In der Buchführung gibt es verschiedene Kontenarten, die unterschiedliche Aufgaben erfüllen. Grundsätzlich lassen sich die wichtigsten Konten zunächst in Bestandskonten und Erfolgskonten einteilen. Die Bestandskonten werden wiederum in Aktiv- und Passivkonten untergliedert und stehen in direktem Zusammenhang mit der Bilanz. Zu den Erfolgskonten gehören dagegen die Aufwands- und Ertragskonten, die über das Gewinn- und Verlustkonto abgeschlossen werden. Ihr Ergebnis wirkt sich anschließend über das Eigenkapital auf die Bilanz aus. Wenn du diese Kontenhierarchie verstanden hast, kannst du wesentlich leichter entscheiden, ob ein Geschäftsvorfall im Soll oder Haben gebucht werden muss.
Inhalte:
- Was bedeutet Kontenhierarchie?
- Bestandskonten und Erfolgskonten unterscheiden
- Die Bilanz als Grundlage der Bestandskonten
- Was sind Aktivkonten?
- Was bedeutet Mittelverwendung?
- Was sind Passivkonten?
- Was bedeutet Mittelherkunft?
- Aktiv- und Passivkonten sind Bestandskonten
- Wie werden Aktivkonten abgeschlossen?
- Wie werden Passivkonten abgeschlossen?
- Bestandskonten im Schlussbilanzkonto
- Was sind Erfolgskonten?
- Was sind Aufwandskonten?
- Was sind Ertragskonten?
- Wann entsteht ein Gewinn?
- Wann entsteht ein Verlust?
- Saldo im GuV-Konto richtig verstehen
- Wie hängt das GuV-Konto mit dem Eigenkapital zusammen?
- Das Eigenkapitalkonto als Passivkonto
- Welche Rolle spielt das Privatkonto?
- GuV-Konto und Privatkonto verändern das Eigenkapital unterschiedlich
- Wie läuft der Abschluss der Konten ab?
- Die Buchungsregeln der vier wichtigsten Kontoarten
- Kontenhierarchie auf einen Blick
- Typische Geschäftsvorfälle: Konten erkennen und richtig buchen
Was bedeutet Kontenhierarchie?
Unter der Kontenhierarchie kannst du dir die systematische Einteilung der verschiedenen Kontenarten vorstellen.
Auf der obersten Ebene stehen zunächst zwei große Gruppen:
Bestandskonten
und
Erfolgskonten
Die Bestandskonten werden anschließend in Aktivkonten und Passivkonten unterteilt. Die Erfolgskonten gliedern sich dagegen in Aufwandskonten und Ertragskonten.
Vereinfacht ergibt sich damit folgende Struktur:
• Bestandskonten: Aktivkonten (Kasse, Bank, Maschinen)
• Bestandskonten: Passivkonten (Eigenkapital, Verbindlichkeiten)
• Erfolgskonten: Aufwandskonten (Löhne, Miete, Zinsaufwendungen)
• Erfolgskonten: Ertragskonten (Umsatzerlöse, Zinserträge)
Diese Einteilung ist wichtig, weil sich daraus die jeweiligen Buchungsregeln und der Abschluss der Konten ergeben.
Bestandskonten und Erfolgskonten unterscheiden
Bestandskonten zeigen die Bestände an Vermögen und Kapital eines Unternehmens. Ihre Werte findest du grundsätzlich in der Bilanz wieder.
Erfolgskonten erfassen dagegen Vorgänge, die den Gewinn oder Verlust eines Unternehmens beeinflussen. Aufwendungen vermindern den Erfolg, Erträge erhöhen ihn.
Der wichtigste Unterschied zeigt sich beim Jahresabschluss:
Bestandskonten werden über das Schlussbilanzkonto abgeschlossen.
Erfolgskonten werden über das Gewinn- und Verlustkonto abgeschlossen.
Das Ergebnis des GuV-Kontos verändert anschließend das Eigenkapital. Auf diese Weise wirken sich auch die Erfolgskonten letztlich auf die Bilanz aus.
Die Bilanz als Grundlage der Bestandskonten
Die Bilanz besteht aus zwei Seiten.
Die linke Seite heißt Aktivseite beziehungsweise Aktiva. Sie zeigt vereinfacht die Mittelverwendung, also wofür das Kapital des Unternehmens eingesetzt wurde.
Die rechte Seite heißt Passivseite beziehungsweise Passiva. Sie zeigt die Mittelherkunft, also aus welchen Quellen das Unternehmen finanziert wurde.
Die grundlegende Einteilung lautet daher:
• Aktivseite: Vermögen, Mittelverwendung, Aktivkonten
• Passivseite: Eigenkapital und Fremdkapital, Mittelherkunft, Passivkonten
Aus den Positionen der Bilanz werden für die laufende Buchführung entsprechende Bestandskonten geführt.
Was sind Aktivkonten?
Aktivkonten sind Bestandskonten, die Vermögenswerte des Unternehmens erfassen.
Typische Aktivkonten sind beispielsweise Kasse, Guthaben bei Kreditinstituten, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Maschinen, Fuhrpark oder Betriebs- und Geschäftsausstattung.
Sie heißen Aktivkonten, weil ihre Bestände auf der Aktivseite der Bilanz erscheinen.
Für Aktivkonten gilt:
• Anfangsbestand und Zugänge stehen im Soll.
• Abgänge und Endbestand stehen im Haben.
Nimmt beispielsweise der Kassenbestand durch eine Bareinzahlung zu, wird dieser Zugang auf dem Konto Kasse im Soll erfasst. Wird Bargeld ausgegeben, nimmt das Aktivkonto ab und die Buchung erfolgt im Haben.
Was bedeutet Mittelverwendung?
Die Aktivseite zeigt, wofür die finanziellen Mittel des Unternehmens verwendet wurden.
Besitzt ein Unternehmen beispielsweise eine Maschine im Wert von 100.000 €, wurde ein Teil seines Kapitals in diese Maschine investiert.
Dasselbe gilt für Bargeld, Bankguthaben, Forderungen oder Warenbestände.
Die Aktivseite beantwortet daher vereinfacht die Frage:
Wo steckt das Kapital des Unternehmens?
Was sind Passivkonten?
Passivkonten zeigen, woher das Kapital des Unternehmens stammt.
Dazu gehören insbesondere das Eigenkapital sowie verschiedene Formen des Fremdkapitals.
Typische Passivkonten sind beispielsweise Eigenkapital, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten oder Rückstellungen.
Für Passivkonten gilt:
• Anfangsbestand und Zugänge stehen im Haben.
• Abgänge und Endbestand stehen im Soll.
Entsteht beispielsweise eine neue Verbindlichkeit gegenüber einem Lieferanten, nimmt ein Passivkonto zu. Der Zugang wird daher im Haben gebucht.
Wird die Verbindlichkeit später bezahlt, nimmt sie ab und wird im Soll gebucht.
Was bedeutet Mittelherkunft?
Die Passivseite der Bilanz zeigt, woher das Kapital des Unternehmens stammt.
Ein Teil kann von den Eigentümern des Unternehmens stammen. Dieser Teil wird als Eigenkapital bezeichnet.
Ein anderer Teil kann beispielsweise durch Bankdarlehen oder noch nicht bezahlte Lieferantenrechnungen finanziert sein. Diese Beträge gehören zum Fremdkapital.
Die Passivseite beantwortet damit vereinfacht die Frage:
Woher stammt das Kapital des Unternehmens?
Aktiv- und Passivkonten sind Bestandskonten
Aktiv- und Passivkonten werden gemeinsam als Bestandskonten bezeichnet.
Der Name kommt daher, dass sie Bestände aus der Bilanz aufnehmen und während des Geschäftsjahres deren Veränderungen erfassen.
Aktivkonten zeigen Vermögensbestände.
Passivkonten zeigen Kapitalbestände beziehungsweise Verpflichtungen.
Am Ende des Geschäftsjahres werden die Endbestände dieser Konten wieder in den Jahresabschluss übernommen.
Wie werden Aktivkonten abgeschlossen?
Am Jahresende wird der Endbestand eines Aktivkontos auf dessen Habenseite eingetragen.
Das Aktivkonto wird anschließend über das Schlussbilanzkonto (SBK) abgeschlossen.
Der grundsätzliche Abschlussbuchungssatz lautet:
Schlussbilanzkonto an Aktivkonto
Dadurch erscheint der Endbestand des Aktivkontos auf der Sollseite des Schlussbilanzkontos.
Beispiel:
Das Konto Kasse besitzt einen Endbestand von 5.000 €.
Der Abschluss lautet:
Schlussbilanzkonto 5.000 € an Kasse 5.000 €
Wie werden Passivkonten abgeschlossen?
Bei Passivkonten steht der Endbestand zum Abschluss auf der Sollseite des jeweiligen Kontos.
Der Abschluss erfolgt ebenfalls über das Schlussbilanzkonto.
Der grundsätzliche Buchungssatz lautet:
Passivkonto an Schlussbilanzkonto
Der Endbestand erscheint dadurch auf der Habenseite des Schlussbilanzkontos.
Beispiel:
Das Konto Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen weist einen Endbestand von 20.000 € auf.
Dann lautet der Abschluss:
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 20.000 € an Schlussbilanzkonto 20.000 €
Bestandskonten im Schlussbilanzkonto
Nach dem Abschluss befinden sich die Bestände im Schlussbilanzkonto wieder auf den Seiten, die ihrer Stellung in der Bilanz entsprechen.
Das bedeutet:
• Aktivbestände → Sollseite des SBK
• Passivbestände → Habenseite des SBK
Das Schlussbilanzkonto bildet damit die Grundlage für die Darstellung der Schlussbilanz.
Was sind Erfolgskonten?
Neben den Bestandskonten gibt es die Erfolgskonten.
Sie erfassen Geschäftsvorfälle, die den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens beeinflussen.
Dabei unterscheidest du:
Aufwandskonten
und
Ertragskonten
Erfolgskonten besitzen im Gegensatz zu Bestandskonten keinen Anfangsbestand aus der Eröffnungsbilanz. Sie beginnen für das neue Geschäftsjahr grundsätzlich bei null und erfassen die innerhalb dieser Periode entstandenen Aufwendungen beziehungsweise Erträge.
Am Geschäftsjahresende werden sie über das Gewinn- und Verlustkonto abgeschlossen.
Was sind Aufwandskonten?
Aufwendungen vermindern grundsätzlich den Erfolg des Unternehmens.
Typische Aufwandskonten sind beispielsweise:
Löhne und Gehälter, Mietaufwendungen, Zinsaufwendungen, Abschreibungen oder Aufwendungen für Waren.
Aufwendungen werden grundsätzlich auf der Sollseite des jeweiligen Aufwandskontos gebucht.
Das bedeutet:
Entsteht ein Aufwand, nimmt das Aufwandskonto im Soll zu.
Am Ende des Geschäftsjahres wird der Saldo des Aufwandskontos über das GuV-Konto abgeschlossen.
Der Abschlussbuchungssatz lautet:
GuV an Aufwandskonto
Dadurch erscheint der Aufwand auf der Sollseite des GuV-Kontos.
Was sind Ertragskonten?
Erträge erhöhen grundsätzlich den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens.
Typische Ertragskonten sind beispielsweise Umsatzerlöse, Zinserträge oder Mieterträge.
Erträge werden grundsätzlich auf der Habenseite des Ertragskontos gebucht.
Beim Jahresabschluss wird der Saldo des Ertragskontos auf das GuV-Konto übertragen.
Der Abschlussbuchungssatz lautet:
Ertragskonto an GuV
Dadurch stehen die Erträge auf der Habenseite des GuV-Kontos.
Erfolgskonten werden über das GuV-Konto abgeschlossen
Das Gewinn- und Verlustkonto (GuV-Konto) sammelt am Jahresende die Salden aller Aufwands- und Ertragskonten.
Dabei gilt:
Sollseite des GuV-Kontos: Aufwendungen
Habenseite des GuV-Kontos: Erträge
Anschließend werden beide Seiten miteinander verglichen.
Übersteigen die Erträge die Aufwendungen, wurde ein Gewinn erzielt.
Sind die Aufwendungen höher als die Erträge, liegt ein Verlust vor.
Wann entsteht ein Gewinn?
Ein Gewinn entsteht, wenn die Erträge größer als die Aufwendungen sind.
Beispiel:
Erträge: 80.000 €
Aufwendungen: 60.000 €
Dann ergibt sich:
80.000 € − 60.000 € = 20.000 € Gewinn
Da im GuV-Konto die Habenseite mit den Erträgen größer ist, wird der Gewinn als Saldo auf der Sollseite eingetragen.
Das wirkt auf den ersten Blick ungewöhnlich. Der Saldo steht dort jedoch, um die kleinere Seite des Kontos auszugleichen.
Der Abschlussbuchungssatz lautet in der klassischen Darstellung beim Einzelunternehmen:
GuV an Eigenkapital
Der Gewinn erhöht dadurch das Eigenkapital.
Wann entsteht ein Verlust?
Ein Verlust entsteht, wenn die Aufwendungen größer als die Erträge sind.
Beispiel:
Aufwendungen: 70.000 €
Erträge: 55.000 €
Dann beträgt der Verlust:
15.000 €
Da die Sollseite des GuV-Kontos größer ist, wird der Verlust als Saldo auf der Habenseite eingetragen.
Der Abschlussbuchungssatz lautet in der klassischen Darstellung:
Eigenkapital an GuV
Der Verlust vermindert dadurch das Eigenkapital.
Saldo im GuV-Konto richtig verstehen
Für Prüfungsaufgaben solltest du diesen Zusammenhang sicher beherrschen:
• Saldo im GuV-Konto auf der Sollseite: Gewinn
• Saldo im GuV-Konto auf der Habenseite: Verlust
Das bedeutet nicht, dass ein Gewinn „im Soll entsteht“. Die Erträge stehen weiterhin im Haben. Der Gewinn wird lediglich zum Ausgleich als Saldo auf der Sollseite eingetragen.
Entsprechend stehen die Aufwendungen im Soll, während ein Verlust zum Ausgleich als Saldo im Haben erscheint.
Wie hängt das GuV-Konto mit dem Eigenkapital zusammen?
In der klassischen Buchführungslehre wird das GuV-Konto als Unterkonto beziehungsweise Abschlusskonto des Eigenkapitals betrachtet.
Während des Geschäftsjahres werden die erfolgswirksamen Vorgänge auf den einzelnen Aufwands- und Ertragskonten gesammelt.
Zum Jahresabschluss erfolgt dann der Weg:
Aufwands- und Ertragskonten → GuV-Konto → Eigenkapitalkonto
• Ein Gewinn erhöht das Eigenkapital.
• Ein Verlust vermindert das Eigenkapital.
Dadurch gelangen die Erfolgsvorgänge nicht unmittelbar als einzelne Aufwands- und Ertragskonten in die Bilanz. Ihr Gesamtergebnis beeinflusst stattdessen das Eigenkapital.
Das Eigenkapitalkonto als Passivkonto
Das Eigenkapitalkonto ist ein passives Bestandskonto.
Deshalb gelten grundsätzlich dieselben Buchungsregeln wie bei anderen Passivkonten:
Zugänge im Haben
Abgänge im Soll
Ein Gewinn erhöht das Eigenkapital und wird deshalb im Haben des Eigenkapitalkontos erfasst.
Ein Verlust vermindert das Eigenkapital und wird daher im Soll gebucht.
Nachdem alle Veränderungen berücksichtigt wurden, wird das Eigenkapitalkonto wie andere Passivkonten über das Schlussbilanzkonto abgeschlossen.
Der Abschlussbuchungssatz lautet:
Eigenkapital an Schlussbilanzkonto
Welche Rolle spielt das Privatkonto?
Beim Einzelunternehmen kann zusätzlich ein Privatkonto geführt werden.
Darauf werden private Vorgänge des Unternehmers erfasst, beispielsweise:
Privatentnahmen
oder
Privateinlagen
Nimmt der Unternehmer beispielsweise Bargeld für private Zwecke aus der Geschäftskasse, handelt es sich nicht um einen betrieblichen Aufwand. Die Entnahme wird deshalb über das Privatkonto erfasst.
Das Privatkonto wird zum Jahresabschluss über das Eigenkapitalkonto abgeschlossen. Dadurch verändern Privatentnahmen und Privateinlagen letztlich das Eigenkapital.
Wichtig ist dabei: Das Privatkonto ist vor allem für Einzelunternehmen und entsprechende personenbezogene Eigenkapitalkonten relevant. Bei Kapitalgesellschaften wie einer GmbH gibt es kein Privatkonto des Gesellschafters in diesem Sinn.
GuV-Konto und Privatkonto verändern das Eigenkapital unterschiedlich
Das GuV-Konto zeigt den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens.
Das Privatkonto erfasst dagegen private Vorgänge des Unternehmers.
Ein Gewinn aus der GuV erhöht das Eigenkapital.
Ein Verlust aus der GuV vermindert es.
Privatentnahmen vermindern ebenfalls das Eigenkapital, während Privateinlagen das Eigenkapital erhöhen.
Damit können unterschiedliche Vorgänge den Bestand des Eigenkapitalkontos verändern, obwohl sie buchhalterisch zunächst auf unterschiedlichen Konten erfasst werden.
Wie läuft der Abschluss der Konten ab?
Am Ende des Geschäftsjahres erfolgt der Abschluss in einer bestimmten logischen Reihenfolge.
Zunächst werden die Aufwands- und Ertragskonten über das GuV-Konto abgeschlossen.
Danach wird das Ergebnis des GuV-Kontos auf das Eigenkapital übertragen.
Bei einem Einzelunternehmen wird außerdem das Privatkonto über das Eigenkapitalkonto abgeschlossen.
Erst nachdem diese Veränderungen berücksichtigt wurden, steht der endgültige Endbestand des Eigenkapitals fest.
Anschließend wird das Eigenkapitalkonto über das Schlussbilanzkonto abgeschlossen.
Damit ergibt sich vereinfacht:
Erfolgskonten → GuV → Eigenkapital → SBK
Die übrigen Aktiv- und Passivkonten werden dagegen direkt über das Schlussbilanzkonto abgeschlossen.
Beispiel: Gewinn und Eigenkapital
Angenommen, ein Unternehmen besitzt zu Beginn ein Eigenkapital von 100.000 €.
Im Geschäftsjahr entstehen:
Erträge von 80.000 €
und
Aufwendungen von 60.000 €.
Die GuV ergibt damit:
80.000 € − 60.000 € = 20.000 € Gewinn
Der Gewinn wird anschließend auf das Eigenkapitalkonto übertragen.
Das Eigenkapital steigt dadurch von:
100.000 € auf 120.000 €
Anschließend wird der neue Endbestand des Eigenkapitals über das Schlussbilanzkonto abgeschlossen.
Beispiel: Verlust und Eigenkapital
Beträgt das Eigenkapital zu Beginn 100.000 € und entsteht ein Verlust von 15.000 €, vermindert sich das Eigenkapital auf:
85.000 €
Der Verlust wird durch:
Eigenkapital an GuV
übertragen.
Anschließend wird der verbleibende Eigenkapitalbestand über das Schlussbilanzkonto abgeschlossen.
Das Beispiel zeigt, warum Erfolgskonten letztlich Einfluss auf die Bilanz haben, obwohl sie selbst nicht als einzelne Bilanzpositionen erscheinen.
Die Buchungsregeln der vier wichtigsten Kontoarten
Die gesamte Kontenhierarchie lässt sich über einige grundlegende Regeln zusammenfassen:
• Aktivkonto: Zugang im Soll / Abgang im Haben / Abschluss über SBK
• Passivkonto: Zugang im Haben / Abgang im Soll / Abschluss über SBK
• Aufwandskonto: Zugang im Soll / Abgang im Haben / Abschluss über GuV
• Ertragskonto: Zugang im Haben / Abgang im Soll / Abschluss über GuV
Besonders wichtig ist, dass du nicht allein auf die Begriffe Soll und Haben schaust. Zuerst musst du immer bestimmen, welche Kontoart betroffen ist und ob bei diesem Konto ein Zugang oder Abgang vorliegt.
Kontenhierarchie auf einen Blick
Die grundlegende Struktur lautet:
Bestandskonten
→ Aktivkonten
→ Passivkonten
Erfolgskonten
→ Aufwandskonten
→ Ertragskonten
Die Bestandskonten stehen unmittelbar mit der Bilanz in Verbindung und werden über das Schlussbilanzkonto abgeschlossen.
Die Erfolgskonten erfassen dagegen Aufwendungen und Erträge. Sie werden über das GuV-Konto abgeschlossen. Der dort entstehende Gewinn oder Verlust verändert anschließend das Eigenkapital.
Damit kannst du dir den Abschluss folgendermaßen merken:
Aktiv- und Passivkonten → SBK
Aufwands- und Ertragskonten → GuV → Eigenkapital → SBK
Diese Grundstruktur hilft dir nicht nur beim Kontenabschluss, sondern auch bei nahezu jeder Buchungsaufgabe. Wenn du zuerst erkennst, zu welcher Kontenart ein Konto gehört, kannst du anschließend die passende Soll- oder Habenbuchung bestimmen.
Typische Geschäftsvorfälle: Konten erkennen und richtig buchen
In welche zwei Kontenarten werden Bestandskonten eingeteilt?
A. Erfolgskonten
B. Aktivkonten
C. Aufwandskonten
D. Ertragskonten
E. Passivkonten
Welche beiden Konten werden beim Einzelunternehmen als Unterkonten des Eigenkapitalkontos geführt?
A. Bankkonto
B. Gewinn- und Verlustkonto
C. Bestandskonto
D. Privatkonto
E. Aktivkonto
Welche Aussagen zum Gewinn eines Unternehmens sind richtig?
A. Der Gewinn steht als Saldo auf der Sollseite des Gewinn- und Verlustkontos.
B. Der Gewinn steht als Saldo auf der Habenseite des Gewinn- und Verlustkontos.
C. Gewinn = Erträge − Aufwendungen
D. Der Buchungssatz lautet: Eigenkapitalkonto an Gewinn- und Verlustkonto.
E. Der Buchungssatz lautet: Gewinn- und Verlustkonto an Eigenkapitalkonto.
Wie wird das Gewinn- und Verlustkonto (GuV-Konto) abgeschlossen?
A. Über das Schlussbilanzkonto
B. Über das Eigenkapitalkonto
C. Über das Bankkonto
D. Über das Konto Kasse
E. Über das Konto Darlehen
Welche der folgenden Konten werden über das Gewinn- und Verlustkonto (GuV-Konto) abgeschlossen?
A. Passivkonten
B. Ertragskonten
C. Aktivkonten
D. Bestandskonten
E. Aufwandskonten
Welche der folgenden Konten sind Aufwandskonten?
A. Löhne und Gehälter
B. Aufwendungen für Waren
C. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
D. Büromaterial
E. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Wie wird das Eigenkapitalkonto am Ende des Geschäftsjahres abgeschlossen?
A. Eigenkapitalkonto an Schlussbilanzkonto
B. Schlussbilanzkonto an Eigenkapitalkonto
C. Gewinn- und Verlustkonto an Eigenkapitalkonto
D. Eigenkapitalkonto an Gewinn- und Verlustkonto
E. Eigenkapitalkonto an Eröffnungsbilanzkonto
Welche der folgenden Konten stehen auf der Aktivseite der Bilanz?
A. Mietaufwendungen
B. Zinserträge
C. Bankguthaben
D. Maschinen
E. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Welche der folgenden Konten stehen auf der Passivseite der Bilanz?
A. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
B. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
C. Passive Rechnungsabgrenzung
D. Rückstellungen
E. Aktive Rechnungsabgrenzung
Wo stehen die Endbestände der Bestandskonten im Schlussbilanzkonto (SBK)?
A. Die Endbestände der Passivkonten werden auf der Sollseite des Schlussbilanzkontos abgeschlossen.
B. Die Endbestände der Passivkonten werden auf der Habenseite des Schlussbilanzkontos abgeschlossen.
C. Die Endbestände der Aktivkonten werden auf der Habenseite des Schlussbilanzkontos abgeschlossen.
D. Die Endbestände der Aktivkonten werden auf der Sollseite des Schlussbilanzkontos abgeschlossen.
E. Die Endbestände der Bestandskonten werden in das Schlussbilanzkonto übertragen.








