Erfahrungsbericht Verwaltungslehrgang I (öffentlicher Dienst)

Mitte März habe ich die Aufnahmeprüfung für den sogenannten Verwaltungslehrgang I abgelegt. Der Verwaltungslehrgang I ist eine Fortbildung für Verwaltungsangestellte, die noch keine verwaltungstechnische Ausbildung besitzen. Der Lehrgang gibt einem die Möglichkeit, nach der Abschlussprüfung Verwaltungsfachangestellte zu werden und generell höher gestellte Aufgaben zu übernehmen. Der Verwaltungslehrgang geht berufsbegleitend über zwei Jahre, 3 Stunden pro Woche.

Die Aufnahmeprüfung fand im Bildungsinstitut der örtlichen Verwaltung statt und dauerte 60 Minuten.

Aufnahmeprüfung Teil I: Konzentrationsaufgabe

Zu Beginn bekamen wir eine Konzentrationsaufgabe auf einer DIN-A4-Doppelseite. Auf der linken Seite des Bogens standen etliche Reihen mit Namen, Adressen und Telefonnummern. Auf der rechten Seite war das Gleiche noch einmal abgedruckt – allerdings mit einigen Druckfehlern: Mal war ein Buchstabe gespiegelt oder falsch, mal hat eine Zahl gefehlt und so weiter. Wir mussten nun alle Fehler auf der rechten Seite unterstreichen, zählen und die Anzahl vorne auf das ausgeteilte Blatt schreiben. Für die Konzentrationsaufgabe hatte man 10 Minuten Zeit, der Prüfer hat ganz genau auf die Uhr geschaut. Nachdem ihn einer von uns darum gebeten hatte, hat er sogar netterweise zwei Minuten vor Ablauf der Zeit Bescheid gesagt. So wusste man, dass es langsam Zeit wird, die Fehler zu zählen und aufzuschreiben. Am Ende wurde der Bogen wieder eingesammelt.

Ich habe um die 38 Fehler gefunden, bin aber nicht ganz fertig geworden. Allerdings wurde uns schon vor Beginn der Aufnahmeprüfung gesagt, dass die Konzentrationsaufgabe in 10 Minuten nicht zu schaffen wäre.

Aufnahmeprüfung Teil II

Direkt im Anschluss wurde uns der nächste Testteil ausgeteilt, diesmal waren es 8 DIN-A4-Seiten. Dafür hatten wir 50 Minuten Zeit, die wir uns frei einteilen durften. Hin- und Herblättern war erlaubt, wir mussten die Aufgaben also nicht der Reihe nach bearbeiten. Die Matheaufgaben waren ohne Taschenrechner zu lösen, aber wir durften auf einem Schmierzettel Nebenrechnungen machen.

Fehlende Zahl berechnen

Hier waren vier Rechnungen vorgegeben, bei denen immer jeweils eine Zahl fehlte. Vom Aufbau her sahen die Aufgaben etwa so aus: 3 × ? = 12. In die Leerstelle wäre hier die Zahl 4 als Lösung einzutragen. Allerdings waren die Werte im Test viel größer, einige hatten vier oder fünf Stellen.

Textaufgaben

Es wurden ungefähr fünf Textaufgaben gestellt, die man per Dreisatz lösen konnte. Dabei mussten auch Maße umgerechnet werden. Ein Beispiel: Klaus rennt 11,5 Kilometer in 1,5 Stunden. Wie viel Meter rennt er in einer Stunde?

Zahlenreihen und Matrizen

Bei drei Zahlenreihen musste jeweils die letzte Zahl sinnvoll ergänzt werden. Außerdem gab es zwei Zahlenmatrizen: Sie bestanden aus einer 4×4-Felder-Tabelle, in der 15 Zahlen nach einer unbekannten Regel angeordnet waren. Diese Regel musste man herausfinden und die fehlende 16. Zahl bestimmen.

Staatsbürgerkunde

Dieser Testbereich war in zwei Teile unterteilt. Der erste Teil bestand aus fünf Fragen mit jeweils drei Multiple-Choice-Antwortmöglichkeiten. An die Fragen kann ich mich noch gut erinnern: Welcher ist ein real existierender Stadtbezirk? Was sind die Aufgaben des Stadtrats? Wen wähle ich mit der Zweitstimme? Wer ist der regierende Bürgermeister? Wo sitzt der Landrat?

Der zweite Teil der Staatsbürgerkunde bestand darin, Antworten frei zu verfassen. Zunächst wurde gefragt, wie die drei Stadtstaaten heißen. Die Namen sollte man in leere Textblöcke eintragen. Die nächste Frage musste etwas ausführlicher beantwortet werden: Was ist die absolute Mehrheit?

Organisationsfähigkeit

Die Seite mit der Organisationsaufgabe war in zwei Spalten unterteilt. In der linken Spalte stand die Aufgabenstellung: Claudia soll in der Zeit von Montag bis Samstag für eine Prüfung lernen. Dabei muss sie sich auf 18 Aufgaben vorbereiten – für jede Aufgabe ist unterschiedlich viel Zeit nötig. Für Aufgabe 2 waren zum Beispiel 2:45 Minuten vorgesehen, für Aufgabe 1 1:35 Minuten und so weiter. An jedem Wochentag hatte sie allerdings nur einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung – etwa montags von 7:45 bis 8:15 Uhr, dienstags von 8:15 bis 12 Uhr. Nun sollte man jede Lerneinheit in der rechten Spalte so auf die Wochentage verteilen, dass keine Aufgabe übrig bleibt.

Diese Aufgabe war ziemlich kniffelig, man musste sich sehr konzentrieren. Eine Kollegin sagte mir, dass die Organisationsaufgabe im letzten Jahr sehr ähnlich gewesen war. Damals mussten Schulfächer mit unterschiedlicher Unterrichtsdauer auf die Wochentage verteilt werden.

Ich habe leider noch keine Rückmeldung zum Testergebnis. Man bekommt auch nur mitgeteilt, ob man bestanden hat oder nicht. Die Auswertung macht eine externe Firma.


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