Erfahrungsbericht Restaurantfachmann: Eignungstest und Vorstellungsgespräch

Ich habe schon eine abgeschlossene Berufsausbildung, bin aber seit einiger Zeit arbeitslos. Nun möchte ich mich zum Restaurantfachmann umschulen lassen. Mein Traum ist es, Barmeister zu werden, und dafür braucht man Berufserfahrung und eine grundlegende Ausbildung im Gastgewerbe. Für die Ausbildung zum Restaurantfachmann habe ich mich entschieden, weil der Beruf sehr vielfältig ist. Man lernt von der Küche über Bar und Theke viele unterschiedliche Bereiche kennen.

Mein Bewerbungsverfahren verlief gewissermaßen „doppelt gemoppelt“. Zuerst habe ich einen Eignungstest bei der Agentur für Arbeit gemacht, in dem geprüft wurde, ob ich für den Beruf des Restaurantfachmanns geeignet bin. Im Erfolgsfall bestand die Chance auf einen Bildungsgutschein, wodurch die Arbeitsagentur die Umschulungskosten übernimmt. Der zweite Teil des Bewerbungsverfahrens bestand dann aus meinem Vorstellungsgespräch beim Ausbildungsbetrieb.

Der Eignungstest im Jobcenter

Der Eignungstest – durchgeführt am Computer – fand im Jobcenter bei uns im Ort statt. Dabei saß ich mit mehreren anderen Kandidaten zusammen in einem Raum. Alle waren ziemlich aufgeregt, was zu einer entsprechend angespannten Stimmung führte. Es herrschte absolutes Schweigen.

Zu bearbeiten waren ungefähr 15 Aufgabengruppen, für die man zwischen 5 und 15 Minuten Bearbeitungszeit zur Verfügung hatte. Jedes Mal fingen die Aufgaben sehr einfach an und wurden allmählich immer schwerer. Wenn man wollte, konnte man innerhalb einer Gruppe zwischen den einzelnen Aufgaben hin und her klicken und seine Antworten nachträglich noch einmal korrigieren. Nachdem die Bearbeitungszeit für eine Aufgabengruppe abgelaufen war, hat der Prüfer des Jobcenters zur nächsten Gruppe weitergeleitet.

Allgemeines Denkvermögen

Im Bereich allgemeines Denkvermögen wurden Aufgaben zum räumlichen, visuellen und logischen Denkvermögen sowie zur Kreativität gestellt. Einmal musste man Wortanalogien vervollständigen, indem man zu drei auf dem Monitor angezeigten Wörtern per Mausklick ein viertes hinzufügte. Das hinzugefügte Wort sollte sich so zum dritten Wort verhalten wie das zweite Wort zum ersten. Ein Beispiel: „‚dick' verhält sich zu ‚dünn' wie ‚lang' zu ...?“ (Die richtige Lösung war „kurz“.)

Mathematik

Der Matheteil war sehr umfangreich. Es ging unter anderem um Bruchrechnungen, Additionen, Subtraktionen, Prozentrechnungen und um Rechnungen mit Dreisatz. Darüber hinaus mussten wir Zahlenreihen fortsetzen.

Allgemeinwissen

Im Bereich Allgemeinwissen wurden verschiedene Themengebiete querbeet abgefragt. Im Geografieteil musste man zum Beispiel die Hauptstädte verschiedener Länder erkennen. An anderer Stelle sollten wir die Bedeutung von Abkürzungen wiedergeben (Frage: „Wofür steht die Abkürzung ‚www'?“ – Antwort: „world wide web“).

Sprachkenntnisse

In der Kategorie „Sprache“ kann ich mich noch gut ans Thema „Oberbegriffe“ erinnern: Ein Wort war vorgegeben (zum Beispiel „Juwel“). Aus einer Liste von fünf Wörtern („Kalorie“, „Schmuckstück“, „Detail“, „Freude“, „Masse“) musste man den richtigen Oberbegriff (hier: „Schmuckstück“) auswählen. Außerdem wurden die Rechtschreibkenntnisse und die Fremdsprachenkenntnisse in Englisch überprüft.

Das Ende vom Lied: Ich habe den Eignungstest bestanden und konnte somit auch den erhofften Bildungsgutschein ergattern. Danach habe ich mich um eine passende Ausbildungsstelle zum Restaurantfachmann gekümmert.

Die Bewerbung

Beworben habe ich mich bei einer internationalen Hotelkette. Die Unterlagen konnte man entweder per E-Mail oder Post einreichen – ich habe mich für die kostengünstigere Variante per E-Mail entschieden. Den Lebenslauf habe ich mithilfe der Vorlage vom Europäischen Bildungspass (Europass) angefertigt: Der Europass dient dazu, Lebensläufe und Zeugnisse europaweit zu vereinheitlichen und sie dadurch vergleichbar zu machen. Diese Lebenslauf-Form ist sehr übersichtlich, sodass der Ausbildungsbetrieb detaillierte Informationen über einen Bewerber schnell und einfach finden kann. Das Bewerbungsschreiben und das Bewerbungsfoto durften natürlich nicht fehlen.

Mit meiner Bewerbung scheine ich einen ganz guten Eindruck bei den Personalern hinterlassen zu haben: Einige Zeit später hatte ich eine Einladung zum Vorstellungsgespräch in der Hand.

Das Bewerbungsgespräch

Das Vorstellungsgespräch bei der Hotelkette war sehr umfangreich. Ich wurde mit vielen Fragen im Zusammenhang mit meiner Bewerbung zur Ausbildung zum Restaurantfachmann konfrontiert. Die Personaler wollten unter anderem wissen: „Welche Berufserfahrungen haben Sie?“ „Was möchten Sie nach Ihrer Ausbildung machen?“ „Wie sind Sie auf die Ausbildung zum Restaurantfachmann gekommen?“ Auf die letzte Frage habe ich geantwortet, dass ich schon seit einiger Zeit in der Gastronomie aushelfe und mir die Arbeit sehr gefällt. Außerdem habe ich meinen Traumberuf Barmeister erwähnt. Später wurde ich noch gefragt, ob ich die verschiedenen Bereiche eines Restaurants kennen würde. Hier konnte ich meine bisher gesammelten Erfahrungen in den Bereichen Küche, Bar, Logistik, Hygiene und Gästebetreuung unterbringen. Das Gespräch lief insgesamt sehr gut, eine endgültige Antwort habe ich aber bis jetzt noch nicht.


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