Kosten- und Leistungsrechnung: Grundlagen der Plankostenrechnung

Die Plankostenrechnung beschäftigt sich mit den Kosten, die für eine zukünftige Periode erwartet oder vorgegeben werden. Mithilfe eines Soll-Ist-Vergleichs wird später geprüft, ob die geplanten Kosten eingehalten oder überschritten wurden. Treten Abweichungen auf, werden deren Höhe und mögliche Ursachen untersucht. Dadurch unterstützt die Plankostenrechnung insbesondere die Kostenkontrolle in einzelnen Kostenstellen und Betriebsbereichen. Sie ist außerdem ein wichtiges Thema im Rechnungswesen und kann dir auch in Prüfungen begegnen.

Was ist die Plankostenrechnung?

Die Plankostenrechnung versucht, auf Grundlage vergangener Erfahrungen und erwarteter Entwicklungen Kostenvorgaben für die Zukunft zu erstellen. Beispielsweise können im aktuellen Geschäftsjahr bereits die Plankosten für das kommende Geschäftsjahr festgelegt werden.

Die Plankostenrechnung ist damit zukunftsorientiert. Sie arbeitet mit geplanten beziehungsweise vorgegebenen Kosten. Die Istkostenrechnung betrachtet dagegen die tatsächlich angefallenen Kosten einer vergangenen Abrechnungsperiode.

Ein wichtiges Ziel der Plankostenrechnung ist der Vergleich zwischen geplanten und tatsächlich angefallenen Kosten:

Plankosten bzw. Sollkosten ↔ Istkosten

Entstehen Abweichungen, werden diese anschließend analysiert.

Planbeschäftigung als Grundlage der Plankostenrechnung

Neben den geplanten Kosten muss auch festgelegt werden, für welche Beschäftigung diese Kosten gelten sollen. Diese geplante Beschäftigung wird als Planbeschäftigung bezeichnet.

Die Planbeschäftigung ist die für eine zukünftige Periode erwartete beziehungsweise geplante Produktions- oder Leistungsmenge.

Als Bezugsgröße können beispielsweise dienen:

• produzierte Stückzahlen
• Fertigungsstunden
• Maschinenstunden
• andere geeignete Leistungsgrößen

Wie hoch die Planbeschäftigung angesetzt wird, hängt unter anderem von der vorhandenen Produktionskapazität sowie von der Beschaffungs- und Absatzsituation ab.

Ein Unternehmen kann beispielsweise planen, im kommenden Monat 10.000 Stück eines Produktes herzustellen. Diese Menge bildet dann die Planbeschäftigung für die Kostenplanung.

Soll-Ist-Vergleich und Abweichungsanalyse

Mit der Plankostenrechnung lassen sich Zielwerte für einzelne Kostenstellen festlegen. Für eine Kostenstelle wie das Lager, die Fertigung oder die Verwaltung kann beispielsweise vorgegeben werden, welche Kosten bei einer bestimmten Beschäftigung entstehen sollen.

Nach Ablauf der Periode werden die geplanten Werte mit den tatsächlich entstandenen Kosten verglichen. Stimmen Soll- und Istwerte nicht überein, liegt eine Kostenabweichung vor.

Mögliche Ursachen sind beispielsweise:

• veränderte Preise
• ein höherer oder niedrigerer Materialverbrauch
• Abweichungen bei der Beschäftigung
• Wechselkursschwankungen

Dabei ist wichtig, wer die jeweilige Abweichung beeinflussen kann. Ein Kostenstellenleiter sollte beispielsweise für einen überhöhten Materialverbrauch verantwortlich gemacht werden können, wenn dieser in seinem Verantwortungsbereich entstanden ist. Preisänderungen beim Einkauf von Materialien liegen dagegen häufig außerhalb seines direkten Einflusses.

Starre Plankostenrechnung

Bei der Plankostenrechnung wird grundsätzlich zwischen der starren und der flexiblen Plankostenrechnung unterschieden.

Bei der starren Plankostenrechnung werden die Plankosten für eine bestimmte Planbeschäftigung festgelegt. Ändert sich die tatsächliche Beschäftigung, werden diese Kosten nicht entsprechend angepasst.

Beispiel:

Ein Unternehmen plant eine Produktion von 10.000 Stück und dafür Kosten von 100.000 €. Tatsächlich werden nur 8.000 Stück hergestellt. Bei der starren Plankostenrechnung werden die 100.000 € Plankosten trotzdem unverändert als Vergleichswert verwendet.

Beschäftigungsschwankungen bleiben damit unberücksichtigt. Auch eine Trennung zwischen fixen und variablen Kosten findet bei der starren Plankostenrechnung nicht statt.

Dadurch ist ihre Aussagekraft für eine genaue Kostenkontrolle begrenzt. Kostenabweichungen können nicht eindeutig darauf zurückgeführt werden, ob sie durch eine veränderte Beschäftigung oder beispielsweise durch einen höheren Verbrauch entstanden sind.

Flexible Plankostenrechnung

Die flexible Plankostenrechnung berücksichtigt im Gegensatz zur starren Plankostenrechnung die tatsächlich erreichte Beschäftigung.

Die ursprünglich für die Planbeschäftigung festgelegten Kosten werden deshalb an die Istbeschäftigung angepasst. Dadurch entstehen die sogenannten Sollkosten.

Das bedeutet:

Sollkosten = Kosten, die bei der tatsächlichen Beschäftigung planmäßig hätten entstehen dürfen

Dafür müssen die Kosten danach unterschieden werden, wie sie auf Beschäftigungsänderungen reagieren. Variable Kosten verändern sich mit der Beschäftigung, während fixe Kosten innerhalb eines bestimmten Beschäftigungsbereichs grundsätzlich unverändert bleiben.

Die flexible Plankostenrechnung ermöglicht dadurch eine deutlich genauere Kostenkontrolle. Unter anderem können Abweichungen untersucht werden, die durch eine andere Beschäftigung oder durch einen abweichenden Verbrauch entstanden sind.

Starre und flexible Plankostenrechnung im Vergleich

Merkmal Starre Plankostenrechnung Flexible Plankostenrechnung
Berücksichtigung der Istbeschäftigung Nein Ja
Anpassung der Plankosten Nein Ja
Trennung fixer und variabler Kosten Nein Ja
Aussagekraft der Kostenkontrolle eher gering höher
Analyse von Beschäftigungsabweichungen nur eingeschränkt möglich möglich

Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass die flexible Plankostenrechnung die tatsächliche Beschäftigung berücksichtigt. Dadurch können Kostenabweichungen genauer beurteilt werden.

Flexible Plankostenrechnung auf Vollkostenbasis

Die flexible Plankostenrechnung kann auf Vollkostenbasis oder auf Teilkostenbasis durchgeführt werden.

Bei der flexiblen Plankostenrechnung auf Vollkostenbasis werden sowohl die variablen als auch die fixen Plankosten berücksichtigt.

Die Kosten müssen dabei zunächst in fixe und variable Bestandteile getrennt werden. Nur dadurch können die Plankosten an die tatsächliche Beschäftigung angepasst und die Sollkosten berechnet werden.

Die flexible Plankostenrechnung auf Vollkostenbasis eignet sich insbesondere zur Kontrolle von Kostenstellen. Dabei können beispielsweise Beschäftigungs- und Verbrauchsabweichungen untersucht werden.

Flexible Plankostenrechnung auf Teilkostenbasis

Die flexible Plankostenrechnung auf Teilkostenbasis wird auch als Grenzplankostenrechnung bezeichnet.

Bei dieser Variante werden für die kurzfristige Kostenkontrolle und Entscheidungsrechnung nur die variablen Plankosten auf die Kostenträger verrechnet. Die Fixkosten werden getrennt betrachtet.

Voraussetzung ist daher eine Aufteilung der Kosten in:

• variable Kosten
• fixe Kosten

Die Grenzplankostenrechnung kann unter anderem für die Kostenstellenkontrolle und für kurzfristige betriebliche Entscheidungen eingesetzt werden. Da sie die variablen Kosten in den Mittelpunkt stellt, kann sie auch für die Ermittlung kurzfristiger Preisuntergrenzen von Bedeutung sein.

Beispiel für einen Soll-Ist-Vergleich

Für eine Kostenstelle werden bei der tatsächlichen Beschäftigung Sollkosten von 50.000 € ermittelt.

Tatsächlich sind Kosten von 53.000 € angefallen.

Damit ergibt sich:

Istkosten: 53.000 €
- Sollkosten: 50.000 €
= Kostenabweichung: 3.000 €

Die Istkosten liegen somit um 3.000 € über den Sollkosten.

Im nächsten Schritt muss untersucht werden, wodurch diese Abweichung entstanden ist. Gründe könnten beispielsweise ein höherer Materialverbrauch oder gestiegene Preise sein.

Die bloße Feststellung einer Abweichung reicht deshalb nicht aus. Die Plankostenrechnung soll auch dabei helfen, deren Ursachen zu erkennen und geeignete Maßnahmen abzuleiten.

Bedeutung der Plankostenrechnung

Die Plankostenrechnung unterstützt Unternehmen dabei, Kosten bereits vor Beginn einer Abrechnungsperiode zu planen und anschließend zu kontrollieren.

Durch die Vorgabe von Plankosten erhalten Kostenstellen konkrete Zielwerte. Der spätere Vergleich mit den tatsächlichen Kosten zeigt, ob diese Ziele eingehalten wurden.

Besonders die flexible Plankostenrechnung verbessert die Aussagekraft des Vergleichs, weil unterschiedliche Beschäftigungsgrade berücksichtigt werden. Dadurch kann genauer beurteilt werden, welche Kostenabweichungen tatsächlich auf unwirtschaftliches Arbeiten und welche lediglich auf eine veränderte Auslastung zurückzuführen sind.

Zusammenfassung

Die Plankostenrechnung ist zukunftsorientiert und legt Kosten für eine zukünftige Periode fest.

Die Planbeschäftigung bezeichnet die für eine zukünftige Periode geplante Produktions- oder Leistungsmenge.

Sie hängt unter anderem von der Produktionskapazität und der Marktsituation ab.

Durch Soll-Ist-Vergleiche werden Abweichungen zwischen geplanten und tatsächlich angefallenen Kosten ermittelt.

Anschließend werden die Ursachen der Abweichungen untersucht.

Die Plankostenrechnung dient insbesondere der Kostenstellenkontrolle.

Bei der Plankostenrechnung wird zwischen starrer und flexibler Plankostenrechnung unterschieden.

Die starre Plankostenrechnung berücksichtigt Veränderungen der Beschäftigung nicht.

Die flexible Plankostenrechnung passt die Kosten an die tatsächliche Beschäftigung an.

Die flexible Plankostenrechnung unterscheidet fixe und variable Kosten.

Sie kann auf Vollkostenbasis oder auf Teilkostenbasis durchgeführt werden.

Die flexible Plankostenrechnung auf Teilkostenbasis wird auch Grenzplankostenrechnung genannt und berücksichtigt bei der Verrechnung auf Kostenträger insbesondere die variablen Kosten.

Beispielaufgaben

Was wird bei der Plankostenrechnung berechnet beziehungsweise untersucht?

Antwortmöglichkeiten

A. Bei der Plankostenrechnung werden Soll-Ist-Vergleiche durchgeführt.
B. Bei der Plankostenrechnung wird die kritische Menge berechnet.
C. Die Plankostenrechnung versucht, mithilfe der Istzahlen der Vergangenheit eine Planvorgabe für die Zukunft zu entwickeln.
D. Die Plankostenrechnung versucht, mithilfe der Sollzahlen für die Zukunft die Istwerte der Periode zu ermitteln.
E. Die Plankostenrechnung ist zukunftsorientiert und ermittelt Sollwerte.

Was wird bei der Plankostenrechnung als Planbeschäftigung bezeichnet?

Antwortmöglichkeiten

A. Die Planbeschäftigung ist die tatsächliche Produktionsmenge.
B. Die Planbeschäftigung ist die für eine zukünftige Periode erwartete bzw. geplante Produktionsmenge.
C. Die Planbeschäftigung ermittelt den tatsächlichen Personalbedarf im Unternehmen.
D. Als Planbeschäftigung wird der geplante Materialbedarf einer Periode bezeichnet.
E. Eine zweckmäßige Bezugsgröße bei der Planbeschäftigung kann beispielsweise die Ausbringungsmenge oder die Fertigungsstunden sein.

Welche Aussagen zur Plankostenrechnung sind richtig?

Antwortmöglichkeiten

A. Mit Hilfe der Plankostenrechnung können Plankosten für Kostenstellen oder Betriebsbereiche ermittelt werden.
B. Die Plankostenrechnung ist nur auf Vollkostenbasis möglich, da bei ihr alle Kosten berücksichtigt werden.
C. Für den Kostenstellenleiter einer Kostenstelle ergeben sich dadurch auch Zielwerte, die er nach Möglichkeit erreichen sollte.
D. Bei der Plankostenrechnung werden Abweichungen zwischen Soll- und Istwerten ermittelt und deren Ursachen festgestellt.
E. Bei der Plankostenrechnung weichen häufig Planzahlen von den Istzahlen ab.

Welche Arten der Plankostenrechnung gibt es?

Antwortmöglichkeiten

A. Es gibt die starre Plankostenrechnung, bei der keine Unterscheidung in variable und fixe Kosten erfolgt.
B. Bei der starren Plankostenrechnung werden Beschäftigungsschwankungen innerhalb einer Periode berücksichtigt.
C. Es gibt die flexible Plankostenrechnung, die auf Vollkostenbasis durchgeführt werden kann.
D. Es gibt die flexible Plankostenrechnung, die auf Teilkostenbasis durchgeführt werden kann.
E. Es gibt die direkte Plankostenrechnung, die auf Basis der Teil- oder Vollkosten durchgeführt werden kann.

Welcher Wert kann bei der Plankostenrechnung auf Teilkostenbasis berechnet werden?

Antwortmöglichkeiten

A. Die Plankostenrechnung kann zur Ermittlung des Verkaufspreises angewendet werden.
B. Mit Hilfe der Plankostenrechnung können Plankosten für Kostenstellen oder Betriebsbereiche ermittelt werden.
C. Die Plankostenrechnung kann zur Ermittlung der Beschäftigungsabweichung herangezogen werden.
D. Die Plankostenrechnung kann zur Ermittlung der Preisuntergrenze herangezogen werden.
E. Ziel der Plankostenrechnung ist, mögliche Abweichungen zwischen den Soll- und Istkosten zu ermitteln und deren Ursachen festzustellen.

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