In diesem Abschnitt erfährst du, wie du mit dem Kalkulationszuschlag und dem Kalkulationsfaktor Verkaufspreise für Waren schneller berechnen kannst. Beide Verfahren bauen auf der Vorwärtskalkulation auf und vereinfachen die Berechnung des Verkaufspreises. Dabei werden die Handlungskosten, der Gewinn und die Umsatzsteuer berücksichtigt. Besonders im Handel werden diese Verfahren genutzt, um Preise für ähnliche Produkte effizient zu kalkulieren. Für deine Ausbildung im Bereich Rechnungswesen sind beide Methoden wichtige Bestandteile der Kalkulation.
Inhalte:
Was ist der Kalkulationszuschlag?
Handelsunternehmen kaufen Waren ein und verkaufen diese anschließend mit einem Gewinn weiter. Damit ein angemessener Verkaufspreis festgelegt werden kann, müssen verschiedene Kosten berücksichtigt werden.
Ausgehend vom Bezugspreis werden bei der Vorwärtskalkulation zunächst die Handlungskosten und anschließend der Gewinn berücksichtigt. Danach wird die Umsatzsteuer ergänzt, um den Bruttoverkaufspreis zu erhalten.
Da diese Berechnung bei vielen Produkten sehr aufwendig sein kann, bietet der Kalkulationszuschlag eine einfachere Möglichkeit. Dabei werden Handlungskosten und Gewinn in einem gemeinsamen Prozentsatz zusammengefasst.
Der Kalkulationszuschlag zeigt, welcher Prozentsatz auf den Bezugspreis aufgeschlagen werden muss, um den Nettoverkaufspreis zu erhalten.
Berechnung des Kalkulationszuschlags
Der Kalkulationszuschlag wird berechnet, indem die Differenz zwischen Nettoverkaufspreis und Bezugspreis ins Verhältnis zum Bezugspreis gesetzt wird.
Die Formel lautet:
Kalkulationszuschlag = (Nettoverkaufspreis - Bezugspreis) ÷ Bezugspreis × 100
Beispiel:
Ein Computer wird für 510 € eingekauft. Der berechnete Nettoverkaufspreis beträgt 729,30 €.
Zuerst wird die Differenz berechnet:
729,30 € - 510 € = 219,30 €
Dieser Betrag entspricht der Summe aus Handlungskosten und Gewinn.
Anschließend wird der Betrag ins Verhältnis zum Bezugspreis gesetzt:
219,30 € ÷ 510 € × 100 = 43 %
Der Kalkulationszuschlag beträgt somit 43 %.
Das bedeutet: Zum Bezugspreis müssen 43 % aufgeschlagen werden, um den gewünschten Nettoverkaufspreis zu erreichen.
Was ist der Kalkulationsfaktor?
Der Kalkulationsfaktor ermöglicht ebenfalls eine schnelle Berechnung des Nettoverkaufspreises. Er gibt an, mit welchem Faktor der Bezugspreis multipliziert werden muss.
Die Formel lautet:
Kalkulationsfaktor = Nettoverkaufspreis ÷ Bezugspreis
Im Beispiel ergibt sich:
729,30 € ÷ 510 € = 1,43
Der Kalkulationsfaktor beträgt somit 1,43.
Wird der Bezugspreis mit dem Kalkulationsfaktor multipliziert, erhält man den Nettoverkaufspreis:
510 € × 1,43 = 729,30 €
Der Kalkulationsfaktor fasst damit die Aufschläge für Handlungskosten und Gewinn in einer einzigen Zahl zusammen.
Anwendung des Kalkulationsfaktors in der Praxis
Der Vorteil des Kalkulationsfaktors besteht darin, dass er auch für andere ähnliche Produkte verwendet werden kann.
Wenn der Lieferant beispielsweise den ursprünglichen Computer nicht mehr für 510 €, sondern für 800 € anbietet, kann der Nettoverkaufspreis schnell berechnet werden:
800 € × 1,43 = 1.144 €
Der Computer müsste also zu einem Nettoverkaufspreis von 1.144 € verkauft werden, damit die kalkulierten Handlungskosten und der gewünschte Gewinn weiterhin berücksichtigt werden.
Unterschied zwischen Kalkulationszuschlag und Kalkulationsfaktor
Beide Verfahren verfolgen das gleiche Ziel: Sie ermöglichen eine schnelle Berechnung des Verkaufspreises ausgehend vom Bezugspreis.
Der Unterschied liegt in der Berechnung:
Der Kalkulationszuschlag wird als Prozentsatz angegeben.
Der Kalkulationsfaktor wird als Multiplikationszahl verwendet.
Der Kalkulationszuschlag zeigt also, wie viel Prozent zum Bezugspreis hinzugerechnet werden müssen. Der Kalkulationsfaktor zeigt dagegen direkt, mit welcher Zahl der Bezugspreis multipliziert werden muss.
Grenzen der Anwendung
Der Kalkulationszuschlag und der Kalkulationsfaktor können nicht beliebig für alle Produkte verwendet werden. Beide Verfahren funktionieren nur bei gleichen oder sehr ähnlichen Produkten.
Ein Kalkulationszuschlag für eine bestimmte Warengruppe kann beispielsweise nicht automatisch auf eine andere Warengruppe übertragen werden. Die Kostenstrukturen können sich deutlich unterscheiden.
In der Praxis werden deshalb häufig eigene Kalkulationsfaktoren und Kalkulationszuschläge für verschiedene Warengruppen verwendet. Da sich Kosten wie Mieten, Personalkosten oder andere Handlungskosten verändern können, sollten die Werte regelmäßig überprüft und angepasst werden.
Zusammenfassung
Die Vorwärtskalkulation kann genutzt werden, um den Verkaufspreis einer Ware zu berechnen.
Mit dem Kalkulationszuschlag und dem Kalkulationsfaktor kann die Berechnung schneller durchgeführt werden.
Der Kalkulationszuschlag gibt den prozentualen Aufschlag auf den Bezugspreis an.
Der Kalkulationsfaktor zeigt, mit welchem Wert der Bezugspreis multipliziert werden muss.
Beide Verfahren eignen sich nur für gleiche oder ähnliche Produkte mit vergleichbarer Kostenstruktur.
Beispielaufgaben
Es liegen folgende Zahlen aus dem Rechnungswesen vor:
Bezugspreis: 510 €
Nettoverkaufspreis: 729,30 €
Wie lautet der Kalkulationszuschlag?
Antwortmöglichkeiten
A. Der Kalkulationszuschlag beträgt 41 %.
B. Der Kalkulationszuschlag beträgt 46 %.
C. Der Kalkulationszuschlag beträgt 43 %.
D. Der Kalkulationszuschlag beträgt 32 %.
E. Der Kalkulationszuschlag beträgt 21 %.
Es liegen folgende Zahlen aus dem Rechnungswesen vor:
Bezugspreis: 510 €
Nettoverkaufspreis: 729,30 €
Wie lautet der Kalkulationsfaktor?
Antwortmöglichkeiten
A. Der Kalkulationsfaktor lautet 1,23.
B. Der Kalkulationsfaktor lautet 1,67.
C. Der Kalkulationsfaktor lautet 1,73.
D. Der Kalkulationsfaktor lautet 1,43.
E. Der Kalkulationsfaktor lautet 1,50.
Wie kann der Kalkulationsfaktor einfach und schnell berechnet werden?
Antwortmöglichkeiten
A. Der Kalkulationsfaktor lässt sich ganz einfach berechnen, indem der Nettoverkaufspreis durch die Selbstkosten geteilt wird.
B. Der Kalkulationsfaktor lässt sich ganz einfach berechnen, indem der Bezugspreis durch den Nettoverkaufspreis geteilt wird.
C. Der Kalkulationsfaktor lässt sich ganz einfach berechnen, indem der Nettoverkaufspreis durch den Bezugspreis geteilt wird.
D. Der Kalkulationsfaktor lässt sich ganz einfach berechnen, indem der Nettoverkaufspreis durch die Handlungskosten geteilt wird.
E. Der Kalkulationsfaktor lässt sich ganz einfach berechnen, indem der Bruttoverkaufspreis durch den Bezugspreis geteilt wird.
Welche Aussagen zum Kalkulationsfaktor und Kalkulationszuschlag sind richtig?
Antwortmöglichkeiten
A. Mithilfe des Kalkulationsfaktors oder des Kalkulationszuschlags lässt sich der Nettoverkaufspreis einer Ware schnell und einfach berechnen.
B. Sowohl der Kalkulationszuschlagsatz als auch der Kalkulationsfaktor funktionieren nur bei sehr ähnlichen oder gleichen Produkten.
C. Kalkulationsfaktor und Kalkulationszuschlag sind nur dann anwendbar, wenn ähnliche oder gleiche Produkte verkauft werden.
D. Der Kalkulationszuschlag drückt quasi die Differenz zwischen dem Nettoverkaufspreis und dem Bezugspreis einer Ware in Prozent aus.
E. Sowohl beim Kalkulationsfaktor als auch beim Kalkulationszuschlag sind die berechneten Kalkulationsfaktoren und -zuschläge regelmäßig zu prüfen, da sich die Handlungskosten im Laufe der Zeit auch verändern können.
Es liegen folgende Zahlen aus dem Rechnungswesen vor:
Bezugspreis einer Ware: 510 €
Handlungskosten: 10 % vom Bezugspreis
Gewinnzuschlag: 30 % vom Selbstkostenpreis
Wie lautet der Nettoverkaufspreis?
Antwortmöglichkeiten
A. Der Nettoverkaufspreis beträgt 714,30 €.
B. Der Nettoverkaufspreis beträgt 561 €.
C. Der Nettoverkaufspreis beträgt 749,90 €.
D. Der Nettoverkaufspreis beträgt 729,30 €.
E. Der Nettoverkaufspreis beträgt 832,90 €.








