Erfahrungsbericht Bürokommunikationskaufmann

Gleich nach dem Halbjahreszeugnis habe ich mich um mehrere Ausbildungsplätze beworben. Ich wollte immer schon einen kaufmännischen Beruf erlernen. Der Kommunikationskaufmann soll wohl sehr schwierig und anspruchsvoll sein, wurde mir gesagt. Ich hätte mir aber auch einen anderen Beruf im Büro vorstellen können. Also habe ich mich auf sämtliche Büroberufe beworben. Dann hatte ich schon im Frühjahr die erste Einladung zum Einstellungstest. Das Unternehmen stellte in diesem Jahr mehrere Auszubildende ein und bildet mehrere kaufmännische Berufe aus. Das fand ich schon mal ganz gut. Ich musste um 10.00 Uhr zum Einstellungstest erscheinen. Also gleich mal in die Bibliothek und nachschauen, was man da so bekommt. Das beste Buch war von Hesse und Schrader. Aber ihr könnt nicht das ganze Buch durcharbeiten. Es reicht, wenn ihr euch mit einigen Themen beschäftigt.

Wir waren ca. 20 Bewerber. Um kurz vor zehn wurden wir dann in einem großen Besprechungsraum gebracht. Hier waren mehrere Tische vorbereitet, auf denen schon ein Test und Papier lagen. Wir mussten jeder an einem Tisch Platz nehmen. Nachdem alle Platz genommen hatten, hat der Personalchef sich und seine zwei Mitarbeiter vorgestellt und uns erklärt, was in dem Test abgefragt wird und wie der Test zu bearbeiten sei. Eigentlich war alles logisch und verständlich, was er erzählt hatte. Fragen durften jetzt gestellt werden. Aber natürlich wollte sich keiner blamieren, ich auch nicht. Also fingen wir an, den Test aufzuschlagen und die erste Aufgabe durchzulesen. Ich schreibe jetzt mal das, was mir noch spontan einfällt.

Eins kann ich gleich vorab sagen, der Test war richtig umfangreich und dauerte fast zwei Stunden. Also nicht wirklich schwer, aber schon sehr viel in kurzer Zeit.

Es fing an mit Matheaufgaben. Hier wurden kurze Textaufgaben gestellt, wobei immer nur eine Antwort richtig war. Das ging über alle Bereiche, von Prozentrechnen bis Zinsen usw. Übrigens durfte man einen Taschenrechner benutzen. Danach kamen Zahlenreihen dran, die man fortsetzen musste. Also z.B. 2 , 4 , 6 , ? Natürlich musste man die 8 ankreuzen. Aber nicht so leicht, schon etwas schwieriger.

Dann kamen allgemeine Fragen über EDV und Wirtschaft, die waren aber nicht schwer, z.B. was ist ein Ausgabegerät usw. Wie viel Bit hat 1 Byte?

Danach wurde es richtig schwer, denn wir mussten die richtige Schreibweise für bestimmte Wörter ankreuzen. Das fand ich dann nicht mehr ganz so einfach. Irgendwie war alles für mich richtig geschrieben bzw. es waren 2 bis 3 Antworten für mich plausibel. Aber es war immer nur eine Antwort richtig.

Und dann kam es auch noch schlimmer. Jetzt mussten wir Kommas richtig setzen. Da habe ich nun wirklich nicht gerade in der Schule aufgepasst. Also habe ich einfach die Kommas so gesetzt, wie es sich am besten lesen lässt.

Den Englischtest habe ich dann wieder besser lösen können. Da musste man das richtige Verb einsetzen in der richtigen Zeit. So, das war eigentlich alles, was in dem Test drankam.

Nachdem die 2 Stunden vorbei waren, mussten wir alles auf dem Tisch liegen lassen und wurden verabschiedet. Nach ca. 3 Wochen habe ich dann eine Einladung zum Vorstellungsgespräch bekommen. Ich hatte mein Gespräch wieder um 10.00 Uhr. Also noch mal in die Bibliothek und nachschauen. Na ja, da war dann nicht mehr sehr viel zu haben. Aber im Internet gibt es auch Informationen dazu. Ich habe mich dann so vorbereitet, dass ich mit meiner Freundin zusammen Rollenspiele gemacht habe. Das war sogar richtig lustig. Aber viel wichtiger war, dass ich auf viele Fragen die ich mir aufgeschrieben hatte, gar keine Antwort hatte. Das war dann irgendwie nicht mehr ganz so lustig. Ich habe mir dann Informationen zu dem Unternehmen rausgeschrieben und mich intensiv mit möglichen Fragen beschäftigt. Es ist besser, die Fragen für sich selber schriftlich zu beantworten. Das ist gar nicht so einfach. Ich wollte aber schon etwas präsentieren können. Du musst ja selbstbewusst und entschlossen rüberkommen, heißt es doch immer. Als ich dann zum Gespräch erschienen bin, saßen zwei Damen in einem Raum, die auf mich warteten. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde ging es dann auch schon richtig los. Ich sollte erst mal erzählen, wie ich den Test fand. Natürlich habe ich wahrheitsgemäß erzählt, dass ich alle Aufgaben gut lösen konnte, bis auf wenige. Die eine Dame sagte dann, dass ich aber nicht den besten Test geschrieben hätte und dass meine Unterlagen und Zeugnisse mehr erwarten ließen. Ich habe dann gesagt, dass ich nicht gleich 100 Prozent schaffen wollte und lieber noch mal im Vorstellungsgespräch punkten wollte. Das fanden wohl beide Damen witzig und im Anschluss folgte dann wieder eine Frage. Ich wusste, dass ich jetzt alles geben muss. Nachdem die Standardfragen überstanden waren, kamen natürlich die unternehmensspezifischen Fragen. Hier habe ich dann richtig aufgedreht. Ich konnte genau beschreiben, was das Unternehmen macht, viele Standorte in Deutschland existieren, wohin die Expansion gehen sollte usw. Da waren beide Damen erst mal baff. Zum Schluss sagte die eine Dame dann, dass ich ja vielleicht nicht ganz 100 Prozent aber evtl. nahezu 100 Prozent erricht haben könnte mit diesem Gespräch, auch wenn der Einstellungstest nicht ganz so gut gewesen ist. Das hatte mich natürlich gefreut und ich sagte, dass ich mich auch mit etwas weniger als 100 Prozent zufrieden geben würde, wenn es denn reicht. Insgesamt hatte ich ein sehr gutes Gefühl nach dem Gespräch. Die Damen waren wirklich fair und gut drauf.

Schon in der nächsten Woche habe ich dann die Zusage bekommen. Das war natürlich der Hammer. Ich hatte in der Zwischenzeit noch andere Angebote bekommen. Aber ich habe sie alle abgelehnt. Ein Versuch und gleich ein Volltreffer, das war nicht mehr zu toppen. Heute bin ich froh hier angefangen zu haben. Es macht mir sehr viel Spaß und die Leute im Betrieb sind auch wirklich alle sehr hilfsbereit.

Tja, dann hoffe ich euch etwas geholfen zu haben.

Wünsche allen hier viel Erfolg.

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