Erfahrungsbericht vom Einstellungstest
Sparkasse

Also, ich bin immer noch total aufgemischt und irgendwie ging bei mir alles irre schnell. Eigentlich hatte ich auch noch gar nicht so richtig vor, die große Bewerbungswelle zu machen, aber meine Mutter meinte, man könnte es ja jetzt einfach mal probieren. Schließlich ist für mich nächstes Jahr die Schule zu Ende, aber so genau hatte ich mich auch noch nicht festgelegt. OK, mein Zeugnis war ganz gut und ich dachte, das kann ja nicht schaden.

Die Einladung zum Einstellungstest

Ich habe mich also auch bei der Sparkasse beworben (bei anderen Banken auch, aber die Sparkasse fand ich schon eigentlich am besten). Schon in der darauffolgenden Woche kam die Einladung zum Test – oh Backe! Ich hatte keine Ahnung, was da auf mich zukommt! Ich hatte einfach nicht damit gerechnet, gleich eingeladen zu werden – und zwar schon in der darauffolgenden Woche! Also keine 6 Tage Zeit mehr, irgendwas echt zu üben oder so. Wir haben dann diese Unterlagen bestellt mit allen möglichen Testfragen und Aufgaben. Die habe ich mir dann auch alle angetan und dachte danach, dass das schon irgendwie hinhaut.

Das zweite Problem: ich hatte nichts „Gutes“ zum Anziehen!!! Meine Sachen sind halt alle nur freizeitmäßig – ist mir irgendwie nie aufgefallen, aber alle haben gesagt, so geht das überhaupt nicht. Nabelfrei und so was könnt ihr gleich vergessen – das ist der KO! Na ja, ich hatte noch eine weiße Bluse und eine weiße Leinenhose und Ballerinas, das ging grade so. Am Tag selbst kamen alle total clean an, die Jungs teilweise mit Anzug – sollte man wirklich machen, das ist da eben so gewünscht.

Der schriftliche Test

Am Tag des Tests hat war ich hammermäßig aufgeregt! Mit mir waren so ungefähr 25-30 andere Bewerber. Wie ich später rausgefunden habe, waren die alle vom Gymnasium und einer hatte schon eine abgeschlossene Ausbildung. Nur ICH war von der Berufsbildenden Schule – war schon komisch, so als Außenseiter da zu stehen.

Es waren insgesamt 3 Prüfer, von denen uns eine Frau begrüßt hat. Sie sah sehr jung aus und war schon stellvertretende Filialleiterin (oder so) – offensichtlich kann man da ganz schön was reißen, wenn man sich richtig reinhängt.

Der Test, der dann kam, war ganz schön heftig! Da kam alles mögliche vor – schon die Testgeschichten, die in den Unterlagen waren, auch ähnlich gruppiert, aber glaubt bloß nicht, dass da so einfache Fragen gestellt werden – nix da! Allein Mathe war der Horror! Alles ganz ungewohnt und auch schwierige, fand ich. Für mich als „nur BBS“ der Hammer! Am Ende gab es auch noch eine Art Psychotest mit solchen merkwürdigen Fragen wie z.B. „Sie werden zu Unrecht kritisiert – was tun sie?“ Die Antworten waren zwar alle multiple choice – aber WAS soll man denn DA sagen, um sich nicht selbst rauszukicken?????

Alle waren danach ziemlich durch mit den Nerven, es waren ja immerhin 4 Stunden und ich war völlig fertig.

Die Antwort kam so ungefähr zwei Wochen später mit noch weniger Zeit bis zum nächsten Termin – nur drei Tage!!! Das war dann die Sache mit Gruppengespräch, Rollenspiel und Einzelgespräch. Das hieß dann ja wohl, dass ich entgegen meiner Erwartung (ich dachte echt, DAS reicht NIE) den Test geschafft hatte.

Das war schon mal eine riesige Überraschung.

Vorbereiten ging ja auch nicht mehr wirklich – schon wieder so ein unsichtbarer Berg!

Ich muss auch sagen, dass es mich in dieser Wartezeit irgendwie gekickt hat – ich wollte jetzt schon irgendwie unbedingt in die Top-Ten kommen und so habe ich wieder im Internet gewühlt und mal so gelesen, wie das bei den anderen so war. Eigentlich hat mich das alles nicht so geschockt, weil der Test schon so verdammt hart war. Außerdem habe ich im letzten Schuljahr andauernd irgendwelche Präsentationen alleine vor der Klasse machen müssen, manchmal drei in einer Woche. Da habe ich mir so gedacht, schlimmer kann es nicht kommen.

Das Assessment Center

Gruppendiskussion

Wieder waren es so 30 Bewerber, aber diesmal ganz andere. Diese Gruppendiskussion war komplett entsetzlich: alle haben sich wie blöd darum gerissen, Gruppenleiter oder Zusammenfasser zu sein und jeder hat sich in die Diskussion geschmissen, als ginge es um sein Leben – ich hab das irgendwie nicht so hinbekommen wie die und dachte nur – oh Gott, was geht hier ab, total hysterisch das Ganze! Am Ende war ich nur einmal Gruppenleiter und kein Mal Zusammenfasser. Auch das noch! Ich wollte aber nicht übel auffallen und mich ständig vordrängeln das kommt auch nicht so gut.

Rollenspiel

Im Rollenspiel musste ich eine Reise verkaufen, drei Pakete standen zur Verfügung – natürlich sollte man möglichst das teuerste verkaufen. Zwei Leute saßen etwas weiter weg, eine weitere Frau war die Kundin, die zu mir ins „Reisebüro“ kommt und der ich dann dieses Malediven-Dings andrehen sollte. Also, das war schon schwierig – so was hatte ich noch nie gemacht und jetzt auf einmal musste ich total überzeugend rüberkommen.

Auf einmal sind mir dann die Argumente ausgegangen und mir ist einfach nichts mehr eingefallen – da haben mich alle nur schweigend angesehen. Ich dachte: jetzt ist es vorbei.

Aber da war ja noch das Einzelgespräch!

Einzelgespräch

Alle waren nach spätestens 20-25 Minuten wieder raus, dann war ich dran. Die Fragen, die mir der Prüfer gestellt hat, waren gemischt: einerseits wollte er wohl rausfinden, was ich wirklich über die Sparkasse als Institution (!) weiß und was sie sonst noch so macht (soziales Engagement und so) und wieso ich ausgerechnet zur Sparkasse will. Und dann kamen solche Fragen wie „Wollen Sie eigentlich immer besser sein als die anderen?“ Zuerst habe ich geantwortet, dass ich kein Problem damit habe, wenn andere mal besser sind und die dann eben die Torte abkassieren oder eine gute Note – aber das wollte er wohl nicht hören. Ich bin dann umgeschwenkt und habe nachgesetzt, dass ich meine guten Leistungen deswegen gebracht habe, weil ich mir das selbst beweisen wollte und nicht, um andere zu schlagen. Das hat ihm ziemlich gut gefallen, denn danach hatte ich das Gefühl, dass das Gespräch irgendwie lockerer wurde. Allerdings hatte ich auch das Gefühl, dass das Gespräch etwa 3 Tage dauert – auf die Uhr schauen geht aber in so einer Situation überhaupt nicht! Als ich dann raus war, hat mich bald der Schlag getroffen – ich war als Einzige ganze 55 Minuten da drin! Alle anderen haben nur auf mich gewartet, damit wir endlich weitermachen konnten – voll peinlich!

Am Ende von diesem Tag war ich noch fertiger als nach dem Test. Der hat grade mal 5 Stunden gedauert. Und rein gefühlsmäßig war ich rein gar nicht von mir überzeugt.

Wieder zwei Wochen später kam dann ein riesiger Umschlag OHNE meine Bewerbungsmappe – meine Mutter hat mich unterwegs angerufen und hat mich total geflasht von wegen da wäre Post von der Sparkasse – hat mich stundenlang auf die Folter gespannt, bis ich daheim war.

Ich bin total ausgeflippt und konnte es einfach nicht fassen: es hatte geklappt! Im Umschlag (den Mam ja schon längst aufgemacht hatte!) war mein Ausbildungsvertrag und ein Schreiben der Sparkasse, dass sie sich freuen, mich nächstes Jahr im August als neue Auszubildende begrüßen zu dürfen!

Ganz am Schluss hat sich herausgestellt, dass sich 2.000 Leute beworben haben. Davon haben sie 300 getestet, 30 haben sie genommen. Und ich bin dabei!

Natürlich bin ich jetzt total happy und ich freue mich, dass da jetzt so eine Perspektive ist.

Ich habe festgestellt:

  1. Cool bleiben und nicht ausflippen hilft ungemein.
  2. Sauber und ordentlich auftauchen wird erwartet – bloß nicht overdressed aber auch keine Samba-Trittchen!
  3. Vorbereitung mit den Unterlagen ist unbedingt angesagt.
  4. Gesprächspartnern immer in die Augen sehen – kam gut an!
  5. Andere kochen auch nur mit Wasser. Ist so.

Allen, die das Gleiche vorhaben, wünsche ich herzlich alles Gute!


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