Erfahrungsbericht

Computergesteuerter Test Arbeitsagentur

Anfang des Monats stellte ich mich einem freiwilligen computergesteuerten Test bei der Arbeitsagentur in Karlsruhe. Dieser Test ist Teil der sogenannten „Kompetenzdiagnostik“ der Arbeitsagentur. Zu meinem Hintergrund: Ich bin arbeitssuchend, muss mich aus verschiedenen Gründen beruflich neu orientieren und hatte dem Test zugestimmt, um meine Chancen auf ein fundiertes Beratungsgespräch zu erhöhen.

Der Termin des Tests bei der Arbeitsagentur wurde mir zwei Wochen vorher mitgeteilt und ich paukte seitdem in jeder freien Minute. Ich bin Mitte 40 und aus dem Lernalltag schon sehr lange draußen. Wer braucht schon im Alltag Bruchrechnen oder Textaufgaben?!

Der Prüfungstag

Ich stehe diesen Prüfungen, in denen die Stressresistenz des Prüflings getestet wird, mit gemischten Gefühlen gegenüber – ich habe schon immer große Prüfungsangst gehabt. In der Führerscheinprüfung saß ich beispielsweise vor dem Bogen und wusste meine Postleitzahl nicht mehr.

Um 8:15 Uhr sollte es bei der Arbeitsagentur losgehen, ich war um 8 Uhr da. Es ist immer besser, ein wenig früher an Ort und Stelle zu sein. Zuerst wurde ein Bogen zum Unterschreiben ausgehändigt – darauf abgedruckt die Information, dass die Teilnahme freiwillig sei. Außerdem kam der Hinweis, dass die Testergebnisse in die Beratung einfließen und mit dem Berater besprochen werden. Wir waren ungefähr 25 Teilnehmer, die, nach Abgabe der Aufklärungsbögen, in einen Medienraum geführt wurden. Der Test fand nämlich am PC statt.

Die Leiterin stellte sich als Assistentin des berufspsychologischen Dienstes der Arbeitsagentur vor. Sie fragte, ob alle gesund und fit seien und ob jemand dabei sei, der noch nie mit dem PC gearbeitet habe. Es war keiner dabei. Die Prüferin gab uns eine Einweisung zur Bedienung des PCs. Für geübte Computernutzer war das vielleicht ein bisschen nervig, für Ungeübte aber sinnvoll. Bei mir verflüchtigte sich die Anspannung ein wenig.

Der Test gliederte sich in drei Aufgabenbereiche und dauerte eine Stunde. Zu jedem Aufgabentyp gab es Beispielaufgaben, mit denen vorher geübt werden konnte. Diese Übungen flossen nicht in die Bewertung ein. Dann ging es mit dem richtigen Test los. Am Bildschirm waren zwei Zeitanzeige-Balken und die Information zu sehen, wie viele Aufgaben noch übrig waren. Abgefragt wurden logisches Denken, Sprachverständnis und Mathematik.

Logisches Denken

Im Logikteil waren in jeder Aufgabe 8 Figuren abgebildet. Aus einer Auswahlliste galt es, eine Figur anzuklicken, die die Figurenreihe logisch fortsetzt. Insgesamt waren es 15 Aufgaben, für jede Aufgabe hatte man drei Minuten Zeit.

Sprachverständnis

Das Sprachverständnis wurde ausschließlich durch Zuordnungen getestet: „Hügel“ verhält sich zu „Berg“ wie „Fluss“ zu …? Zur Auswahl standen jeweils fünf Begriffe. Es waren etwa 20 Fragen, auch hier hatte man drei Minuten Bearbeitungszeit pro Aufgabe.

Mathematik

Mit Mathe ist das bei mir so eine Sache, aber die 15 Textaufgaben waren alle leichter, als ich befürchtet hatte. Auch in diesem Testbereich hatte man pro Aufgabe drei Minuten Zeit. Es kamen Addition, Dreisatz, Prozentrechnen, Subtraktion und Multiplikation bei einer Flächenberechnung (Länge mal Breite) dran. Bei einer Aufgabe sollten außerdem zwei Brüche addiert werden. Zinsrechnung, Kettenaufgaben, Schätzaufgaben oder Symbolrechnung kamen nicht dran. Ich empfehle, die Kommaverschiebung beim Umrechnen von Zentimetern in Meter und das Dividieren zu üben.

Den Test hatte ich mir schwerer vorgestellt, wobei dieser Arbeitsagentur-Test vermutlich nicht mit den Tests vergleichbar ist, die in Auswahlverfahren angewandt werden. Da war der Vorauswahltest für eine Stelle bei der Stadt Karlsruhe ein anderes Kaliber. Auf jeden Fall ist es sinnvoll, sich mit den Aufgaben vertraut zu machen und vorher zu lernen. Ein kleiner Tipp für den Matheteil: Lernt die Quadratzahlen von 11 bis 25 auswendig! Ich habe sie mir auf einen Zettel geschrieben, der zwei Wochen lang mein ständiger Begleiter war. Bei der Arbeitsagentur war es zwar nicht so wichtig, weil man dort genug Zeit zur Bearbeitung hat. Aber zu erkennen, dass 196 die Quadratzahl von 14 ist, hat mir beim Rechnen eine Menge Zeit gespart.

Und was stelle ich nun mit dem ganzen Wissen an, das ich mir 14 Tage in den Schädel gehämmert habe? Man lernt fürs Leben. Und sei es nur, um dem Prüfungsbammel ein ganz elegantes Schnippchen zu schlagen.

Allen Prüflingen und Stellensuchenden drücke ich die Daumen!

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