Kosten können danach unterschieden werden, wie sie sich bei einer Veränderung der Produktions- oder Absatzmenge verhalten. Dabei unterscheidet man zwischen variablen und fixen Kosten.
Variable Kosten verändern sich mit der Ausbringungsmenge. Fixe Kosten bleiben dagegen innerhalb eines bestimmten Beschäftigungs- oder Kapazitätsbereichs zunächst unverändert. Diese Einteilung ist unter anderem für die Kostenplanung, Deckungsbeitragsrechnung und Break-Even-Analyse wichtig.
Inhalte:
Variable Kosten
Variable Kosten verändern sich in Abhängigkeit von der Ausbringungsmenge. Werden mehr Produkte hergestellt, steigen bei einem proportionalen Kostenverlauf die variablen Gesamtkosten. Wird weniger produziert, sinken sie entsprechend.
Typische Beispiele können sein:
• Rohstoffkosten
• Materialeinzelkosten
• Stücklöhne
• mengenabhängige Verpackungskosten
• mengenabhängige Energiekosten
Bei konstanten variablen Stückkosten gilt:
Variable Gesamtkosten = variable Kosten je Stück × Ausbringungsmenge
Beispiel:
Die variablen Kosten betragen 40 € je Stück. Es werden 5.000 Stück produziert.
40 € × 5.000 = 200.000 € variable Gesamtkosten
Die variablen Stückkosten bleiben in diesem vereinfachten Beispiel bei 40 €, während sich die variablen Gesamtkosten mit der Produktionsmenge verändern.
Fixe Kosten
Fixe Kosten verändern sich innerhalb eines bestimmten Beschäftigungsbereichs nicht unmittelbar mit der Produktionsmenge.
Typische Beispiele können sein:
• Miete für Betriebsräume
• bestimmte Versicherungsbeiträge
• feste Gehälter
• zeitabhängige Abschreibungen
• feste Grundgebühren
Beträgt die Miete einer Produktionshalle beispielsweise 10.000 € im Monat, entstehen diese Kosten zunächst unabhängig davon, ob 1.000 oder 2.000 Stück produziert werden.
Das bedeutet jedoch nicht, dass Fixkosten dauerhaft unverändert bleiben. Wird eine Kapazitätsgrenze überschritten und beispielsweise eine weitere Produktionshalle benötigt, können die Fixkosten sprunghaft steigen. In diesem Fall spricht man von sprungfixen Kosten.
Außerdem sind einzelne Kostenarten nicht grundsätzlich fix oder variabel. Energiekosten können beispielsweise aus einer festen Grundgebühr und einem variablen Verbrauchsanteil bestehen.
Gesamtkosten berechnen
Die Gesamtkosten setzen sich aus fixen und variablen Kosten zusammen:
Gesamtkosten = Fixkosten + variable Gesamtkosten
Bei konstanten variablen Stückkosten lautet die Kostenfunktion:
K(x) = KF + kv × x
Dabei steht:
K(x) = Gesamtkosten
KF = Fixkosten
kv = variable Kosten je Stück
x = Ausbringungsmenge
Beispiel:
Fixkosten: 100.000 €
Variable Kosten je Stück: 40 €
Ausbringungsmenge: 5.000 Stück
Zunächst werden die variablen Gesamtkosten berechnet:
40 € × 5.000 = 200.000 €
Danach:
100.000 € + 200.000 € = 300.000 € Gesamtkosten
Die Gesamtkosten betragen somit 300.000 €.
Sind stattdessen die Gesamtkosten und Fixkosten bekannt, können die variablen Kosten berechnet werden:
Variable Gesamtkosten = Gesamtkosten − Fixkosten
Bei Gesamtkosten von 300.000 € und Fixkosten von 100.000 €:
300.000 € − 100.000 € = 200.000 € variable Gesamtkosten
Bei 5.000 Stück ergeben sich:
200.000 € / 5.000 = 40 € variable Kosten je Stück
Warum ist die Unterscheidung wichtig?
Die Trennung in fixe und variable Kosten ist für viele betriebswirtschaftliche Berechnungen wichtig.
In der Deckungsbeitragsrechnung werden beispielsweise die variablen Kosten von den Erlösen abgezogen:
Deckungsbeitrag = Erlöse − variable Kosten
Der Deckungsbeitrag zeigt, welcher Betrag nach Abzug der variablen Kosten zur Deckung der Fixkosten und anschließend zur Erzielung eines Gewinns verbleibt.
Auch für die Berechnung des Break-Even-Points müssen fixe und variable Kosten getrennt bekannt sein. Erst dadurch lässt sich bestimmen, ab welcher Absatzmenge sämtliche Kosten durch die Erlöse gedeckt werden.
Für die Einordnung kannst du dir merken:
Variable Kosten → verändern sich mit der Ausbringungsmenge
Fixe Kosten → bleiben innerhalb eines bestimmten Kapazitätsbereichs zunächst konstant
Gesamtkosten = Fixkosten + variable Kosten
Beispielaufgaben
Welche Aussagen zu den Fixkosten sind richtig?
A. Fixkosten verändern sich proportional mit der Fertigungsmenge.
B. Fixkosten fallen unabhängig von jeder Kapazitätsgrenze immer in exakt gleicher Höhe an.
C. Fixkosten steigen automatisch, wenn die Fertigungsmenge steigt.
D. Fixkosten bleiben innerhalb eines bestimmten Kapazitätsbereichs konstant und sind dort unabhängig von der Ausbringungsmenge.
E. Fixkosten gehören grundsätzlich zu den variablen Kosten.
Welche Aussagen zu den variablen Kosten sind richtig?
A. Variable Kosten verändern sich unabhängig von der Fertigungsmenge.
B. Variable Kosten bleiben bei jeder Fertigungsmenge immer gleich hoch.
C. Variable Gesamtkosten sind unabhängig von der Ausbringungsmenge.
D. Variable Gesamtkosten verändern sich in Abhängigkeit von der Fertigungs- beziehungsweise Ausbringungsmenge.
E. Materialeinzelkosten gehören typischerweise zu den variablen Kosten, wenn ihr Verbrauch von der Produktionsmenge abhängt.
Folgende Werte sind gegeben:
Fixkosten: 250.000 €
Gesamtkosten: 750.000 €
Ausbringungsmenge: 10.000 Stück
Wie hoch sind die variablen Stückkosten?
A. 550 €
B. 65 €
C. 55 €
D. 50 €
E. 40 €
Folgende Werte sind gegeben:
Fixkosten: 250.000 €
Variable Kosten je Stück: 50 €
Ausbringungsmenge: 10.000 Stück
Wie hoch sind die Gesamtkosten?
A. 550.000 €
B. 650.000 €
C. 750.000 €
D. 800.000 €
E. 250.000 €
Welche Aussagen zu den fixen und variablen Kosten sind richtig?
A. Variable und fixe Kosten sind grundsätzlich immer gleich hoch.
B. Variable Kosten sind grundsätzlich höher als Fixkosten.
C. Fixkosten sind grundsätzlich höher als variable Kosten.
D. Variable Gesamtkosten verändern sich in Abhängigkeit von der Fertigungs- beziehungsweise Ausbringungsmenge.
E. Fixkosten bleiben innerhalb eines bestimmten Kapazitätsbereichs unabhängig von der Fertigungsmenge konstant.








