Die Fremdkapitalrentabilität ist eine wichtige Rentabilitätskennzahl im Rechnungswesen. Sie zeigt, wie hoch die Verzinsung des eingesetzten Fremdkapitals eines Unternehmens ist. Mit dieser Kennzahl lässt sich erkennen, welche Kosten durch die Nutzung von Fremdkapital entstehen.
Unternehmen nutzen häufig nicht nur eigenes Kapital, sondern auch geliehenes Geld, zum Beispiel durch Kredite oder Darlehen. Für dieses Fremdkapital müssen Zinsen bezahlt werden. Die Fremdkapitalrentabilität setzt diese Zinskosten ins Verhältnis zum eingesetzten Fremdkapital und macht die durchschnittliche Verzinsung sichtbar.
Was ist die Fremdkapitalrentabilität?
Die Fremdkapitalrentabilität, auch Fremdkapitalrendite genannt, beschreibt die durchschnittliche Verzinsung des eingesetzten Fremdkapitals in Prozent. Sie zeigt, wie teuer das von einem Unternehmen aufgenommene Fremdkapital ist.
Zum Fremdkapital gehören beispielsweise:
• Darlehen und Kredite von Banken
• Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
• weitere finanzielle Verpflichtungen gegenüber Gläubigern
Die Kennzahl wird in Prozent angegeben, da nicht der absolute Zinsbetrag entscheidend ist, sondern das Verhältnis zwischen den Zinskosten und der Höhe des eingesetzten Fremdkapitals.
Zusammenhang mit Rentabilitätskennzahlen
Die Rentabilität ist eine betriebswirtschaftliche Kennzahl, mit der der wirtschaftliche Erfolg eines Unternehmens beurteilt werden kann. Dabei wird der Gewinn oder eine andere Erfolgsgröße in Beziehung zu einer Bezugsgröße gesetzt.
Je nachdem, welche Größe betrachtet wird, unterscheidet man verschiedene Rentabilitätskennzahlen. Dazu gehören unter anderem:
• Eigenkapitalrentabilität
• Fremdkapitalrentabilität
• Gesamtkapitalrentabilität
Während die Eigenkapitalrentabilität die Verzinsung des eingesetzten Eigenkapitals betrachtet, zeigt die Fremdkapitalrentabilität die Kosten für das eingesetzte Fremdkapital.
Formel zur Berechnung der Fremdkapitalrentabilität
Die Formel lautet:
Fremdkapitalrentabilität = Fremdkapitalzinsen : Fremdkapital × 100 %
Dabei gilt:
Fremdkapitalzinsen: Zinsen, die das Unternehmen für geliehenes Kapital bezahlt
Fremdkapital: Summe des eingesetzten Fremdkapitals
Das Ergebnis zeigt, wie hoch die durchschnittliche Verzinsung des Fremdkapitals ist.
Beispielrechnung zur Fremdkapitalrentabilität
Ein Unternehmen hat zwei Bankdarlehen aufgenommen:
Darlehen 1: 100.000 € mit einem Zinssatz von 4 %
Darlehen 2: 300.000 € mit einem Zinssatz von 5 %
Die Zinskosten betragen:
Darlehen 1:
100.000 € × 4 % = 4.000 €
Darlehen 2:
300.000 € × 5 % = 15.000 €
Die gesamten Fremdkapitalzinsen betragen somit:
4.000 € + 15.000 € = 19.000 €
Das gesamte Fremdkapital beträgt:
100.000 € + 300.000 € = 400.000 €
Nun wird die Formel angewendet:
Fremdkapitalrentabilität = 19.000 € : 400.000 € × 100 %
Fremdkapitalrentabilität = 4,75 %
Das Unternehmen zahlt somit durchschnittlich 4,75 % Zinsen für sein eingesetztes Fremdkapital.
Bedeutung der Fremdkapitalrentabilität
Die Fremdkapitalrentabilität zeigt, wie hoch die durchschnittlichen Fremdkapitalkosten eines Unternehmens sind. Da Unternehmen häufig mehrere Kredite mit unterschiedlichen Zinssätzen nutzen, handelt es sich um einen Durchschnittswert.
Für ein Unternehmen bedeutet eine hohe Fremdkapitalrentabilität höhere Zinsaufwendungen. Dadurch steigen die Kosten für die Finanzierung und der Gewinn kann belastet werden.
Für Gläubiger, also beispielsweise Banken, kann eine höhere Verzinsung dagegen attraktiv sein, da sie für die Bereitstellung des Kapitals mehr Erträge erhalten.
Eine niedrige Fremdkapitalrentabilität bedeutet, dass das Unternehmen sein Fremdkapital vergleichsweise günstig nutzen kann.
Abgrenzung zur Eigen- und Gesamtkapitalrentabilität
Die Fremdkapitalrentabilität betrachtet ausschließlich die Verzinsung des Fremdkapitals. Andere Rentabilitätskennzahlen setzen dagegen unterschiedliche Größen ins Verhältnis:
Die Eigenkapitalrentabilität zeigt die Verzinsung des eingesetzten Eigenkapitals.
Die Gesamtkapitalrentabilität betrachtet die Verzinsung des gesamten eingesetzten Kapitals aus Eigen- und Fremdkapital.
Die Fremdkapitalrentabilität zeigt die durchschnittlichen Kosten des Fremdkapitals.
Alle Kennzahlen helfen dabei, die wirtschaftliche Situation eines Unternehmens besser einzuschätzen.
Zusammenfassung
Die Fremdkapitalrentabilität zeigt die durchschnittliche Verzinsung des eingesetzten Fremdkapitals.
Sie wird in Prozent angegeben.
Die Formel lautet: Fremdkapitalzinsen : Fremdkapital × 100 %.
Zum Fremdkapital gehören beispielsweise Darlehen und Verbindlichkeiten.
Eine hohe Fremdkapitalrentabilität bedeutet höhere Zinskosten für das Unternehmen.
Die Kennzahl hilft dabei, die Finanzierungskosten eines Unternehmens zu beurteilen.
Beispielaufgaben
Welche Aussagen zur Fremdkapitalrentabilität sind richtig?
A. Eine hohe Fremdkapitalrentabilität bedeutet für uns weniger Zinsaufwand.
B. In der Formel zur Berechnung der Fremdkapitalrentabilität stehen im Zähler die durchschnittlichen Fremdkapitalzinsen und im Nenner das Fremdkapital.
C. Eine hohe Fremdkapitalrentabilität bedeutet für uns mehr Zinsaufwand.
D. Eine große Fremdkapitalrentabilität ist vorteilhaft für uns, da das Fremdkapital besser verzinst wird.
E. Eine große Fremdkapitalrentabilität ist unvorteilhaft für uns, da wir unseren Gläubigern mehr Geld für das ausgeliehene Geld zurückzahlen müssen.
Wieviel Prozent beträgt die Fremdkapitalrentabilität, wenn uns aus dem Rechnungswesen folgende Zahlen vorliegen?
A. Die Fremdkapitalrentabilität beträgt 3 %.
B. Die Fremdkapitalrentabilität beträgt 3,5 %.
C. Die Fremdkapitalrentabilität beträgt 4 %.
D. Die Fremdkapitalrentabilität beträgt 4,5 %.
E. Die Fremdkapitalrentabilität beträgt 4,75 %.
Wieviel Prozent beträgt die Fremdkapitalrentabilität, wenn uns aus dem Rechnungswesen folgende Zahlen vorliegen?
Darlehen 1: Betrag 200.000 €, Zinssatz 3 %
Darlehen 2: Betrag 300.000 €, Zinssatz 6 %
A. Die Fremdkapitalrentabilität beträgt 4 %.
B. Die Fremdkapitalrentabilität beträgt 4,5 %.
C. Die Fremdkapitalrentabilität beträgt 5 %.
D. Die Fremdkapitalrentabilität beträgt 5,5 %.
E. Die Fremdkapitalrentabilität beträgt 6 %.
Wieviel Prozent beträgt die Fremdkapitalrentabilität, wenn uns aus dem Rechnungswesen folgende Zahlen vorliegen?
Darlehen 1: Betrag 150.000 €, Zinssatz 4 %
Darlehen 2: Betrag 250.000 €, Zinssatz 6 %
A. Die Fremdkapitalrentabilität beträgt 4 %.
B. Die Fremdkapitalrentabilität beträgt 4,5 %.
C. Die Fremdkapitalrentabilität beträgt 5 %.
D. Die Fremdkapitalrentabilität beträgt 5,5 %.
E. Die Fremdkapitalrentabilität beträgt 6 %.
Wieviel Prozent beträgt die Fremdkapitalrentabilität, wenn uns aus dem Rechnungswesen folgende Zahlen vorliegen?
Darlehen 1: Betrag 400.000 €, Zinssatz 3 %
Darlehen 2: Betrag 100.000 €, Zinssatz 7 %
A. Die Fremdkapitalrentabilität beträgt 3,5 %.
B. Die Fremdkapitalrentabilität beträgt 3,8 %.
C. Die Fremdkapitalrentabilität beträgt 4 %.
D. Die Fremdkapitalrentabilität beträgt 4,5 %.
E. Die Fremdkapitalrentabilität beträgt 5 %.








