Erfahrungsbericht Bundeswehr – Zeitsoldat (SaZ 12)

Kürzlich wurde ich als Zeitsoldat (SaZ 12) bei der Bundeswehr angenommen. Daher weiß ich, wie wichtig eine gute Vorbereitung ist. Gerne gebe ich meine Erfahrungen in einem Bericht über das Bundeswehr-Auswahlverfahren weiter. Es bestand bei mir aus: einem Eignungstest (Intelligenztest), einem Sporttest, einem Vorstellungsgespräch und einer ärztlichen Untersuchung.

Eignungstest

Da ich etwas weiter weg wohne, musste ich schon am Abend vorher um 21 Uhr in der Dienststelle antreten und konnte gleich mal testen, wie es sich auf einer Bundeswehrstube so schläft. Vor dem allerersten Zapfenstreich in der Kaserne hieß es aber erstmal den Papierkram erledigen und ein paar Formulare ausfüllen.

Am nächsten Morgen traten wir nach dem Wecken und Frühstücken zum Intelligenztest an. Ich hatte vor Aufregung ziemlich schlecht geschlafen und die anderen Bewerber sahen genauso müde und gerädert aus. Wir wurden in einen Raum gebeten, wo uns kurz der weitere Tagesablauf mitgeteilt wurde. Dann ging es auch schon los.

Der Test lief komplett am Computer ab, man musste also auch mit einem PC umgehen können. Abgefragt wurden Grundkenntnisse in Mathematik, Deutsch, Logik und technischem Wissen: Zuerst mussten wir relativ einfache Figuren- und Wortreihen logisch fortführen, z. B. „schön verhält sich zu hässlich wie arm zu …“. Auch die Mathematikaufgaben waren eher leicht („Wenn 4 Leute für eine Aufgabe 10 Stunden brauchen, wie lange brauchen dann 2 Leute?“). Am Ende mussten wir in extrem kurzer Zeit einen Originaltext mit einer Abschrift vergleichen und in extrem kurzer Zeit alle Fehler markieren – ich habe nur die Hälfte geschafft.

Die Aufgaben waren zwar nicht besonders schwer, aber durch den Zeitdruck war ein fehlerfreies Arbeiten manchmal fast unmöglich. Ich hatte mich aber genau darauf vorbereitet und mir beim Üben zu Hause immer ein Zeitlimit gesetzt. Deshalb war der Stress kein großes Problem. Während die Tests ausgewertet wurden, befragte uns ein Feldwebel zu den Fragebögen, die wir am Abend vorher ausgefüllt hatten. Als wir dann wieder in den Raum kamen, wurden die Kandidaten genannt, die bestanden hatten und zum Sporttest antreten durften. Ich war dabei!

Sporttest

Am Tag darauf (nach einer weiteren Nacht in der Kaserne) habe ich erst in der Turnhalle gemerkt, wie viele den Intelligenztest nicht bestanden haben. Wir waren deutlich weniger als am Vortag! Und auch der Sporttest, der nun auf uns zu kam, war nicht gerade einfach. Man muss auf alle Fälle früh mit dem Training anfangen, sonst hat man keine Chance zu bestehen. Ich habe schon immer viel Sport gemacht, aber mein Training nach der Bundeswehr-Bewerbung noch verschärft. Dadurch hatte ich mehr als 6 Monate Vorbereitungszeit.

Zuerst mussten wir beim sogenannten Pendellauf zeigen, was in uns steckt und viermal hintereinander eine Strecke von neun Metern möglichst schnell und mit raschen Wendungen ablaufen.

Dann galt es möglichst viele Sit-Ups und sogenannte Bundeswehr-Liegestütze zu machen. Die Liegestütze sind nicht ohne: Die Ausgangstellung ist immer auf dem Boden liegend, mit den Händen auf dem Rücken. Wenn man sich hochstemmt, muss man einen Arm mit einer Hand berühren und dann wieder in die Ausgangsstellung zurückkommen. Den Weitsprung mussten wir aus der Hocke heraus springen und dabei als Mann auf mindestens 1,95 Meter kommen. Zum Glück hatte ich das gut geübt!

Zum Schluss ging es aufs Ergometer, wo jeder 14 Minuten strampeln musste. Wer in einer Übung nicht ganz so gut war und nur die Mindestanforderung (das entspricht einem Punkt und man benötigt mindestens sechs Punkte!) geschafft hatte, musste dafür in den anderen Übungen umso besser sein. Denn in jeder Übung nur die Mindestleistung zu bringen, genügt nicht, hat die Prüfungsaufsicht mehrmals betont.

Vorstellungsgespräch

Ich hatte den Sporttest mit genügend Punkten überstanden, musste nun aber noch zum Vorstellungsgespräch. Mich machte es besonders nervös, dass ein hochrangiger Offizier der Bundeswehr mit dabei saß und ziemlich genau gemustert hat, wie ich auftrete und was ich erzähle. Neben dem Offizier war auch noch ein Psychologe dabei. Der unterhielt sich mit mir über die Gründe, weshalb ich denn zur Bundeswehr will, was ich mir erhoffe, ob ich mir über die Risiken eines Auslandseinsatzes im Klaren wäre, ob und wann ich auf Menschen schießen würde usw. Außerdem wollte er wissen, wo die Bundeswehr überall im Einsatz ist und wie viele Soldaten es momentan gibt.

Ich war ziemlich stolz und erleichtert, als die Bundeswehr-Prüfer nach dem Vorstellungsgespräch sagten, dass ich angenommen wäre!

Ärztliche Untersuchung

Nun musste ich nur noch die ärztliche Untersuchung überstehen. Der Arzt stellte mir die verschiedensten Fragen zu möglichen Erkrankungen. Er fragte auch nach Krankheiten in meiner Familie, um mögliche Erbkrankheiten auszuschließen.

Anschließend standen ein Seh- und Hörtest, eine Blutdruckmessung und eine Urinprobe auf dem Programm. Ein bisschen Bammel hatte ich vor der Untersuchung am Körper, weil man darüber ja immer alle möglichen Horrorgeschichten hört – ist alles halb so schlimm! Das Ergebnis der ärztlichen Untersuchung war jedenfalls „voll tauglich“. Aber einmal fit sein reicht nicht, meinte der Arzt: Als Soldat gehören Training und Fitness zum Pflichtprogramm.

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