird ein Endbestand von 1.000 € festgestellt. Die Differenz von 4.000 € entspricht dem Verbrauch.

Die Buchungen lauten:

8010 Schlussbilanzkonto
an
2280 Handelswaren

und anschließend:

6080 Aufwendungen für Waren
an
2280 Handelswaren

Auch Rohstoffe werden nach diesem Prinzip abgeschlossen. Die Differenz zwischen Anfangs- und Endbestand wird als Aufwand erfasst.

Bestandsveränderungen bei fertigen und unfertigen Erzeugnissen

Bei fertigen und unfertigen Erzeugnissen wird die Bestandsveränderung über ein eigenes Erfolgskonto erfasst.
Steigt der Bestand im Vergleich zum Jahresanfang, liegt ein Mehrbestand vor. Dieser wirkt sich erfolgssteigernd aus.
Sinkt der Bestand, liegt ein Minderbestand vor. Dieser führt zu einem Aufwand.
Die Bestandsveränderungen werden über das Konto „5200 Bestandsveränderung“ gebucht und anschließend in die Gewinn- und Verlustrechnung übernommen.
Dadurch wird berücksichtigt, dass hergestellte Produkte nicht nur über Verkäufe, sondern auch über Lagerveränderungen den Unternehmenserfolg beeinflussen.

Abschluss der Erfolgskonten und Ermittlung des Gewinns

Neben den Bestandskonten müssen auch die Erfolgskonten abgeschlossen werden. Zu den Erfolgskonten gehören Aufwands- und Ertragskonten.

Aufwandskonten erfassen beispielsweise:

• Löhne und Gehälter
• Mieten
• Warenaufwendungen
• Materialaufwendungen

Ertragskonten erfassen beispielsweise:

• Umsatzerlöse
• Zinserträge
• Erlöse aus Verkäufen

Alle Erfolgskonten werden am Jahresende über das Gewinn- und Verlustkonto, kurz GuV-Konto, abgeschlossen.

Bei Aufwandskonten lautet der Buchungssatz:

8020 Gewinn- und Verlustkonto
an
Aufwandskonto

Bei Ertragskonten lautet der Buchungssatz:

Ertragskonto
an
8020 Gewinn- und Verlustkonto

Der Saldo des Gewinn- und Verlustkontos zeigt den Unternehmenserfolg. Ein Gewinn erhöht das Eigenkapital, ein Verlust vermindert das Eigenkapital.

Abschluss des Eigenkapital- und Privatkontos

Das Eigenkapitalkonto ist ein passives Bestandskonto und steht auf der Passivseite der Bilanz.

Ein Gewinn aus der Gewinn- und Verlustrechnung wird auf dem Eigenkapitalkonto im Haben gebucht und erhöht das Eigenkapital. Ein Verlust wird im Soll gebucht und vermindert das Eigenkapital.

Zusätzlich muss das Privatkonto berücksichtigt werden. Es dient dazu, private Vorgänge des Unternehmers getrennt von betrieblichen Geschäftsvorfällen zu erfassen.

Typische Privatentnahmen sind:

• Entnahme von Bargeld für private Zwecke
• Überweisungen vom Firmenkonto auf ein Privatkonto
• Entnahme von Waren aus dem Unternehmen

Typische Privateinlagen sind:

• Einzahlung von Privatvermögen in das Unternehmen
• Überweisung vom Privatkonto auf das Firmenkonto
• Einbringung privater Wirtschaftsgüter in das Unternehmen

Am Jahresende wird das Privatkonto über das Eigenkapitalkonto abgeschlossen.

Vom Schlussbilanzkonto zur Bilanz

Nachdem alle Bestands- und Erfolgskonten abgeschlossen wurden, kann die Bilanz erstellt werden. Die Schlussbilanz entspricht inhaltlich dem Schlussbilanzkonto. Der Unterschied besteht lediglich in der Bezeichnung der Seiten. Beim Schlussbilanzkonto spricht man von Soll und Haben. In der Bilanz werden die Seiten als Aktiva und Passiva bezeichnet.

Auf der Aktivseite steht das Vermögen des Unternehmens. Sie zeigt, wie die finanziellen Mittel verwendet wurden.
Auf der Passivseite stehen Eigenkapital und Fremdkapital. Sie zeigt, woher die finanziellen Mittel stammen.
Beide Seiten müssen immer ausgeglichen sein.

Die Bilanzgleichung lautet:

Vermögen = Eigenkapital + Fremdkapital

Die Bilanz stellt damit die wirtschaftliche Situation eines Unternehmens zu einem bestimmten Zeitpunkt dar.

Zusammenfassung

Der Jahresabschluss fasst die Ergebnisse eines Geschäftsjahres zusammen.
Zu den wichtigsten Bestandteilen gehören Inventar, Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung.
Bestandskonten werden über das Schlussbilanzkonto abgeschlossen.
Erfolgskonten werden über das Gewinn- und Verlustkonto abgeschlossen.
Die Gewinn- und Verlustrechnung ermittelt den Unternehmenserfolg.
Gewinne erhöhen und Verluste vermindern das Eigenkapital.
Das Privatkonto erfasst private Entnahmen und Einlagen des Unternehmers.
Die Bilanz stellt Vermögen sowie Eigen- und Fremdkapital gegenüber.
Die Bilanzgleichung lautet: Vermögen = Eigenkapital + Fremdkapital.

Beispielaufgaben

Welche der folgenden Konten sollten abgeschlossen sein, bevor die Erfolgskonten abgeschlossen werden?

A. Das Konto „Fertige Erzeugnisse“.
B. Das Konto „Waren“.
C. Das Konto „Rohstoffe“.
D. Das Konto „Bestandsveränderungen“.
E. Das Konto „Bank“.

Wie wird das Konto „Handelswaren“ abgeschlossen?

A. Bei diesem Konto ist nur eine Abschlussbuchung erforderlich.
B. Der Endbestand wird am Geschäftsjahresende in das Konto „8010 Schlussbilanzkonto“ übertragen.
C. Der Endbestand wird am Geschäftsjahresende direkt in die Schlussbilanz übertragen.
D. Bei diesem Konto sind zwei Abschlussbuchungen erforderlich.
E. Eine Differenz (Saldo) beim Kontoabschluss zwischen der Soll- und Habenseite stellt einen Minder- oder Mehrbestand dar und wird in das Konto „6080 Aufwendungen für Waren“ übertragen.

Wie werden die fertigen und unfertigen Erzeugnisse abgeschlossen?

A. Die Konten „Unfertige Erzeugnisse“ und „Fertige Erzeugnisse“ sind aktive Bestandskonten und werden ähnlich wie andere Bestandskonten abgeschlossen.
B. Bei einem Minderbestand wird auf die Sollseite des Kontos „Bestandsveränderung“ gebucht.
C. Die Differenz zwischen Anfangs- und Endbestand wird als Minder- bzw. Mehrbestand ausgewiesen und auf das Konto „Bestandsveränderungen“ übertragen.
D. Bei einem Mehrbestand wird auf die Habenseite des Kontos „Bestandsveränderung“ gebucht.
E. Die Differenz zwischen Anfangs- und Endbestand wird als Minder- bzw. Mehrbestand ausgewiesen und auf das Konto „Aufwendungen für Waren“ übertragen.

Wie werden aktive Bestandskonten abgeschlossen?

A. Aktive Bestandskonten werden über das Gewinn- und Verlustkonto abgeschlossen.
B. Aktive Bestandskonten werden über das Eröffnungsbilanzkonto abgeschlossen.
C. Aktive Bestandskonten werden über das Schlussbilanzkonto abgeschlossen.
D. Aktive Bestandskonten werden mit dem Buchungssatz „Schlussbilanzkonto SBK“ an „Aktives Bestandskonto“ abgeschlossen.
E. Aktive Bestandskonten werden mit dem Buchungssatz „Aktives Bestandskonto“ an „Schlussbilanzkonto SBK“ abgeschlossen.

Wie werden passive Bestandskonten abgeschlossen?

A. Passive Bestandskonten werden über das Gewinn- und Verlustkonto abgeschlossen.
B. Passive Bestandskonten werden über das Eröffnungsbilanzkonto abgeschlossen.
C. Passive Bestandskonten werden über das Schlussbilanzkonto abgeschlossen.
D. Passive Bestandskonten werden mit dem Buchungssatz „Schlussbilanzkonto SBK“ an „Passives Bestandskonto“ abgeschlossen.
E. Passive Bestandskonten werden mit dem Buchungssatz „Passives Bestandskonto“ an „Schlussbilanzkonto SBK“ abgeschlossen.

Wie werden die Erfolgskonten abgeschlossen?

A. Erfolgskonten werden mit dem Buchungssatz „Erfolgskonten“ an „Schlussbilanzkonto SBK“ abgeschlossen.
B. Erfolgskonten werden über das Eröffnungsbilanzkonto abgeschlossen.
C. Erfolgskonten werden über das Schlussbilanzkonto abgeschlossen.
D. Erfolgskonten werden über das Gewinn- und Verlustkonto abgeschlossen.
E. Erfolgskonten werden mit dem Buchungssatz „Schlussbilanzkonto SBK“ an „Erfolgskonten“ abgeschlossen.

Wie wird der Reingewinn aus dem Gewinn- und Verlustkonto abgelesen?

A. Der Reingewinn wird im Gewinn- und Verlustkonto als Differenz (Saldo) zwischen der Soll- und Habenseite ausgedrückt.
B. Im Gewinn- und Verlustkonto kann der Reingewinn nicht ermittelt werden.
C. Der Reingewinn wird im Gewinn- und Verlustkonto ermittelt, indem der Wareneinsatz dem Warenumsatz gegenübergestellt wird und die Differenzermittelt wird.
D. Der Reingewinn ist die Differenz (Saldo) zwischen sämtlichen Erträgen und Aufwendungen aus dem Gewinn- und Verlustkonto (GuV).

Welche Aussagen zum Eigenkapitalkonto sind richtig?

A. Das Eigenkapitalkonto ist ein aktives Bestandskonto.
B. Das Eigenkapitalkonto ist ein passives Bestandskonto.
C. Das Eigenkapitalkonto ist ein passives Bestandskonto und steht auf der Aktivseite der Bilanz.
D. Auf der Habenseite stehen der Anfangsbestand und die Zugänge, während der Endbestand und die Abgänge auf der Sollseite stehen.
E. Bevor das Konto „3000 Eigenkapitalkonto“ abgeschlossen werden kann, muss noch das „Privatkonto“ berücksichtigt werden.

Welche Aussagen zu den Privatkonten sind richtig?

A. Privateinlagen werden auf dem Privatkonto auf der Habenseite gebucht.
B. Am Geschäftsjahresende wird das Privatkonto über das Eigenkapitalkonto abgeschlossen.
C. Privatentnahmen werden auf dem Privatkonto auf der Sollseite gebucht.
D. Das Privatkonto ist ein Unterkonto des Kontos „Eigenkapital“.
E. Am Geschäftsjahresende wird das Privatkonto über das Gewinn- und Verlustkonto (GuV) abgeschlossen.

Bei welchen der folgenden Fälle liegt eine typische Privatentnahme oder Privateinlage vor?

A. Zu den typischen Privatentnahmen gehört die Entnahme von Bargeld aus der Firmenkasse für private Zwecke.
B. Eine typische Privateinlage liegt vor, wenn der Unternehmer von seinem Privatkonto einen Geldbetrag auf das Firmenkonto überweist, um finanzielle Engpässe zu überbrücken.
C. Eine Privatentnahme liegt vor, wenn der Unternehmer Waren für private Zwecke aus dem Lager entnimmt.
D. Die Nutzung des Firmenwagens gehört zu den typischen Privatentnahmen.
E. Die Nutzung der Produktionsmaschinen im Betrieb stellt eine Privatentnahme dar.

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