Erfahrungsbericht Bundeswehr – Feldwebel im allgemeinen Fachdienst

Ich habe mich für eine Laufbahn als Feldwebel im allgemeinen Fachdienst bei der Bundeswehr beworben. Leider hat sich dieser Wunsch am Ende nicht erfüllt, aber mir wurde eine Alternative angeboten, und ich kann nach wie vor mein Ziel erreichen!

Computertest

Im Computertest wurde zuerst die deutsche Rechtschreibung geprüft. Dazu wurden mehrere Möglichkeiten angezeigt, ein Wort zu schreiben, und die richtige Schreibweise musste man anklicken. Danach kam ein Englischteil dran. Vorgegeben waren mehrere Fragen mit den dazugehörigen Antworten, denen jeweils ein Wort fehlte, das man unter den Lösungsvorschlägen herausfinden sollte. Anschließend ging es in Mathe um die Anwendung von Rechenregeln. Für jede einzelne Aufgabe in diesem Abschnitt gab es eine Zeitvorgabe von 3 Minuten.

Der nächste Teil war ein Konzentrationstest. Dabei mussten wir mit Symbolen rechnen, das heißt Symbole zu Zahlen zuordnen und diese dann addieren. Davon gab es ca. 60 Aufgaben, für jede einzelne hatte man 60 sec Zeit. Anschließend sollte man bei einem Reaktionstest die Position und die Ausrichtung von 2 Pfeilen wiedergeben. Hier musste man sehr schnell sein, denn für jede Aufgabe hatte man nur 3 sec Zeit.

Zum Schluss kamen dann noch viele Fragen zur politischen bzw. persönlichen Einstellung, die man mit „trifft zu“ oder „trifft nicht zu“ beantworten musste.

Der Computertest dauerte insgesamt ungefähr 2–2,5 Stunden, was sich nicht viel anhört, aber sehr anstrengend war. Hilfreich: Man konnte zu jeder Aufgabe zuerst zwei Beispielaufgaben bearbeiten, und wenn man falsch geantwortet hat, wurde der Lösungsweg noch einmal genauer erklärt. Außerdem hat einem die Testaufsicht hin und wieder „kleine“ Tipps gegeben.

Ärztliche Untersuchung

Die ärztliche Untersuchung musste jeder durchlaufen. Wegen der langen Wartezeiten hat sie sehr lange gedauert. Der erste Teil der Untersuchung bestand aus einem Sehtest, einem Hörtest und einem Drogentest, durchgeführt von den Assistenten. Dann wurde man zum Arzt hereingerufen. Der hat viele Fragen zur eigenen Krankheitsgeschichte und zu Gesundheitsproblemen in der Familie gestellt (Eltern, Geschwister und Großeltern). Außerdem hat er sich die Unterlagen angeschaut, die man mitbringen sollte (stand in der Einladung). Danach wurde man vom Arzt noch einmal untersucht. Alles, was gesundheitlich nicht so „ok“ war (z B. Allergien, Knieprobleme ...), wurde aufgeschrieben. Am Ende erfuhr man seinen Tauglichkeitsgrad (von T0–T5) und für welche Verwendungen man geeignet ist.

Sporttest

Der Sporttest beinhaltete 5 Disziplinen: 4 x 9m-Pendellauf, Sit-ups, Liegestütze, Standweitsprung und 12-min-Ausdauerlauf. Jede Disziplin musste man mit mindestens 1 Punkt abschließen. Wenn man eine Disziplin mit 0 Punkten abgeschlossen hat, durfte man die folgenden Disziplinen zwar noch absolvieren, war aber durchgefallen. Beim Pendellauf hatte man 2 Versuche, beim Standweitsprung 3 Versuche, bei den Sit-ups, den Liegestützen und beim Ausdauerlauf nur einen Versuch.

Der gesamte Sporttest dauerte „nur“ 1 Stunde, war aber sehr intensiv, weil man jede Übung schnell hintereinander weg bewältigen musste. Wenn man nicht auf die Anweisungen der Prüfer geachtet hat, konnte einem viel Zeit verloren gehen. Außerdem war Teamgeist gefordert. Es wurde sehr stark darauf geachtet, dass man seine Mitbewerber anfeuert und unterstützt!

Der Sporttest ist übrigens der einzige Test, den man nachholen kann.

Interview (Vorstellungsgespräch)

Nachdem man die ersten 3 Tests hinter sich gebracht hatte, wurde man zum Interview geführt. Dabei war auch ein Psychologe, der während des Gesprächs Protokoll geführt hat. Sein Urteil zu den Antworten und zum Verhalten war mit ausschlaggebend dafür, welche Laufbahn einem im Anschluss mitgeteilt wurde!

Im Vorstellungsgespräch musste man viel über sich selbst erzählen. Die Interviewer wollten wissen, wer da vor ihnen sitzt, welche Ziele man verfolgt, warum man zur Bundeswehr möchte, ob man die Risiken möglicher Auslandseinsätze kennt und ob man mit der Familie darüber geredet hat. Auch der Psychologe hat Fragen gestellt, unter anderem zum Computertest. Er wollte genauer wissen, warum ich bei manchen Fragen „trifft zu“ oder „trifft nicht zu“ geantwortet hatte. Weil es so viele Fragen gab, hatte ich mich im Test manchmal verlesen und aus Versehen die für mich persönlich falsche Antwort angekreuzt, das wollte der Psychologe im Interview aufklären.

Zum Schluss musste man für eine kurze Zeit raus aus dem Zimmer. Nach einer kurzen Wartezeit wurde man wieder hereingebeten und darüber aufgeklärt, für welche Laufbahn man am ehesten infrage kommen würde. Man musste sich entscheiden, ob man diese Vorgabe annimmt oder nicht. Wer sie angenommen hat, wurde zum Einplaner geschickt, der alles Weitere geklärt hat, zum Beispiel wo man stationiert wird. Wenn möglich, werden die Wünsche der Bewerber berücksichtigt, hieß es.

Die Prüfer und auch die anderen Ansprechpersonen waren sehr nett und hilfsbereit. Man hat sich wirklich geborgen gefühlt und vor allem auch nicht allein. Wenn man Fragen hatte, war immer jemand da, zu den man gehen konnte. Sogar die am Testort stationierten Soldaten haben einen aufgenommen und akzeptiert.

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